Waveshaping Synthesizer 2026: Diese Modelle sind wirklich spannend
Von Wavefolder bis Waveshaper: Diese Hardware-Synthesizer setzen auf ungewöhnliche Klangformung
Waveshaping ist eher nicht das Erste, was vielen bei Synthese einfällt. Deshalb gibt es hier zunächst eine Einführung in die Möglichkeiten des Waveshapings und wo es ansetzt. Hier findest du die besten, aber auch einfach jene Synthesizer, die zu einem wesentlichen Teil mit Waveshaping und/oder Wavefolding arbeiten.
Best of Waveshaping Synthesizer
Die besten Waveshaping-Synthesizer
Anders als bei vielen gängigeren Syntheseformen ist Waveshaping deutlich weniger bekannt. Auch wie man es einsetzt, findet sich deshalb eher selten in Synthesizerübersichten. Also: Hier ist sie.
Früh wurde die Idee von sogenannten West-Coast-Synthesizern verwendet. Dort gab es einen festen Waveshaper, der ähnliche Auswirkungen auf den Klang wie FM oder Ringmodulation haben kann. Waveshaping ist bei der Klangveränderung flexibler, als einfach nur eine Grundwellenform zu filtern.
Dennoch haben die meisten Waveshaping-Synthesizer auch Filter, FM oder PWM und nicht selten weitere Elemente klassischer Synthesizer und ihrer Synthesemethoden. Kurz gesagt: Subtraktive Synthese macht einen Großteil aller Angebote aus und viele ihrer Elemente sind auch in Waveshaping-Synths zu finden.
Worauf musst du achten, damit es nicht schnell „langweilig“ wird?
Besonders gut ist eine lange Liste wählbarer Waveshaper. Oft sind nämlich keine oder nur eine Handvoll Shaper pro Synth an Bord. Noch besser ist es, wenn man sie selbst erstellen kann. So etwas findet man etwas unerwartet manchmal auch in einem Synthesizer wie u-he Zebra. Dennoch suchen und listen wir hier reine Hardware, da das eher seltener ist.
Hinweis: Wavefolder haben eine ähnliche Funktion wie Waveshaper, weshalb wir sie hier ebenfalls berücksichtigen, wenn sie dominant für den Klang verantwortlich sind. Interessant ist auch der Mask 1 von Kodamo, der zwar keinen Waveshaper nutzt, aber etwas, das indirekt daran erinnert. Dort sind verschiebbare Bitmasken nicht weit davon entfernt. Dennoch ist es in der „reinen Lehre“ nicht dasselbe.
Korg multi/poly
Mit Abstand am meisten Waveshaper zur Auswahl hat aktuell der Korg multi/poly. Ihn gibt es als Desktop oder mit kleiner Tastatur. Er ist nicht nur ein Nachfolger des Mono/Poly, sondern massiv erweitert und ein ausgesprochen starker Synthese-Synthesizer.

Neben den zahlreichen Waveshapern gibt es sogar doppelte Sync- und Crossmodulation, Filter mit Filter-FM sowie sehr umfangreiche LFOs und Hüllkurven, die sich dem Waveshaper widmen und dessen Wellenform sogar anzeigen können. Die Modulation ist dabei kaum komplizierter als klassische Pulsbreitenmodulation.
Dabei sind West-Coast-artige, klassische PWM-ähnliche, aber auch völlig andere Shaper möglich, etwa Röhren-Verzerrungs-ähnliche Effekte oder komplexe Phasing-Varianten. Allein diese Auswahl macht den Synthesizer – neben Wavetables und klassischen Wellenformen – extrem leistungsfähig. Vermutlich ist er aktuell einer der flexibelsten kaufbaren Waveshaping-Synthesizer. Polyphon und speicherbar.
- Den multi/poly gibt es bei Thomann*.
Buchla Ziggy
Der Ziggy ist auf der Superbooth sehr gut eingeschlagen und aktuell schlecht lieferbar. Viele wollen einen. Gleichzeitig bringt er die Buchla-Welt in Richtung speicherbarer Synthesizer. Er arbeitet klassisch mit einem Timbre-Wavefolder und erzeugt darüber seine Klänge.

Genau genommen ist er bewusst minimalistisch, gleichzeitig aber ein attraktives Angebot für Performance und schnelle Änderungen. Man könnte ihn fast als eine Art microKORG unter den Buchlas ansehen. Monophon und speicherbar.
- Den Ziggy gibt es bei Thomann*.
Pittsburgh Taiga
Vielleicht ebenfalls nicht stark im Fokus: Der Taiga ist jedoch ein subtraktiver Synthesizer mit Wavefolder, der die vorhandenen Wellenformen so faltet, dass jede Menge Obertöne entstehen. Pittsburgh ist damit einen ziemlich innovativen Weg gegangen und setzt konsequent auf Waveshaping beziehungsweise Wavefolding.

