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Live-Musik nach Corona? Nein, danke!

Live-Musik nach Corona? Nein, danke!  ·  Quelle: Bild von Vishnu R auf Pixabay

Die Veranstaltungsszene, der Clubbetrieb, die Booking- und Management-Agenturen – alle diese Bereiche spüren den Lockdown. Und das existenziell. Natürlich spürt der Musiker und Künstler für Live-Musik und Performances diese Schließungen als letztes Glied in der Kette noch mehr. Jetzt wollen die Betreiber in Zukunft, trotz wahrscheinlicher Öffnung der Betriebe, natürlich keine Ausfall-Gagen zahlen, noch die alleinige Verantwortung übernehmen. Das ist zukünftig auch verständlich. Denn ein zweiter und dritter Lockdown könnte uns bevorstehen. Und wer weiß, was in Zukunft noch so auf uns zukommen wird.

Live-Musik ist Krisenthema

Laut Rolling Stone Magazin wird Live Nation (der größte Veranstalter und Ticketverkäufer Nord Armerikas) ein neues Regelwerk für 2021 veröffentlichen. Und das hat es in sich. Denn hier werden die Musiker und Künstler, die auf der Bühne stehen, zur Kasse gebeten. Natürlich nur bei Absagen.

Schuld ist natürlich die allgegenwärtige Coronakrise. Denn die hat uns gezeigt, was passiert, wenn wir alle Einrichtungen über mehrere Wochen/Monate schließen müssen. Dazu wurden reihenweise Events abgesagt. Ein großer Rattenschwanz an Firmen bis hin zum Künstler sind nämlich für jede Aufführung verantwortlich. Und die müssen ja schließlich bezahlt werden.

Dazu gibt es in den „alten“ Verträgen Klauseln, dass ein Musiker oder Künstler bei Ausfall eine sogenannte „Ausfallentschädigung“ erhält. Und genau diesen Teil möchte Live Nation jetzt auf ein Viertel kürzen. Dazu sollen Anzahlungen ebenfalls auf 20 Prozent schrumpfen. Aber jetzt kommt es noch dicker (zumindest für den Artist), denn sagt der Musiker oder Künstler das Event ab, muss er die doppelte Gage an den Veranstalter zahlen. Das hört sich stark nach Knebelvertrag an. Aua!

Die Post-COVID-Ära

Natürlich hat sich der Über-Veranstalter Live Nation das Thema ganz genau überlegt. Es muss eine nach-COVID Klausel geben. Das schützt dann auch die Firmen, die für den Musiker oder Künstler ein Event aus dem Boden stemmen. Dieser Veranstalter hat dazu großen internationalen Einfluß, so dass wir davon ausgehen müssen, dass andere Veranstalter in anderen Ländern diese Policy übernehmen werden.

Wie wird sich das auf Live-Musik, Festivals, Konzerte, Clubs und so weiter auswirken? Das können wir zurzeit noch nicht sagen. Auf jeden Fall wird sich der eine oder andere Live-Musiker und Performer vor der nächsten Vertragsunterzeichnung das Vorhaben mehrfach gut überlegen. Schlaflose Nächte wird es auch geben. Was meint ihr zu diesem Thema?

Hier das komplette Memo von Live Nation

Live Nation Memo to Talent Agencies:

The global pandemic has changed the world in recent months and with it the dynamics of the music industry. We are in unprecedented times and must adequately account for the shift in market demand, the exponential rise of certain costs and the overall increase of uncertainty that materially affects our mission. In order for us to move forward, we must make certain changes to our agreements with the artists. The principle changes for 2021 are outlined below.

Artist Guarantees: Artist guarantees will be adjusted downward 20% from 2020 levels. 

Ticket Prices: Ticket prices are set by the promoter, at the promoter’s sole discretion, and are subject to change.

Payment Terms: Artists will receive a deposit of 10% one month before the festival, contingent on an executed agreement and fulfillment of marketing responsibilities. The balance, minus standard deductions for taxes and production costs, will be paid after the performance.

Minimum Marketing Requirements: All artists will be required to assist in marketing of the festival through minimum social media posting requirements outlined in artist offer.

