von claudius | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Gibson Logo  ·  Quelle: gibson.com

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Ich hatte ja letztens schon eine kleine Wutattacke bei der Aktion um Les Pauls 100sten Geburtstag. Nun ist bei Gawker schon wieder ein Artikel aufgetaucht, der Missstände bei Gibson und die Meinung verschiedener Nutzer und Mitarbeiter zitiert. Schon krass, was man da liest. Von Gibsons Seite hört man dazu leider noch nichts.

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Gawker hatte Nutzer und Mitarbeiter von Gibson dazu aufgerufen, ihnen ihre Leidensgeschichte zu schreiben. Das haben wohl auch einige getan. Manche überlegen sogar, über die Sache ein Buch zu schreiben. Laut Gawker hat Gibson aktuell zwei schwerwiegende Probleme: Die Mitarbeiter hassen die Firma, vor allem den CEO Henry Juszkiewicz, und die Nutzer sind der Meinung, dass die aktuellen Produkte Müll sind.

Eine Bewerberin aus den UK berichtet von einem Vorstellungsgespräch in den USA, bei dem vermutlich jeder Bauchschmerzen bekommen würde: Innerhalb von drei Stunden sprach sie ungewollt mit mehreren Mitarbeitern verschiedener Bereiche und zwischendrin gab es einen für sie belanglosen Test auszufüllen. Zum Abschluss traf sie noch einen überdrehten CEO, der ihr ungutes Gefühl letztendlich mehr als bestätigte. Sie hat den Job nicht angenommen. Ein anderer, ehemaliger Mitarbeiter schreibt, dass er für Gibson extra nach Nashville gezogen ist. Weil er aber anderer Meinung als der CEO war, wurde er auf der Stelle entlassen.

Dann berichten noch ein paar Gibson-Nutzer über ihre Erfahrungen mit den aktuellen Modellen. Einer geht sogar soweit zu behaupten, Gibson Gitarren wären von der Verarbeitung maximal 400 USD wert: „Die Bünde sehen aus wie von Affen eingebaut, die Qualitätssicherung muss betrunken sein“. Ein ehemaliger Händler meint, dass die Qualität der gelieferten Gibson-Produkte „crap“ war und die Zusammenarbeit mit Gibson ein Albtraum war. Das deckt sich mit Aussagen, die ich von einem Musikerkollegen aus erster Hand erfahren habe (siehe oben verlinkten Artikel).

Harter Tobak, oder? Ja, ich weiß, dass man im Internet gern seinem Unmut Luft macht und positive Erfahrungen nicht so oft oder nur beiläufig (und mit weit weniger Trara) berichtet werden. Die Kritik wird aktuell aber immer lauter. Ich kann auch sehr gut verstehen, dass sich die Käufer durch den Pflicht G Force Tuner einfach bevormundet fühlen. Ich weiß zwar aus eigener Erfahrung, dass er funktioniert, aber kaufen und dafür bezahlen würde ich ihn auch nicht.

Irgendwas muss da also im Busch sein. Ob es wirklich am CEO liegt, wie bei Gawker behauptet wird, kann ich nicht beurteilen. Irgendwas sollte Gibson aber mal unternehmen, damit diese negative Grundeinstellung gegenüber der legendären Marke wieder abflacht. Ich möchte hier aber niemanden in Schutz nehmen, jeder schmiedet sein Glück selbst. Die Chance zum 100sten Geburtstag des legendären Les Paul etwas richtig Krasses zu inszenieren, hat Gibson leider verpasst. Den Usern die Wünsche für das Jahr 2015 zu erfüllen, anscheinend auch. Da muss gehandelt werden – vielleicht diesmal im Sinne der Kundschaft? Ich glaube, totschweigen schürt nur noch mehr Unmut.

Heute ist bei Gawker noch eine Kopie einer E-Mail aufgetaucht, die wohl vom District Manager vom Guitar Center persönlich an alle Store Abteilungsleiter gesendet wurde. Darin wurde gebeten, den Gawker Artikel nicht weiterzuleiten, weil Gibson einer der größten „Geschäftspartner“ ist und es nicht den Internet-Richtlinien von Guitar Center entspricht. Außerdem will man „potential issues“ vermeiden – Gawker vermutet Konsequenzen für den Mitarbeiter. Schon ziemlich hart, wenn die E-Mail echt ist.

Was meint ihr zu der Situation?

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3 Antworten zu “Gibson – im Auge des Shitstorms?”

    S.K. sagt:
    0

    Gibson baut schon so lange Scheiße was Händer und Nutzer angeht. Da finde ich es nur richtig, wenn die mal einen ordentlichen SChuss in den Bug bekommen.

    dünner lizzy sagt:
    0

    Arme Firma. Hört man schon seit Jahren, dass die Probleme haben. Der Chef scheint echt ein richtiger Arsch zu sein. Erst wenn sich da etwas ändert, geht es bergauf.

    lp sagt:
    0

    Gibson hat einfach grad nur Pech. Und im Internet flamed es sich so leicht.

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