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Sweetsonics Laser

Sweetsonics Laser  ·  Quelle: Sweetsonics

Dass Sidechaining ein essentieller Studio-Trick ist, wissen mittlerweile schon Leute, die in ihrem Leben noch nie einen Mix gemacht haben. Die meisten DAWs haben Kompressoren mit Sidechain-Funktion an Bord. Warum sollte sich also eine Firma ausgerechnet damit beschäftigen? Und das auch noch für ihr erstes selbst entwickeltes Plug-in? Sweetsonics aus Helsinki haben darauf eine passende Antwort. Laser hat nämlich ein paar ganz innovative Features eingebaut.

Sweetsonics Laser: Multiband, M/S und Boost

Wie schon in der Einleitung angedeutet, geht es hier primär um den Ducking-Effekt. Ein Signal regelt die Lautstärke eines anderen. Der Bass wird leiser gedreht, wenn die Kick spielt oder die Hihats werden zum „Pumpen“ gebracht – das sind so typische Anwendungen.

Laser denkt das Spiel aber noch ein bisschen weiter. Das Signal wird nämlich im Multiband bearbeitet. Drei Frequenzbereiche sind da vorgesehen: Bass, Mitten und Höhen. Zwei Schieber stellen auf einem Regler dafür die Crossover-Frequenzen ein. Für jedes Band stehen Attack, Hold und Release zur Verfügung. Die einzelnen Bänder könnt ihr aber auch miteinander verlinken. Zusätzlich gibt es einen Gain-Regler für jedes einzelne Frequenzband. Zwei umschaltbare Modi für die „Erkennung“ des Signals (Transienten oder kontinuierlich) sind ein weiteres Feature. Dazu gesellt sich ein Regler für die Justierung des Offsets. Richtig schön ist natürlich auch die M/S-Funktion. So kann sich Laser entweder das Stereo-Signal, die Mitten oder die Seiten gezielt vornehmen.

Ein paar neue Ideen

Das ist aber noch nicht alles! Wenn ihr auf das Laser-Icon in der Ecke klickt, sucht sich das Plug-in automatisch anhand des Audiomaterials die Einstellung aus, die „aus dessen Sicht“ am besten passt. Natürlich könnt ihr an diesen Einstellungen wieder selbst herumschrauben. Laut der Entwickler ist Laser außerdem das erste Sidechain-Plug-in, das sozusagen die Hüllkurve des Trigger-Signals ermittelt und diese dann umgekehrt für das Ducking benutzt. Sehr interessant! Zu guter Letzt könnt ihr sogar vollständig auf die Sidechaining-Funktion verzichten und Laser für Multiband- und M/S-Bearbeitung benutzen.

Grafisch macht Laser durchaus einen sehr schönen Eindruck. Alles sieht hier sehr aufgeräumt und funktional aus. Die Form des Signals wird hier ebenfalls dargestellt, Hüllkurve und Gain sind farblich kodiert.

Mit Sicherheit kann dieses Tool ordentlich pumpen, der Hersteller legt aber wert darauf, dass auch ein sehr transparenter Effekt machbar ist. Ich finde, für „nur Sidechaining“ stecken hier einige sehr nützliche Ideen drin. Ich wünsche Sweetsonic auf jeden Fall Erfolg – alleine schon, weil sie neu am Markt sind.

Spezifikation und Preis

Das Plug-in läuft auf Windows und Mac als VST3, AAX und AU. 64 Bit ist Voraussetzung. Es gibt eine Demoversion, die 21 Tage funktioniert. Ein iLok-Account ist notwendig. Zur Einführung kostet das Plug-in 59 Euro, der reguläre Preis liegt bei 79 Euro.

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Donald
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Nur eins: Das Sidechaining kann man Frequenzabhängig machen.
Eine Snare wird bei ca. 150 Hz mit nem Lowcut beschnitten.
Das heisst, man kann dem Sidechain Comp einen Highpass Filter verpassen,
damit die Tiefen des „duckenden“ Signals nicht bearbeitet werden.
Ist nicht nötig.