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MUTEC REF10 SE120

MUTEC REF10 SE120  ·  Quelle: MUTEC

MUTEC REF10 SE120

MUTEC REF10 SE120  ·  Quelle: MUTEC

Der MUTEC REF10 SE120 10 MHz Taktgenerator macht nicht viel – das aber mit höchster Präzision. Bereits mit dem REF10 hat der Hersteller einen superstabilen Referenztaktgenerator hingelegt, REF10 SE120 soll es noch besser machen. Falls ihr eurer Studio damit aufwerten wollt, müsst ihr 5500 Euro auf den Tisch legen.

MUTEC REF10 SE120

Laut dem Hersteller ist die Qualität des zentralen Oszillators von größter Bedeutung. Durch eine enge Zusammenarbeit mit einem deutschen Hersteller von Präzisionsoszillatoren wurde die Fertigung dieser kontinuierlich optimiert.

Die Auswahl der richtigen Oszillatoren hört sich aufwendig und kostenintensiv an. Mit einer besonderen Messtechnik wurden nämlich Einzelexemplare aus einer größeren Produktionsmenge herausgepickt. Nur diese Selektion bietet dann „zuverlässig bis dato unerreichte Phasenrauschwerte von <- 120 dBc gemessen bei 1 Hz Abstand von der Trägerfrequenz von 10 MHz“. Jitter-Messwerte von durchschnittlich unter 15 fs sollen sich dabei im entscheidenden Messbereich zwischen 1 und 100 Hz ergeben. Aufgrund der schwierigen Auswahl ist der REF10 SE120 immer wieder nur in kleinen Chargen erhältlich.

Durch den Einsatz eines so präzisen Oszillators bekommen Audiosignale laut Hersteller mehr Präzision, Transparenz, Räumlichkeit und Dynamik.

Alles optimiert

Aber nicht nur der Oszillator ist hier von besonderer Qualität. Auch die Stromversorgung mit einem doppelten linearen Netzteil mit einem Ringkerntrafo leistet einen Beitrag. Netzwerke aus Low-ESR-Elkos sorgen für Störunterdrückung und Filterung der aus dem Netzteil generierten Versorgungsspannungen. Die Taktsignale kommen als Rechtecksignale heraus, die gegenüber sonst üblichen Sinus-förmigen Signalen eine bessere Synchronisation der angeschlossenen Geräte gewährleisten. Acht galvanisch isolierte Ausgänge mit 50 und 75 Ohm stehen insgesamt zur Verfügung.

Genauer als eine Atomuhr?

Interessant ist der von MUTEC gezogene Vergleich zu einer Atomuhr. Diese schneidet bei der Langzeitstabilität besser ab, die Genauigkeit des Zeitintervalls von einem Sample zum nächsten Sample ist bei Audioanwendungen aber wichtiger. Und genau hier brilliert wohl der handgefertigte, ofenkontrollierte Quarzoszillator. Zitat: „OCXO (Oven Controlled Crystal Oscillator) bietet eine Maßstäbe setzende Frequenzstabilität im für die audiophile Musikwiedergabe relevanten Zeitbereich.

MUTEC REF10 SE120

MUTEC REF10 SE120

Features

  • 0-MHz-Referenztaktgenerator mit ultimativ niedrigem Phasenrauschen von – 120 dBc bei 1 Hz
  • Optimiert kompatible D/A-Wandler, Audio-Re-Clocker, Musik-Server und Taktgeneratoren
  • Aufwändig selektierter OCXO mit hoher Rauscharmut aus deutscher Fertigung als Taktbasis
  • Rechteck-Ausgangssignal mit extrem steiler Flanke für eine präzise Synchronisation des Empfängers
  • Parallel nutzbare 5-Ohm- und 75-Ohm-Ausgänge für maximale Kompatibilität zu Audiogeräten verschiedener Hersteller
  • Acht galvanisch isolierte, einzeln abschaltbare Ausgänge
  • Bis in den Sub-Hz-Bereich optimierte, rauscharme Spannungsversorgung jedes Schaltungsteils
  • Integriertes Linear-Netzteil für internationale Verwendung
  • Netzeingangsfilterung
  • Unkomplizierte Bedienoberfläche
  • Rack-Montage möglich durch optionales Montage-Set für Studio-Einsatz (2HE)

Ein hörbarer Unterschied?

