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Die Bass-Serien auf einen Blick: Oben XP-, unten XJ- und rechts die XB-Serie  ·  Quelle: xotic.us

Die Xotic XGC mit Ahorn Decke und echt leckerer Lackierung.  ·  Quelle: xotic.us

Die Xotic XGC Junior - da hat bei der Farbe wohl die klassische Gibson SG Modell gestanden?!  ·  Quelle: xotic.us

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mich bei Twitter das Bild einer mir unbekannten Gitarrenform anlächelte. Neben klassischen Modellen, die der Stratocaster und Telecaster sehr ähneln, gibt es auch noch die durchaus eigenständige XGC-Serie von Xotic, eine Firma, die hierzulande nur als Pedalhersteller bekannt ist. Asymmetrischer Mahagoni-Body mit Double-Cutaway und Strat-ähnlichen Konturen und durchscheinender LP-Style Ahorn-Decke. Lecker!

Generell erwarte ich von den Gitarren eine astreine Verarbeitung und einen durchaus eigenständigen Klang. Der Mahagoni-Body mit Ahorn-Decke, gepaart mit Seymour Duncan Humbuckern, geht schon eher in die Les Paul Ecke. Der Body selbst ist ziemlich dick und sollte gerade bei Crunch-Sounds das Low-End gut unterstützen, das spiegelt sich auch beim Gewicht von 3,5 kg wider. Leicht ist anders. Da im Gegensatz zur Paula aber Holz wegen des oberen Cutaways fehlt, hört sich der Sound im verlinkten Video nicht so mumpfig an. Der Hals besteht übrigens auch ganz klassisch aus Ahorn bzw. Vogelaugenahorn und Rosewood-Griffbrett.

Die Tuner sind ab Werk die als sehr zuverlässig bekannten Sperzel 6-lime Locking Tuner. Auch bei der Bridge wird nicht gespart. Hier wird eine Gotoh 510TS-SF2 mit Vintage-Federn verbaut. Ich bin kein Fan von String-Through und Floyd Rose ähnlichen Tremolosystemen, aber bei Strat-Modellen findet man diese seit vielen Jahren und eine sehr große Fangemeinde scheint sie zu schätzen. Kann also nichts Falsches dran sein.

Die Potikappen der Volume- und Tone-Regler sind meinem Empfinden nach eher etwas gewöhnungsbedürftig, aber mal was anderes als ewig nur Nachahmungen  von Strat oder Paula. Klasse finde ich, dass Xotic als Gurtaufhängung gleich die Jim Dunlop Dual Lock verbaut hat. Mit einem UVP von US$ 2900 ist die XGX-Serie allerdings kein Schnäppchen, da hat man wohl eher den Profi-Musiker im Auge. Weiterhin gibt es noch noch eine Jr. (Junior) Variante, die ist sehr ähnlich aufgebaut ist, diese jedoch ohne die Ahorn-Decke.

Bei den Bässen gibt es bezüglich Form und Ausstattung keine echten Überraschungen. Genau einmal darf jeder raten, welche Firma hier Pate stand … Die XP-Serie wird landläufig als Precision Bass wahrgenommen und die XJ-Serie als Jazz Bass. Auch von der Farbauswahl her ist hier alles vertreten. Lediglich die Pickups sind wohl Eigenentwicklungen mit Holzkappe. Serienmäßig wird hier eine aktive Elektronik verbaut, um bestimmte Frequenzbereiche anheben zu können.

Interessant wird es bei den weiteren Schaltungsmöglichkeiten. Neben der Bridge befinden sich zwei weitere, kleine Hebelchen: ein Mid-Switch und ein Bright-Switch, um den jeweiligen Frequenzbereich 12 bzw. 18 dB zu boosten.

Als weiteres Schmankerl verbaut Xotic bei den XP-Modellen noch ein weiteres Poti direkt vor dem Ausgang: Active Output Gain Control. Der Hersteller macht da keine genauen Angaben, aber vermutlich bestimmt man damit Lautstärke der verbauten Tri-logic 2 Bass Preamps, die das Signal afaik bis zu 18 dB zusätzlich anheben können.

Ganz preiswert sind die Bässe leider nicht. Zwischen US$ 3000 und 4000 sollte man schon einplanen. Dafür gibt es nach dem Papier zu urteilen sehr ausgereifte Instrumente, die vermutlich nicht so schnell auf der Bühne schlapp machen werden.

Einzig beim Headstock bin ich anderer Meinung als Xotic. Klar, die bekannten Formen sind alle schon rechtlich geschützt, aber deswegen gleich so einen Billo-Kaufmarkt-Headstock verbauen? Immerhin kann man ihn für US$ 120 matchen lassen.

Aktuell führt noch kein mir bekannter Händler in Europa diese Bässe. Das ist natürlich schade. Daher habe ich mal eine Anfrage zu Thomann geschickt, ob die nicht mal ein paar Modelle zum Antesten anbieten wollen. Ich melde mich an dieser Stelle wieder, wenn es diesbezüglich Neuigkeiten gibt. Bis dahin gibt es noch ein Bassvideo. Alle Modelle und Custom-Variationen könnt ihr direkt auf der Herstellerseite einsehen. Die hier gezeigten stehen hierfür nur beispielhaft.

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