von Julian Schmauch | 4,5 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten
Sound like The Beatles Revolver: Das Gear der Fab Four

Sound like The Beatles Revolver: Das Gear der Fab Four  ·  Quelle: Blueee77 / Shutterstock

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Fast alle Musiknerds und Beatles Fans würden The Beatles Revolver als eins der fünf besten Alben der Fab Four bezeichnen. Denn nicht nur war das Songwriting auf dem Album eine echte Revolution für John, Paul, George und Ringo. Außerdem hatte Produzent George Martin für die damalige Zeit revolutionäre Ideen, was die Produktion betraf. Weil die Band und Martin das Studio als Instrument nutzten, entstanden hier Arrangements und Sounds, die so noch niemand gehört hatte.

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Denn das Ziel war es viel weniger, die Performance der Band einfach einzufangen. Vielmehr nahmen McCartney, Lennon, Harrison und Starr vermehrt kleine Tape Loops und Audio-Schnipsel als Basis ihrer Songs auf – eine frühe Form des Live Looping! Damit bauten sie die Songs aus den Tape Loops auf dem Mischpult auf, indem sie die Fader-Positionen als der der Performance nutzten. Zusammen mit Sir George Martin und dem jungen Toningenieur Geoff Emerick wurde The Beatles Revolver ein revolutionäres Album.

Im Original erschienen auf Gearnews.com von Stefan Wyeth.

Die wichtigsten Instrumente auf The Beatles Revolver

Für viele gilt The Beatles Revolver als wegweisend. Denn hier entfernte sich die Band von den Bubblegum Sounds der Sechziger. Vielmehr konzentrierten sich die Vier auf Storytelling durch die Sounds, die sie mit Martin aufnahmen, verfremdeten und neu arrangierten. Also schauen wir uns einige der zentralen Instrumente auf dem Album genauer an. Welche waren Inspirationsquelle und Basis des Sounds?

1964 Gibson SG Standard

1964 SG Standard Reissue With Maestro Vibrola

1964 SG Standard Reissue With Maestro Vibrola

Kurz vor den Sessions zu The Beatles Revolver hatte George Harrison eine 1964 Gibson SG Standard erworben. Daher stand sein Sound im starken Kontrast zu den Epiphone Casinos, die John und Paul zu dieser Zeit spielten. Auch optisch war dieses Modell im Vergleich zu heute eine Besonderheit. Denn 1964 war das letzte Jahr, in dem das SG-Modell eine traditionelle Sattelbreite von 1-11/16 Zoll (ca. 43 Millimeter) hatte. Auch brachte dieses Modell ein etwas volleres Profil als frühere SGs oder Les Pauls. Damit war die 1964 SG Gibson SG Standard durch die veränderten Saitenabstände angenehmer zu spielen.

 

George’s 1964 SG machte auch auf legendären Folgealben Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band und The White Album seine Aufwartung. Außerdem wurde das Original 2004 für sage und schreibe 570.000 Dollar versteigert. Jedoch könnt ihr den besonderen, wunderschön schmutzigen Sound der SG auch heute noch mit dem Reissue-Modell bekommen. Denn die Gibson SG Standard ’64 Maestro CH ULA gibt es für 4.690,00 Euro bei Thomann.

Gibson SG Standard ´64 Maestro CH ULA

Gibson SG Standard ´64 Maestro CH ULA

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Rickenbacker 4001S

Paul’s Rickenbacker 4001S auf The Beatles Revolver

Paul’s Rickenbacker 4001S auf The Beatles Revolver

Der berühmte Rickenbacker 4001S von Paul McCartney war ein Geschenk des Herstellers und Firmenchefs John Hall in 1964. Und im Vergleich zum üblichen Höfner Violin Bass war der „Rick“ das perfekte Instrument für den eher psychedelischen Sound auf The Beatles Revolver. Auch wenn der E-Bass live weiterhin nur als Backup für Paul dabei war, nutzte McCartney den Rickenbacker immer häufiger im Studio. Denn in Kombination mit dem legendären Fairchild 660 (siehe unten) brachte der 4001s viel mehr Energie und ein neues Feeling in die Rhythmussektion.

 

 

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Zwar stellte Rickenbacker die Produktion des 4001S schon 1981 ein. Allerdings ist der Nachfolger 4003 bis heute erhältlich. Und so bekommt ihr den Rickenbacker 4003 FG für 2.599,00 Euro bei Thomann.

Rickenbacker 4003 FG

Rickenbacker 4003 FG

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Studer J37 Bandmaschine

Studer J37

Studer J37

Spuren von einer Vier-Spur-Bandmaschine auf eine andere zu übertragen, war Studiofleißarbeit. Aber der Erfolg von The Beatles Revolver brachte ihre Plattenfirma EMI dazu, eine ganze Wagenladung, nämlich acht Studer J37 Bandmaschinen anzuschaffen. Sir Paul McCartney und Sir George Martin waren durch den Einsatz von Tape Loops in der Musik von Stockhausen zu den Klangexperimenten inspiriert worden. Und so war Revolver das erste Album der Beatles, das diese Studiotechnik einsetzte.

