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Furch Guitars Gitarren Hals Lack Silber Nano Corona

 ·  Quelle: Furch Guitars

Das nenne ich doch mal eine interessante Entwicklung auf dem Gitarrenmarkt. Furch Guitars hat einen neuen Lack für die Rückseite der Hälse entwickelt, der „von Corona inspiriert“ antibakteriell wirken soll und so der Gesundheit der Gitarristen zuträglich sein könnte. Außerdem soll der Hals dadurch noch „smoother“ und schneller werden. Also alles tutti?

Furch Guitars „Corona“ Lack

Mal ehrlich: Wirkliche Innovatioon fehlt schon länger am Gitarrenmarkt. Vielleicht auch, weil es keiner Innovation bedarf? Aber es gibt immer wieder kleine Schritte, die abseits von veränderten Formen und Farbvarianten den Markt etwas spannender machen. Der neue Lack von Furch Guitars wirkt angeblich antibakteriell.

Dazu gibt es einen neuen Bestandteil im Lack: Silber. Genauer genommen sind es Nanopartikel, die den Hals nicht nur weicher bzw. glatter und damit schneller bespielbar machen könnte, sondern gleichzeitig laut Hersteller auch antibakteriell wirkt. Inspiriert wurde das durch die aktuelle „Corona-Pandemie“.

Silber – gegen Bakterien und Viren auf Gitarren?

Mal ganz abseits von der „alternativmedizinischen“ Angstmacherindustrie mit unhaltbaren Versprechen ohne relevante Nachweise hat Silber in Wasseraufbereitung, Funktionskleidung der modernen Medizin und Kosmetik tatsächlich seine nachweislich wirksamen Anwendungsgebiete. Es wird beispielsweise in Pflastern oder testweise in Anitibiotika verwendet und wirkt nachweislich antimikrobiell. Auch bei möglichst keimfreien Oberflächen (z. B. Kliniken) wird es eingesetzt. Es ist für Menschen nach aktuellem Forschungsstand unbedenklich bei moderatem Hautkontakt – ebenfalls in der effektiveren Nano-Form, die im Furch-Lack eingesetzt wird.

Labor Versuch Geraete Reagenzgrlaeser Silber

Silber wirkt grundlegend antimikrobiell (nicht nur antibakteriell) und demnach gegen Bakterien, Schimmel und andere Pilze. Die Wirkung gegen Viren ist allerdings nur schwach belegt und vor allem gegen HI-Viren wohl (unter klinischen Bedinungen) wirksam. Daher ist es nur richtig, dass Furch nicht vom „Anti-Corona-Lack“ spricht, sondern nur von einem „von Corona inspirierten Lack“. Denn Corona ist ein Virus und die Wirksamkeit dagegen nicht belegt.

Am Ende schadet es eventuell (!) nicht der Gesundheit und hilft dabei, den Hals von bestimmten Bakterien und Pilzen zu entkeimen. Praktisch. Das heißt: Wer ohnehin nicht seinen Gitarrenhals nach dem Spielen reinigt, der kann so potenziell schädlichen Keimen das Überleben auf der Oberfläche erschweren.

Ob das wirklich notwendig bzw. sinnvoll ist oder übertriebene Hygiene, muss jeder selbst entscheiden. Für beide Szenarien gibt es gute Beispiele und man könnte vortrefflich streiten, ob das gesunde Immunsystem das alleine schafft oder ob man ihm durch die besondere Exposition zu „Keimen“ in dicht besiedelten oder unhygienischen Proberäumen/Clubs etwas unter die Arme greifen sollte. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Furch Guitars lackiert alle Hälse nun strandardmäßig damit. Allergiker sollten das vorher wissen. Für die meisten anderen dürfte sich wenig ändern, das BfR rät dennoch dazu, sich nicht grundlos auszusetzen. Wie sich das auf den Preis auswirkt, wurde nicht gesagt.

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19 Antworten zu “„Corona-Lack“ für den Gitarrenhals – Furch entwickelt speziellen Lack”

  1. Lekiltho sagt:

    kleiner Tipp: einfach mal vor dem Spielen Hände waschen. Thema erledigt.

    • claudius sagt:

      Der Tipp ist natürlich richtig. Aber vermutlich so effektiv umgesetzt wie vor dem Berühren der Tastatur. Man nimmt sich viel vor, manche spielen konsequent nur mit dünnen Handschuhen Bass/Gitarre. Ich würde schätzen, dass 99% (wenn überhaupt) Nachsorge betreiben. Ich wische und desinfiziere 1x/Woche meine Tastatur und Touch-Displays. Bei der Gitarre bin ich etwas nachsichtigerm, aber 1x im Monat würde ihc sagen, reinige ich meinen Hals und meine (beschichteten) Saiten.

