von Dirk Behrens | 3,7 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
50 Jahre Atari

50 Jahre Atari  ·  Quelle: Gearnews

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Atari ist am 27. Juni 2022 genau 50 Jahre alt geworden. An diesem Tag im Jahr 1972 wurde das Unternehmen von Nolan Bushnell und Ted Dabney gegründet. Heute handelt es sich bei Atari um eine Marke, die nur noch bedingt mit dem ursprünglichen Unternehmen zu tun hat und primär als Publisher für Konsolen- und Computerspiele tätig ist, sich aber ebenso mit Blockchain-Technologie beschäftigt. Abseits von Unterhaltungsprodukten hat der frühere Hersteller in seiner Geschichte aber auch kräftig im Bereich der Homecomputer mitgemischt. Speziell der Atari ST war in den 80ern und 90ern ein beliebtes Werkzeug für die Musikproduktion. Und sogar die Geburt der DAW Cubase ist stark mit der Geschichte der ST-Serie verknüpft. Für uns ist das Grund genug, nachträglich zu gratulieren.

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50 Jahre Atari

Es gibt viele Meilensteine in der Geschichte dieses Herstellers, dessen Durchbruch 1975 mit der Veröffentlichung des Spielautomaten Pong gelang. Pong startet zunächst in den Spielhallen, wird dann aber auch als Spielgerät zum Anschluss an den heimischen Fernseher veröffentlicht. Als Inspiration dient das Tennisspiel der ersten Spielkonsole Magnavox Odyssey.

1977 erscheint mit dem Atari VCS schließlich die erste „richtige“ Konsole – ein weltweiter Dauerbrenner. Die Abkürzung steht übrigens für Video Computer System, zwei Jahre später bringt das Unternehmen mit dem Atari 400 und 800 aber tatsächlich erst einen eigenen 8-Bit-Homecomputer heraus. 1983 kommt der 800 XL, ein Gegenentwurf zu dem immer beliebter werdenden Commodore C64. Im Vergleich zu dem „Brotkasten“ genannten C64 bleibt der 800 XL aber hinter den Erwartungen zurück.

Atari ST

Atari ST

Eine Revolution für die Musikproduktion: Atari ST

Ab 1985 startet das nun unter neuer Federführung laufende Unternehmen mit dem Atari ST durch, einem 16-Bit-Rechner mit Motorola-Chip. Die verschiedenen Modelle der Serie sollen in Konkurrenz zu dem Commodore Amiga treten, der Commodore-Rechner wird aber gerade wegen der vielen Spiele (und Raubkopien) zu dem großen Gewinner der 16-Bit-Ära.

Es gibt aber einen Bereich, in dem der Atari ST seinem Konkurrenten ganz klar überlegen ist. Denn bei sämtlichen ST-Modellen sind Ein- und Ausgänge für den zu diesem Zeitpunkt noch relativ jungen MIDI-Standard eingebaut. Und das eröffnet Möglichkeiten, die zu diesem Zeitpunkt so keine anderen Computer anbieten.

Der ST wird damit zur ersten Wahl für die Musikproduktion, speziell Stile wie Techno und House bekommen durch dieses Extra einen enormen Schub verpasst. Es ist zwar möglich, auf einem Amiga Samples zu erstellen und diese über einen Tracker zu arrangieren – Sequencing über MIDI ist aber dennoch weitaus professioneller. Und im Gegensatz zu anderen Hardware-Sequencern lassen sich Projekte bequem auf Diskette speichern, nebenbei taugt der ST für ein paar gute Games.

Steinberg MIDEX +

Steinberg MIDEX +

Software wie Cubase von Steinberg startet auf diesem Homecomputer als MIDI-Sequencer durch, eine „richtige“ DAW wird erst Jahre später daraus. Zusätzliche Adapter wie das Steinberg MIDEX + ermöglichen sogar die parallele Ausgabe mehrerer MIDI-Spuren. Das legendäre Timing des Homecomputers kann so noch effektiver genutzt werden. Es gibt wahrscheinlich auch heute noch Producer, die auf das präzise MIDI-Timing des ST vertrauen.

Wir haben Atari also viel zu verdanken, die Geschichte der elektronischen Musik und auch die Geschichte der Entwicklung von DAWs wäre ohne Atari vermutlich anders verlaufen.

Atari heute

Gegenwärtig lebt die Marke primär durch Neuauflagen der kultigen Klassiker weiter. Auch wenn es unter dem Namen VCS seit 2020 wieder eine eigene Konsole gibt (siehe hier), leisten die vielen Games aus dem Back-Katalog mit Umsetzungen für aktuelle Rechner und die gängigen Konsolen vermutlich einen größeren Beitrag zum Bekanntheitsgrad der Marke. Es gibt aber auch viele neue Spiele, die unter dem Namen vertrieben werden, dazu kommen Sammelobjekte und diverse Goodies wie T-Shirts oder Basecaps.

Mit Atari 50 erwartet uns im November eine Compilation von 90 Klassikern, im Oktober erscheint eine witzige Sammlung von Minispielen. Und unter dem Namen Atari X will die Marke für zukünftige Innovationen im Bereich Blockchain sorgen. Wir wünschen viel Erfolg!

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Bildquellen:
  • Atari ST: Gearnews
  • Steinberg MIDEX +: Gearnews
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3 Antworten zu “Atari ist 50 Jahre alt: Vom VCS über den Atari ST bis zu Blockchain”

    Specktorpedo sagt:
    0

    Blockchain, klar. NFT vllt. noch, 2 Jahre nach dem Hype? So wie Kodak mit dem auch nur umgelabelten (gabs den jemals zu kaufen?) „KashMiner“.

    Lasst doch alles einfach in Würde sterben. Amiga ist auch so eine Marke deren vieler Herren seitdem nichts Bodenständiges beizutragen hatten.

    Da lob ich mir doch Projekte wie MiniMig und MiST, oder die Ersatz-PCBs von Bobs Bits:

    https://www.tindie.com/products/bobsbits/a500-amiga-500-replica-pcb/

    Marco 🤣👍🎶🎶 sagt:
    2

    Mein erster Computer war ein C64 und sah aus wie ein Brotkasten, nur dass man weder Brot noch Diskette rein tun konnte. Dazu bedarf es zur damaligen Zeit noch weiterer Ausstattung. Aber der Atari war mein zweiter Computer, dieser wurde dann wirklich nur für die Musik angeschafft. Denn kurze Zeit vorher war ich mit einem 4 Spur aus dem Session Walldorf raus gelaufen und hatte bereits meine ersten Aufnahmen gemacht. Musste ein Musikcomputer her. PCs waren damals noch nicht aus ihren Kinderschuhen gewachsen, also half nur ein Atari st1024! Steinberg twentyfour und später cubase 3.0 nud den midex+ dazu! Heute habe ich das alles wieder, aus nostalgischen Gründen, und ab und zu mache ich alles an und dudl damit rum. Macht echt Spaß. Ich habe noch eine Menge Hardware synths die da mit dran hängen und ein analog mixer….. Riesen Spaß!

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