Junit, N.U.S.S. und neuartige Instrumente: Synthesizer-Journal
In dieser Ausgabe: Junit macht den Novation Circuit zum Juno, neue Module von Joranalogue und neuartige Instrumente, die du garantiert noch nie gesehen hast!
Synthesizer-Journal
Junit: Dieser Editor macht den Novation Circuit zum Juno

Der Roland Juno gehört zu den beliebtesten Vintage-Synthesizern – wegen seines Sounds, aber auch und vor allem wegen seiner überschaubaren Struktur und seiner intuitiven Benutzeroberfläche. Mal schnell den passenden Sound für einen Track schrauben? Das geht mit kaum einem Synthesizer so leicht von der Hand wie mit dem Juno.
Du besitzt einen Novation Circuit oder Circuit Tracks? Dann kannst du jetzt auch die Synthesizer der beiden Grooveboxen im Juno-Stil programmieren. Junit von Deepsounds ist ein Patch-Editor auf touchOSC-Basis, der die bewährte Juno-Oberfläche auf den Circuit bringt. Dabei hast du gleich zwei virtuelle Junos zur Verfügung, inklusive der typischen Eigenschaften des Synthesizer wie der PWM-Modulation und dem legendären Chorus.

Der Editor enthält 110 Presets, darunter Nachbildungen von 56 Original-Presets des Juno. Sogar 16 Drum-Samples sind enthalten.
Junit ist für das iPad optimiert, funktioniert aber auch auf Windows, macOS, Linux und Android. Um den Editor nutzen zu können, benötigst du die neueste Version von touchOSC. Für Windows, macOS und Linux gibt es kostenlose Versionen; die Versionen für iOS und Android findest du in den jeweiligen Stores.
Junit ist auf der Website des Entwicklers für 15,- € erhältlich.
Den Novation Circuit Tracks bekommst du bei Thomann*.
Joranalogue Walk 4 und Warp 1: Neue Eurorack-Module

Joranalogue Audio Design hat zwei spannende neue Eurorack-Module im Programm – und beide sind ab sofort erhältlich!
Walk 4 ist ein „Quad Brownian Accumulator“. Wenn du dich jetzt fragst, was das eigentlich ist, bist du nicht alleine! 😉 Aber bei genauerem Hinsehen ist es eigentlich gar nicht so kompliziert. Ein analoger Akkumulator speichert eine Spannung und gibt sie dann, ausgelöst von einem Trigger-Impuls, schrittweise wieder ab. Man kann sich das also wie eine Art „Akku“ für CV vorstellen.
Walk 4 enthält vier solcher Akkumulatoren. Hinzu kommen ein Clock-Generator, vier Rauschquellen für weißes Rauschen und ein Auto-Reset-System. Alles zusammen ergibt ein Modul, das sich für ausgedehnte Patch-Experimente mit schrittweisen Spannungsverläufen anbietet. Oder, wie Joranalogue sich ausdrückt, ein „Sample&Hold mit Master-Abschluss“. Die Details überlassen wir am besten DivKid, besser erklären könnte es sowieso keiner:
Das zweite neue Modul Warp 1 bezeichnet der Hersteller als neuartigen analogen Waveshaper. Er basiert nicht auf den spezifischen Eigenschaften von Transistoren und Dioden, sondern auf einem mathematischen Verhältnis zwischen Ein- und Ausgangssignal, das von einer variablen Funktion definiert wird. Damit wird das Signal in konkaver oder konvexer Richtung „verbogen“.
Außerdem enthält Warp 1 eine präzise Clipping-Stufe im Ausgang, mit der man die positiven und negativen Extremwerte der Schwingung bei Bedarf kappen kann. Ein Hyper-Modus für noch extremere Sounds, ein Ausgang für das invertierte Signal und ein Komparator-Gate runden das Modul ab.
Joranalogue Walk 4 und Warp 1 sind ab sofort bei Thomann* vorrätig. Walk 4 kostet 269,- €; Warp 1 gibt es für 199,- €.
MIDI Shiftin‘ with the N.U.S.S.: Neues Video von Make Noise

Das New Universal Synthesizer System von Make Noise gehört, wie ich finde, zu den interessantesten neuen Ansätzen der letzten Jahre in der Eurorack-Welt. Was sich der Hersteller wirklich dabei gedacht hat, wurde mir jedoch erst nach und nach klar, als die Module des Systems erschienen. Wenn es dir ähnlich geht, kommt ein neues Video vielleicht gerade recht, dass der Hersteller jetzt zum gerade vorgestellten New Universal Skiff Systems (N.U.S.S.) veröffentlicht hat.
Die gezeigten Patches zeigen sehr schön, worum es beim N.U.S.S. geht: Aus einfachen Inputs entstehen vielschichtige, komplexe, polyphone Strukturen, die auf unbeschreibliche Weise miteinander verwoben sind und aufeinander reagieren. Solche Patches aus einem kompakten Skiff-System – das ist schon eindrucksvoll.
Das Make Noise New Universal Skiff System und die Einzelmodule bekommst du bei Thomann*.
Diese Instrumente hast du noch nie gesehen: Guthman Musical Instrument Competition
Ein wirklich neues Musikinstrument zu erfinden, ist gar nicht so einfach. Einer der renommiertesten Wettbewerbe in diesem Bereich ist die Guthman Musical Instrument Competition des Georgia Institute of Technology. Jetzt wurden die Finalisten des diesjährigen Wettbewerbs vorgestellt. Und es sind auch einige wirklich spannende elektronische Kreationen dabei!
Zum Beispiel kommunizieren die modularen Synthesizer der Amphibian Modules miteinander über Elektroden, die in Salzwasser eingelegt sind. So werden die elektrischen Ströme im Wasser Teil der Musik. Die Demon Box hingegen fängt elektromagnetische Frequenzen von anderen elektronischen Geräten ein und verwandelt sie in Audiosignale, MIDI-Daten und CV.
Toll finde ich auch Kalíptera, ein hybrides elektroakustisches Instrument. Es besteht sozusagen aus zwei elektrifizierten Kalimbas und einem Bewegungssensor, die gemeinsam eine digitale Synthese-Engine steuern. Vielleicht wäre das eine Idee für KORG für die nächste Generation des Phase 8?
Bei VERTO interagiert man mit rotierenden Tonewheels über Tonabnehmer, die auf den Fingerkuppen montiert sind. Nähert man sich damit den Rädern, werden die elektromagnetischen Signale erfasst und man kann die entstehenden Klänge mit Bewegungen und Gesten manipulieren. Eine Art faszinierende Space-Orgel!
Die 10 Finalisten des Wettbewerbs werden hier vorgestellt. Wer das Rennen macht und die 10.000 $ Preisgeld mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich am 13. und 14. März.
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