FB3, Clew, Wasser: 3 Freeware-Plugins für Vintage-Hybridsynth, Federhall und flüssige Delay-Experimente
Ein Kawai-Klassiker, physikalisch modellierter Federhall und ein Delay, das sich frei zeichnen lässt
Diese Woche ist mal wieder ein echtes Sammelsurium: FB3 von Full Bucket Music holt den Kawai K3 von 1986 zurück in die DAW, Clew von Fruitless Research modelliert den klassischen Federhall aus Gitarrenamps physikalisch nach, und Wasser von dBdone ist ein sogenanntes „liquides Multiband-Delay“, das ich in dieser Form ehrlich gesagt noch nie gesehen habe. Drei Plugins, drei völlig unterschiedliche Ideen, aber alle mit echtem Charakter. Falls ihr darüber hinaus auf der Suche nach weiteren Freeware Plugins seid, schaut mal in unserer Sammlung vorbei!
Kostenlose Plugins zum Freeware Sonntag
Full Bucket Music FB3: Kostenlose Kawai-K3-Emulation für eure DAW
Full Bucket Music hat schon eine ganze Reihe hervorragender kostenloser Software-Synths im Portfolio, und FB3 reiht sich da nahtlos ein. Das Plugin emuliert den Kawai K3/K3m aus dem Jahr 1986, einen ziemlich unterschätzten Hybrid-Synth mit einer Kombination aus digitalen Schwingungsformen und analogen Filtern, vergleichbar mit Zeitgenossen wie dem KORG DW-8000.

Der K3 kann erstaunlich schöne Klangfarben erzeugen, von den erwartbaren glasigen, digitalen Tönen bis zu überraschend druckvollen Bässen und satten Pads. Wegen dieser Hybrid-Architektur wird er von manchen sogar als „PPG Wave des kleinen Mannes“ bezeichnet, auch wenn ihm das Wavetable-Scanning des großen Vorbilds fehlt.
Full Bucket Music hat den K3 in seiner ganzen Achtziger-Pracht nachgebaut, inklusive Emulation der originalen Schwingungsform-Generator-Einheit und der analogen SSM2044-Filter. Der Synthesizer bietet bis zu 64-stimmige Polyphonie und bringt sämtliche originalen Werkssounds mit. Er kann sogar K3-SysEx- und User-Wave-Daten importieren und exportieren. Und wer noch ein echtes Original-Gerät besitzt, kann FB3 sogar als Editor dafür nutzen. Sehr cool!
Full Bucket Music FB3 ist für macOS und Windows in den Formaten VST, VST3, AU, CLAP und AAX erhältlich.
Fruitless Research Clew: Physikalisch modellierter Federhall
Clew von Fruitless Research ist ein kostenloses Federhall-Plugin auf Basis physikalischer Modelle. Laut Entwickler soll es den Klang der zweisträngigen Federhall-Tanks nachbilden, wie man sie aus zahlreichen Gitarrenverstärkern kennt. Im Stereo-Modus läuft das Signal durch zwei leicht unterschiedliche Tanks, was das Stereobild der Quelle erhält und Mono-Quellen zusätzlich breiter klingen lässt.
Neben einem Decay-Regler, der die Federn dämpft, bietet Clew ein Low-Cut-Filter zur Bereinigung des Bassbereichs, einen Drive-Regler für etwas Eingangssättigung sowie einen Mix-Regler. Als netten Zusatz gibt es eine spektrale Ansicht der Hallfahne, wobei ich ehrlich gesagt sagen muss: Bei einem Federhall-Plugin hätte ich darauf auch verzichten können.
Praktisch gesehen eignet sich Clew hervorragend für alles, was diesen typischen, leicht metallischen Amp-Federhall-Charakter braucht, Gitarren allen voran, aber auch Drums und Synths profitieren von dieser speziellen Klangfärbung.
Fruitless Research Clew ist für macOS und Windows in den Formaten VST3, AU und AAX erhältlich.
dBdone Wasser: Flüssiges Multiband-Delay
Was zur Hölle ist ein „liquides Multiband-Delay“, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Wasser von dBdone ist ein Delay-Plugin, wie ich es so tatsächlich noch nicht gesehen habe. Das Audiosignal wird in einzelne Frequenzbänder aufgeteilt, für die sich jeweils eine eigene Delay-Zeit einstellen lässt. Damit lassen sich ziemlich verrückte Dinge anstellen, etwa rhythmische Delays, die je nach Frequenzbereich im Ausgangsmaterial völlig unterschiedlich reagieren. Es braucht ein bisschen, bis man den Dreh raus hat, aber man kann auch einfach eine Kurve zeichnen und hören, was passiert.
Apropos Zeichnen: Das Interface gefällt mir wirklich gut, gerade weil es so direkt ist. Jede Spalte steht für ein Frequenzband, die Höhe der Spalte repräsentiert die Delay-Zeit als Vielfaches der gewählten Beat-Unterteilung. Ihr könnt die Spalten einzeln einstellen oder direkt mit der Maus eine Kurve zeichnen. Simpel und intuitiv!
Laut Entwickler funktioniert Wasser am besten auf Drums und Percussion, weil „ein Delay Lücken braucht, in die es landen kann“. Da kann ich nur zustimmen. Starke Idee.
dBdone Wasser ist für macOS und Windows in den Formaten VST3, AU und AAX erhältlich.
Weitere Freebies wie FB3, Angebote und Tipps & Tricks…
findet ihr hier. Und hier geht es zu allen Ausgaben unserer Serie Freeware Sonntag.
Welches der drei Plugins probiert ihr zuerst aus?