von stephan | Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten | Unsere Wertung: 3,0 / 5,0

 ·  Quelle: Stephan Pfaff

ANZEIGE

Mit dem the Sync 2 und Sync 1 hat es the t.bone zweifelsohne auf das Rode Wireless Go und Go II abgesehen. Der Hersteller bietet ein Rundum-sorglos-Paket zu einem sehr schmalen Taler. Doch kann sich das digitale 2,4 GHz Funksystem auch gegen professionelle Systeme behaupten?

ANZEIGE

Hinweis: Die Geräte wurden uns kostenlos und ohne Anspruch an den Text oder eine Aussage von Thomann zur Verfügung gestellt.

the t.bone Sync 2

Als ich den News-Artikel zur Einführung des the t.bone Sync 1 & 2 tippte, staunte ich nicht schlecht. Nicht nur, dass die Preise zur Markteinführung gegenüber der Rode Wireless Go-Serie quasi halbiert waren. Die beiden Produkte bieten darüber hinaus auch ein umfangreiches Zubehörpaket, das man bei der Konkurrenz teuer dazu erwerben muss.

Da ich vom Wireless Go II absolut begeistert war, interessierte mich die Neuveröffentlichung natürlich brennend. Und weil GEARNEWS.de so gut vernetzt ist, durfte ich nur wenige Wochen später mit dem Sync 2 das entsprechende Pendant in den Händen halten. Dann wollen wir das Paket mal unter die Lupe nehmen.

Beeindruckender Lieferumfang

Ich muss schon sagen, der Erstkontakt war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich beginne mal mit den positiven Dingen. Was den Lieferumfang angeht, so ist das Sync 2 ganz klar und haushoch auf der Gewinnerseite. Während das Doppelpack von Rode in einem netten Stoff-Täschchen geliefert wird, kommt das Sync 2 in einem herrlich soliden gepolsterten Hartschalen-Etui daher.

Rode liefert drei einzelne Ladekabel für jedes Gerät, dazu nur ein TRS-Kabel. Das wars. Externe Lavalier-Mics müssen separat erworben werden, was schnell ins Geld geht. Zum Lieferumfang des Sync 2 gehört ein praktisches 3-fach USB-C-Ladekabel, um alle Geräte gleichzeitig an einem einzigen USB-Anschluss aufzuladen. Weiterhin sind zwei externe Lavalier-Mikrofone mit Windschutz, ein 3,5 mm TRS auf TRS Spiralkabel für Kamera-Anwedungen und ein 3,5 mm TRS auf TRRS-Kabel für Phone-Anwendungen inklusive. Das ist sehr lobenswert!

ANZEIGE

Wäscheklammer auf der Nase

Leider entfaltete sich direkt nach dem Auspacken ein überaus unangenehmer chemischer Geruch. Dieser haftete von der Tasche über die Kabel bis zur Bedienungsanleitung allen Einzelkomponenten an und war noch viele Tage später wahrnehmbar. Nach diesem Downer zog es meinen Blick auf die drei Hauptdarsteller.

Die beiden Sender und der eine Empfänger haben wunderbar geringe Maße. Laut meiner Küchenwaage wiegen sie verschwindend geringe 32 Gramm. Ihr Äußeres ist durch eine gummierte Oberfläche geschützt. Insgesamt kommen sie mir geringfügig kleiner und leichter vor, als die des Go II. Praktische Clips an allen drei Gehäusen sorgen für eine einfache Befestigung an Kleidung oder dem Blitzschuh von DSLR-Kameras. Sehr gut!

Sprachqualität überraschend gut

Das Auto-Pairing, also die automatische Verbindung aller Geräte direkt nach dem Einschalten, funktioniert einwandfrei und fix. Mittels eines kurzen Tastendrucks am Empfänger können die Sender in Mono / Stereo aufgeteilt werden, wobei der Pegel relativ gleich bleibt. Die Sprachverständlichkeit ist sowohl mit dem internen Mikrofon als auch mit den mitgelieferten Lavaliers überraschend gut.

Das ist zu diesem Preis schon erstaunlich. Für die Verwendung der mitgelieferten Lavaliers empfiehlt sich allerdings die Aktivierung des Tiefpassfilters, um weniger Kabelgeräusche mitzunehmen. Das Mikrofonkabel sollte ohnehin sehr sorgsam fixiert werden. Auch der Windschutz macht einen guten Job und hat einen relativ festen Halt.

 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Latenz und Funkverbindung

Die Latenz des Wireless-Systems ist mit 12,5 ms höher als bei anderen Funklösungen. Sonderlich schlimm finde ich das jedoch nicht. Die WLAN-Verbindung war auf Sichtweite gut, doch sobald eine Wand dazwischen war, hörte ich gelegentlich winzige Aussetzer. Ab zwei Berliner Altbau-Wänden brach das Signal ab. Hier habe ich das Rode stärker in Erinnerung.

Pegel-Abstufungen können für jeden Sender getrennt vorgenommen werden. Mit einer Unterteilung in nur vier Schritten ist diese zwar nicht wirklich feingliedrig, aber durchaus praxistauglich. An dieser Stelle gibt es allerdings speziell beim Sync 2 mit zwei Sendern gleich mehrere Haken, die möglicherweise potenzielle Interessenten vom Kauf abhalten könnten. Im semi-professionellen Betrieb könnte ich durchaus damit leben.

Für Profis ungeeignet?