  2. Markus sagt:

    Wenn man sich überlegt, durch wie viele Hände so eine Gitarre täglich geht. Da ist bestimmt eine Autobahntoilette sauberer :-)

    Schöner Marketing-Stunt, aber kompletter Quatsch.

  3. Benny Lava sagt:

    Bakterien auf der Haut sind kein Problem. Hat der Körper eine Schutzschicht und andere Abwehrmassnahmen dagegen.

    Einfach nicht so oft die Hände waschen und bloß nicht dauernd die Schutzschicht mit Desinfektionsmittel zerstören.

    • claudius sagt:

      Es gibt schon einige Keime/Bakterien, die auch Gesunde Menschen mit „normalen Hautbarrieren“ vollkommen aus der Bahn hauen können und einen Krankenhausaufenthalt lebensentscheident ist. Das ist nicht einmal so selten, wie man vielleicht meint. Das möglicherweise zu vermeiden finde ich nicht schlecht.

  4. jj sagt:

    by the way… Furch ist nicht US Firma, wie in der Artikel-Übersicht behauptet wird, sondern ein Unternehmen aus Tschechien… ok, sie hat Niederlassung in Nordamerika, was den Autor vielleicht zu der Irritation geführt hat :-)

  5. Rainer sagt:

    Heute ist doch garnicht der 1. April!!!
    Ich hoffe das reicht als Kommentar.

  6. Lukas Mohn sagt:

    Na natuerlich schuetzt es vor Corona!
    Wenn Claudius (eigtl gute Artikel?) als anerkannter Gearnews-Reporter des meint… ich vertraue ihm voll! Millenials vor!

  7. Bêla B. sagt:

    Also ich weiss nicht…trage bereits seit Oktober doppelt Maske u. es hilft! Man fühlt sich einfach sicher, weiss nicht wie man das űberhaupt früher mit dumm wildem Rumknutschen usw. geregelt hat?
    Es.sind doch nur diese Boomer geg. alles was seitens Vorsorge Sinn macht!

  8. Richard sagt:

    Silber wurde schon immer von der
    Alternativ Medizin genutzt. Die Alternativ Medizin gibt es schon etwas länger als die Schulmedizin. Die Schulmedizin ist eine neu Disziplin. Gruss

    • claudius sagt:

      Du meinst Kolloidales Silber? Dazu gibt es keinen Wirsamkeitsnachweis.

      Sog. „Schulmedizin“ ist ein Begriff, der u.a. duch die Nazionalsozialisten geprägt wurde und auch heute in dem Kontext wieder (absichtlich und unabsichtlich nachgeplappert) verwendet wird und du dich mit der Verwendung des Begriffs auf eine ebene mit den Gedanken stellst. -> https://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin#Begriffsverwendung_durch_Antisemiten (Generell ist der Artikel lesenswert)

      In der sog. „Alternativmedizin“ wirst du vor allem mit Angst gefüttert und teuren, oft unwirksamen Medikamenten „behandelt“. In der modernen Medizin ist wahrlich nicht alles gut, aber sie beruht auf Studien, die sich ggf. auch selbst widerlegen und nachweislich wirksame Medikamente durch hoffentlich kluge Studiendesigns hervorbringt und nicht auf Einzelanekdoten oder dahergeredeten Wunderheilungen einzelner „Gurus“ beruht.

      • Richard sagt:

        Aha, Tante Wiki. Nun, gut.
        Als Schulmedizin wird die ärztliche Diagnose und Therapie nach wissenschaftlich anerkannten Methoden bezeichnet, wie sie an den medizinischen Hochschulen gelehrt wird. Im Gegensatz dazu steht die Alternativmedizin, die in der universitären Ausbildung eher im Hintergrund steht.

  9. Engl sagt:

    Antibakteriell bedeutet: GIFTIG!
    Der Lack ist so giftig, das Bakterien davon sterben. Unsere Hautzellen werden aber auch mitvergiftet.
    Viel Spass in der toxischen Welt!

    • claudius sagt:

      Nein, bedeutet es nicht, da bist du leider einer Falschinformation aufgesessen. Da hätte ich an deiner Stelle mehr Angst vor Nickelsaiten oder Nitrolack. Oder bestimmten unbehandelten Hölzern im Haushalt. Luft in der Stadt (Abgase) und Land (Landwirtschaft). Plastik. Druckerschwärze. Aromatisierten Taschentüchern. Wandfarbe … die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

      Aber zum Them giftig fällt mir dieser, mittlerweile archaische, Hit ein: https://www.youtube.com/watch?v=T7uPzZq0et8

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