von  Marcus Schmahl  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 3 Min
Spotify kennzeichnet KI-Künstler mit „AI Persona“ Label und schließt sie aus Empfehlungen aus

Spotify kennzeichnet KI-Künstler mit „AI Persona“ Label und schließt sie aus Empfehlungen aus  ·  Quelle: Spotify

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Spotify führt mit dem AI Persona Label eine neue Kennzeichnung für Künstlerprofile ein, hinter denen keine reale Person steht. Ab Mitte September 2026 werden entsprechende Profile im Banner, in der Suche und bei Tracks in Playlists markiert, gleichzeitig schließt Spotify diese Profile standardmäßig aus redaktionellen und algorithmischen Empfehlungen aus.

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Warum Spotify jetzt handelt

Laut Spotify sei das Feedback der Hörer eindeutig gewesen: Sie wollten erkennen können, ob hinter einem Profil eine reale Person oder eine KI-generierte Persona steckt. Ab sofort können Künstler und ihre Teams selbst angeben, ob ihr Profil eine AI Persona repräsentiert, zusätzlich prüft Spotify Profile aktiv, etwa solche mit fotorealistischen, KI-generierten Bildern. In den kommenden Monaten soll außerdem eine Meldefunktion für Hörer dazukommen, über die sich vermeintlich ungekennzeichnete AI Personas melden lassen. Die finale Entscheidung über eine Kennzeichnung bleibt aber bei Spotify selbst.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit Monaten wird die Plattform mit KI-generierten Inhalten regelrecht überschwemmt, im April hatte Spotify bereits mit „Von Spotify verifiziert“ eine erste Kennzeichnung eingeführt, die echte, authentische Künstlerprofile hervorhebt. Das AI Persona Label ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets namens „Artist Identity & Trust“, zu dem auch Song-DNA und KI-Songinfos gehören, über die Künstler offenlegen können, wie KI bei der Entstehung ihrer Musik zum Einsatz kam.

Spotify AI Persona
Spotify AI Persona · Quelle: Spotify

Sichtbarkeit runter, Auszahlung bleibt

Der eigentlich interessante Teil der Maßnahme liegt aber nicht im Label selbst, sondern in seinen Konsequenzen. Musik von AI Persona Profilen taucht künftig standardmäßig weder in redaktionellen noch in personalisierten Empfehlungen auf. Auf einer Plattform, deren gesamte Entdeckungsmechanik über algorithmische Playlists läuft, ist das faktisch eine Reichweitensperre, auch wenn Spotify es offiziell nur als Kennzeichnung verkauft.

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Bemerkenswert dabei: An den Auszahlungen ändert sich nichts. Die Tantiemen fließen für AI Persona Tracks weiterhin ganz normal, Spotify greift also gezielt bei der Sichtbarkeit an, nicht beim Geld. TIDAL war im Juli den umgekehrten Weg gegangen und hatte KI-Titel zwar im Katalog belassen, sie aber komplett von Tantiemen und Direktverkäufen ausgeschlossen. Aus Plattformsicht mag Spotifys Ansatz der elegantere sein, wer nicht in Playlists auftaucht, spielt im Tantiemen-Topf ohnehin kaum eine Rolle, und man muss sich nicht mit Labels und Distributoren über Auszahlungsregeln streiten. Wirklich überzeugend ist das aber nur bedingt: Wer den massenhaften KI-Upload wirtschaftlich unattraktiv machen will, müsste eigentlich an der Auszahlung ansetzen, nicht nur an der Playlist-Sichtbarkeit.

Einordnung: Ein eigener Weg abseits der Branchen-Labels

Erst im Juli hatten sich große Musikverbände wie IFPI und RIAA auf zwei freiwillige Labels für KI-Musik geeinigt, „KI-generiert“ und „KI-unterstützt“, allerdings ohne Beteiligung der großen Streaming-Plattformen. Spotify zeigte sich damals lediglich offen für das Konzept, geht jetzt aber einen eigenen Weg, der sich inhaltlich deutlich von den Branchen-Labels unterscheidet.

Während die Verbände auf die Kennzeichnung von KI-Anteilen in der Aufnahme selbst zielen, geht es Spotifys AI-Persona-Label um etwas anderes: die Frage, ob überhaupt ein echter Mensch hinter dem Künstlerprofil steckt, unabhängig davon, wie viel KI tatsächlich in der Musik steckt.

Fazit zum kommenden AI Persona Label

Für User, die zunehmend genervt von KI-Fluten in ihren Empfehlungen sind, ist das AI Persona Label definitiv ein sinnvoller Schritt in Richtung mehr Transparenz. Dass Spotify dabei konsequent bei der Sichtbarkeit statt bei der Auszahlung ansetzt, ist strategisch nachvollziehbar, wirkt aber auch wie der bequemere Weg, echte wirtschaftliche Anreize für Massen-Uploads bleiben schließlich bestehen.

Ob das Label tatsächlich verhindert, dass „AI Personas“ weiterhin an echten Künstlern vorbeiziehen, oder ob findige Anbieter das System einfach umgehen, wird sich ab Mitte September zeigen. Wir bleiben hier auf jeden Fall für euch dran.

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Ein Kommentar zu “Spotify kennzeichnet KI-Künstler mit „AI Persona“ Label und schließt sie aus Empfehlungen aus”

    Andreas sagt:
    0

    Ich halte die Fokussierung auf die Profile für den falschen Ansatz. Sie sollten Song für Song automatisch erkennen können (wie Deezer), ob das KI-generiert ist. Wenn „echte Personen“ weiter KI-generierte Tracks reinspammen, ist gar nichts gewonnen.

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