Die 8 schrägsten Synthesizer 2026: Von absurd bis genial!
So habt ihr Synthesizer noch nie gesehen
Die schrägsten Synthesizer 2026: Ein Synthesizer, den ihr mit Magneten steuert? Ein Instrument, das ohne eigenes Netzteil auskommt? Oder eine Klangmaschine, die aussieht wie ein Stück Holz? Ja, solche Geräte gibt es tatsächlich! Für unsere Auswahl haben wir acht ziemlich schräge Synthesizer von Moog, Make Noise, SOMA, Elta Music und weiteren Herstellern herausgesucht. Bei einigen müsst ihr erst einmal die Spielweise erlernen, andere liefern Sounds, die ihr mit einem normalen Synth absolut nicht hinbekommt. Und genau das ist das Spannende an den schrägsten Synthesizer, die es zurzeit am Markt gibt.
Die 8 schrägsten Synthesizer 2026
Die schrägsten Synthesizer 2026: Ungewöhnlich kreativ und absolut verrückt
Es gibt viele gute Gründe, sich einen zuverlässigen und vielseitigen Synthesizer wie den Roland FANTOM oder den Sequential Prophet-5 ins Studio zu stellen. Diese beiden Boliden liefern euch die „normalen“ Standard-Sounds und lassen sich nach den bekannten Prinzipien bedienen. Zudem überraschen sie aber erfahrene Sounddesigner nur selten mit völlig unerwarteten coolen Ergebnissen.
Aber irgendwann braucht doch jeder etwas … eben Seltsameres, das gewisse Etwas. Für diese Tage, an denen die üblichen Brot-und-Butter-Patches einfach nicht mehr ausreichen. Wie wäre es mit einer Noise-Box, die auf Berührungen reagiert? Oder einem Synthesizer, den ihr mit zwei Magneten statt einer Tastatur spielt? Ich finde solche ungewöhnlichen Instrumente gerade deshalb cool und inspirierend, weil man sich von seinen gewohnten Handgriffen verabschieden muss. Und dabei entstehen immer wieder Sounds, auf die man doch sonst nie gekommen wäre.
Mit „schräg“ bei den schrägsten Synthesizer meine ich übrigens nicht den Look. Es geht hier mehr um die Klangerzeugung, die Bedienung oder auch die Idee hinter jedem dieser Instrumente. Manche dieser Konzepte wirken auf den ersten Blick ziemlich absurd und „naja“. Erkennt man aber erst die Stärken des Geräts, ergibt vieles plötzlich Sinn. Nicht alles. Aber vieles.
Make Noise Strega: Zwischen Alchemie und schwarzem Loch
Make Noise Strega ist eine Noise-Box, die zu gleichen Teilen die Schönheit der Westküste und den Schrecken eines kollabierenden schwarzen Lochs verkörpert. Ihr findet, dass das übertrieben klingt? Vielleicht. Ihr müsst euch diesen Synth definitiv einmal anhören.
Entwickelt wurde Strega zusammen mit Alessandro Cortini, den viele von Nine Inch Nails (NIN) kennen. Hier treffen absolut analoge Soundengines, Modulation und Effekte aufeinander. Und wer glaubt, dass sich damit nur die schrägsten Synthesizer-Sounds erzeugen lassen, sollte ein externes Audiosignal durch die Kiste jagen. Damit könnt ihr nämlich eure Sounds ordentlich verbiegen.
Falls es so klingt, als hätte ich Schwierigkeiten, die Funktionsweise zu erklären, liegt das tatsächlich am Konzept. Laut Make Noise bietet Strega sieben Patch-Quellen und 13 Ziele. Dazu kommen ein Filter, Regler mit so ungewöhnlichen Bezeichnungen wie „Tonic“ und „Activation“ sowie berührungsempfindliche Kontaktflächen. Über diese Metallplatten könnt ihr nämlich mit euren Fingern zusätzliche Verbindungen, analog den eingesteckten Patch-Kabeln, herstellen und den Sound somit verändern.
Und genau das ist hier das Coole. Statt nur an Reglern arbeiten, könnt ihr hier direkt mit euren Fingern in das Ganze eingreifen und so den Sound beeinflussen. Was dabei herauskommt? Keine Ahnung. Hauptsache es macht doch Spaß! Mal klingt es nämlich erstaunlich musikalisch, mal ziemlich wild und chaotisch. Manchmal sogar beides gleichzeitig. Genial!

Für die einfachen Lead- und Bass-Sounds würde ich sicher einen anderen Synthesizer einsetzen. Strega spielt seine Stärken eher bei Industrial, experimenteller Elektronikmusik und bei ungewöhnlichen Soundscapes aus. Und falls euch das allein noch nicht schräg genug ist, könnt ihr Strega auch mit den beiden Make-Noise-Geräten 0-Coast und 0-CTRL kombinieren. Damit lässt sich ein kleines interessantes Setup aufbauen, das zum Musikmachen und Experimentieren geradezu einlädt.
Elta Music Solar 42F: Ein ganzes Universum voller Drones
Der Solar 42F von Elta Music sieht aus, als hätte jemand beschlossen, möglichst viele ungewöhnliche Ideen in ein einziges Gehäuse zu packen. Ein mächtiger Synthesizer-Koloss, bei dem sich alles um Drone-Sounds und Ambient-mäßige Texturen dreht. Wer hier klassische Synthesizer-Sounds erwartet, den dürfte diese Kiste sehr überraschen.
Unter der Haube stecken ganze acht Stimmen. Dazu gibt es die obligatorischen berührungsempfindlichen Kontakte, einen 5-Step Sequencer, einen Joystick und jede Menge Regler für viele Spielereien. Allein beim Anblick der Bedienoberfläche bekommt man doch so richtig Lust, einfach ein paar Knöpfe zu drehen, das Ding anzufingern und sich anzuhören, was dabei herauskommt.
Für die Klangbearbeitung stehen euch zwei Polivoks-Filter mit 12 dB pro Oktave zur Verfügung, die auf der Eltas PV3-Filtereinheit basieren. Dazu kommen Stereo-Distortion und eine Effektsektion mit einem wobbly Kassettencharakter. Es lassen sich sogar externe Audiosignale durch den Solar 42F schicken, die ihr mit den internen Effekten bearbeiten könnt.
Was ich an dieser Hardware besonders interessant finde, ist das Zusammenspiel der verschiedenen Stimmen untereinander. Ihr könnt nämlich mehrere Sounds miteinander vermischen, diese verstimmen und über einen längeren Zeitraum spannend modulieren. So entsteht aus einem einfachen Drone nach und nach ein ganzer Klangteppich mit viel Substanz. Und das klingt mal harmonisch und schwebend oder eben düster und ziemlich fies.
Für mich ist der Solar 42F genau aus diesem Grund kein gewöhnlicher Synthesizer, sondern eher eine Hardware, mit der ich mich stundenlang im Studio einschließen könnte. Gerade für Ambient-oder experimentelle Filmmusik finde ich das Ding super spannend. Wenn ich dagegen schnell einen bestimmten Sound für einen Track brauche, würde ich wahrscheinlich mal wieder zu einem anderen Synthesizer aus meinem Fundus greifen.
Moog Subharmonicon: Wenn Mathematik plötzlich musikalisch wird
„Schräg“ ist vielleicht nicht das erste Wort, das einem bei Moog einfällt. Schließlich war der legendäre Minimoog so etwas wie die Blaupause für viele Synthesizer, die später auf den Markt kamen. Aber Moog kann auch anders. Und das Subharmonicon ist für mich eines der besten Beispiele dafür.
Der semimodulare Synthesizer gehört zur gleichen Gerätefamilie wie Labyrinth und Spectravox. Mit dem typisch klassischen Moog-Synthie hat das Bedienkonzept dieses Kistchens allerdings eher nichts am Hut. Hier dreht sich alles um subharmonische Frequenzteilungen und polyrhythmische Sequenzen. Das klingt ja mal wieder extrem komplex, bringt euch aber ziemlich viele ungewöhnliche Möglichkeiten für eure musikalische Reise.
Im Subharmonicon stecken zwei VCOs, mit jeweils zwei subharmonischen Oszillatoren. Diese erzeugen ihre Tonhöhen nicht unabhängig voneinander, sondern leiten sie durch ganzzahlige Frequenzteilungen vom jeweiligen Hauptoszillator ab. Wie bitte? So entstehen Intervalle und Akkorde, auf die ich beim gewöhnlichen Programmieren eines Synthesizers wahrscheinlich gar nicht kommen würde. Aber auch hier ist Trial-and-Error-Bedienung gefragt. Und genau das erzeugt meist die besten Ergebnisse.
Noch spannender finde ich die eigentlichen Sequencer. Moog kombiniert hier nämlich gleich zwei 4-Step Sequencer mit vier Rhythmusgeneratoren. Über unterschiedliche rhythmische Teilungen bestimmt ihr, wann die einzelnen Schritte weiterlaufen sollen. Und so entstehen aus diesen kurzen Steps abwechslungsreiche und komplexe Patterns. Statt eine lange Sequenz zu programmieren, könnt ihr so mit kurzen Abläufen und dem rhythmischen Zusammenspiel der Oszillatoren starke Verläufe erzeugen.

Das Ergebnis klingt natürlich nach Moog, es steht ja auch Moog auf dem Gehäuse. Es liegt aber ziemlich weit von den bekannten Synthesizer-Lines entfernt. Gerade für generative Musik finde ich diese Art Melodien zu generieren extrem spannend. Ihr spielt ein paar Noten, experimentiert mit den rhythmischen Teilungen und plötzlich entwickelt sich daraus ein Pattern, das ihr so wahrscheinlich noch nicht einmal im Traum programmiert hättet. Und das mit einem Mini-Sequencer. Stark!
Übrigens: Mit dem Behringer Spice gibt es ebenso eine günstigere Alternative zum Subharmonicon. Das Konzept ist sehr ähnlich, sodass ihr euch auch mit diesem Synthesizer mit subharmonischer Synthese und Polyrhythmik befassen könnt. Vielleicht entdeckt ihr dabei ja eine völlig neue Art, eure Tracks live zu entwickeln.
Stylophone Theremin: Musik aus dem Nichts
Ein Theremin ist schon ein ziemlich seltsames Instrument. Denn ihr spielt es in der Luft, ohne es überhaupt zu berühren. Statt Tasten zu drücken, über Metallplatten zu streichen oder Saiten zu zupfen, bewegt ihr eure Hände wild um zwei Antennen. Beim klassischen Theremin verändert ihr mit einer Hand die Tonhöhe und mit der anderen die Lautstärke. Das allein ist schon ungewöhnlich genug.
Die Firma Dubreq, bekannt durch das kleine Stylophone, hat dieses Konzept auf seine eigene Art umgesetzt. Das Ergebnis nennt sich Stylophone Theremin und verbindet diese berührungslose Spielweise mit dem typischen Charakter der beliebten Stylophones.
Das sehr kleine Instrument besitzt natürlich die obligatorische Antenne, die ihr von alten FM-Radios kennt. Darüber steuert ihr die Tonhöhe, natürlich ohne irgendetwas zu berühren. Wer damit nicht zurechtkommt, kann stattdessen den Fader einstellen. Verschiedene Schwingungsformen, zwei Modulationseinstellungen, Vibrato, ein Moment-Trigger und sogar ein Delay stecken ebenfalls in der kleinen Kiste.
Und der Klang? Wie ein Stylophone, das in den Äther entlassen wurde. Stark, ich meinte natürlich: schräg!

Das Spannende ist natürlich die Spielweise und Bedienung des Stylophone Theremin. Selbst eine einfache Melodie und ein kurzer Verlauf ist plötzlich gar nicht mehr so einfach einzuspielen, wenn ihr die Tonhöhe mit der Hand in der Luft treffen müsst. Wer jeden Ton perfekt spielen möchte, braucht wahrscheinlich etwas Geduld und viel Übung. Für schräge Glissandi, Science-Fiction-Effekte oder experimentelle Melodien würde ich das Instrument dagegen sofort ausprobieren. Hier hilft ein schnelles Winken oder Schattenboxen, was sich auch positiv auf eure Diät auswirken wird.
Dazu benötigt ihr für das Teil noch nicht einmal besonders viel Platz im Studio. Das Stylophone Theremin ist nämlich deutlich kompakter als ein klassisches Theremin und bietet mit dem Schieberegler sogar eine Alternative zur berührungslosen Steuerung. Gerade für die ersten Experimente mit einem der schrägsten Synthesizer finde ich das mehr als praktisch.
SOMA Terra: Ein Synthesizer aus einem anderen Holz
Von der Musik aus der Luft zur Musik aus einem Baumstamm. Zumindest könnte man das denken, wenn man den SOMA Terra zum ersten Mal sieht. Das Teil erinnert tatsächlich eher an ein kunstvoll bearbeitetes Stück Holz als an einen Synthesizer. Und wer jetzt nach einer Tastatur sucht, kann lange suchen. Die gibt es nämlich nicht.
Unter der Holzoberfläche steckt ein digitaler Synthesizer mit zwölfstimmiger Klangerzeugung und 32 verschiedenen Synthesealgorithmen. Von polyphonen Sounds über akustische Modellierung und Klangschalen bis hin zu Percussion und ziemlich experimentellen Klängen ist einiges dabei. Mal klingt Terra weich und organisch, dann wieder völlig abgedreht.
Eine Tastatur sucht ihr hier vergeblich. Stattdessen spielt ihr Terra über zwölf berührungsempfindliche Metallkontakte. Weitere Sensoren und Bedienelemente greifen direkt in die Klangerzeugung ein. Sogar ein dreiachsiger Bewegungssensor ist integriert. Ihr braucht also eure Melodien nicht nur mit den Fingern einzuspielen, sondern könnt den Synthesizer auch im Raum bewegen, um den Sound zu verändern.
Wie einfach das funktioniert Sounds durch Bewegung der Hardware zu erzeugen, kann ich euch nicht sagen. Aber es klingt doch mehr als spannend oder etwa nicht? Der Hersteller geht sogar noch einen Schritt weiter. Denn er möchte hier nicht mit traditionellen Synthesizer-Konzepten konkurrieren. Und vielleicht entstehen auf der Holzplattenversion gerade deshalb solche abgefahrenen Sounds, auf die man mit einer gewöhnlichen Tastatur nie gekommen wäre. Übrigens könnt ihr darauf auch euer Abendessen für eure nächste Musiksession mit eurem Partner anrichten.

Terra gibt es übrigens in den Versionen Organic Dark und Organic Light. Wer es noch schräger möchte, findet außerdem eine limitierte Special Edition mit einem besonders aufwendig gefertigten Holzgehäuse in Baumstammoptik. So einen Synthesizer stellt man sich nicht jeden Tag ins Studio. Ein absoluter Hingucker!
SOMA FLUX: Ein Synthesizer, den ihr mit Magneten spielt
Ein Synthesizer ohne Klaviatur ist heutzutage nichts wirklich Ungewöhnliches mehr. Hier gibt es einige am Markt. Aber ein Instrument, das sich mit zwei magnetischen Controllern bedienen lässt, ist doch ungewöhnlich! Mit SOMA FLUX geht der Entwickler sogar noch einen Schritt weiter als beim oben genannten Terra.
Statt einer Klaviatur findet ihr beim FLUX nämlich eine längliche Oberfläche, die mit Sensoren ausgestattet ist. Über diese Fläche bewegt ihr mit euren Fingern zwei magnetische Controller. Und das ohne das Instrument direkt zu berühren. Je nachdem, wo und wie ihr die Controller bewegt, verändern sich Tonhöhe, Lautstärke und es lassen sich Sounds modulieren. Das klingt doch stark nach einem Theremin, nur mit deutlich mehr Möglichkeiten. Klassische Melodieverläufe sind damit ebenso machbar wie ziemlich abgefahrene Klangexperimente. Spannend.
Der Unterschied zum Theremin liegt hier in der Steuerung des Instruments. Während ihr beim klassischen Theremin eure Hände in einem elektromagnetischen Feld bewegt, arbeitet SOMA mit magnetischen Controllern über einer Sensorfläche. Damit könnt ihr gleich mehrere Klangparameter modulieren und sogar miteinander kombinieren. Die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt.
Und klanglich? Da steckt deutlich mehr in der Kiste, als man denkt. FLUX bietet euch 37 digitale Synthesealgorithmen, die sich nicht nur im Klang, sondern auch in der verfügbaren Stimmenzahl unterscheiden. Neben schwebenden Sounds lassen sich damit auch sehr einfach Bässe, perkussive Klänge und deutlich komplexere Sounds erzeugen.
