von  Marcus Schmahl  | |  Lesezeit: 9 Min | Unsere Wertung: 4,5 / 5,0
Novation Launch Control XL3: V1.1 Update - Angecheckt!

Novation Launch Control XL3: V1.1 Update - Angecheckt!  ·  Quelle: Novation

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Wir werfen einen Blick auf den umfangreichen DAW-Controller Novation Launch Control XL3 mit dem neuen Firmware-Update V1.1, das nun neue Kompatibilitätsoptionen und eine reaktionsschnellere Steuerung bietet.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Launch Control XL3 erweitert Software-Synthesizer um direkte, haptische Echtzeit-Steuerung statt Mausarbeit
  • Mit Firmware V1.1 verbessert sich die Reaktionsgeschwindigkeit von Encodern und Fadern für präzisere Automation
  • Vorbereitete Mappings für Synthesizer-Plugins wie Serum, Omnisphere oder GForce Bass Station beschleunigen den Workflow erheblich
  • Der Controller verbindet DAW-Mixing, Plugin-Steuerung und Hardware-Integration in einer zentralen Oberfläche
  • Gerade bei Sounddesign, Filterfahrten und Modulationen profitieren Software-Synthesizer stark von physischer Kontrolle

Novation Launch Control XL3

Die Launch-Control-Serie wurde vor über zehn Jahren auf den Markt gebracht und ist inzwischen ein fester Bestandteil in den Studios und Live-Setups vieler Produzenten elektronischer Musik. Obwohl sie als der erschwingliche DAW-Controller schlechthin galt – vor allem für User von Ableton Live – hat Novation mit der Veröffentlichung des XL3 im letzten Jahr neue Wege eingeschlagen.

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Novation Launch Control XL 3
Novation Launch Control XL 3
Kundenbewertung:
(17)

Die Essenz des ursprünglichen XL wurde beibehalten, doch der Controller ist insgesamt ein präziseres und robusteres kreatives Tool geworden. Mit der neuen Firmware V1.1 bietet das Launch Control XL3 Mackie-HUI-Unterstützung, USB-zu-DIN-MIDI-Passthrough, eine einstellbare Encoder-Geschwindigkeit und einen Fader-Pickup-Modus sowie eine Fader-Vorschaufunktion und schnellen Zugriff auf benutzerdefinierte Modi.

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Im Testlabor

Wie bereits erwähnt, ist die Launch-Control-Serie im Laufe der Jahre zum Synonym für Ableton Live geworden. Deshalb habe ich mich bei diesem Testbericht entschieden, mal etwas anderes zu machen, um zu zeigen, was das Gerät sonst noch kann. Zunächst habe ich es mit Cubase ausprobiert. Da diese DAW oft wegen ihrer statischen Benutzeroberfläche und ihres Workflows kritisiert wird, wollte ich sehen, wie das Launch Control XL3 hier für mehr Schwung sorgen kann.

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Eine Sache, die ich in Cubase normalerweise nie machen würde, ist das Arrangieren für Live-Auftritte. Mit dem Launch Control XL3 konnte ich jedoch schnell eine Plattform zusammenstellen, die nicht nur diese Möglichkeit bot, sondern auch richtig Spaß machte. Dazu habe ich zunächst einen 32-Takt-Beat-Loop mit einigen Drums, Akkorden und einer Bassline erstellt und alles auf Audiospuren gebounce.

Anschließend habe ich einige Aux-Effektbusse mit Delays und Reverbs eingerichtet und diese wichtigen Elementen wie den Akkord-Stabs und einigen Drum-Hits zugewiesen. Jedes Mal, wenn ich einen neuen Kanal oder Send hinzufügte, wurde dieser automatisch dem Launch Control XL3 zugeordnet und ich konnte die Kanalreihenfolge schnell und einfach im Cubase-Arrange-Fenster neu anordnen. Mit aktiviertem Cycle-Modus konnte ich Cubase dann mit dem XL3 als Live-Performance-Tool nutzen, da die Fader das Arrangement formten und die Effekt-Sends zu Werkzeugen wurden, um Übergänge zu betonen und Variationen in die Phrasierung einzubauen.

Novation Launch Control XL3 - jetzt mit neuem Update 1.1
Novation Launch Control XL3 – jetzt mit neuem Update 1.1 · Quelle: Novation

Klar, dieser Ansatz passt eher zu minimalistischen elektronischen Styles als zu allen Musikgenres. Aber das Launch Control XL3 war superleicht zu installieren und selbst das Hinzufügen einiger benutzerdefinierter Encoder-Zuordnungen für Delay-Zeit und Filter-Cutoff hat nur ein paar Sekunden gedauert. Was mich echt beeindruckt hat, war, wie schnell ich einen Punkt erreicht habe, an dem die Ideen nur so sprudelten und ich Cubase auf eine andere Art und Weise genutzt habe. Das hat sich großartig angefühlt.

