von  stephan  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 8 Min
Gitarren-Boutique: Shark Guitars, Brian Setzer, Spector Rex Brown

Gitarren-Boutique: Shark Guitars, Brian Setzer, Spector Rex Brown  ·  Quelle: Shark Guitars

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In dieser Ausgabe der Gitarren-Boutique schauen wir uns drei ganz unterschiedliche Geschichten an. Shark Guitars aus der Türkei wagt sich mit modularen Gitarren, wechselbaren Hälsen, Pickups und sogar Onboard-Effekten weit aus der Deckung. Brian Setzer und die Stray Cats melden sich nach einer schwierigen Zeit zurück – und allein der Anblick von Setzer mit seiner Gretsch macht Hoffnung. Und bei Spector gibt es ebenfalls ein Comeback: Metal-Legende Rex Brown ist wieder an Bord und bekommt mit dem Euro 4 ein Signature-Modell, das tief in der Pantera-Geschichte verwurzelt ist.

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Die Stray Cats sind zurück – Brian Setzer hat wieder seine Gitarre in der Hand

Das sind Bilder, die man als Gitarrenfan gerne sieht: Brian Setzer, seine Gretsch und die Stray Catswieder gemeinsam auf der Bühne. Nachdem die Band ihre für 2025 geplante US-Tour wegen Setzers Autoimmunerkrankung absagen musste, gibt es nun endlich wieder Grund zur Freude. Die Erkrankung hatte Setzer zeitweise so stark beeinträchtigt, dass er nicht einmal mehr Gitarre spielen konnte. Für einen Musiker, dessen Name wie kaum ein anderer mit einer ganz bestimmten Gitarre und einem ganz bestimmten Sound verbunden ist, war das eine erschreckende Nachricht. Damals schrieb er die folgenden Zeilen:

„Ich wollte mich nur bei euch allen melden. Gegen Ende der letzten Stray Cats Tour habe ich bemerkt, dass ich Krämpfe in den Händen hatte. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass ich eine Autoimmunerkrankung habe. Ich kann nicht Gitarre spielen. Ich habe keine Schmerzen, aber es fühlt sich an, als würde ich ein Paar Handschuhe tragen, wenn ich versuche zu spielen. Ich habe einige Fortschritte gemacht: Ich kann wieder einen Stift halten und mir die Schuhe zubinden. Ich weiß, das klingt lächerlich, aber ich war an einem Punkt, an dem ich nicht einmal mehr das konnte. Zum Glück habe ich das beste Krankenhaus der Welt ganz in meiner Nähe, die Mayo Clinic. Ich weiß, dass ich das besiegen werde, es wird nur etwas Zeit brauchen.“ – Brian Setzer

Brian Setzer · Quelle: Instagram / Brian Setzer

Stray Cats live im TV

Umso schöner ist es, ihn nun wieder in seinem Element zu sehen. Die Stray Cats haben für Ende 2026 eine neue US-Tour angekündigt. Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits live und in Farbe bei Jimmy Fallon zu sehen, wo Setzer und seine Weggefährten Lee Rocker und Slim Jim Phantom erstmals seit mehr als 35 Jahren wieder gemeinsam in einer Late-Night-Show auftraten und natürlich ihren großen Hit „Rock This Town“ aus dem Jahr 1981 spielten.

Und ja: Diese drei haben auch nach all den Jahren nichts von ihrer besonderen Magie verloren. Setzers Gretsch, Rockers Kontrabass und Slim Jims minimalistisches Schlagzeugspiel sind eine jener Kombinationen, die man nach wenigen Takten erkennt. Drei Musiker, ein Sound – und viel Energie.

Vielleicht ist es genau diese Konsequenz, die die Stray Cats bis heute so besonders macht. Sie müssen niemandem beweisen, dass Rockabilly funktioniert. Sie spielen ihn einfach. Willkommen zurück, Brian. Schön, dass die Gitarre wieder da ist, wo sie hingehört.

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Spector Euro 4 Rex Brown Signature: Zurück zu den Wurzeln

Endlich! Metal-Legende Rex Brown ist zurück bei Spector – und damit bei der Marke, die untrennbar mit seinem charakteristischen PANTERA-Sound verbunden ist. Wer auf der Suche nach dem “ultimativen Metal-Bass” ist, sollte den neuen Euro 4 Rex Brown Signature zumindest einmal auf dem Schirm haben.

Interessant ist dabei die Geschichte hinter dem Instrument: Auf Cowboys from Hell und Vulgar Display of Power spielte Brown noch keine Spector-Bässe. Erst während der Aufnahmen zu Far Beyond Driven kam er mit den Instrumenten in Kontakt. Der Grund war denkbar pragmatisch: Vinnie Pauls gewaltige Bassdrum und Dimebag Darrells Gitarrensound ließen in den unteren Frequenzen kaum Platz. Brown suchte deshalb nach einem Bass, der sich mit ordentlich Mitten und Punch besser durch diesen Sound-Dschungel schneiden konnte – und fand ihn bei Spector.

Wer also wissen möchte, welche Pantera-Phase man mit diesem Bass verbindet, sollte vor allem bei Far Beyond Driven genauer hinhören. Auch The Great Southern Trendkill und Reinventing the Steelgehören zur langen Spector-Ära Browns.

