von  Dirk  | |  Lesezeit: 4 Min
NAP Works Devious Pocket

NAP Works Devious Pocket  ·  Quelle: NAP Works

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NAP Works Devious Pocket sieht auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich aus, bietet aber eine Funktion, auf die vielleicht nicht nur DJs schon lange gewartet haben. Denn es handelt sich hierbei um eine DVS-Hardware (die Abkürzung steht für „Digital Vinyl System“), um mit einem gängigen Turntable digitale Tracks aufzulegen. Das ist so weit nichts Neues, wird hier aber in einer super kompakten Hardware verpackt, die den Anschluss von einem Laptop überflüssig macht. Ein cooles Gadget für Vinyl-Fans und eine kleine Revolution für DJs?

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NAP Works Devious Pocket Digital Vinyl System

Hinter NAP Works Devious Pocket steckt ein aktuell noch auf Indiegogo laufendes Projekt, das sich nicht nur an DJs richtet, sondern ebenso an alle, die mit ihrem Plattenspieler einfach mal ein paar digitale Audiofiles abspielen wollen.

DJs kennen das Prinzip als sogenanntes Digital Vinyl System – kurz DVS. Dafür werden die Plattenspieler mit einem speziellen Audiointerface verbunden, dass im DJ-Kontext dann wieder an den Mixer angeschlossen wird. Über spezielle Timecode-Vinyls wird dann ein Signal abgespielt, das für die Synchronisation zu dem abgespielten digitalen Audiofile sorgt. So lässt sich der digitale Track wie eine Schallplatte spielen, im Tempo ändern und auch scratchen. Die Latenz fällt dabei so gering aus, das sie praktisch nicht spürbar ist.

So weit, so bekannt. Üblicherweise wird DVS-Hardware mit dem Laptop verbunden, der dann als Quelle für die digitalen Files – meist sind es ja MP3s – dient. Devious Pocket setzt nun genau hier an. Denn dieses System stellt nicht nur die erforderliche DVS-Hardware dar, sondern funktioniert auch ohne angeschlossenen Laptop.

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Standalone-Hardware

Die kleine Standalone-Hardware verfügt über USB-Anschlüsse, hier werden einfach USB-Sticks mit den Audiofiles eingesteckt. Auf diese Weise verspricht Devious Pocket eine kompakte Lösung, die sich schnell transportieren lässt. Wohlgemerkt benötigen DJs, die hiermit auflegen wollen, für jeden Turntable ein einzelnes Device.

Auf der Rückseite von Devious Pocket befindet sich ein Stereo-Cinch-Eingang zum Anschluss des Plattenspielers, dazu kommt ein Audioausgang für 3,5-mm-Stereoklinke. Über den USB-C-Port wird das System mit Strom versorgt. Neben den seitlich platzierten USB-Anschlüssen verfügt das kleine System auch über einen Netzwerkanschluss.

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Im Inneren des 3D-gedruckten Gehäuses arbeitet ein DAC von HifiBerry. Für hochwertigen Vinyl-Sound verfügt das Gerät über einen digital modellierten Phono-Vorverstärker – ich vermisse aber einen Anschluss zum Erden von Plattenspielern. Mit einem Button kannst du jederzeit zwischen DVS und Vinyl umschalten.

Die Hardware des Devious Pocket Systems
Die Hardware des Devious Pocket Systems · Quelle: NAP Works

Die Bedienung erfolgt über einen hochauflösenden 4-Zoll-Touchscreen, als Software kommt das NAP Open-Source-Framework zum Einsatz. Auf dem Display zeigt Devious Pocket eine kreisförmige Wellenform-Anzeige, die die Musik im Prinzip mit der zu einer rotierenden Schallplatte vergleichbaren Bewegung darstellt.

DJs freuen sich über Features wie Loop-Funktionen, digitales Cueing und das Einstellen von Cue-Punkten oder eine Lock-Funktion für das Tempo. Als Timecode-Vinyl lassen sich übrigens die Schallplatten von Serato nutzen.

Der File-Browser liest standardisierte Ordnerstrukturen auf USB-Medien, die Musik lässt sich zudem anhand von ID3-Tags nach Titel, Artist, Album, BPM, Tonart oder Genre sortieren.

NAP Works Devious Pocket
NAP Works Devious Pocket · Quelle: NAP Works

Eine Innovation für Vinyl-Fans, die digitale Musik spielen wollen?

NAP Works Devious Pocket sieht wegen der kompakten Größe sehr interessant aus. Mit den wenigen Anschlüssen scheint das System auch schnell eingerichtet zu sein. Ein paar Sachen finde ich aber nicht so gelungen. Warum steht der Ausgang nicht auch als Stereo-Cinch zur Verfügung? Und wo ist der Anschluss für die Erdung? Für eine ganze Reihe von Plattenspielern ist das doch immer noch praktisch.

Wie bereits gesagt, muss für jeden Turntable eine Hardware eingesetzt werden. Wer mit zwei Plattenspielern mixen will, benötigt also gleich zwei Exemplare. Und damit ist Devious Pocket preislich nicht günstiger als eine herkömmliche DVS-Hardware (wie beispielsweise Reloop Flux*). Auch die erforderliche Stromversorgung über USB ist etwas unpraktisch. Gängige Systeme werden ja meist über den Rechner mitversorgt. Zudem sind Laptops heute sehr schlank und leicht, der Größenvorteil fällt demnach auch eher gering aus.

Trotzdem ist dies durchaus ein interessantes Konzept, das einige vielleicht sogar sehr ansprechend finden. Wir wünschen dem Hersteller bei der Crowdfunding-Campagne jedenfalls viel Erfolg!

Verfügbarkeit und Preis

NAP Works Devious Pocket kostet bei der Kampagne auf Indiegogo als einzelnes Unit 249 Euro, das Doppelpack ist für 499 Euro zu haben. Ab Mai 2026 soll ausgeliefert werden. Die Kampagne läuft noch bis zum 24. Mai 2026 auf Indiegogo.

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