Kommen wir zum Kernpunkt, warum ich speziell von der Nutzung des Sync 2-Pakets in einem anspruchsvollen Profi-Kontext abraten würde. Während man beim Go II auf Grund des verbauten Displays die beiden Sender in Windeseile am Eingangspegel erkennen kann, sind die zwei Sendeeinheiten des Sync 2 optisch nicht voneinander zu unterscheiden. Am besten klebt ihr euch von Anfang an eine Markierung zur Unterscheidung von Sender A und Sender B darauf. Der Herr im oben verlinkten Video hat sie mit einem Edding beschriftet.

Warum ist das wichtig? Nun, die Empfindlichkeit der Mikrofone kann in vier Stufen geregelt werden. Wenn ich die Sender nicht klar unterscheiden kann, verliere ich durch ein simples Vertauschen der Geräte den Überblick und weiß nicht sicher, für welchen Sender ich den Pegel justiere.

Kein Status zur Pegelanpassung

Wo wir gerade beim Thema sind: Weder am Empfänger, noch an den Sendegeräten ist ein Status über die aktuell ausgewählte Pegeleinstellung zu erkennen. Verändert man versehentlich die Voreinstellung für Sender A oder B, habt man keinen Überblick, ob der Ton womöglich zu leise oder zu laut ankommt. Beim Vloggen mit dem Smartphone kann das zu Fehlern führen.

Abhilfe schafft nur ein externer Recorder oder ein Kameradisplay, auf dem der Pegel der Eingänge angezeigt wird. Das ist bei Rode über das Display viel besser gelöst! Überhaupt gibt es in der Bedienung sehr viele ungünstige Entscheidungen. Schließt man die Geräte zum Laden an das USB-C-Kabel an, erleuchtet eine grüne LED. In meiner Welt heißt das im Normalfall: Akku voll geladen. Bei the t-bone bedeutet das: Wird geladen. Eine Info, wann die Batterie fertig aufgeladen ist oder wie voll die Akkus sind bekommt ihr ebenfalls nicht. Lediglich ein bald entleerter Akku wird durch Blinken einer blauen LED signalisiert.

HPF in Aktion

Stichwort blau blinkende LED. Wenn das HPF aktiv ist, deutet ein nerviges, schnelles, blaues LED-Geblinke am Sender darauf hin. In Video-Interviews, wo der Sender ohne Lavalier direkt am Oberkörper einer Person befestigt wird, stelle ich mir das unglaublich störend vor. In der Hosentasche ist das natürlich irrelevant.

Zwischendurch hatte ich durch wildes Ausprobieren aller Funktionen dafür gesorgt, dass einer der beiden Sender den Empfang verlor. Der Fehler konnte wieder behoben werden, doch bei dieser kurzen Etappe ist mir aufgefallen, dass man die Bedienungsanleitung nicht auf der Website des Herstellers findet. Schade. Am besten macht ihr also sofort ein Photo davon.

Fazit

Ihr merkt es schon, so sehr wie die Konkurrenz konnte mich das the t.bone Sync 2 nicht begeistern. Auf der positiven Seite haben wir den beeindruckenden Lieferumfang und den günstigen Preis zu vermerken. Ein solch umfangreiches Set für nur 149 Euro ist top. Speziell die Lavaliermikrofone muss man sich anderswo erst dazu kaufen, was den Preisunterschied noch größer werden lässt, sofern man diese zwingend benötigt.

Auf geringer Distanz und mit leichtem Grundrauschen im Signal funktioniert das Sync 2-System gut und klingt sowohl mit den integrierten Mikrofonen, als auch mit den mitgelieferten Lavaliers überraschend gut. Deutlich besser, als die intern verbauten Mics einer Kamera oder eines Smartphones. Klar, durch die Sender kommt man viel näher an die Schallquelle heran. Das ist immer von Vorteil!

Die Gehäuse sind wunderbar leicht und mittels praktisch geformter Klemme auch auf dem Blitzschuh einer Cam zu befestigen. 5 Stunden Batteriebetrieb empfinde ich als gut. Ich selbst konnte während meiner Tests sogar locker über 6 Stunden erzielen. Sehr gut! Auch wenn ich es schade finde, dass speziell das Bundle mit zwei Sendern in der Bedienung nicht praxisgerecht umgesetzt wurde, würde ich das the t.bone Amateuren mit einem schmalen Budget und nicht unbedingt audiophilen Ansprüchen an den Klang empfehlen.

Aber…

Profis rate ich ganz klar zum Rode Wireless Go II* oder anderen Geräten. Nicht nur, dass deren interne Aufnahmefunktion sowie der Safety Channel ein echter Lebensretter sein können. Auch die Grundfunktionen, wie Rauschabstand, Reichweite, Bedienung, Betriebsdauer, Feinabstufung der Level und auch der Windschutz sind grundsätzlich besser ausgeführt. Darüberhinaus verfügen die Geräte über ein eingebautes USB-C Audio-Interface zur digitalen Signalausgabe. Der höhere Kaufpreis ist auf jeden Fall gerechtfertigt.

Preis

Das the t.bone Sync 1 mit einem Transmitter kostet 98 Euro*, das Sync 2 kostet 149 Euro*.

*Affiliate Links

Weitere Informationen

Weitere interessante Produkte unserer „Angecheckt“-Reihe findet ihr hier. Ihr habt Vorschläge? Dann her damit!

Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

 

ANZEIGE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert