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Mod Devices Mod Duo Pedal Modelling LV2 Top View

Zwei Effektketten lassen sich aktivieren  ·  Quelle: moddevices.com

Mod Devices Mod Duo Pedal Modelling LV2 Back Slant

Die Rückseite  ·  Quelle: moddevices.com

Mod Duo Pedal Board Planner 1

Die Effekte schiebt man einfach zusammen ...  ·  Quelle: Mod Duo

Mod Duo Pedal Board Planner 2

... und kreiert mehrere Boards  ·  Quelle: Mod Duo

Als ich zuerst von einem weiteren digitalen Multieffektpedal gelesen hatte, fand ich es eher langweilig. Wenn etwas aber über Kickstarter erfolgreich finanziert wurde, muss etwas dran sein. Also mal etwas näher angeschaut – Mod Duo könnte wirklich der erste Schritt in die Zukunft der Effektpedale werden. Aber nicht alles überzeugt mich.

Die Optik ist einfach: zwei Displays, zwei Regler, zwei Fußschalter, zwei Inputs, zwei Outputs. Im Groben kann man sagen: That‘s it. Unter der Haube steckt ein aktuell mit noch nicht bekannter Computer (ich vermute etwas in Richtung Arduino – meine Anfrage an die Entwickler ist schon raus). Dieser berechnet Effekte, Amps und Synthesizer und kann auch als Recordinginterface genutzt werden.

Konfiguriert wird Mod Duo über ein USB-Kabel am Computer im Browser. Dort schiebt man sich mit der Maus die gewünschten Effekte, Amps oder Synthesizer zusammen, bestimmt, welcher Regler oder Knopf auch per Hardwareregler auf der Oberseite oder MIDI angesteuert werden kann. Anschließend kann man das Pedal wieder standalone ohne Computer betreiben. Auf der Rückseite befindet sich noch ein Ethernet-Anschluss und ein MIDI In und Out.

Die Effektschnittstelle ist LV2, die man von Linux-DAWs kennt. Eine offene Schnittstelle mit vielen Open Souce Plug-ins. Abgesehen von dem fertigen Paket an Pedal- und Ampsimulationen kann man vermutlich auch jedes andere LV2 nutzen. Es ist nicht die bekannteste Schnittstelle, die meisten kennen wohl eher VST, AU und AAX, aber für die müssen AFAIK Lizenzgebühren vom Hersteller an Steinberg, Apple oder Avid gezahlt werden. Es gibt wie für beispielsweise VST auch für LV2 richtig gute Effekte, aber auch nicht so gute.

Ich bin gespannt, wie es klingt. Es gibt zwar Videos, aber die drehen sich nur um die Bedienung. Auch die Latenz ist nirgendwo erwähnt. Ein bisschen Bedenken habe ich allerdings für die Livegitarristen, wenn man mal schnell etwas geändert werden muss am Grundsound – mal schnell ist eben nicht …

Preislich sind 499 USD + Versand (aus Deutschland) angesetzt. Finde ich ehrlich gesagt ziemlich hoch – aber ich weiß auch nicht, was da alles drin steckt oder wer alles finanziert werden muss. Von daher: Ich bin gespannt, ob das die Pedalboards ersetzten kann. Kemper (Profiler) und Fractal Audio (Axe-FX) wurden anfangs auch totgesagt und jetzt sind sie unter Profis etablierte Amps.

Mehr Infos:

2 Antworten zu “Tausende Pedalboards in einem Pedal – Mod Duo”

  1. joerg51 sagt:

    Oh Himmel … wann lernen es die Digitalfanatiker denn endlich, von Kemper oder jetzt Mod Duo. Wir Gitarristen geben unser Geld gerne für alte Technik aus. Je analoger, desto besser. So wenig integrierte Schaltkreise wie es nur geht. Kein USB Anschluss oder irgend so ein Mist, um es an einen blöden Computer anzuschliessen und dann über das noch blödere Netz (beides ja in anderen Bereichen sehr nützlich) irgendwas herunterzuladen.
    Wer Musik im Stile der Blütezeiten des Rock machen will, braucht analoge Technik.
    Also, werde ich dieses Ding mit Ignoranz strafen und es wird sein digitales Nieschendasein fristen.

    • gearnews sagt:

      Du glaubst gar nicht, wie viele (auch professionelle) Bands auf Kemper nach und nach umstellen. Natürlich hat „all analog, hardwired“ so seine Reize, aber die neue Technik hat das für viele auch. Warum auch nicht? Wäre doch langweilig, wenn alle nur Les Paul und JMP45 spielen würden. ;)

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