Spector Euro 4 Rex Brown Signature · Quelle: Spector

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Genial: transparente Elektronikabdeckung
Genial: transparente Elektronikabdeckung · Quelle: Spector

Spezifikationen

Der neue Euro 4 orientiert sich entsprechend an diesem Rezept: EMG PJ-X-Pickups treffen auf Spectors TonePump-Preamp. Dazu kommen ein dreiteiliger Ahornhals, Palisandergriffbrett und ein leichter Empress-Korpus mit Flame-Maple-Decke. Das Desert-Gold-Finish soll an die Landschaft von Browns Heimat New Mexico erinnern.

Entscheidend ist aber natürlich, was aus dieser Kombination herauskommt: Punch, präsente Mitten und ordentlich Low-End, ohne im Gitarrenbrei zu verschwinden. Also ziemlich genau das, was man von Rex Brown erwartet. Und ganz ehrlich: Nach all den Jahren wieder einen Spector in den Händen des Mannes zu sehen, der diesen Sound maßgeblich geprägt hat, fühlt sich einfach richtig an. Leider nicht für jeden Geldbeutel erschwinglich. 

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Shark Guitars: Die Gitarre zum Umstecken

Floyd Rose, Fretless, aktive EMG-Pickups und spektakuläre Farben: Spätestens seit den 1980er-Jahren schien in Sachen E-Gitarre eigentlich alles erfunden. Klar, neue Varianten und clevere Detaillösungen gibt es immer wieder. Eine Gitarre, bei der sich aber nahezu alle wichtigen Komponenten nachträglich austauschen lassen? Das ist auch 2026 noch ungewöhnlich. Genau hier setzt Shark Guitars aus Antalya in der Türkei an. 

Austauschbare Tonabnehmermodule – komplett ohne Löten · Quelle: Shark Guitars

Modulares Gitarrensystem

Der Hersteller hat ein modulares Gitarrensystem entwickelt, das in puncto Flexibilität ungeschlagen sein dürfte. Gegründet wurde Shark Guitars von Cem Koksal, der selbst viele Jahre als sehr erfolgreicher Gitarrist auf der Bühne stand. In einem neuen Video stattet YouTuber Paul Davids ihm und seiner Fabrik einen Besuch ab und zeigt, was hinter dem ungewöhnlichen Konzept steckt.

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Tonabnehmer, Hälse und Bridges zum Wechseln

Mehr als acht Jahre haben Cem Koksal und sein Team in Forschung und Entwicklung investiert. Das Ergebnis ist ein konsequent modular aufgebautes System: Einzelne Komponenten lassen sich austauschen, ohne dass die Gitarre dadurch ihren professionellen Anspruch verliert. Das beginnt bereits beim Konfigurator. 

Wie inzwischen bei Herstellern wie Sandberg üblich, lassen sich Form, Farbe und Hardware im 3D-Builder individuell zusammenstellen. Doch bei Shark Guitars geht das Konzept deutlich weiter: Ihr könnt euch sogar zwischen einem Fretted- und einem Fretless-Hals entscheiden. Blueprint lässt grüßen!

Und der lässt sich nicht etwa nur mit entsprechendem Werkzeug tauschen. Dank eines eigens entwickelten Systems soll der komplette Hals innerhalb von rund 30 Sekunden ab- und wieder anmontiert sein. Auch die Tonabnehmer sind modular aufgebaut und können selbst nach Fertigstellung der Gitarre problemlos ausgetauscht werden. Bei der Bridge geht es ähnlich flexibel zu: Mit wenigen Handgriffen lässt sich je nach Modell zwischen Floyd Rose und Hardtail wechseln.

So sehen Effekte bei Shark Guitars aus
So sehen Effekte bei Shark Guitars aus · Quelle: Shark Guitars

Effekte direkt in der Gitarre

Als wäre das noch nicht genug, hat Shark Guitars auch gleich noch ein Effektkonzept integriert. Mehr als 15 verschiedene Effekttypen stehen zur Verfügung – von Overdrive, Distortion, Delay, Kompressionund Fuzz bis hin zur Lautsprechersimulation. Dabei kommen sowohl digitale als auch analoge Schaltungen zum Einsatz.

Das Verrückte daran: Auch die Effekte sind nicht fest eingebaut. Sie werden über Steckkarten eingesetzt, die optisch ein wenig an alte Konsolenspiele erinnern. Bis zu drei davon lassen sich gleichzeitig in einer Gitarre unterbringen. Und genau hier wird es spannend: Das Konzept eröffnet eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die man bei einer “klassischen” Gitarre schlicht nicht hat. Heute Fretless, morgen Fretted. Anderer Pickup. Andere Bridge. Dazu drei neue Effekte – und schon fühlt sich das Instrument beinahe wie eine andere Gitarre an.

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Weitere Möglichkeiten

Auch das ist noch längst nicht alles. Wie weit sich das Konzept treiben lässt, zeigen die folgenden Videos. Wer ein Faible für ungewöhnliche Gitarrentechnik hat, sollte hier definitiv einmal reinschauen.

Wir sagen: Chapeau! Shark Guitars zeigt, dass bei der E-Gitarre offenbar doch noch nicht alles erfunden ist. Wir sind gespannt, wohin die Reise geht – und wünschen dem Team aus Antalya viel Erfolg!

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