Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
T-Rex Replicator Tape Echo

T-Rex Replicator  ·  Quelle: T-Rex

Lange war es still um analoge Bandechos mit „echtem“ Tape – obwohl viele Gitarristen immer noch auf den besonderen Sound schwören. Die „Fehler“ der analogen Technik in Verbindung mit den klanglichen Eigenschaften von Tape klingen einfach cool. Deshalb findet man eigentlich auch in jedem digitalen Multieffekt eine mehr oder weniger gut gelungene „Tape Echo“-Emulation. Neu gab es Bandechos aber schon lange nicht mehr …

Wer trotzdem nicht auf sein echtes Bandecho verzichten wollte, musste bislang mit viel Aufwand sein 30 bis 50 Jahre altes Gerät aufwändig warten, die Bänder oft selbst aus alten Tonbandspulen „schnitzen“ und damit leben, dass es jede Sekunde unrettbar verrecken könnte. Denn neue Teile gibt es nicht mehr. Sprich: Eine Aufgabe für den fortgeschrittenen Liebhaber, der vor nichts zurück schreckt! Ja, auch ich bin so ein Depp – ich habe ein altes Dynacord Echocord, das ich mal nach dem Motto „kaufe 3 und mache 1 daraus“ habe reparieren lassen. Trotzdem: Bühnentauglich ist es nach heutigen Standards nicht mehr, der Motor ist laut – und die Tonköpfe sind auch nicht mehr ganz frisch. Als der dänische Hersteller T-Rex auf der letzten NAMM Show also ein komplett neu konzipiertes bühnentaugliches Bandecho in Pedalformat vorstellte, war das eine kleine Sensation (wir berichteten). Jetzt ist es endlich fertig, und die ersten Replicator-Pedale werden ausgeliefert.

T-Rex Replicator Tape

Die Cassetten werden durch zwei Schrauben unter einem Blech gesichert.

Ein ziemlich verrücktes Unterfangen: Für T-Rex bedeutete dieses Projekt, erstmal die „alten“ Komponenten wieder aufzutreiben – von Tonköpfen bis hin zum Band. Denn beides wird natürlich nicht mehr im großen Rahmen hergestellt. Besonders das Tape war eine Herausforderung: Es wird immer schwieriger, gutes Band aufzutreiben. Sie fanden aber doch noch „the real deal“, wie sie sagen. Es soll sich um hochwertiges neues BASF Chrome Tape handeln. Das Pedal ist übrigens mono und soll aus dem Band so eine Qualität wie eine Viertelzollmaschine rausholen. In den ersten aufgetauchten Videos klingt das Pedal auf jeden Fall vielversprechend. Hier ein Interview zum Pedal mit T-Rex Entwickler Lars Dahl und einigen Soundbeispielen:

Der Replicator liefert die typischen Sättigungen, harmonischen Verzerrungen und eine Art der Kompression, die sehr coole Effekte ermöglicht. Mir gefällt ganz gut, dass es technisch nicht einfach eine Wiederauflage der alten Technik ist: Ein großes Problem alter Echos ist (neben der Zuverlässigkeit), die Echogeschwindigkeit genau passend zum Songtempo einzustellen: Denn Abspeichern wie bei einer Digital-Emulation geht da nun mal nicht. Dafür haben die Dänen einen „intelligenten“ Motor eingebaut, so dass man einfach per Tap-Tempo Knopf die Echogeschwindigkeit viel einfacher einstellen können soll (im Video sah es so übrigens aus, als könne man die Speed auch per Pedal steuern). Ich bin sehr gespannt…

Die ersten Replicator-Pedale sollen noch im Dezember im Markt sein. Es ist leider nicht ganz billig: Um die 850 EUR wird es kosten. Bänder sollen um die 20 EUR kosten. Beim großen T ist das Produkt auch schon angelegt.

Mehr Infos: http://www.t-rex-effects.com

Update: Die Kollegen von Bonedo haben sogar schon ein Review online.

von ralf

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: