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Tracktion Abyss

Tracktion Abyss  ·  Quelle: Tracktion

Tracktion hat im Augenblick einen regelrechten Run. Nach Hyperion und F.’em kommt nun Abyss, ein weiterer Software-Synthesizer. Und auch der sieht wieder extrem spannend aus. Denn Abyss behandelt Klänge als Farben – oder ist es andersrum?

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Tracktion Abyss

Der musikbegeisterte Mathematiker und KI-Veteran Peter V von Dawesome Music zeichnet sich für die Entwicklung dieses Synthesizers aus. Schon beim ersten Blick auf das Interface zeigt sich, dass Abyss einen etwas neuartigen Ansatz verfolgt. Einige Elemente sehen noch relativ gewohnt aus, in der Miite des GUI sticht allerdings ein Balken hervor, dessen Farbverlauf bei jedem Patch anders aussieht.

Über 2000 Klangfarben dienen als Ausgangspunkt für das Sound-Design. Beim Klick auf den Edit-Button öffnet sich eine Ansicht, die sozusagen das Farb- beziehungsweise Klangspektrum darstellt. Über Drag-and-drop zieht ihr daraus Farben auf Positionen des Farbbalkens. Die klangliche Eigenschaft der einzelnen „Klangfarbe“ definiert ihr über Spektralbearbeitung und die Parameter Straighten, Detail, Noise und Organic. Noise passt sich quasi musikalisch an das Tuning und die Klangfarbe (hier ja wirklich wörtlich zu nehmen) an. Außerdem ändert ihr Pitch, Tune und Level. So erstellt ihr verschiedene Variationen eines Sounds.

Für Bewegung auf diesem Balken sorgt der Position-Slider. Das ist ein bisschen so, als ob ihr durch einen Wavetable scrollt. Die sich ändernde Position morpht zwischen den Sounds. Und selbstverständlich bewegt ihr diesen Slider nicht nur mit der Maus, sondern auch mit drei LFOs, zwei Hüllkurven, dem Modwheel oder einen MPE-Controller wie etwa das ROLI Seaboard. Auch polyphoner Aftertouch oder Pitchbend eignen sich zur Modulation. Für die LFOs bietet Abyss eine breite Auswahl von Schwingungsformen, bei Bedarf zeichnet ihr eine eigene. Mit Quantisierung verwandelt ihr diese sogar in eine Art Sequencer.

Tracktion Abyss

Tracktion Abyss

Für weitere Klangfärbung sorgen das Filter mit Parametern für Cutoff und Resonance sowie die Slider für Dirt und EQ. Außerdem stecken ein ein paar Effekte in Abyss. Auch die bedient ihr auf relativ ungewöhnliche Art. Für jeden der Phaser, Reverb, Shimmer, Delay gibt es jeweils zwei Parameter, zusätzlich bestimmt ihr, wie stark der Effekt ausfällt. Außerdem steht ein optionaler Brickwall-Limiter bereit.

Wie genau die Sound-Engine hier funktioniert, bleibt im Abgrund verborgen. Die sehr überzeugend klingenden Sounds erinnern mich jedenfalls an komplexe Kontakt-Instrumente. Wenn ihr Samples im Spiel sind, würde mich das nicht groß überraschen. Vielleicht zeigt Abyss damit auch den Trend, dass hybride Synthesizer immer mehr Bedeutung gewinnen.

Spezifikation und Preis

Tracktion Abyss bekommt ihr aktuell zum Einführungspreis von 77,40 US-Dollar anstatt 129 US-Dollar. Der Software-Synthesizer läuft als VST3 und AU auf macOS (10.11 oder höher) sowie Windows (8 oder höher) in 64 Bit. Ein für 90 Tage uneingeschränkt lauffähige Demoversion bekommt ihr auf der Website des Herstellers als Download.

Weitere Infos über Tracktion Abyss

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6 Antworten zu “Tracktion Abyss: Bei diesem Synthesizer werden aus Farben Klänge”

  1. Peter V sagt:

    Die Sound-Engine von Abyss basiert auf einer neuartigen, komplexen Modellierung, die mit Hilfe von KI aus Samples abgeleitet wurde. Zusätzlich können die einzelnen Klangfarben auch mit vier Reglern spektral bearbeitet werden. Es ist also eine hybride Mischung aus Sampling / Spektral und klassischer Synthese.

  2. Edgar Marton sagt:

    Lassen sich Bilder in Audio wandeln? Das wäre doch mal spannend und für Vernissage super geeignet. Vor allem muss ich dann stundenlang zu einem Bild eine Audiowelt bauen die ja letztendlich doch nur stark subjektiv bleiben muss. Vielleicht gibt es so doch direktere Wege der Umsetzung einer Bildkomposition in Audio. Wäre schon sehr spannend

  3. Michelle sagt:

    Wenn man es wirklich ernst meint mit Sound generiert aus Bildern, dann empfehle ich Photosounder.
    https://photosounder.com/

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