Ich würde gerne mal Aufnahmen hören, bei denen dieses Gerät im Einsatz ist. Richtig interessant wäre ein Vergleich mit „normalen“ Aufnahmen. Der Hersteller rühmt sich ja damit, dass dieser Unterschied deutlich zu hören ist. Ich glaube das auch, frage mich aber trotzdem, wie groß diese Differenz tatsächlich ausfällt. Da bin ich auch auf eure grundsätzlichen Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema gespannt.

Es gibt mit Sicherheit einen Markt für solche Gerätschaften. Ich muss als erstes an Mastering-Studios denken oder an Leute, die sehr hohen Wert auf optimale Klangqualität legen. In diesem Fall kostet das dann knapp 5500 Euro, der Hersteller hat aber ebenso günstigere Geräte im Produktportfolio. Auch unserer Partner Thomann führt einige Sachen des Herstellers. Vielleicht wollt ihr ja direkt mal ausprobieren, was diese Technik bringt. Hier die Synchronizer und Clockgeneratoren des Herstellers bei Thomann (Affiliate).

Weitere Infos

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7 Antworten zu “MUTEC REF10 SE120 Referenztaktgenerator: Master Clock für 5500 Euro”

  1. Steffan sagt:

    Ich kann von dieser Geräte-gattung nur abraten. Ich hatte mal einen Kunden mit einem teuren Interface plus externer Clock, mit dem ein Test-Sweep aufgenommen wurde. Das Signal war spektral völlig deformiert. Die Ursache konnte ich nicht feststellen, vermute aber mal, daß das BNC Kabel nicht in Ordnung war oder das Interface mit externer Clock nicht zurechtkommt.

    • Gabor sagt:

      Ich fasse zusammen: Sie raten von einer gesamten Gerätegattung ab, basierend auf einer Erfahrung die nicht Sie sondern jemand anders gemacht hat. Das beschriebene Problem basierte höchstwahrscheinlich auf einem defekten Kabel, möglichweise war es aber auch ein Bedienungsfehler vom Kunden – falsche Verkabelung, falsche Settings, fehlende Terminierung, Sample-Rate-Mismatch etc. Vielleicht war es ja auch ein Produkt von Antelope, oder eine alte Apogee Big Ben die jahrelang ohne Platz für Abwärme im Rack verbaut war. Ich jedenfalls benutze eine Mutec MC-3+, habe keine Probleme und bin sehr zufrieden. In den letzten 10 Jahren habe ich viele Studios technisch ausgestattet als Berater und Verkäufer und kann sagen: Clock ist nicht gleich Clock. Nur weil eine Grimm CC1 oder Mutec MC3 weniger kostet, als eine Kombi aus Antelope OCX und 10MX, bedeutet nicht, dass diese Clocks dann auch „schlechter“ sind. Zur Mutec REF10: Ich kann mir vorstellen, dass dieses Gerät wirklich gute Dienste leistet, für Mastering-Studios sowie Produktionsstudios. Natürlich kommen bei esoterik-nahen Produkten auch immer Unkenrufe, dass solche Produkte ihr Geld nicht wert sind. Nicht immer ist das „Preis-Leistungs-Verhältnis“ für jeden sofort nachvollziehbar.

      • Steffan sagt:

        Hallo Gabor,
        diese Clock-Generator machen wirklich nur Sinn, wenn man mehrere Interfaces in einem System verwendet und sicherstellen muss, daß alle Interfaces exakt die gleiche Clock haben müssen, was mit der Mutter Ref10 möglich ist. Andere Anwendungsfelder, wie Video-maschinen synchronisieren, etc. gibt es ja kaum noch. Die Clock zu verwenden, um ein einzelnes Interface klanglich aufzuwerten, ist zwecklos. Komischerweise wirkt der Jitter wie eine Art Exciter, deswegen finden es manche besser, obwohl messtechnisch eine Verschlechterung eintritt.

  2. Klaus sagt:

    Ich habe noch nicht ganz geschnallt, was hier warum präzise getaktet wird.
    Könnte mich jemand aufklären? :-)
    (Oder einen entsprechenden Link posten)

  3. Anna L. sagt:

    Wenn wir davon ausgehen,daß die wundervollen präzisen Klänge,nachdem sie das Studio verlassen haben womöglich dem ordinären clocksignal eines gewöhnlichen HiFi Spielers unterworfen werden,war das wohl Alles für die Katz,denn der super-low jitter wird nun mal nicht weitergereicht online nicht,offline gleich gar nicht.

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