von stephan | Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

 ·  Quelle: HeadRush

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Moin Moin Sportsfreunde! Wir hatten das Vergnügen, das gerade frisch vorgestellte HeadRush MX5 schon jetzt testen zu können. Wie sich der Erstkontakt mit einem HeadRush anfühlt und was das MX5 besonders macht, erfahrt ihr in diesem Angecheckt. 

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Hinweis: Die Geräte wurden uns kostenlos und ohne Anspruch an den Text oder eine Aussage von inMusic zur Verfügung gestellt.

Vorwort

Ob Kemper, Line6 HX Stomp und Pod GO oder BOSS GT-1000CORE und viele andere zuvor, an Erfahrungen mit Multieffekten mangelt es mir nicht. Doch noch nie hatte ich das Vergnügen mit einem Produkt von HeadRush. Irgendwie ist der Hersteller weder bei mir, noch meinem direkten Umfeld präsent, weshalb er für mich einem unbeschriebenen Blatt gleichkommt.

Die News-Meldung zum neuen „MX5 Guitar AFX and Amp Modeling Processor“ erregte wegen des augenscheinlich herrlich einfachen Bedienkonzepts dann doch endlich meine Aufmerksamkeit und nun liegt besagtes Gerät, wenn auch nur für kurze Zeit, für unsere Angecheckt-Rubrik vor mir. Ich bin sehr gespannt, wie sich das MX5 in der Praxis anfühlt und welchen Eindruck es auf mich hinterlassen wird.

Erstkontakt

Nach dem Auspacken fallen mir folgende Dinge auf: Auch wenn das Bodenteil inklusive der beiden Seiten aus Plastik gefertigt ist, macht das Gerät auf Grund des schützenden Oberteils aus Metall einen sehr soliden Eindruck. Das Gewicht von rund 1,6 Kg liegt für mich in der goldenen Mitte – einerseits angenehm leicht, andererseits mit einer vertrauenserweckenden Schwere. Das kompakte Format gefällt mir sehr. Es eignet sich hervorragend für den Transport im Gigbag sowie als mobiles Fly-Rig.

Toll finde ich auch, dass das Expression-Pedal nicht zu klobig geraten ist und sich dennoch sehr gut bedienen lässt! Der Widerstand kann dem eigenen Geschmack angepasst werden und ist ab Werk eher fest gewählt. Natürlich fallen mir sofort die wenigen Regler und das große Display ins Auge. Ob sich sich das gewählte Bedienkonzept mittels 4-Zoll-Touch-Display tatsächlich bewähren kann? Das Netzteil ist leider extern, dafür sind im Lieferumfang die passenden MIDI-Adapter inbegriffen. Super! Üben zu den Lieblingssongs könnt ihr mit dem AUX-Eingang und Kopfhörer-Anschluss. Das hört sich doch gut an!

Kaltstart

Meiner Meinung nach muss ein Multieffektgerät gerade wegen der vielen Funktionen einfach zu bedienen sein. Denn nur so kann man das Beste aus der Kiste herausholen. Aus diesem Grund schenke ich mir zunächst den Blick in die Bedienungsanleitung und versuche so gut es geht das System auf eigene Faust zu erkunden. Also, den Power-Taster betätigt und los geht’s!

Das MX5 fährt in rund 15 Sekunden hoch. Danach bin ich erst mal von dem angenehm ablesbaren Farbdisplay und der ansehnlich dargestellten Signalkette beeindruckt. Das sieht sehr gut aus! Kopfhörer und Gitarre ran – oh ha, wer hat denn meine Klampfe so brutal verstimmt?

Das integrierte Stimmgerät war schnell gefunden. Sofort wird klar, dass das große Display mitsamt Touch-Funktionalität eine enorme Hilfe sein würde. Mit wenigen selbsterklärenden Handgriffen kann ich im Tuning-Modus nicht nur mein Instrument stimmen, sondern auch den Kammerton ändern, das Signal ent-muten sowie das Tempo für Zeit-basierte Effekte einstellen. Das geht ja gut los!

HeadRush MX5

Was ist das größte Problem von Klangerzeugern mit Speicherplätzen? Richtig, die Werks-Sounds klingen in der Regel furchtbar. Preset 001 trägt den Namen „HOW DOES IT FEEL“. Ehrlich gesagt bin ich positiv überrascht! Zu hören ist ein dynamischer Blackface mit 2×12 Speaker und Springreverb. Und siehe da, das Preset macht tatsächlich Laune und kann sich definitiv hören lassen! Zeit für den Frontpickup einer Strat und etwas Fingerfunk.