Streaming requirements: All artists will be required to allow their performance to be filmed by the festival for use in a live television broadcast, a live webcast, on-demand streaming, and/or live satellite radio broadcast.

Billing: All decisions regarding “festival billing” are at the sole discretion of the promoter.

Merchandise: Purchaser will retain 30 % of Artist merchandise sales and send 70% to the artist within two weeks following the Festival.

Airfare and Accommodations: These expenses will be the responsibility of the artist.

Sponsorship: The promoter controls all sponsorship at the festival without any restrictions, and artists may not promote brands onstage or in its productions.

Radius Clause. Violation of a radius clause without the festival’s prior authorization in writing will, at the festival’s sole discretion, result in either a reduction of the artist fee or the removal of the artist from the event, with any pre-event deposits returned to the festival immediately.

Insurance: The artist is required to maintain its own cancellation insurance as the promoter is not responsible for the artist fee in the event of a cancellation of the festival due to weather or a force majeure.

Cancellation by Artist: If an artist cancels its performance in breach of the agreement, the artist will pay the promoter two times the artist’s fee.

Cancellation Due to Poor Sales. If a show is cancelled due to poor ticket sales, the artist will receive 25% of the guarantee.

Force Majeure: If the artist’s performance is canceled due to an event of force majeure – including a pandemic similar to Covid-19 – the promoter will not pay the artist its fee. The artist is responsible for obtaining any cancellation insurance for its performance.

Inability to Use Full Capacity of the Venue: If the promoter – either because of orders of the venue or any governmental entity – is not permitted to use the full capacity of the venue, then the promoter may terminate the agreement, and artist will refund any money previously paid.

We are fully aware of the significance of these changes, and we did not make these changes without serious consideration. We appreciate you – and all artists – understanding the need for us to make these changes in order to allow the festival business to continue not only for the artists and the producers, but also for the fans.

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Rolf.Jo.Maier
21 Tage her

Diese aktuelle Krise, dieser aktuelle Ausnahmezustand ist für alle, ich betone für alle ein noch nie dagewesener Zustand. Wir sind bisher , von den Naturkatastrophen die es gab und auch weiterhin geben wird noch nie global von einer derartigen Bedrohung unserer Spezies konfrontiert geworden. Die einen trifft es gesundheitlich und existenziell mehr, die anderen weniger aber insgesamt sind wir alle, jeder einzelne unserer Spezies der aktuell auf diesem Planeten lebt betroffen. Daher bin ich der Meinung dass die Kunstschaffenden keinen Sonderstatus haben in Bezug auf finanzielle- oder andere Hilfsleistungen. Millionen von Arbeitsplätzen sind aktuell bedroht, das heißt die Betroffen dieser… Read more »

macmountain
macmountain
21 Tage her
Reply to  Rolf.Jo.Maier

Oha..Woher ist die Info denn, dass „die gesamte Menschheit, unsere gesamte Spezies bedroht ist“? Da alle bisherigen Erkenntnisse zu Viren genau das nicht! behaupten bin ich mir sicher und freue mich, dass wir sicherlich noch viel Gearnews und hoffentlich auch bald wieder tolle Musik live genießen dürfen. Von mir aus auch mit Mundschutz ;-) Und zum Artikel: Die Situation für Künstler wird mit solchen Verträgen übel hart werden. Topseller wird das vielleicht nicht stören. Ob es aber irgendjemanden geben wird, der die hohen Ausfallkosten für Newcomer mit übernehmen wird?? Geht dann halt weiter in Richtung „sichere Nummer“ und keine Experimente…… Read more »

Rolf.Jo.Maier
20 Tage her
Reply to  macmountain

Die Augen und Ohren aufmachen, denken und dann dürfte wohl jedem klar sein wo wir, die gesamte menschliche Spezies aktuell stehen. im übrigen gibt es den Begriff – Solidarität- der scheinbar bei unserer Liga der Musik-Schaffenden ein Fremdwort zu sein scheint. Viele , solidarisch vereint können etwas bewegen. Beste Grüße……..

