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Brainworx bx_bassdude Bassman Plugin GUI

Unverkennbar ein blonder Bassman  ·  Quelle: screenshot gearnews

Brainworx bx_bluechorus Plugin GUI

bx_bluechorus  ·  Quelle: plugin-alliance.com

Brainworx bx_distorange Plugin GUI

bx_distorange  ·  Quelle: plugin-alliance.com

Brainworx bx_greenscreamer Plugin GUI

bx_greenscreamer  ·  Quelle: plugin-alliance.com

Brainworx bx_yellowdrive Plugin GUI

bx_yellowdrive  ·  Quelle: screenshot gearnews

Brainworx hat fünf neue Plugins vorgestellt: einen Amp aka Bassdude und vier sehr bekannte Pedale aka Bluechorus, Distorange, Greenscreamer und Yellowdrive. Die Namen lassen schon auf die Vorbilder schließen – aber klingen sie auch so? Ich habe mir die Demos mal näher angeschaut.

Der bx_bassdude ist ganz klar ein Bassman. Einer der legendären Fender Verstärker, der noch heute von Bassisten und Gitarristen eingesetzt wird – auch ich hatte ihn. Brainworx hat das Plugin für beide „Saiten“ entwickelt. Pate für den Sound stand ein early 60s Bassman. Es sind zwei Kanäle zu je zwei Eingängen „verbaut“: Bass Instrument und Normal. Beide haben einen separaten Lautstärkeregler und einen 2-Band-EQ als ToneStack. Dem Amp stehen außerdem via „FX Rack“ ein Noise Gate, zwei Filter (Low und High Pass), ein LoFi Delay (inkl. Tap und Tempo-Sync) und Endstufen-Simulation inklusive Power Soak zur Verfügung. Wie es sich für eine moderne Amp-Simulation gehört, ist auch eine Boxensimulation enthalten. Brainworx liefert gleich 35 verschiedene IRs und genug Presets, um direkt damit loszulegen – ob man nun Les Paul, Strat, Tele oder einen Bass umgeschnallt hat. Ich hab meine Tele auch mal mit einem LP-Preset probiert – klang auch gut. Persönlich hat mich das Plugin aber nicht so sehr überzeugt – hätte ich nicht schon einen Haufen virtuelle Bass- oder Gitarrenamps, würde ich aber vermutlich zuschlagen. Bassman ist eben Bassman. Ob der Sound einem zusagt oder nicht, kann jeder mit der 14-Tage-Demo selbst ausprobieren – jedoch braucht man dazu einen Account bei Plugin Alliance.

Die Pedale sind schneller erklärt: Hier sind die Originale nicht nur optisch Vorbild, sondern auch vom Sound. Alles andere wäre auch unsinnig. Der bx_distorange ist dem Boss DS-1 nachempfunden, der bx_yellowdrive dem Boss SD-1 und der bx_greenscreamer dem Tubescreamer, genauer gesagt dem Ibanez TS808. Klanglich konnten mich der Greenscreamer und Distorange eher als der Yellowdrive überzeugen. Letzterer klingt für mich irgendwie nicht sehr nach dem Original, irgendwie steriler und gequetschter. Die anderen beiden kommen eigentlich sehr nah ran, sind wie ihre Vorbilder aber auch eher One-Trick-Ponys und liefern eine ordentliche Portion Rauschen ins Signal, sobald Volume- oder Gainpoti die 12-Uhr-Stellung überschritten haben.

Um die Sache abzurunden, hat Brainworx auch einen Modulationseffekt inpetto: den Chorus bx_bluechorus. Welch anderer Chorus als der Boss CE-2 könnte hier Vorbild sein?! Es soll eine Revision der späten 80er bzw. frühen 90er sein, die hier nachgebildet worden ist. Da ich das Original aus den Jahren nicht persönlich kenne und auch nicht über Soundschnipsel im Netz beurteilen möchte, möchte ich hier nichts über die Soundtreue sagen. Aber es klingt auf jeden Fall nach einem angenehm runden Chorus.

Ich weiß, Geiz ist nicht immer geil, aber so zu 100% überzeugt mich persönlich das Paket nicht, dass ich dafür eine doch nicht unbeachtliche Stange Geld ausgeben würde. Dafür bieten kostenlose Alternativen teilweise fast gleich viel – zumindest bei den Pedalen. Der Bassdude ist durchaus solide, brauchbar und flexibel.

Alle Effekte gibt es nicht einzeln, sondern im „Brainworx Classic Guitar Tones Bundle“. Bis 15. Oktober kostet es 129 USD, danach 345. Im Gegensatz zu vielen sehr ähnlich klingenden, kostenlosen Pedal-Simulationen, die oft nur in einem Plugin-Format für ein OS vorhanden sind, liefert Brainworx die Plugins als VST2, VST3, AU, AAX Native, AAX DSP, Audio Suite und RTAS in 32 und 64 Bit für Mac und Windows.

Mehr Infos: Brainworx Classic Guitar Tones Bundle

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