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Leider klingen nicht alle Werksklänge so gut. Teilweise sind sie für meine Ohren viel zu harsch in den Obertönen voreingestellt. Tendenziell gefallen mir die Cleansounds besser als die Drives, aber das ist ja nichts Neues bei mir. Über das Menü kann man die Auswahl auf bestimmte Kategorien einschränken, z. B. Clean, Dirty Heavy, Solo, Bass, etc. Hab ich da Bass gelesen? Dazu später mehr!

 

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Einen eigenen Sound schrauben

Nun möchte ich mich nicht länger mit Presets aufhalten und meinen ersten eigenen Sound erstellen. Ich zücke den Zeigefinger, tippe auf die drei Punkte in der Ecke oben rechts und finde „NEW RIG“ . Zack, dank der Tastatur auf dem Bildschirm ist in Nullkommanix ein neuer Name festgelegt und zur Sicherheit abgespeichert. Das geht schon fast zu einfach!

Vor mir liegen 11 leere Modeling-Blöcke mit einem Plus in der Mitte, die darauf warten, mit Effekten, Amps und Lautsprechern gefüllt zu werden. Ich entscheide mich für einen Soldano SL-100. Das MX5 packt automatisch eine passende Lautsprecherbox in den folgenden Slot. Doch halt, ich wollte doch mit einem Kompressor beginnen. Kein Problem: Einfach im dritten Slot einen DynaComp eingefügt und dann via Drag and Drop auf Position 1 geschoben. Ich liebe es!

Die Feinabstimmung der Parameter, beispielsweise Presence, Gain, Master, EQ etc. erfolgt einerseits über das Antippen des gewünschten Feldes und anschließendes Drehen des Kontrollrädchens. Hier dachte ich zunächst, dass das Helix trotz fehlendem Touch-Screen minimal die Nase vorn hätte, da dessen Encoder immer gleich mehrere Parameter zum Anfassen zugewiesen werden. Allerdings habe ich alsbald bemerkt, dass man die Felder auf dem Display nicht nur antippen, sondern auf ihnen auch nach links und rechts wischen kann. Für schnelle grobe Änderungen lässt es sich damit gut arbeiten! Insofern: Unentschieden bis leichte Führung für das HeadRush, die dann in Verbindung mit Drag and Drop stark ausgebaut wird, wenn man die Reihenfolge ändern oder Blöcke löschen möchte.

Zwischenfazit

Bislang konnte ich mir alle Fragen schnell selbst beantworten. Hier und da fallen mir Feinheiten auf, die mich sehr freuen. So können für die Inputs, Outputs und auch die Amps und Effekte eigene favorisierte Voreinstellungen abgespeichert werden, die zukünftig beim Schrauben neuer Rigs Zeit sparen. Sehr gut!

Die Bedienung macht bislang große Freude. Natürlich ist mir bewusst, dass ich irgendwann zum Handbuch oder den Tutorial-Videos greifen werden muss. Schließlich verfügt das HeadRush MX5 über einen beachtlichen Funktionsumfang. Weiter geht’s.

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Looper

Ein absolutes Highlight dürfte für Manche der integrierte Looper sein! Mit bis zu 20 min Loop-Zeit und der Möglichkeit zum Laden von Backing-Tracks (MP3 und WAV) bietet er viel mehr Möglichkeiten als die meisten Konkurrenten. In meiner kurzen Zeit gelang es mir allerdings nicht, einen sauberen Loop ohne Fade-in des ersten gespielten Tons zu erzeugen. Hier müsste ich wohl doch mal ins Handbuch schauen.

Für Bassisten ungeeignet?

Natürlich musste ich als hauptamtlicher Bassist auch die Tieftonabteilung anchecken. Nun ja, die Situation ist ernüchternd: Es stehen lediglich 2,5 Amp-Sims bereit (ein Ampeg Porta Flex und zwei Versionen eines Ampeg Blueline SVT), dazu auch nur zwei Basslautsprecher (1x 15 & 8x 10, natürlich auch von Ampeg).

Mehr gibt es aktuell nicht und das ist gelinde gesagt enttäuschend. Sehr schade! Bassisten und Bassistinnen können somit nur auf zukünftige Updates hoffen. Eine Auflistung aller Verstärker und Effekte findet ihr hier: Klick mich. Bei den Gitarrenverstärkern und -Effekten ist die Auswahl deutlich umfangreicher. Da findet sich alles, was Rang und Namen hat. Ich vermisse eigentlich nichts.