Tomstone
Tomstone
18 Tage her
Reply to  Rolf.Jo.Maier

Hi! Ich bin 53, d.h. ich habe den Vietnamkrieg, die Ölkrise, das Waldsterben, das Wettrüsten, den sauren Regen, Tschernobyl, den Borkenkäfer und sogar Fukushima überlebt. Bislang wurde ich also vom „Weltuntergang des Tages“ verschont. Und bin, historisch gesehen, guter Dinge, dass das so bleibt und froh, dass ich mein Geld nicht damit verdienen muss, Herrn Maier Angst zu machen. Nach Loriot: „Wir kommen dann jeden FFFreitag.“ Bedenklich finde ich aber, und da kann ich mich einigen Meinungen hier anschließen, dass es wohl eine immer größer werdende Polarisierung der Kultur geben wird. Eine Entwicklung hin zu „Sicherheitsevents“ mit großen Namen. Wir… Read more »

Rolf.Jo.Maier
18 Tage her
Reply to  Tomstone

Soziale Marktwirtschaft so benannt nach seinem Schöpfer Ludwig Erhard ist oder war lange die Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Auch ich habe den Vietnamkrieg, die Ölkrise, das Waldsterben, das Wettrüsten, den sauren Regen, das Ozonloch, Tschernobyl, den Borkenkäfer und sogar Fukushima überlebt, aber das alles ist nichts zu dem aktuellen Ausnahme-Zustand in dem sich der gesamte Globus, unsere Spezies befindet. Nein meine Guter mir braucht niemand Angst zu machen, denn ich bin dagegen immunisiert oder zumindest sehr resistent im Laufe meines Lebens geworden ( *1951). Was mich bei der ganzen Sache tierisch auf den Sack geht ist dieses Gejammer wie beschissen man… Read more »

Tomstone
Tomstone
17 Tage her
Reply to  Rolf.Jo.Maier

Hi! Ich kenne z.B. niemanden persönlich, der sich ungerecht behandelt fühlt oder weinerlich nach einer Gouvernante ruft, um Almosen zu bekommen. Für den Preis seiner Freiheit, wie manche das unverschämterweise verbinden. Von Freiheit gibt es allerdings derzeit zu wenig, viel zu wenig. Ich sehe aber schon über den Tellerrand meiner halbwegs gesicherten, also kunstfernen Existenz, dass da draußen wohl viele überrascht wurden von der Pandemie. Glücklich, wer das alles schon vorher wusste. Also, ich nicht. Wenn ich nur genügend Talent hätte, wäre ich jetzt möglicherweise auch in einer schwierigen Lage und bin froh, dass es nicht so ist. Insofern halte… Read more »

Anax
21 Tage her

Das ist ja ein hübsche kleines Manifest. Was sollen die Künstler nun deiner Meinung nach tun?

Rolf.Jo.Maier
21 Tage her
Reply to  Anax

……Die aktuelle Pandemie hat uns das Zerrbild dass in allen globalen Gesellschaften vorhanden ist aufgezeigt. Was wir daraus machen, wie wir damit umgehen sollten obliegt jedem einzelnen. Jetzt ist nicht die Zeit mit der Lupe einzelne betroffene Gruppen in den Hilfe-Fokus zu stellen, jetzt ist die Zeit dass wir alle zusammen diese Bedrohung angehen und meistern müssen, denn sonst sehe ich für unsere Spezies keine Zukunft auf diesem herrliche und wunderbaren Planeten mehr. Beste Grüße und möge die Macht der Vernunft und Weitsicht bei uns allen zum tragen kommen, wenn nicht war,s das………………………………..Das ist so glaube ich der einzige brauchbare… Read more »

claudius
Editor
20 Tage her

Wo ist die Gesellschaft falsch abgebogen, dass der nur scheinbar unbedeutende Künstler/Arbeiter das größte Risiko trägt und auch noch den Ausfall der Location anteilig kompensieren muss UND das auch noch „von oben“ durchdrückbar zu sein schein?
Ich hoffe, dass das Modell nicht nach Europa rüberschwappt und für die Künstler in den USA hoffe ich, dass sie geschlossen gegen diesen Verein protestieren.

