von claudius | 4,8 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten | Unsere Wertung: 2,0 / 5,0
Morley AFX-1 Teaser

 ·  Quelle: Morley

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Hast du bei den digitalen Multi-FX Modelern auch das Problem, dass es einfach zu viel ist? Das Morley AFX-1 soll genau da mit einer Auswahl an „richtigen“ Effekten Abhilfe schaffen. Alles, was du brauchst?

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Analoge Multi-FX vs. digitale Modeler

Der Markt ist voller denn je mit digitalen Multi-FX Pedalen. Während in den 1990ern und 2000ern (retrospektiv) die Kisten wirklich zum größten Teil Mist waren, klingen heute selbst Budget-Modelle richtig, richtig gut und haben mindestens ein paar brauchbare Sounds und gute Verarbeitung am Start. What a time to be alive.

Doch digitale Multieffektpedale haben einen Nachteil: Sie sind aufwändig einzustellen. Durch die schiere Anzahl an Möglichkeiten braucht es entweder einen Editor am Computer bzw. Smartphone oder ein verbautes Display und eine Reihe an Steuermöglichkeiten.

Muss man mögen – oder sich damit arrangieren. Ich bin eher Freund von „ein Knopf, eine Funktion“ und die dann am besten richtig gut. In der vergangenen Zeit habe ich mir mehrfach analoge Multieffekte von kleinen DIY-Effektbauern in Deutschland auf meine Wünsche zusammenbauen lassen. Am Ende eine Reihe Bausätze in einem großen Gehäuse. Mehr sind analoge Multieffekte eigentlich auch nicht. So wie auch das:

Morley AFX-1 Top

Morley AFX-1

Morley ist für mich der Inbegriff eines Wah-Herstellers. Doch in den vergangenen Jahrzehnten hatte der Hersteller etliche „andere“ Effekte gebaut – mal mehr, mal weniger beliebt. Sagen die Berichte im Netz. Mit dem AFX-1 hat sich Morley an ein analoges MultiFX getraut, das auf eigenen Schaltungen aufbaut.

Konkret sind dabei:

  • Distortion – basierend auf dem Diamond Distortion der 1990er
  • Stereo Chorus – basierend auf dem Chrystal Chorus der 1980er
  • Stereo Echo – basierend auf dem Emerald Echo der 1970er
  • Wah – optisch
  • FX Loop

Richtig gelesen, neben den vier Effektpedalen ist auch noch ein befüllbarer FX-Loop am Start. Sehr fein finde ich auch, dass das Diamond Distortion mit zwei Fußschaltern ausgestattet ist: High-Gain und Distortion. So kannst du zwei unterschiedliche Zerrgrade abrufen. Beim Delay frage ich mich allerdings, warum nur 300 ms aus dem Vorbild übernommen wurden. Das ist aus heutiger Sicht ziemlich knapp dimensioniert, aber auch nicht ganz mies.

Der Input ist übrigens gepuffert, praktisch für lange Kabelwege. Das nörgelige Fuzz könnte man im Zweifel davorschalten.

Morley AFX-1 bunt

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Dieses Gehäuse – eine gute Idee

Wo ich mir nicht so sicher bin: Dieses verchromte Stahlgehäuse mit den geschliffenen Kreisen, die im Licht ganz fancy aussehen sollen. Für mich etwas zu viel Bling Bling, aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden. Erinnert mich trotzdem mit der Beschriftung mehr an ein DIY-Projekt.

Es sieht für mich aus, als wäre es für die Ewigkeit gebaut. Die Fußschalter sind zudem schön weit von den Reglern entfernt, dass man nicht wirklich aufpassen muss, im Eifer mit dem Fuß selbige zu verstellen.

Morley AFX-1 Rear

Preis und Marktstart

Das Morley AFX-1 soll 499 USD im Handel kosten und soll ab sofort ausgeliefert werden.

Es ist sicherlich seinen Preis wert. Allerdings sind 4 analoge Effekte zu dem Preis fast schon Boutique-Niveau. Und gemessen an der Flexibilität ist man mit etlichen digitalen Kisten besser dran – aber das ist eben nicht der Ansatz hier. Ich bin gespannt, ob und wie das Teil Verbreitung finden wird.

UPDATE: Ich habe gerade den Preis für den EU-Raum erfahren: 849 Euro. Wow. Das ist definitiv zu viel in meinen Augen und macht das AFX-1 vermutlich zu Blei in den Regalen.

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Bildquellen:
  • Morley AFX-1 Top: Morley
  • Morley AFX-1 bunt: Morley
  • Morley AFX-1 Rear: Morley
Morley AFX-1 Teaser

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5 Antworten zu “Morley AFX-1: Analoges MultiFX – alles Wichtige dabei?”

    Stefan sagt:
    3

    Morley erfindet hier das Rad nicht neu. Solche Kisten gibt es auch aktuell von mehreren Herstellern (Valeton Dapper Mini, Carl Martin Quattro, NUX Cerberus). Der Preis des Morley ist auf den ersten Blick sicher hoch, aber wer sich vier gute Effektpedale kauft, landet letztlich bei der gleichen Summe. Für mich wäre das Konzept was, aber ich bin schon mit allem, was ich brauche, eingedeckt. Ich würde so ein Gerät zusammen mit meinem Stymon Iridium nutzen. Dann hat man das beste aus beiden Welten. Amp-Modeling ganz am Ende der Sginalkette und davor alaloge Effektpedale. Was ist der Vorteil gegenüber einer reinen Modelling-Lösung? Man hat einfach schnellen Zugriff auf alles. Keine Menüs, keine doppelt belegten Schalter. Also Modelling für Analogtypen :-) Daher würde auf jeden Fall sagen, dass solche Kisten auch immer noch eine Daseinsberechtigung haben.

      Marco 🤣👍🎶🎶 sagt:
      0

      Ja ne tolle Idee, inzwischen bin ich auch schon dahinter gestiegen dass wenn man beide Welten miteinander vereint, man das beste bekommt. Bei mir ist es allerdings ein modelling amp von peavey, ein einfacher Haudegen mit ordentlichen Lautsprechern dran zum Mikrofonieren und somit wäre dieses Problem auch noch weg, denn bei higain klingt das Mikrofon immer noch am besten und nicht nach Rasierapparat von Braun 🤣🤣🤣🤣

    Stefan sagt:
    1

    Kurze Nachfrage: Ist klar an welcher Stelle der Signalkette der FX-Loop sitzt?

    Marco 🤣👍🎶🎶 sagt:
    0

    Bei dem Preis hilft das Roland ME80 aus, kann mehr, klingt nach mehr und hat einen ordentlichen Preis von 350€! Hat Presets, mega viel Dreher und klingt sehr gut. Stückl zurück in die Vergangenheit gibt’s auch noch den Ibanez UE 405. Er bietet wirklich analoge Effekte und klingt entsprechend altmodisch nach 1970-1980,also richtig gut! Ist aber auch nur auf dem Gebrauchtmarkt zu kaufen und recht billig. Aber ja wer zu viel Geld hat….

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