von Dirk Behrens | Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Liebe Hersteller, so verbessert ihr eurer Marketing!

Liebe Hersteller, so verbessert ihr eurer Marketing!  ·  Quelle: Unsplash / Priscilla Du Preez

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Liebe Hersteller, warum macht ihr es euch und anderen manchmal so schwer? