Synth-Hall-Tipps – Nach der Superbooth 2026 am Wochenende
Wochend-Tipps für einen besseren Hall
Nach der Superbooth gibt es oft nicht mehr viele News, dennoch gab es einiges und viel zu verarbeiten für alle, die dort waren. Es war nämlich dicht und reichlich. Dicht und schön sollte auch der Live-Hall sein, und genau dafür liefern zwei Lösungen zwischendurch interessante Ansätze.
Hall für Live – Wochen-Ende!
Intellijel Swells Hall
Etwas „untergegangen“ in den vielen Posts ist das Intellijel Swells-Modul, das auch für Synthese mit Hall gedacht ist. Hier lassen sich nicht nur die typischen „zwei Parameter“ wie die Hallgröße steuern. Du findest Predelay, Größe, Ausklangdauer, getrennte Bedämpfung für Höhen und Tiefen, einen EQ sowie die beiden klanglichen Parameter Ebb und Flow mit bipolaren Potis und wunderschönen Fadern für jeden Wert – inklusive Stereo-Ausgang und Stereo-Eingang direkt auf dem Eurorack-Modul.
Ebenfalls eingebaut ist ein Envelope-Follower, der bereits andeutet, dass du mit dem Modul nicht einfach nur „Standard-Effekte“ erzeugen kannst. Du kannst auch Nadelpulse hineinschicken, um es als Resonator oder für Karplus-Strong-Sounds zu nutzen.
Das ist noch lange nicht alles, aber mehr als ausreichend, um sich dafür ernsthaft zu interessieren. Nicht wahr? Pur und ohne Patch-Tricks klingt es wie im ersten Video. Das Video darunter enthält außerdem komplexere Ideen dazu, was du damit machen kannst:

Korg NTS-1 als Hall-Maschine
Der kleine Korg-Synthesizer – heute in seiner MK2-Version – besitzt einen Effektbereich, und der ist in puncto Reverb sehr spannend und erstaunlich hochwertig. Das ist nicht neu, aber wusstest du, wie gut er eigentlich klingt? Warum sollte man ihn NICHT als Hall-Gerät missbrauchen? Er ist klein, superkompakt, günstig, und der Hall wurde in der zweiten Generation deutlich vielseitiger umgesetzt. Außerdem gibt es sehr schöne externe Angebote dafür, nicht nur von Sinevibes, sondern auch von anderen Entwicklern.
Abgesehen von dem Intellijel-System im Video ist das eine schöne Idee. Gefunden bei Sung und mit dem Vorgänger bereits selbst „praktiziert“ – mit dem „alten“ NTS-1. Sowohl er als auch ich besitzen noch den „alten“, und auch der funktioniert weiterhin sehr gut. Außerdem habe ich hier den „Kaoss-Pad“-artigen NTS-3 verlinkt. Vielleicht passt der für manche besser, aber mir gefällt die sehr kleine NTS-1-Lösung gut.
- Zur Website von Korg
Cubusynth Arkarion – Besondere Stimme
Kürzlich gepostet von Richard Devine – einfach wegen der Optik und des Routing-Konzepts. Es handelt sich um eine Synthesizer-Stimme in analoger Form, die sich im Eurorack nutzen lässt. Das Routing selbst ist digital und neu gedacht – dafür lohnt sich definitiv ein zweiter Blick. Zur Steuerung besitzt der Arkarion sowohl CV als auch MIDI.
Trotz und neben der auffälligen Routing-Anzeige-Optik findest du einen Buchla-artigen Hüllkurvengenerator nach dem Rise/Fall-Prinzip, zwei spannungsgesteuerte LFOs und einen Zufallsgenerator im Arkarion. Das Herzstück ist ein Multimode-Filter, das auch einen Allpassfilter-Modus bietet – neben Tiefpass, Hochpass und Bandpass. Das ist unerwartet, denn normalerweise befindet sich dort eher ein Notch-Filter.
Dazu gesellt sich ein Tape-Delay mit CV-Steuerung und etwas, das Cubusynth „Gene-Mod“ nennt – eine Art Variationssystem für die Verschaltung der Module untereinander. Zu diesem System gehört auch der „Randomizer“ für 65.535 Routing-Kombinationen. Er ist nicht primär als Zufallsprinzip gedacht. Der Arkarion besitzt außerdem 64 Speicherplätze für Sounds. Ja, du kannst auch die Routings zufällig würfeln lassen, aber das muss nicht zufällig sein. LEDs zeigen dir das Routing und weitere Zustände an.