Was ich am FLUX besonders interessant finde, ist die direkte Verknüpfung von Bewegung und Klang. Klar, diese Spielweise muss man erst einmal lernen. Wer normalerweise vor einer Klaviatur sitzt, wird sich mit den magnetischen Controllern vermutlich erst einmal anfreunden müssen. Aber genau das macht es doch aus, wenn man sich einen solchen Synth zulegt. Einfach mal die gewohnten Skills vergessen und checken, welche Sounds dabei entstehen. Genau deshalb gehört FLUX für mich zu den schrägsten Synthesizern 2026.
Weitere technische Details findet ihr in den Spezifikationen vom SOMA FLUX.
Landscape Moon: Analoge Klänge ohne eigenes Netzteil
Jetzt wird es wirklich seltsam. Der Landscape Moon ist ein analoges Instrument, das tatsächlich ohne eigenes Netzteil funktioniert. Ja, ihr habt richtig gelesen. Und trotzdem kommen aus dem Ding Töne. Wie soll das denn gehen?
Die Erklärung ist ungewöhnlich, aber ziemlich clever. Landscape hat gemeinsam mit Mystic Circuits den Synthesizer Moon entwickelt, der die Energie nutzt, die über eingehende Gate- und CV-Steuerspannungen geliefert wird. Diese Spannungen steuern also nicht nur das Instrument, sondern versorgen gleichzeitig alle internen Schaltungen mit Strom. Ganz ohne Energie funktioniert die kleine Kiste natürlich trotzdem nicht.
Moon besitzt vier Kanäle, die unterschiedlich auf eingehende CV-Steuerspannungen reagieren. Es entstehen dabei kurze perkussive Impulse, rhythmisch spielende Sounds oder ziemlich abstruse Klanggebilde. Ihr seht, alles ist möglich. Was dabei herauskommt, hängt natürlich von euch ab, und wie ihr die einzelnen Kanäle ansteuert und miteinander verkabelt.
Das Verrückte an diesem Konzept: Während andere Synthesizer auf eine möglichst stabile Stromversorgung angewiesen sind, nutzt Moon die Schwankungen der eingehenden Energie ganz bewusst für seine Klangerzeugung. Der eingehende Strom beeinflusst hier also direkt den zu erzeugenden Sound. Ein ziemlich ungewöhnlicher Ansatz, selbst für den schrägsten der schrägsten Synthesizer.
Das Ganze geht natürlich nur auf, wenn ihr beispielsweise einen CV-Sequencer oder ein Modularsystem, das die passenden Steuerspannungen liefert, mit Moon verkabelt. Ohne externe Signale bleibt die kleine Kiste einfach stumm.
Wie schon bekannt bei unserem Artikel über die schrägsten Synthesizer: Klassische Melodien ist nicht. Beim Landscape Moon seid ihr hier an der falschen Adresse. Für ungewöhnliche Percussion-Verläufe, fiese Sounds, experimentelle Rhythmen und wilde Modular-Patches sieht die Sache schon sehr viel besser aus. Und wer gerne an ungewöhnlichen Sounds bastelt und wer analoge Schaltungen unter ungewöhnlichen Bedingungen mag, dürfte mit Moon einiges zu entdecken haben. Eine großartige Spielwiese!
Beetlecrab Vector: Klangfarben auf Umlaufbahnen
Der Beetlecrab Vector sieht auf den ersten Blick fast schon gewöhnlich aus. Ein großes Display, jede Menge Encoder, passend auf jedem Tisch und ein ordentliches Gehäuse. Das ist eigentlich die Beschreibung irgendeines weiteren digitalen Synthesizers. Doch spätestens beim Anspielen des ersten Sounds wird klar, warum Vector in unserer Auswahl der schrägsten Synthesizer gelandet ist.
Denn hier funktioniert einiges anders als bei dem typischen Standard-Synthesizer. Statt einfach Oszillatoren durch Filter und Hüllkurvengeneratoren zu schicken, setzt Beetlecrab auf harmonische Generatoren, Filter und sogenannte Blender. Diese Blöcke könnt ihr auf unterschiedliche Weise miteinander verbinden und mischen. Und genau da wird es nämlich sehr interessant, denn Vector bietet damit einen ziemlich ungewöhnlichen Ansatz, um Sounds zu formen.
