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Loudly Music AI

Loudly Music AI  ·  Quelle: Franck V. / Unsplash

Natürlich hätte in der Überschrift die provokante Frage stehen können, ob Menschen bald nicht mehr notwendig sind, um Musik zu machen. Und irgendwie drängt sich der Gedanke ja auch auf, denn die Ergebnisse werden zunehmend besser. Loudly Music AI ist ein neues Projekt von der Berliner Firma JAM, die durch die Loudly Community und auch durch die App Music Maker Jam bekannt sind. Eine KI erstellt laut Entwickler eigenständige Titel oder Remixe – ein paar simple Eingaben der User sind dafür nur notwendig.

Loudly Music AI

Wie genau Loudly funktioniert, verrät der Hersteller natürlich nicht genau. Ein neuronales Netzwerk und maschinelles Lernen stecken aber dahinter. Ein Katalog von acht Millionen Musikstücken füttert jedenfalls dieses Netzwerk. Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich das System bereits seit über 130 Tagen mit Tracks und Loops beschäftigt. Jede Sekunde wächst diese Zahl – auf der Website läuft ein Zähler kontinuierlich durch.

Da Loudly auch eine Musik-Community mit passender App (für Android/iOS) ist, dürfte jedenfalls genug Material für das Training vorhanden sein. Künstler und Künstlerinnen können da nämlich ihre eigene Musik uploaden. Sehr gut möglich, dass diese auch für die KI genutzt werden.

Die AI greift auf einen Pool von 100.000 Loops zu und bastelt aus diesem Klangmaterial eigenständig neue Tracks. Die Entwickler sind der Überzeugung, dass eine neue Ära der Musik beginnt, in der mit einem Mausklick endlose Musikvariationen entstehen – Genre, Stimmung, Instrumentierung oder Melodie können dabei völlig unterschiedlich sein. Und das soll für alle möglich sein, nicht nur für Profis.

Die Beispiele überraschen

Außer der Ankündigung gibt es bis jetzt lediglich ein paar Audiobeispiele zu hören. Die stammen von der Sängerin Becky G, dem DJ Dillon Francis, dem Rapper Bien Monk und der Singer-Songwriterin . Jeweils ein Titel dieser Artists wird mit drei weiteren von der KI erstellten Mixen vorgestellt. Die Mixe überraschen mit unterschiedlichen Stilen, Instrumentierungen und auch Tempi. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die etwas peinliche Vorstellung des Amazon AWS DeepComposer – Loudly Music AI ist da wesentlich überzeugender.

Aber erst mal abwarten, wie das alles am Ende tatsächlich funktioniert und wie umfangreich der User-Input ausfällt. Bis jetzt gibt es lediglich die Möglichkeit, sich für den Newsletter anzumelden. Wann genau Loudly Music AI durchstartet, ist noch nicht bekannt.

Sinn und Zweck

Was das Ziel dieses Projekts ist, bleibt noch ein bisschen im Dunkeln. Geht es darum, neue Musik für die Streaming-Community herzustellen? Sollen neue Loops produziert werden, die dann über die Website und die App verkauft werden? Producer können vielleicht auf Knopfdruck Remixe erzeugen und diese dann ihren Fans anbieten. Interessante Vorstellung. So eine KI wäre auf jeden Fall superpraktisch. Ich würde mir Tausende Tracks erstellen lassen und damit dann versuchen, Spotify zu fluten. Streaming-Millionär mit von einer KI erstellten Tracks – das wäre doch mal was.

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Gast

Das ist die Zukunft der Popomusik, den Leuten ist es ja – wie wir immer wieder hier lesen – egal, wie und wer die Musik gemacht hat.

spk
Gast

Andere Arbeitsplätze werden durch Automation auch überflüssig, bzw. sind es schon. Früher oder später bleiben nur noch die Arbeitsplätze in der Forschung übrig, die natürlich auch von einer KI unterstützt werden. Und damit die arbeitslosen Leute in ihrer viel Freizeit keine Dummheiten machen, hat man das Trash-TV/Stream erfunden, also RTL, Pro7, YouTube, etc…