von  Julian Schmauch  | |  Lesezeit: 7 Min
8, 16 oder 32 GB RAM? So viel Arbeitsspeicher braucht eure DAW wirklich!

8, 16 oder 32 GB RAM? So viel Arbeitsspeicher braucht eure DAW wirklich!  ·  Quelle: Roman Lacheev / Alamy Stock Foto

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Wer heute vor dem Kauf eines neuen Rechners steht, also Laptop oder Desktop, wird sich vor allem beim Arbeitsspeicher fragen, wie viel man mindestens braucht, damit die eigene DAW gut läuft und es nicht zu Abstürzen kommt oder Projekte langsam laden. Von RAM-fressenden Kontakt-Libarys zum schmalen Beatmaker-PC gibt es hier unterschiedliche Bedürfnisse. Worauf es ankommt, wie viel RAM ihr bei Windows- und Mac-Systemen mindestens bei einem neuen System benötigt, und was die DAW-Hersteller sagen, lest ihr in diesem Artikel.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitsspeicher ist einer der wichtigsten Faktoren für einen guten Producer-Rechner
  • Zu wenig RAM kann zu Abstürzen der DAW führen oder zu langsamen Projekten
  • Stationäre PCs können oft noch mit zusätzlichem RAM erweitert werden
  • Bei Macs und vielen Windows-Laptops ist der Arbeitsspeicher fest verlötet
  • Beatmaker benötigen weniger RAM, Filmkomponisten und Profi-Producer mehr
  • Durch den KI-Boom ist Arbeitsspeicher wie SSDs rasant teurer geworden

Was ist RAM überhaupt?

RAM, Random Access Memory, oder zu Deutsch Arbeitsspeicher, ist eine der wichtigsten Komponenten neben CPU und Festplatte. Was die Größe betrifft, befinden wir uns im Übergang zwischen acht und sechzehn Gigabyte. Eigentlich hatte man erwartet, dass alle neuen Rechner, egal ob Laptop oder selbstgebauter PC, mittlerweile mindestens 16 GB Arbeitsspeicher haben. Die durch den KI-Boom rasant gestiegenen Preise bremsen diesen Übergang jedoch.

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Der Arbeitsspeicher ist im Vergleich zur Festplatte ein sehr schneller Zwischenspeicher. Das bedeutet, sehr vereinfacht gesagt, dass das, was das System in diesem Speicher lädt, spätestens dann verschwindet, wenn ihr den Rechner ausmacht.

Der RAM ist dazu da, dort große Dateien oder Teile einer Software zu parken, auf die das System, zum Beispiel in eurer DAW, häufig zugreifen muss. Denn das geht dort viel schneller, als wenn es die Daten erst von der im Vergleich viel langsameren Festplatte laden muss.

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Macs und Windows-Rechner unterscheiden sich in einem zentralen Punkt: der Erweiterbarkeit. Denn bei Apple-Systemen ist mit dem Einzug der Apple-Silicon-CPUs das „Unified Memory“-Feature eingezogen.

Hier ist der RAM direkt auf der CPU-Platine verlötet. Das bringt Geschwindigkeitsvorteile, sorgt aber dafür, dass ihr keine zusätzlichen RAM-Riegel erwerben und euren Mac aufrüsten könnt. Bei fast allen Windows-Desktops und nicht wenigen Laptops gibt es diese Möglichkeit.

Apple stellt neue Macs vor: MacBook Air M3
Apple stellt neue Macs vor: MacBook Air M3 · Quelle: Apple

CPU, RAM und Festplatte – auf was ihr beim Kauf achten solltet

Die drei wichtigsten Komponenten, um die Leistungsfähigkeit eines neuen Rechners einzuschätzen, sind Alter und Geschwindigkeit des Prozessors, Größe des RAMs und Größe des Speicherplatzes. Wie viel genug ist, hängt von eurem Budget, eurem Produktions-Workflow und eurer Ambition ab. Denn produziert ihr ab und zu nach Feierabend einen Beat, nehmt am Wochenende zwischendurch mal eure Band auf, dann benötigt ihr ein anderes System als wenn ihr professionell arbeitet.

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Beim Prozessor geht es anders als noch vor wenigen Jahren nicht mehr nur um die schiere Geschwindigkeit pro Kern, oft in Gigahertz angegeben. Denn häufig unterscheiden sich heutige CPUs von Generation zu Generation kaum noch bei diesem Wert.

Viel mehr bringen neuere Prozessoren von Intel und AMD bei Windows-Systemen und von Apple bei Macs einen größeren Zwischenspeicher, schnellere Verbindung zum Arbeitsspeicher oder neuere Algorithmen zur Verarbeitung von neuronalen Netzwerken und vor allem mehr CPU-Kerne mit.

Backup in Windows
Kleine Festplatten sind mobiler. · Quelle: tonywuphotography. Pixabay

Bei der Festplatte sollte es mittlerweile einfach immer eine schnelle SSD-Festplatte sein, auch wenn die durch die erwähnte KI-Welle gerade preislich auch in schwindelerregende Höhen schießen. Achtet also bei günstigen Angeboten darauf, dass keine langsame HDD-Festplatte verbaut ist.

