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Sonic-Forest - granularisch und physikalisch

Sonic-Forest - granularisch und physikalisch  ·  Quelle: Sonic Forest Video

Granular ist ein Schlagwort und Physical Modeling ist ebenfalls eines. Normalerweise würden viele sich wohl vielleicht wegklicken, wenn sie lesen, dass es eine Library ist, aber es ist irgendwie auch mehr. Dies ist keine Sample-Bibliothek, sondern eher eine aufwendige Methode, Klänge zu spielen!

Sonic Forest ist technisch eine Füllung für Kontakt, aber es tut andersartige Dinge. Zunächst sind die Samples aufwendige Aufnahmen, die als Basis für ein interessantes „Abspielsystem“ verwendet werden. Die Sounds selbst sind sicherlich sehr interessant, jedoch gibt es Derartiges bis hin zum präparierten Klavier schon etliche Angebote. Aber hier ist der spezielle Teil der grüne Bereich mit einigen „Kringeln“ drumherum.

Intern sind komplexe Hüllkurven und Arpeggiatoren bis hin zu LFOs verschaltet oder Scripte, die „Dinge tun“, was der Nutzer bekommt ist eine Art von Begrifflichkeiten wie „Fluss“, „Sonne“, Bewegung“ oder „Aufblühen“. Prinzipiell könnte man auch einfach Sinuswellen so ansprechen, deshalb ist das Wichtigste daran eher genau dies, die Art wie die Töne oder Akkorde gespielt werden. Prinzipiell ist es ein wesentlich schlauerer Algorithmusbaukasten für den Aufbau von komplexen Flächen oder Texturen – in diesem Falle aus Natursounds, welche man aber austauschen könnte. Da das Thema Natur ist, hat man akustische Aufnahmen verwendet.

Wie spielt man nun „aufblühen“ oder „fließende“ Klänge? Nun, manche dieser regelbaren „Kringel“ bringen eine Art Strumming wie bei einer Gitarre mit hinein, ein anderer granuliert mit einer Mischung aus Zufall und Versatz einen Akkord, beziehungsweise variiert mehrere Töne so, dass sie wesentlich mehr tun als ein auf Random gesetzter Arpeggiator das könnte.

Die Prioritäten, welcher Ton gespielt wird, mit welcher Dynamik und wie schnell sie zueinander laufen ähnelt eher der bekannten Granularsynthese, welche man vor der Sampling-Methode zur zeitunabhängigen Steuerung verwendet hat, eine Art Wolke aus gleichartigen Klängen, die regelbare Dichte, Hüllkurven und Menge hat. Dies ist einer der genannten „Kringel“-Optionen. Andere tun ähnlich komplexe Dinge mit Tönen, welche Samples in Kontakt spielen. Das lohnt sich schon für die Steuerlogik und sollte definitiv nicht als reine „Spielhülle“ oder „Sample Library“ verstanden werden.

Das Package kostet $20 und ist ein Charity Projekt für „Fauna & Flora“, welche 25% beteiligt werden.

Hier die passenden Klangbeispiele in der Vorführung

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