Analoge Filterbank für mehr Charakter – das musst du beachten!
Pedale gibt es jede Menge, Effektgeräte für Synthesizer auch. Welche coolen analogen Filterboxen gibt es wirklich noch zu kaufen und sind interessant für die Nachbearbeitung, mehr Charakter und interessantere Sounds? Der „andere“ Name für Filterbox ist Filterbank. Es meint meist dasselbe. Gemeint sind nicht primär Resonatoren, sondern Geräte zur kreativen Filterung.
Welche Analoge Filterbank ist für mich geeignet?
Analoge Filterbank / Filterbox
Die aktuelle Lage teilt sich so ein, dass es durchaus einige kleine Firmen gibt, die Filterboxen anbieten. Zunächst wird aber nur nach aktuell erhältlichen Geräten gesucht oder nach solchen, die bald oder kürzlich als Desktop-Gerät gezeigt wurden. Ein viel genutztes Gerät der heutigen Zeit dürfte dabei der Elektron Analog Heat sein. Den sieht man doch immer wieder.
Der absolute Klassiker und Dauerbrenner ist sicherlich die Sherman Filterbank, die genau genommen ein Synthesizer ohne Oszillatoren ist. Die Filterbank von heute kann noch immer viel, sogar mehr. Aber sie sind auch etwas aus der Mode gekommen, und nicht mehr alle sind so bekannt wie zu ihrer Zeit, etwa der Analog Heat oder die Sherman Filterbank.
Der Klassiker – Sherman Filterbank 2
Die Sherman Filterbank gibt es schon sehr lange. Sie ist als Doppelausführung, als Rack und als Desktop-Versionerhältlich sowie in einer flacheren Variante, die nicht mehr die alte Pultform besitzt, aber noch immer verfügbar ist. Früher gab es sogar eine Vierfach-Variante. Sie ist luxuriös ausgestattet, lässt sich vielfältig steuern und verfügt auch über einen Envelope-Follower, um die internen Elemente zu steuern und die Hüllkurve zu triggern.

Sie bietet zwei Filter mit schneller Modulation über einen internen LFO und zusätzlich auch MIDI. Neben den obligaten DIN-Buchsen sind auch gleich drei Thru-Buchsen verbaut, sodass die Sherman auch als Thru-Box nebenbei arbeiten kann. Der Harmonics-Schalter dient dazu, die Filter besser miteinander zu kombinieren. Im Grunde ist es der modernere „Filter Coupler“, um die beiden Filter gezielt zu koordinieren.
Du bekommst alle Sherman Filterbanken bei Thomann*.
Der Moderne – Erica Resonant Filterbank
Eigentlich existiert diese Filterbank bereits als Eurorack-Modul. Die Ankündigung von Girts Ozolins (Chef von Erica) auf einem Londoner Synth-Meet Mitte März 2026, dass es davon ein Desktop-Gerät geben wird, ist der Grund für die Erwähnung hier. Es bietet 10 Fader mit Tastern am oberen Ende. Es handelt sich also um eine Filterbank mit 10 Filternauf analoger Basis. Im Gegensatz zu Moogs klassisch eindrucksvoll klingender Festfilterbank ist hier der Filtertyp frei wählbar und es gibt Resonanz.
Sie kann alle Pegel speichern, und jedes Band lässt sich per Steuerspannung kontrollieren. Auch eine Clock kann angelegt werden, um die gespeicherten Werte wie ein Schieberegister über die Bänder hinweg weiterzuschieben. Als Feature können noch gerade und ungerade Bänder abgegriffen werden. Mittels Clock und Steuerspannungen lassen sich die Bänder animieren. Es befindet sich jedoch keine Automation oder Sequencer an Bord, es lassen sich aber Einstellungen ineinander morphen (überblenden). Bis das Gerät veröffentlicht ist, zeige ich dir das Modul…
Das Modul bekommst du bereits bei Thomann*, das Desktop Gerät mit den Fadern ist noch nicht veröffentlicht, es kommt…

Der Besondere – Korg microAUDIO 722
High-Tech und ein analoger, legendärer Filtertyp aus dem Korg 700s werden hier verbunden. Es kann als 2-Kanal-Audiointerface mit bis zu 192 kHz Samplerate genutzt werden, da es auch USB-Audio bietet. Dennoch ist es auch eine Filterbox mit dem besonderen, wunderbar rabiaten Klang des Traveller-Filters, den man beispielsweise von The Human Leagues „Being Boiled“ kennt. Der Begriff Filterbank für ein einzelnes Filter mit zwei Modi wäre hier vermutlich etwas zu viel, es ist aber auch die günstigste der hier gezeigten Filterboxen – und sie kann eine Menge:
Anders als bei einem normalen Audiointerface gibt es hier auch einen LFO und einen Envelope-Follower, den der 700sm nicht hat. Fairerweise muss gesagt werden, dass zwei microAUDIO 722 benötigt würden, um den 700smnachzustellen. Zusätzlich zu dem Gesagten bietet der microAUDIO 722 auch einen Compressor / Limiter. Dank Phantomspeisung kann auch ohne Preamp ein Mikrofon oder eine Gitarre angeschlossen werden. Übrigens ist die Resonanz hier regelbar, was das Original nur in wenigen Stufen mittels Schalter erlaubt. Außerdem besitzt er zwei Noise-Gates.
Das Filterbox-Audiointerface und damit das einzige Gerät hier mit USB-Audio gibt es bei Thomann*.

Der Andere – Stylophone CPM DF-8 Filterbox
Dieses Filter von Dubreq, auch bekannt als Stylophone, ist – wie die Sherman – doppelt ausgelegt. Es bietet alle gängigen Filtermodi (Band, Notch, Tief- und Hochpass mit jeweils „+“-Varianten) pro Filter mit Resonanz und jeweils eine Hüllkurve pro Filter. Dazu gibt es eine Sample-&-Hold-Abteilung sowie ein Delay. Die Ein- und Ausgänge sind jeweils separat abgreifbar. Die Hüllkurven sind vollständige ADSR-Typen und bieten sogar eine Umschaltung der Kennlinie zwischen linear und exponentiell für schnelle oder gemächlichere Reaktionen.
Diese Filterbox könnte, ähnlich wie die Sherman, auch mit Oszillatoren zu einem Synthesizer erweitert werden. Beide Filter besitzen zusätzlich jeweils einen Rauschgenerator. Auch VCAs sind enthalten. Die „+Filter“ stammen übrigens aus dem Mutronics Mutator und arbeiten mit 24 dB/Oktave. Die Filter auf der linken Seite arbeiten mit 12 dB/OktaveFlankensteilheit. Er klingt etwas neutraler als etwa der Korg, während die Sherman dagegen deutlich aggressiver wirkt.
Den CPM DF-8 bekommst du bei Thomann*.

Weitere Filterboxen …
Es existieren durchaus noch weitere tolle Filterbanken, wie die von Retro Mechanical Labs, die Festfilterbank von Moog, die es auch von Behringer, Synthwerk und anderen Herstellern gibt, oder auch die ehemalige S-N-D-Filterbank, die es heute unter neuem Namen als WLK Inductive Filterbank und als Stereo-Variante weiterhin gibt.
Es ist also noch genug da. Auch das Dark Matter von Casper/Bastl ist eine spannende Filterbox-ähnliche Maschine, die mehr als einen Blick wert ist. Die Änderungen überraschen teilweise durchaus. Das Desktop-Gerät scheint aktuell jedoch nicht mehr erhältlich zu sein, daher muss man sich mit dem Modul „begnügen“.
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