Rolf.Jo.Maier
20 Tage her
Reply to  claudius

siehe meine Antwort zum Kommentar @macmountain.
Jeder kann seine Stimme, sprich seine Meinung zum kollektiven Protest beitragen. Ich denke auch und gerade die – unbedeutende Künstler/Arbeiter- sind , vorausgesetzt sie können sich zusammen schließen dazu im Stande etwas zu bewirken, den Vertragspartnern Grenzen aufzeigen,

Wo ein Wille , gebildet durch viele Gleichgesinnte ist , findet sich auch ein brauchbarer Kompromiss…………

Arneb
20 Tage her

So sieht die „Schock-Strategie“ (Naomi Klein) also aus, wenn man sie auf die Musikbranche anwendet. Interessant, wieder was gelernt.

Andy Lekkman
19 Tage her

Ich will mich eigentlich nicht an der eigentlichen Diskussion abarbeiten. Dennoch, in der Hoffnung das hier lesen noch andere Rolfs (sorry! Also Menschen mit ähnlicher Meinung). Wieso glaubst du, dass kulturschaffende Menschen die als einer der wenigen Jobgruppen nicht arbeiten dürfen und häufig über nur geringe Reserven verfügen, nicht einen Sonderstatus haben in Bezug auf finanzielle- oder andere Hilfsleistungen? Betroffene Arbeitnehmer in Deutschland sind durch die staatlich finanzierte Kurzarbeiterregelung zumindest vor dem finanziellen Abstieg beschützt. Du solltest dich fragen was der Grund für deine Meinung ist (gehörst du vielleicht nicht zu der betroffenen Gruppe…?) . Und du solltest vielleicht mal… Read more »

Rolf.Jo.Maier
19 Tage her
Reply to  Andy Lekkman

Keiner sollte durch das soziale Netz fallen ! Das ist meine Ansicht die ich mein ganzes Leben so vertreten habe. Jeder ist aktuell mehr oder weniger von den Auswirkungen dieser Pandemie die im übrigen keine von mir geschaffene End-Zeit.Phobie ist, sondern auf der Tatsache beruht dass keiner der aktuell Lebenden unsere Spezies in einer solchen Situation war. Ich trage nicht zum Klima der Angst bei, sondern gebe meine Meinung zu den aktuellen Situationen wieder, nicht mehr und nicht weniger. Die Frage ob ich oder nicht zu der betroffenen Gruppe frei schaffender Künstler gehöre ist nicht relevant, denn es geht um… Read more »

Jörn
18 Tage her
Reply to  Rolf.Jo.Maier

Also mal ganz ehrlich…

„Jeder ist aktuell mehr oder weniger von den Auswirkungen dieser Pandemie die im übrigen keine von mir geschaffene End-Zeit.Phobie ist, sondern auf der Tatsache beruht dass keiner der aktuell Lebenden unsere Spezies in einer solchen Situation war“

…erzähle das mal einem Syrer oder einem Krebspatienten. Diese Situation hatten die tatsächlich auch noch nie. Aber es gibt noch andere Sorgen und Nöte auf unserem Planeten.

Rolf.Jo.Maier
18 Tage her
Reply to  Jörn

….entweder verdrängt man solche Situationen, Deine Argumentation geht für mich in diese Richtung , oder man ist in der Lage oder Willens die Situation in der wir uns ALLE befinden, Syrer, Afghane, Iraker oder wer auch immer von unserer Spezies wo auch immer auf diesem Planeten lebt : Tatsache ist dass wir uns in einer Lage befinden die seit der – Spanischen Grippe – die zwischen 1918 bis 1920 wütete und die 20 – 50 Millionen Tode hinterließ kein aktuell Lebender erleben musste. Das ist meiner Meinung nach die existenziellste Bedrohung der wir uns ausgesetzt sehen und deren Verlauf, eine… Read more »

Mumpitz
18 Tage her

Bier durch´s Röhrchen… bäh. Hoffentlich kommt die Impfung bevor ich austrockne.