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Universal Audio AKG BX-20 Spring Reverb Box Emulation DSP Apollo USD-2

Das AKG BX-20 Spring Reverb Plugin  ·  Quelle: uaudio.com

Universal Audio Brainworx Ampeg SVT-VR SVT-3 Pro Bass Amp Emulation DSP Apollo USD-2

Zwei klassische Ampeg Bassamps als Plugin  ·  Quelle: uaudio.com

Letztens hatte Universal Audio (UA) den Marhsall Super Lead als DSP-Plugin veröffentlicht – klanglich wahrscheinlich die einzige Emulation, die laut Internet Berichten wirklich sehr nah am Original ist. Auch vom Spielgefühl. Nun hat UA zwei weitere Plugins veröffentlicht: die in der Indie-Szene sehr begehrte AKG BX20 Spring Box und die beiden Bassamps SVT-VR und SVT-3 Pro der legendären Firma Ampeg.

Die AGK BX 20 Spring Box ist eine der legendären Federhall-Boxen. In den späten 60ern von AKG veröffentlicht, bahnte sie sich den Weg durch die Indie-Alben. Der Sound ist charakteristisch: düsterer und weicher als ein Platten-Hall. Und unaufdringlich und irgendwie musikalisch. Deswegen setzen auch noch heute die Künstler von Welt (The Black Keys, Jack White, Kings of Leon, Portishead) im Studio auf diese Holzkiste.

Das Plugin geht noch ein Stückchen weiter als das Hardware-Original, indem es ein Dual-Tank Setup emuliert, womit auch Stereo-Sounds (Tank A, Tank B oder beide) möglich sind. Als Nutzer hat man durch 2-Band-EQ, Low Cut, Dry/Wet, Wet-Solo und Predelay (bis zu 250 ms) Einfluss auf den Sound. Die beiden Ausgangskanäle kann man separat (oder wahlweise verlinkt) in Lautstärke, Panning und Decay einstellen.

Aktuell kostet die AKG BX-20 Spring Box 199 USD im UA Onlinestore. Wie gewohnt braucht man dafür ein UAD-2 oder Apollo DSP System. Schade, ich hätte es sehr gern mal ausprobiert.

Die nächste Veröffentlichung ist noch gar nicht so bekannt. Unter dem Youtube-Video zum AKG Plugin weist ein Kommentar auf eine Ampeg Simulation hin. Auf dem Youtube-Kanal von Universal Audio befindet sich noch ein weiteres Video. Inhalt: Ampeg SVT-VR und Ampeg SVT-3 Pro, entwickelt von Brainworx für UAD-2 und Apollo.

Wenn man von legendären Bassamps spricht, dann ist der SVT von Ampeg auf jeden Fall dabei. Knackig rockiger und präsenter Sound. Als Vollröhre aus den späten 60ern natürlich tonnenschwer. Das Plugin emuliert aber nicht den Ur-SVT, sondern den SVT-VR, die offizielle Neuauflage von Ampeg, die den alten Blueline selbst „nachahmt“. Also eine Emulation eines Nachbaus. Klingt auf dem Blatt wie ein … naja … netter Versuch. Aber als ich das Video gesehen und mir die Soundsamples auf der Produktseite angehört habe, wurde meine Euphorie noch angefacht.

Aber nicht nur der „alte“ Ampeg-Sound bekommt eine neue Chance, sondern auch der etwas modernere Klang durch das zweite Plugin SVT-3 Pro. Ein Hybrid aus Röhrenvorstufe und Transistorendstufe. Für viele Bassisten die günstigere und leichtere Alternative für den klassischen Ampeg-Sound und noch mehr, da die Version noch einen graphischen 9-Band-EQ mitbringt. Laut UA Produktseite wird das Modell von Robert Trujillo (Metallica) und Les Claypool (Primus) eingesetzt.

Das ist definitiv ein Punkt, wo ich mich ärgere, kein Apollo zu haben. Als Cross-OS Nutzer lohnt sich ein Thunderbolt-Interface einfach nicht – aber vielleicht ist ja bald ein Lichtblick mit USB vorhanden. Dann würde ich ernsthaft darüber nachdenken, mir das SVT-Plugin nebst Apollo zuzulegen. Denn genau der Sound fehlt mir noch in meiner DAW. Andere Ampeg-Simulationen konnten mich bisher nicht so recht überzeugen.

Das SVT-VR und SVT-3 Pro kosten je Plugin 149 USD, als Paket werden 299 USD fällig.