Und stellt ihr euch einen Desktop-Rechner für ein Windows-System selbst zusammen, ist es je nach Budget sehr sinnvoll, zwei bis drei SSDs zu verbauen: eine für System, DAW und Plugins, eine für Samples und eine für eure DAW-Projekte. Dazu sind, egal wie groß oder klein euer System ist und mit welchem Anspruch ihr arbeitet, regelmäßige Backups Pflicht!

Wie viel Arbeitsspeicher brauchst du für deine DAW?

Zu wenig Arbeitsspeicher kann schnell dazu führen, dass euer System bei größeren DAW-Projekten entweder sehr langsam wird oder sogar abstürzt. Bei meinem alten Mac mit 4 Gigabyte RAM, den ich bis 2016 nutzte, sorgten große Projekte in Ableton mit vielen NI-Kontakt-Instrumenten am Ende oft für frustrierend lange Absturzschleifen. Denn ist der schnelle Arbeitsspeicher voll, nutzen Windows und macOS in verschiedener Weise die viel langsamere Festplatte als Zwischenspeicher.

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Fangen wir mit der Basis an: acht Gigabyte Arbeitsspeicher sind momentan das absolute Minimum. Damit laufen die neuesten Versionen von Windows und macOS sowie DAWs wie Ableton, Cubase, FL Studio oder Bitwig Studio. Darunter kann es, vor allem wenn ihr gleichzeitig zur DAW noch einen Browser und drölf Tabs, eine Live-Streaming-App und verschiedene Widgets offen habt, schnell eng werden.

Was die Arbeit in der DAW betrifft, reichen acht Gigabyte RAM dann, wenn ihr vor allem mit Software-Synthesizern, MIDI-Clips und Audio-Effekten arbeitet, weniger mit Samplern wie NI Kontakt oderUVI Falcon, Romplern wie Omnisphere oder Nexus, oder überhaupt mit Audiosamples arbeitet.

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Arbeitet ihr mehr mit großen Audiodateien, vielen kleinen Audio-Clips oder eben den genannten Samplern, solltet ihr euch in Richtung sechzehn Gigabyte RAM orientieren. Wenn es für die nächsten paar Jahre zukunftssicher sein soll, sind eventuell sogar 32 Gigabyte Arbeitsspeicher sinnvoll.

Zum Vergleich: professionelle Filmmusikkomponisten arbeiten heute oft mit Systemen mit 128 Gigabyte, bei Windows-Systemen sogar 256 Gigabyte Arbeitsspeicher. Denn hier lädt man gigantische Orchester-Libraries wie Vienna Ensemble oft in zig Spuren. Manche Komponisten in großen, professionellen Produktionen gehen so weit, dass sie einen Extra-Rechner nutzen, nur um diese riesigen Libraries schnell laden zu können!

Welcher Producertyp braucht wie viel RAM?

Hier noch einmal als kurze Übersicht:

  • Beatmaker: In den meisten Fällen reichen 8 GB hier vollkommen aus. One-Shots für die Drums, Synths wie Serum oder Pigments, ein paar Effekte und Automationen: da ist die CPU wichtiger, als der Arbeitsspeicher.
  • Techno Producer: Wenn möglich, sollten es hier schon 16 GB RAM sein. Denn wenn Multi-Layer-Drum-Machines auf minutenlange Drones und die ein oder andere Kontakt-Library treffen, wird die Luft für flüssiges Arbeiten darunter schon dünn.
  • Home Recorder: 8 oder 16 GB RAM. Hier kommt es drauf an, wie sehr man vor allem Aufnahmen macht oder dann doch auch mit Samplern und Librarys arbeitet. Mit 16 GB ist man auf jeden Fall auch mittelfristig gut aufgestellt.
  • Film-Komponist: Unter 32 GB fängt man hier gar nicht erst an. Große Film-Orchester-Librarys und Convolution-Reverb-Plugins auf 200+ Spuren sind mit 16 GB einfach kaum möglich.
  • Live Performer: Mindestens 16 GB. Bei den meisten Live-Performance-Setups wird hauptsächlich Audio abgespielt und Automationen gefahren. Sobald es große Projekte mit 100+ Spuren werden, sind 32 GB RAM sicherer.
  • Mixing Engineer: 8 GB können schon reichen, 16 GB RAM machen die Arbeit mit Projekten jenseits der 80 Spuren flüssiger. Eine starke CPU ist hier aber wichtiger.

Fazit

Durch die KI-Flut ist der Markt von RAM und SSD-Festplatten momentan (März 2026) wie leergefegt. Riesen wie Open AI oder Meta haben den Markt durch die sich sprunghaft ausbreitenden Rechenzentren für ihre KI-Modelle bis weit in 2027 quasi aufgekauft.

Damit kann man zwar in der Theorie 16 GB RAM als das absolute Minimum empfehlen für einen neuen Rechner für Musikproduktion. Ob das preislich aber jetzt und in den nächsten Monat eine bezahlbare Variante bleibt, wird sich noch zeigen.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Mit welcher RAM-Speichergröße waren eure Speichersorgen vergessen? Schreibt es uns in den Kommentaren!

Infos über RAM, CPU und Apple

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