Bedauerlicherweise fehlt mir an dieser Stelle mehr Zeit, um die weiteren tollen Funktionen testen zu können, zu denen die Nutzung als 24 Bit/96 kHz Audiointerface sowie der Re-Amping-Modus und der Szenenmodus gehören.

 

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Mein Fazit

Leider hatte ich für das Gerät nur einen Tag Zeit zur Verfügung und konnte nicht so tief in die Materie eintauchen, wie ich das gern getan hätte. Der erste Eindruck ist definitiv positiv – die Verarbeitung ist top und wirkt hochwertig und bühnentauglich, trotz einiger Plastikbauteile!

In Sachen Bedienkonzept direkt am Gerät hat das MX5 für mich gegenüber der Konkurrenz klar die Nase vorn! Das könnte für den einen oder anderen im Live-Einsatz oder in Bezug auf Spaß beim Editieren den entscheidenden Vorteil bringen. Es gefällt mir sehr, dass ich ohne den Software-Editor ganz easy komplexe Klänge schrauben kann. Somit kann der Rechner auch mal ausgeschaltet bleiben. Ich frage mich wirklich, warum das nicht schon länger so umgesetzt wird.

Trotzdem gibt es an manchen Stellen Verbesserungspotential. So ist die Zahl der aktuell verfügbaren Bassamps und -Lautsprecher lächerlich gering und ich hätte mir sehr gewünscht, dass endlich ein Hersteller XLR-Ausgänge verbauen würde. Der Looper muss entweder nachgebessert werden oder ich habe mich dämlich angestellt.

Ob HeadRush es klanglich mit der Konkurrenz, allen voran dem Platzhirsch Helix, aufnehmen kann, muss am Ende jeder selbst entscheiden. Meine Erinnerung an die Algorithmen von Line6 ist etwas verblasst, sodass ich mir kein finales Urteil erlauben möchte. Mir hat die Response und der Klang einiger Presets sehr gefallen, andere dagegen waren für die Tonne. Thomas Dill von bonedo.de hat da eine deutlichere Meinung zu. Den Testbericht habe ich euch unten verlinkt.

Preis

Während die Herrschaften in den USA 399 US-Dollar bezahlen, müssen wir etwas tiefer in die Tasche greifen. Das HeadRush MX5 kostet 499 Euro*.

*Affiliate Link

Weitere Informationen

Weitere interessante Produkte unserer „Angecheckt“-Reihe findet ihr hier. Ihr habt Vorschläge? Dann her damit!

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Bildquellen:
  • HeadRush MX5: HeadRush
  • Touchscreen: HeadRush
  • Weniger ist mehr. : HeadRush
  • Anschlüsse: HeadRush

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3 Antworten zu “Angecheckt: HeadRush MX5”

    Lars sagt:
    0

    Das liest sich doch schon mal gut.
    Künftige Updates werden es richten.
    Das einfache Bedienungskonzept ist für mich das Non-Plus Ultra. Line 6 hat mich zb damit vertrieben.
    Das so wenig für Bassisten dabei ist, ist leider enttäuschend 🤨
    Trotzdem muss das Ding ins Haus, die FrFr Box von Headrush habe ich schon.
    Mir stellt irgendwie keiner was kostenlos zur Verfügung 😱

    Achim sagt:
    0

    wenn Du XLR-Ausgänge willst, brauchst du den großen Bruder vom MX 5, das Pedalboard. Das ist halt nicht mehr so handlich, hat ein 7-Zoll Touch-Display, wesentlich mehr Fußschalter, von den inneren Werten sonst wohl weitgehend gleich. Erstaunlich, wie man da bislang vorbei gekommen ist ohne es zur Kenntnis zu nehmen… 😉
    Headrush selbst behauptet übrigens, dass in kommenden Updates was für die Tieftöner-Freunde getan werden soll und das Angebot an Amps verbessert wird. Man wird sehen… aber zumindest bei bisherigen Updates kamen immer wieder nette Dinge dazu (für Gitarreros)

      stephan sagt:
      0

      Danke für die Infos! Grundsätzlich ist es natürlich toll, wenn das auf dem Plan steht, aber dass HeadRush bislang mit so wenigen Bass-Algorithmen auskam, ist ungefähr genau so dödelig, wie meine Unkenntnis zu dem Hersteller. :oP Wegen XLR: Das ist ja leider bei den anderen Herstellern auch so. Ich träume von einer kompakten Lösung mit minimal größerem Display und mindestens einem XLR Out. Viele Grüße!

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