 

 

Zwar fehlt dem Boss RC 505 MKII der Vintage Sound, aber hier handelt es sich um eine extrem vielseitige Loopstation für die Bühne und das Studio. Außerdem sind einige hervorragend klingende Vintage-Effekte mit dabei. Dazu gibt es drei Stereoausgänge. Damit könnt ihr wie Sir George Martin verschieden Signalanteile auf euer Mischpult legen. Die Loopstation gibt es bei Thomann für 529,00 Euro bei Thomann.

Boss RC-505 MKII

Boss RC-505 MKII

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Leslie Lautsprecher – Flirrender Sound für die Hammond-Orgel

Leslie Lautsprecher

Leslie Lautsprecher

Die enge Verbindung zwischen Harmond-Orgeln und Leslie Lausprechern bestand nicht von Anfang an. Tatsächlich war Erfinder Laurens Hammond so abgeneigt von der Kombination, dass er seine Orgeln nicht mit den Lautsprechern kompatibel baute. Und in einer Ironie des Schicksals erfand Donald Leslie die berühmten Lautsprecher gerade, weil er den Sound der Hammonds im Vergleich zu einer Pfeifenorgel zu flach und statisch empfand.

Auf Tomorrow Never Knows hatte John Lennon die Idee, seinen Gesang durch einen Leslie Lautsprecher zu verzerren. Toningenieur Geoff Emerick war anfangs nicht überzeugt, fand dann aber einen Weg die Gesangsaufnahme durch Re-Amping über den Lautsprecher zu verändern. Und so entstand der Effekt, den wir auf dem Song hören. Auch heute gibt es den Lautsprecher Hammond Leslie 2103 MkII. Und er ist für 2.599,00 Euro bei Thomann erhältlich.

Hammond Leslie 2103 MkII

Hammond Leslie 2103 MkII

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Fairchild 660 – legendärer Kompressor auf The Beatles Revolver

Fairchild 660 wie bei The Beatles Revolver

Fairchild 660 wie bei The Beatles Revolver

Einer der herausragendsten Momente auf The Beatles Revolver ist der Drum-Sound auf Tomorrow Never Knows. Der hypnotische Groove des Tape Loops bringt den Song auf eine ganz neue Ebene. Im Vergleich zu Tausenden von Songs und Alben vor und nach der Veröffentlichung war der Drum-Sound auf diesem Song ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Nicht nur hatten Toningenieur Geoff Emerick und Produzent Sir George Martin die perfekte Balance zwischen Raumklang und warmem Direktsound durch gute Platzierung der Drum-Mics und zarte EQ-Anpassungen gefunden. Auch spielt der Fairchild 660 Limiter eine entscheidende Rolle im Sound des gesamten Albums. Denn es ist ziemlich kompliziert, einen sich wiederholenden Loop wie eine Performance klingen zu lassen. Aber hier klingt es so.

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Ein originaler Fairchild-Kompressor ist eines der größten Raritäten auf dem Studio-Equipment-Markt. So findet man gebrauchte Ausführungen der Modelle 660 und 670 zu Preisen zwischen 20.000 und 60.000 Dollar. Und so gibt es von Heritage Audio den Clone Herchild 660. Und dieser kostet erschwingliche 5.499,00 Euro bei Thomann.

Heritage Audio Herchild 660

Heritage Audio Herchild 660

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Infos über The Beatles Revolver

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Bildquellen:
  • 1964 SG Standard Reissue With Maestro Vibrola : Gibson
  • Paul’s Rickenbacker 4001S auf The Beatles Revolver: AlexHarshegyi / Deviant Art
  • Studer J37 : Abbey Road Studios
  • Leslie Lautsprecher : The Beatles Twitter
  • Fairchild 660 wie bei The Beatles Revolver: Abbey Road Studios
Sound like The Beatles Revolver: Das Gear der Fab Four

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5 Antworten zu “Sound like The Beatles Revolver: Das Gear der Fab Four”

    Ragutini sagt:
    0

    Mit Detailkenntnis und Engagement geschriebener Artikel, aus dem man noch was lernen kann, selbst wenn man die LP in über 50 Jahren bestimmt hundertmal angehört und vieles darüber gelesen hat. Vielen Dank dafür.

    Max sagt:
    0

    Sounds like The Beatles „Revolver“
    für 15916 €!!!
    Danke euch. Das ist wirklich eine Option.

      Thomas Raucherbein sagt:
      0

      Brauchst Du „nur noch“ die Genialität der Beteiligten, mein Bester! Die gibt´s leider nicht bei Thomann zu kaufen … 🙃

    So Isses sagt:
    0

    „…Und dieser kostet erschwingliche 5.499,00 Euro…“
    Nicht für jeden.

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