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Ganz ohne DAW

Da das Launch Control XL3 über ein Smartphone-Ladegerät mit Strom versorgt werden kann, kann es mit anderen Hardwaregeräten in deinem Studio oder Bühnenaufbau verbunden werden. Als ich die kurze Liste der benutzerdefinierten Modi für das XL3 in der Components-App durchgesehen habe, war ich begeistert. Ich habe Zuordnungen für Plugins wie Serum und die GForce Bass Station sowie für Hardwaregeräte wie die Circuit-Serie, den Peak-Desktop-Synthesizer, den Teenage Engineering OP-XY, den Elektron Digitakt und Digitone sowie zwei speziell für den Octatrack-Sampler entwickelte Zuordnungen gefunden.

Das war spannend, weil ich damit die Steuerungsmöglichkeiten des Octatrack auf verschiedene Weise erweitern konnte, ohne ein benutzerdefiniertes Mapping von Grund auf neu erstellen zu müssen. Die beiden Mappings haben jeweils einen etwas anderen Schwerpunkt: Das erste bietet Effekte, LFOs und Sampler-Parameter, die auf die Encoder gemappt sind, sowie Cue-Mix-Pegel auf den Fadern. Damit habt ihr ein spezielles System zum Auswählen und Anhören von Tracks während Live-Auftritten.

Der Components Control Editor vom Launch Control XL3
Der Components Control Editor vom Launch Control XL3 · Quelle: Novation

Bei dem anderen Octatrack-Mapping werden die Encoder für die Amplituden- und Release-Hüllkurvengeneratoren genutzt, während die Fader und Tasten die bekannten Funktionen für Lautstärke, Stummschaltung und Solo übernehmen. Das Coole an den XL3-Mappings ist, dass ihr eure eigenen Anpassungen im Components MIDI-Editor vornehmen und während des Live-Auftritts zwischen den Mappings wechseln könnt.

Dadurch erhaltet ihr mehr Kontrolle und Ausdrucksmöglichkeiten mit dem Octatrack als Performance-Instrument sowie mit einer Reihe anderer Geräte, die entweder keine Schnittstelle mit einem Regler pro Funktion bieten oder für deren Bedienung man sich bisher etwas tiefer in die Menüs einarbeiten musste. Ein weiteres Instrument mit zwei integrierten Zuordnungen ist der TE OP-XY, der seine Mixer- und Track-spezifischen Funktionen abdeckt. Ich bin mir sicher, dass Anwender diese Zuordnungen auf unterschiedliche Weise als vorteilhaft empfinden werden.

So erweitert ihr eure Instrumente!

Zu meiner Überraschung verfügte auch Omnisphere 3 über ein integriertes Standard-Mapping für den XL3, obwohl ich das angesichts seiner umfangreichen Bibliothek an Controller-Mappings vielleicht hätte erwarten können. Das Standard-Mapping ordnet die globalen Amp- und Filter-Envelope-Parameter den Fadern zu, während die Encoder für Cutoff, Resonanz, Filter-Envelope-Amount, Ambience, Unison und Glide verwendet werden.

Das entspricht zwar nicht unbedingt meiner bevorzugten Verwendung des XL3 mit Omnisphere, bietet jedoch einen taktilen Zugriff auf die wichtigsten Regler für die Automatisierung. Eine vielleicht sinnvollere Verwendung der Fader wäre es, ein Mapping für den Live-Modus von Omnisphere zu erstellen, um alle acht Parts zu steuern, oder für den Stack-Modus, um während einer Performance zwischen den Parts zu wechseln.

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Glücklicherweise könnt ihr mithilfe dieser Spectrasonics-Anleitung ganz einfach eure eigenen Zuordnungen im Komponenten-Editor erstellen. So könnt ihr den XL3 in eurem Omnisphere-Keyboard-Rig zusammen mit eurem Keyboard oder MPE-Controller verwenden und Omnisphere zum ultimativen Instrument für Bühnenauftritte machen.

