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Das Hauptmenü des Omnisphere 2 mit dem neuen Mini Browser  ·  Quelle: spectrasonics.net

Der überarbeitete Patch Browser  ·  Quelle: spectrasonics.net

Das FX-Menü  ·  Quelle: spectrasonics.net

Das Untermenü für die Granular Synthese  ·  Quelle: spectrasonics.net

Vor sieben Jahren stellte Spectrasonics seinen “Über-Synthesizer“ Omnisphere vor: Mit 40 GB großer vielseitiger Soundlibrary, gut klingenden Soundpresets und übersichtlichem Bedienkonzept mauserte sich der Software-Synthesizer in vielen Produktionsumgebungen schnell zu einem Standard Tool. Besonders reizvoll fand ich immer, dass man in der Library auch ausgefallene und exotische Klänge findet. Das machte den Omnisphere auch als Tool für Sound Designer interessant. Mit Omnisphere 2 schickt Spectrasonics nun einen Nachfolger ins Rennen!

Erstmals in der Firmengeschichte bringt Spectrasonics hier statt einer vollständigen Neuentwicklung eine überarbeitete zweite Version eines ihrer virtuellen Instrumente heraus. Auch das spricht für den Erfolg des Omnisphere-Konzepts. Die Benutzeroberfläche wurde schon bei der ersten Version so übersichtlich wie möglich gestaltet. Statt alle Bedienelemente in einem Fenster zusammen zu quetschen, wurden sie in Unterkategorien verteilt. So lassen sich die Basis-Parameter eines Sounds ohne Umwege editieren, möchte man einen Sound stärker verformen, steigt man entsprechend tiefer ein.

Wer mit Version 1 vertraut ist, wird sich in Omnisphere 2 schnell zurechtfinden. Den Großteil der Bedienelemente findet man an der gewohnten Stelle wieder. Das meiner Meinung nach intuitive und übersichtliche User Interface wurde weitestgehend beibehalten und nur kleinere Anpassungen vorgenommen – eine gute Entscheidung. Die auffälligste Neuerung ist hier wohl der immer sichtbare Mini Browser, der die schnelle Suche nach einem Sound unterstützen soll.

Wie eingangs bereits erwähnt, war bereits die Sound Library des Omnisphere 1 sehr umfangreich und vielseitig. In Hinblick auf modernere elektronische Spielarten ließ sie aber dann aber doch manches vermissen. Abhilfe boten da bislang nur Librarys anderer Anbieter, wie beispielsweise Audiority. Offensichtlich hat man dies auch bei Spectrasonics erkannt und der neuen Version nun gleich eine komplette EDM Library spendiert.

Insgesamt wurde die Sound Library für den Omnisphere 2 um 3000 (!) neue Patches aufgestockt. Mit dabei sind auch exotische und auf verschiedene Arten gespielte Instrumente sowie eine Sammlung diverser Circuit Bending Sounds. Auch eigene Audiofiles können zur Klangsynthese genutzt werden. Wie im Video zu sehen ist, lassen sich importierte WAV-Files mit dem Granular Synthese Algorithmus in großem Umfang manipulieren. Nutzt man hierbei dann noch den so genannten „Wild Mode“, lassen sich die Sounds bis zur Unkenntlichkeit zerlegen und verbiegen. Ein schönes Tool für experimentelles Sound Design!

Doch nicht nur im Bereich der samplebasierten Klangerzeugung wurde nachgebessert: Verfügte die erste Version noch über eher rudimentäre Funktionen, um eigene Klänge zu erzeugen, können die Oszillatoren in Omnisphere 2 nun statt auf 4 auf über 400 verschiedene Schwingungsformen zurückgreifen. Hinzu kommen 8 neue Filtertypen sowie ein fett klingender Unisono Modus. Auch die FX-Abteilung wurde überarbeitet und die ohnehin schon recht umfangreiche Zahl an Effekten um 25 neue erweitert.

Damit man bei der großen Anzahl an Patches den Überblick behalten kann, wurde auch das Browser-Fenster überarbeitet und größer und übersichtlicher gestaltet. Eine mit „Sound Match“ betitelte Funktion soll in der Lage sein, einem gefundenen Patch ähnelnde Sounds vorzuschlagen. Mit der „Sound Lock“ genannten Funktion ist es möglich, bestimme Parameter eines Patches, wie beispielsweise Arpeggiator, FX etc. festzusetzen und diese dann auch auf andere Patches anzuwenden.

Insgesamt betrachtet macht die überarbeitete Version des Software Synthesizers einen gelungenen Eindruck auf mich. Gemessen am Umfang der Neuerungen erscheint der reguläre Upgrade-Preis von 249 Euro aber dann doch etwas hoch. Wer am bisherigen Funktionsumfang nichts vermisste, wird Version 2 nicht zwingend benötigen. Was das Upgrade letztlich aber dennoch interessant für mich macht, sind ganz klar die erweiterten Möglichkeiten zur Synthese eigener Klänge, bisher stand da doch eher die samplebasierte Klangerzeugung im Vordergrund.

Spectrasonics hat den Omnisphere 2 für den 30. April 2015 offiziell angekündigt. Wer sich aktuell noch zum Kauf des Omnisphere 1 entschließt, erhält das Upgrade auf Version 2 dann zum Erscheinungstermin kostenlos. Den unverbindlichen Verkaufspreis von Omnisphere 2 gibt die Firma mit 399 Euro an. Wer zusätzlich zum Omnisphere auch eine Lizenz für Trillian und Styles RMX hat, bekommt das Upgrade übrigens für 199 Euro.

Die kompletten Details zum Omnisphere 2 sind auf der Website des Entwicklers zu finden.

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