Richtig spannend wird es, wenn sich die Klänge über die Zeit verändern. Beetlecrab spricht hier von Orbits und Trajektorien, mit denen ihr zwischen verschiedenen Klangzuständen navigieren könnt. What? Statt einfach nur das Filter zu öffnen oder einen Oszillator zu modulieren, verändert ihr gleich mehrere Parameter des eigentlichen Sounds. Das dürfte vor allem bei komplexen, sich ständig weiterentwickelnden Klängen interessant werden.
Auch technisch hat Vector einiges unter der Haube. Laut Hersteller arbeiten im Inneren 128 harmonische Generatoren, 64 Filter und 64 sogenannte Blender. Dazu kommen bis zu 16 Stimmen, ein 7 Zoll großes Touchdisplay und zahlreiche Möglichkeiten, direkt in den Klang einzugreifen. Da gibt es also einiges zu entdecken. Stark!

Aber was bringt euch das musikalisch? Ich denke da vor allem an Pads, Drones, experimentelle Texturen und Sounds, die sich über längere Zeit verändern. Statt einfach nur das Filter-Cutoff zu bewegen, könnt ihr mit Vector gleich mehrere Bestandteile dieses einen Patches beeinflussen. Da dürfte sich einiges entwickeln, was mit einer klassischen Synthesestruktur nur schwer umzusetzen wäre.
Vector scheint mir eher etwas für die Tage zu sein, an denen man sich stundenlang in einem einzigen Preset mit Sounddesign verlieren möchte. Wer gerne mit digitaler Synthese experimentiert und auch vor komplexeren Strukturen keine Angst hat, findet hier jedenfalls etliche Möglichkeiten.
Und genau deshalb passt Beetlecrab Vector in unsere Auswahl der schrägsten Synthesizer. Äußerlich wirkt er vielleicht äußerlich weniger verrückt als ein SOMA Terra oder Landscape Moon. Aber unter der Haube geht es mindestens genauso ungewöhnlich zu – wenn nicht sogar noch mehr!
Fazit: Braucht man die schrägsten Synthesizer überhaupt?
Natürlich nicht. Mit einem guten Standard-Synthesizer oder Software-Synth, ein paar Effekten oder Plugins und etwas Erfahrung könnt ihr schon ziemlich coole und abgefahrene Sounds kreieren. Natürlich auch nur In-the-box. Trotzdem finde ich diese schrägen Synthesizer wichtig und interessant. Sie zeigen, dass ihr an die Produktion von elektronischer Musik auch ganz anders herangehen könnt, als wir es von unserer gewohnten Arbeitsweise kennen.
Manchmal reicht eben schon eine ungewöhnliche bunte Oberfläche mit komischen Knöpfen, um auf völlig neue Ideen zu kommen. Oder es wird gleich die gesamte Klangerzeugung spannenderweise auf den Kopf gestellt. Das kann mehr als inspirierend sein. Oder auch ziemlich nervig, wenn man eigentlich nur schnell mal einen passenden Sound für den nächsten Track basteln möchte.
Mich persönlich reizt vor allem der SOMA FLUX. Mit zwei magnetischen Controllern an Sounds herumzuspielen, ist sicher sehr spannend. Landscape Moon bekommt von mir dagegen den Preis für das wohl verrückteste technische Konzept: Ein analoges Instrument, bei dem die Stromversorgung gleichzeitig den Sound formt? Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen.
Und dann noch Beetlecrab Vector. Dieser Synthesizer zeigt sehr gut, dass in der digitalen Synthese noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Dafür braucht es eben nicht immer Magnete, Metallkontakte, 1000 Patchkabel oder ein Gehäuse aus Holzschnitzereien.
Jetzt interessiert mich aber auch eure Meinung: Welcher dieser schrägsten Synthesizer würdet ihr euch tatsächlich in euer Studio stellen? Schreibt uns eure Favoriten in die Kommentare!
Weitere Informationen über die schrägsten Synthesizer
- Alles über Synthesizer bei GEARNEWS
- SOMA FLUX: Herstellerinformationen
- Landscape Moon: Herstellerinformationen
- Beetlecrab Vector: Herstellerinformationen
*Hinweis: Dieser Artikel über die schrägsten Synthesizer enthält Werbelinks, die uns helfen, diese Website zu finanzieren. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!