Typische Anwendungsfälle

  • DAW-Mixer-Steuerung, Plugin-Steuerung und Transport: Standard-Mappings für Ableton Live, Logic Pro, FL Studio, Cubase und Bitwig Studio, während die neue Mackie-HUI-Unterstützung die Kompatibilität mit Pro Tools, Reaper und Fender Studio Pro erweitert
  • Plugin-Steuerung: Standard-Mappings für Serum, GForce Bass Station, Kompatibilität mit Omnisphere 3-Hardware-Profilen
  • Hardware-MIDI-Steuerung mit speziellen Zuordnungen für ausgewählte Hardware von Novation, Arturia, Elektron, Teenage Engineering und mehr
  • MIDI-Routing: Dank USB-I/O, DIN 1×2-I/O und THRU-Funktionalität könnt ihr den XL3 als MIDI-Interface zur Steuerung mehrerer Geräte nutzen – mit CC-Daten und Kanalfilterung

Fazit

Launch Control XL3 hat sich von einem flexiblen, kompakten MIDI-Mixer zu einem präziseren Instrument für Live- und Studio-Umgebungen entwickelt. Beeindruckend ist auch, wie sich die Anpassungsmöglichkeiten in der neuesten Firmware-Version V1.1 auf die Encoder-Reaktion und das Fader-Feedback-Verhalten ausweiten.

Die Möglichkeit, verschiedene Zuordnungen schnell zu speichern, zu bearbeiten und abzurufen, macht ihn zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Musikproduktion und Performance und erweitert die Möglichkeiten deiner DAW, Plugins und Hardware. Auch das Erstellen komplizierter Zuordnungen ist jetzt ganz einfach, wodurch das Launch Control XL3 zu einem Controller wird, das in jeder Hinsicht Spaß macht.

Preis und Verfügbarkeit

Novation Launch Control XL3 erhaltet ihr ab sofort hier bei Thomann* zum Preis von 212,00 Euro.

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Novation Launch Control XL 3
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Kundenbewertung:
(17)

Pros & Cons

Pros

  • 24 Encoder mit präzisem Gefühl und einstellbarer Genauigkeit
  • 8 Fader mit sanfter Bedienung, Pickup- und Vorschaufunktionen
  • MIDI-DIN-Schnittstelle mit Durchschleiffunktion
  • USB-busgespeistes Gerät, funktioniert auch ohne Computer
  • Zuordnungen für alle gängigen DAWs und Mackie HUI-Unterstützung
  • Einfach zu bedienender Editor
  • Robuste Bauweise
  • Ideal für den Einsatz im Studio und auf der Bühne

Cons

  • Endlos-Encoder sind nicht für jeden das Richtige
  • Kein Jog-Rad zum Scrubben in deiner DAW

FAQ

Was ist der Novation Launch Control XL3 eigentlich?

Ein kompakter, leistungsfähiger MIDI-Controller zur Steuerung von DAWs, Plugins und Hardware-Geräten im Studio und live.

Für wen lohnt sich der Launch Control XL3 besonders?

Für Produzenten, Live-Performer und Sounddesigner, die schnellen Zugriff auf Mixer, Effekte und Parameter brauchen.

Brauche ich eine bestimmte DAW, um den Controller zu nutzen?

Nein. Der XL3 unterstützt gängige DAWs wie Ableton Live, Logic, Cubase, FL Studio, Bitwig und viele weitere.

Kann ich den Controller auch ohne Computer verwenden?

Ja. Über DIN-MIDI und USB-Stromversorgung lässt er sich direkt mit Hardware-Synths oder Grooveboxen nutzen.

Wie aufwendig ist die Einrichtung?

Sehr unkompliziert. Viele Standard-Mappings sind bereits vorbereitet und eigene Zuordnungen lassen sich schnell erstellen.

Was bringen die neuen Encoder- und Fader-Funktionen im Alltag?

Sie sorgen für präzisere Steuerung, flüssigere Bewegungen und verhindern Parametersprünge beim Umschalten von Projekten.

Ist der XL3 auch für Live-Auftritte geeignet?

Ja. Durch die direkte, taktile Kontrolle eignet er sich hervorragend für Performances und spontane Eingriffe.

Kann ich mehrere Geräte gleichzeitig steuern?

Ja. Der Controller kann als MIDI-Zentrale fungieren und mehrere Hardware- und Software-Geräte parallel ansprechen.

Wie flexibel sind die Bedienelemente anpassbar?

Sehr flexibel. Fader, Encoder und Tasten lassen sich frei belegen und als verschiedene Layouts speichern.

Was unterscheidet den XL3 von einem normalen MIDI-Controller?

Die Kombination aus vielen Bedienelementen, robuster Bauweise, tiefer Mapping-Integration und flexibler Routing-Funktion.

Der Novation Launch Control XL3 Controller fungiert als Hardware-Steuerzentrale für Software-Synthesizer, DAWs und externe Geräte. Durch optimierte Encoder-Reaktion, flexible MIDI-Mappings und breite Plugin-Kompatibilität ermöglicht er performative Klangformung und direkte Automation. Damit wird die Bedienung virtueller Instrumente von mausbasierter Steuerung hin zu haptischer Interaktion verlagert.

Weitere Informationen

Das Review ist im Original von Stefan Wyeth für GEARNEWS.com durchgeführt worden.

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