von Lukas Hermann | Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Teenage Engineering K.O. II und Eurorack: Tipps und Tricks

Teenage Engineering K.O. II und Eurorack: Tipps und Tricks  ·  Quelle: Teenage Engineering

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Der Teenage Engineering K.O. II und Eurorack – wie geht das zusammen? Der Sampler ist seit seiner Vorstellung im November 2023 eines der am heißesten diskutierten Geräte am Synth-Markt. Nicht nur Sampler-Freaks mit MPC-Vergangenheit sind an dem Taschenrechner mit seinem (etwas wackeligen) Fader und dem hybriden Icon-Display interessiert. Aufgrund seiner hohen Portabilität, analogem Sync und MIDI-Optionen ist der bunte K.O. II ein hervorragender Partner für Eurorack-Synthesizer. Zumindest hat das mein intensiver Test des Geräts in den letzten Wochen ergeben. Und so präsentiere ich sie euch nun: Meine Einsatztipps für den K.O. II EP-133 in Kombination mit einem modularen Eurorack-Synthesizer.

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Zum Einstieg zunächst ein allgemeiner Hinweise: Am meisten genutzt habe ich den K.O. II mit dem Make Noise Shared System Eurorack-System. Da dieses Modularsystem von Haus aus kein Modul für die MIDI-zu-CV-Konvertierung bietet, ist natürlich die erste Frage, wie man die beiden Geräte miteinander synchronisiert. Da hilft der Sync-Input des K.O. II: Vom Make Noise Tempi können schnelle Clock-Daten über ein reguläres Mono-Patch-Kabel des Systems an den Sampler geschickt werden. Praktisch!

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Teenage Engineering EP-133 K.O. II
Die Audio-, Sync- und MIDI-Anschlüsse sind als Miniklinkenbuchsen ausgeführt · Quelle: Teenage Engineering

Der K.O. II versteht sich ganz gut auf diese Art der Kommunikation mit dem Eurorack – vor allem bei superschnellen Clock-Multiplikationen. Natürlich kann der Sampler über den analogen Input von Clock-Modulen keine Start-Stopp-Nachrichten empfangen, doch schon beim halbwegs zeitgenauen Drücken des Play-Buttons startet er sehr zuverlässig. Manchmal hält er den Rhythmus nicht ganz sauber, aber das ist eher selten. Dennoch: Hat euer System eine MIDI-Konverteroption, empfiehlt es sich sehr, den Sampler als Clock-Quelle zu nutzen und diesen Weg für den Sync zu gehen. Ihr braucht nur einen entsprechenden Adapter – oder auch nicht, wenn euer MIDI-Modul mit 3,5 mm TRS-Klinke arbeitet. Dann wird nur ein einfaches Stereokabel benötigt.

K.O. II und Eurorack: Einfach mal Drive geben

Ist alles synchronisiert, kann es an die Soundarbeit gehen: Auch hierbei gibt es einige spannende Herangehensweise bei der Verbindung von K.O. II und Eurorack. Fangen wir mit einer einfachen, aber vielleicht schnell übersehenen Möglichkeit an: Der Teenage Engineering EP-133 kann als Master-Effektgerät verwendet werden, wenn ein Signal in seinen Input geschickt wird. Das geht dann automatisch an den Output, der mit einem flexibel einsetzbaren Drive sowie einem einstellbaren Kompressor ausgestattet ist. Richtig spannend wird das Ganze aber natürlich dann, wenn ihr das Modularsystem absampelt. Das geht super fix: Einfach einen leeren Slot in einer der 4 Hauptgruppen A-D am Sampler auswählen, oben rechts auf „Sample“ drücken, den Line-Input aktivieren und dann aufnehmen. Ich schneide dabei gern etwas längere Schnipsel von eta 10 Sekunden Länge mit – und choppe sie dann auf mehrere Pads. So könnt ihr Melodien vom Eurorack-System mit dem K.O. II EP-133 remixen, perkussive Loops zu experimentellen Drumkits verfremden und mehr.

Teenage Engineering EP-133 K.O. II
Über den Sample-Button und die sekundäre Chop-Funktion werden Modularloops fix gesplittet

Mikroloops vom K.O. II ins Eurorack

Cool ist es aber andersherum auch, wenn ihr noch einen weiteren Sampler neben dem K.O. II und Eurorack nutzt. Auch das habe ich am Shared-System bemerkt, in welchem bekanntlich das Make Noise Morphagene verbaut ist, ein experimenteller Tape-basierter Sampler. Es nimmt Sounds in auswählbaren Mikroloops auf, die es dann repitchen und rhythmisch kombinieren kann. Schickt den Stereo-Sound des K.O. II mit einem Splitter auf zwei Mono-Patch-Kabel in diesen oder einen anderen Sampler hinein und nehmt eure Beats oder Live-Performances mit den Aftertouch-Tasten auf. So könnt ihr sie live nutzen, auch ohne den K.O. II und Eurorack Module dabeizuhaben. Oder ihr kombiniert unterschiedliche Sounds aus dem gesampelten Material im Rack und aus dem K.O. II – so fügt ihr ihm quasi noch mehr mögliche Voices als seine integrierten sechs hinzu. Eine clevere Expansion ohne weitere Kosten!

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Ein paar experimentellere Ansätze

Abschließend bietet das Setup auch ein paar experimentellere Herangehensweise an – Stichworte sind hier „Resampling“ und „arhythmischer Sync“. Was ich damit meine? Angenommen, ihr habt eine kleine Performance am K.O. II EP-133 auf eurem Eurorack-Sampler aufgenommen und schickt diese Sounds dann durch Effekte im Rack. Nichts hindert euch daran, diese Sounds wieder in den K.O. II zu schicken und dann erneut zu sampeln. Und dann durch dessen Effekte zu schicken. Und so weiter und sofort – bis eine perfekte Textur oder andere komplex gelayerte Sounds entstehen. Falls das aber nicht reichen sollte: Probiert auch mal aus, einen Beat oder eine Melodie am K.O. II EP-133 zu basteln, dann aber ungerade bzw. schneller und langsamer werdende Rhythmen in den erwähnten Sync-Input zu schicken: Dann wird es richtig schön wonky! Und die dafür ausgegebenen Gates können auch noch für andere Dinge verwendet werden, etwa zur Synchronisierung eines Delays oder für das Triggern von Drums, anstelle eines Sequencer-Moduls.

Zusammenfassung und Schluss

Damit haben wir alle Tipps zusammen, die ich während meines Tests des K.O. II und Eurorack-Modulen herausgefunden habe. Natürlich: Es gibt Sampler, die deutlich tiefergehend mit Eurorack-Systemen interagieren können, gerade wenn sie über MIDI verfügen. Aber eben nicht in der Preisklasse des K.O. II EP-133. Wer sein Eurorack mit Samples ausstatten will, ohne dafür wertvollen Platz im Rack zu opfern, sollte daher durchaus über eine Anschaffung des Gerätes nachdenken. Es ist leicht, tragbar, batteriebetrieben – perfekt für alle Live-Gigs, zu denen man keine großen Dinge neben seinem Modular-Case mitnehmen will. Mehr kann man eigentlich kaum verlangen. Da bleibt nur zu hoffen, dass das Teil lange durchhält, sein Fader inklusive. Erweist es sich als stabil genug, könnte es für viele Eurorack-Artisten ein treuer Live-Begleiter werden. Zumindest in meinen Augen.

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Teenage Engineering EP-133 K.O. II
Teenage Engineering EP-133 K.O. II
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Die erwähnten Module und Geräte im Video

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