Mit seinen drei Oszillatoren deckt er zudem eine große Klangpalette ab. Klassische Analogsounds beherrscht er ebenfalls. Monophon, modular und ohne Speicher. Ihn gibt es außerdem als Keyboard-Version.
- Den Taiga gibt es in zwei Varianten bei Thomann*.
Mayer Vibes
Fast das Gegenteil von Ziggy und Taiga, aber noch immer ein wenig ein unbekanntes Wesen. Denn er besitzt eine Abteilung, die neben hochauflösenden Wavetables auch Shaping anbietet. Er hat quasi zweimal Shaping: einmal als Basismethode und zusätzlich eine nachgelagerte Shaper-Option, um den Klang noch einmal zu verändern, ohne die Filter nutzen zu müssen.
In den Oszillatoren 1 und 2 werden die Wellen anhand mehrerer Parameter algorithmisch verformt und liefern damit eine Vielfalt, die man teilweise auch von Modal kennt, hier aber noch umfangreicher umgesetzt wird. Mit zwei Filtern, weiterer FM, AM/Ringmodulation und sogar Sampling ist der Vibes ohnehin vielseitig. Dennoch stellt die Shaping-Methode eine der Hauptideen dieses Synthesizers dar.

Er ist trotz einiger Gemeinsamkeiten anders aufgebaut als ein multipoly. Dennoch besitzt er die wohl zweitgrößte Auswahl an Shapern, die direkt zur Wellenformung dienen. Die eigentliche Shaping-Welle wird dabei nicht angezeigt. Zusätzlich gibt es den bereits erwähnten Shaper-Bereich nach dem Oszillator. Ältere Synthesizer wie der Korg Z1 arbeiteten gelegentlich mit einem ähnlichen Konzept, allerdings deutlich weniger umfangreich. Auch bei anderen Synthesizern findet man vereinzelt Shaper, die erst nach dem eigentlichen Syntheseverfahren eingreifen.
Genau genommen gibt es sogar noch ein drittes Shaping innerhalb der Wavetables, die alternativ zum eigentlichen Shaping genutzt werden können. Das sollte eher als Teil der kreativen Wavetable-Möglichkeiten verstanden werden. Gerade dieser Punkt wird beim Vibes häufig unterschätzt. Polyphon und speicherbar.
- Den Vibes bekommst du bei Thomann*.
Arturia MiniFreak / MicroFreak
Der Freak, genauer gesagt beide Freaks, sind eigentlich keine reinen Waveshaping-Synthesizer. Wie viele andere Modelle verwenden sie verschiedene Syntheseformen, zwischen denen sich umschalten lässt. Eine davon ist jedoch ein Waveshaper. Es gibt ihn als polyphonen MiniFreak und als günstigen paraphonen MicroFreak.
Ein sehr flexibler Synthesizer für alle, die nicht tief in eine einzelne Syntheseform eintauchen möchten, sondern Klänge lieber mit wenigen Reglern formen. Genau das macht das Konzept so erfolgreich. Hinzu kommt eine der besten Modulationsmatrizen in dieser Geräteklasse. Polyphon beziehungsweise paraphon und speicherbar.
- Den MiniFreak und den MicroFreak bekommst du bei Thomann*.
Günstige Waveshaping- und Wavefolding-Synthesizer
Moog Mavis
Der kleine quasimodulare Synthesizer besitzt nebenbei auch einen Wavefolder. Dieser reagiert zwar nicht auf beide Wellenformen gleichermaßen, dennoch gehört der Mavis zu den wenigen kompakten Synthesizern, die Wavefolding so einfach zugänglich machen.

Er lässt sich auf Dreieck und Sägezahn von LFO und VCO anwenden und klingt dabei ausgesprochen gut. Monophon und ohne Speicher.
- Den Mavis gibt es bei Thomann*.
Hinweis zum Video: Wenn du einen Klangeindruck aller Mavis-Shaper-Kombinationen hören möchtest, starte direkt am Anfang. Dort werden alle Varianten vorgespielt. Die Audiodemos befinden sich ganz am Anfang und am Ende, die Tutorial-Abschnitte dazwischen sind per Kapitelmarken erreichbar.
Behringer Grind
Der Grind ist prinzipiell eine Art MicroFreak als modularer Desktop-Synthesizer. Er bietet zahlreiche ähnliche Syntheseformen. Darunter befindet sich auch die Mutable Instruments–Plaits-Engine, bei der ein Waveshaper zu den verfügbaren Klangerzeugungsmethoden gehört.

Sowohl Arturia als auch Behringer greifen auf diese Mutable-Idee zurück. Deshalb bieten beide Hersteller auch Waveshaping als Klangoption an. Monophon und ohne Speicher.
- Den Behringer Grind bekommst du bei Thomann*.
Fazit
Waveshaping gehört zu den spannendsten, aber oft unterschätzten Syntheseformen überhaupt. Vom klassischen Wavefolder bis hin zu komplexen, frei wählbaren Waveshaping-Algorithmen reicht die Bandbreite heute von günstigen Desktop-Synthesizern bis zu hochkomplexen Flaggschiffen. Wer gezielt nach einem Waveshaping-Synthesizer sucht, findet inzwischen deutlich mehr Auswahl als noch vor wenigen Jahren.
Besonders flexibel zeigen sich der Korg multipoly und der Mayer EMI Vibes, während Instrumente wie Buchla Ziggy, Pittsburgh Taiga, Moog Mavis oder Behringer Grind jeweils ihren ganz eigenen Ansatz verfolgen. Genau das macht Waveshaping so spannend: Kaum eine andere Syntheseform verändert den Grundcharakter eines Klangs auf so direkte und vielseitige Weise.
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