von  Marcus Schmahl  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 3 Min
Apple Music kennzeichnet Ende 2026 KI-generierte Songs mit „Made With AI“-Label

Apple Music kennzeichnet Ende 2026 KI-generierte Songs mit „Made With AI“-Label  ·  Quelle: Apple

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Apple hat seine Musikindustrie-Partner per E-Mail über die kommende Einführung eines „Made With AI“-Labels informiert, das Apple künftig auf KI-generierte Inhalte anwenden wird. Inhalte, die als „maßgeblich mit KI erstellt“ eingestuft werden, sollen damit für alle Apple-Music-Nutzer sichtbar gekennzeichnet werden. Somit reiht sich nun auch Apple ein.

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Vom optionalen Tag zur Pflichtkennzeichnung

Bereits im März hatte Apple die sogenannten Transparency Tags angekündigt, ein System, mit dem Musikschaffende offenlegen können, wo KI bei der Entstehung ihrer Inhalte zum Einsatz kam. Diese Tags gelten für Artwork, Track, Komposition (Songtext) und Musikvideo. Damals betonte Apple noch, dass die Tags freiwillig seien, und überließ es den Content-Anbietern selbst, zu bestimmen, was als KI-generiert gilt.

In der aktuellen E-Mail schlägt Apple deutlich verbindlichere Töne an: KI-Transparency-Tags seien jetzt verpflichtend „in jedem Fall, in dem KI zur Erstellung eines wesentlichen Teils des Inhalts verwendet wurde, einschließlich Tracks, die von einer KI-Plattform generiert wurden“. Als „KI-Plattform-generierten Inhalt“ definiert Apple dabei alles, was „primär von einem generativen KI-Dienst abgeleitet“ wurde.

Ein Drittel der Uploads komplett KI-generiert, aber kaum gehört

Schon im April hatte Apple-Music-VP Oliver Schusser gegenüber Billboard eine ziemlich eindrückliche Zahl genannt: Mehr als ein Drittel der monatlichen Uploads zu Apple Music seien zu 100 Prozent KI-generiert. Gleichzeitig machte KI-Musik aber weniger als 0,5 Prozent der tatsächlichen Hörzeit aus, ein deutlicher Hinweis darauf, dass die schiere Masse an KI-Uploads kaum echte Hörerschaft findet. Schusser sagte außerdem, Apple verfüge über ein eigenes System zur KI-Erkennung, verlasse sich aber weiterhin auch auf die Selbstauskunft der Content-Ersteller.

Einen konkreten Starttermin für die neuen KI-Labels in Apple Music nannte Apple in seiner E-Mail nicht, sie sollen aber „später in diesem Jahr“ ausgerollt werden.

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Einordnung: Apple reiht sich in eine wachsende Bewegung ein

Apple ist damit längst nicht allein mit diesem Schritt. Erst kürzlich hatten wir über Spotifys AI-Persona-Label berichtet, das KI-generierte Künstlerprofile kennzeichnet und aus Empfehlungen ausschließt, sowie über Beatports Verbot komplett KI-generierter Musik samt neuem Beatdapp-Erkennungstool. Auch die großen Musikverbände IFPI und RIAA hatten sich mit ihren „KI-generiert“- und „KI-unterstützt“-Labels bereits auf ein branchenweites Kennzeichnungssystem geeinigt.

Was Apples Ansatz von diesen Beispielen unterscheidet: Statt Sichtbarkeit oder Auszahlungen einzuschränken, geht es hier zunächst „nur“ um Transparenz durch Kennzeichnung, ohne dass KI-Inhalte dadurch automatisch aus dem Katalog oder aus Empfehlungen verschwinden würden. Ob das ausreicht, oder ob auch Apple über kurz oder lang striktere Maßnahmen einführen muss, wird sich zeigen.

Fazit

Dass Apple von freiwilligen zu verpflichtenden Transparency Tags wechselt, ist ein konsequenter nächster Schritt, gerade angesichts der eigenen Zahlen: Wenn ein Drittel aller Uploads komplett KI-generiert ist, aber praktisch niemand sie hört, spricht das eine ziemlich klare Sprache darüber, was Hörer eigentlich wollen.

Trotzdem bleibt die Frage, wie zuverlässig eine reine Kennzeichnungspflicht in der Praxis überhaupt durchsetzbar ist, insbesondere bei Anbietern, die es mit der Selbstauskunft nicht so genau nehmen. Wir bleiben hier wie immer für euch dran.

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