von  Dirk  | |  Lesezeit: 3 Min
Roland Future Design Lab und Neutone stellen Project LYDIA Phase 2 vor

Roland Future Design Lab und Neutone stellen Project LYDIA Phase 2 vor  ·  Quelle: Roland Corporation

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Roland Future Design Lab und Neutone stellen zum Start der Superbooth Project LYDIA Phase 2 vor, die Weiterentwicklung ihres Pedals, das mit dem sogenannten Neural Sampling funktioniert. Das klingt ziemlich nerdy und nach Raketenwissenschaft, basiert aber auf einer recht spannenden Idee. Wir schauen uns alles mal genauer an.

Worum geht es bei Project LYDIA Phase 2?

Project LYDIA Phase 2
Project LYDIA Phase 2 · Quelle: Roland Corporation

Hinter dem Roland Future Design Lab (kurz „RFDL“) steckt eine Forschungsabteilung der Roland Corporation, die sich mit der Zukunft von Musikinstrumenten und Musikproduktion beschäftigt. Project LYDIA Phase 2 ist eines der aktuellen Projekte, das in Zusammenarbeit mit dem in Tokyo beheimateten KI-Unternehmen Neutone entsteht.

Gemeinsam wurde an dem Konzept gearbeitet, ein neues Tool zu entwickeln, das Sound analysiert, daraus AI-Modelle erstellt und die jeweilige Klangcharakteristik anschließend in Echtzeit auf andere Audiosignale überträgt.

Das klingt vielleicht vertraut und erinnert an Convolution, Resynthese oder Spectral-Processing – vielleicht denken einige auch an das Prinzip eines Vocoders. Im Kern geht es hier aber tatsächlich um einen komplett neuen Ansatz, der auf neuronalen Netzen basiert und von RFDL und Neutone schlicht als Neural Sampling bezeichnet wird.

Project LYDIA Phase 2
Project LYDIA Phase 2 ist auf der Superbooth 2026 zu sehen · Quelle: Roland Corporation
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Neutone bastelt bereits seit einiger Zeit an Software, die mit dieser Technik arbeitet und bietet mit Morpho ein Plugin an, das du jetzt schon ausprobieren kannst. Project LYDIA Phase 2 verfrachtet Morpho quasi in ein Pedal, das in der neuen Version nun mit einem Raspberry Pi 5 arbeitet und über Ein- und Ausgänge verfügt, um auf ein zusätzliches Audiointerface zu verzichten.

Über MIDI lässt dich die Hardware jetzt besser integrieren und steuern, damit sind zum Beispiel auch Automationen über die DAW denkbar oder die Kombination mit einem zusätzlichen MIDI-Controller.

Was für Sounds sind mit Project LYDIA Phase 2 möglich?

Theoretisch gibt es keine Grenzen. Du könntest den Effekt (darum handelt es sich streng genommen) auf den Sound einer Trompete, Violine und ebenso den einer Bohrmaschine oder Vogelgezwitcher trainieren und diesen Charakter dann auf das eingehende Signal von einer Gitarre, einem Synthesizers oder einer Drum-Machine und ebenso deiner Stimme übertragen. In dem Video kannst du dir anhören, wie das bei der ersten Version des Pedals klingt:

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Bei vielen gehen ja mittlerweile die Alarmglocken an, sobald in irgendeiner Form künstliche Intelligenz gewittert wird, dessen ist sich auch Roland gewiss. Und genau deshalb soll Project LYDIA nicht als Ersatz für musikalisches Können funktionieren, sondern vielmehr eine kreative Erweiterung für Musikschaffende dienen.

Musiker sollen mit neuronalen Modellen auf unmittelbare, physische und musikalisch ausdrucksstarke Weise interagieren können. Mit dem vertrauten Pedalformat soll sich die KI-Technik nicht fremdartig anfühlen und sofort zum experimentieren einladen.

  • In dem Pedal steckt ein Raspberry Pi 5
  • Aktuell handelt es sich noch um einen Prototypen

„Bereits bei den ersten Demos mit professionellen Audioentwicklern und durch die überwältigende Resonanz von Musikern weltweit wurde klar, dass Project LYDIA den Nerv der Zeit trifft“, sagt Paul McCabe, Leiter des in Los Angeles ansässigen Roland Future Design Lab. „Dieser Dialog hat Phase 2 direkt geprägt. Diese Version spiegelt wider, was Kreative sich von KI-Hardware in realen musikalischen Anwendungen wünschen, und bringt gleichzeitig neue Ideen unseres Teams ein.“

Wann ist Project LYDIA erhältlich?

Bis jetzt gibt es keine Infos dazu, wann Project LYDIA in die nächste Phase geht und ein fertiges Produkt daraus wird. Das aktuelle Modell kannst du dir jetzt vor Ort auf der Superbooth (Booth B023 und B026) anschauen, auf der Audio Developers Conference Tokyo ist das „KI-Pedal“ im Juni zu sehen.

Und wer weiß ­– vielleicht gibt es ja schon in diesem Jahr das Pedal zu kaufen.

Weitere Infos

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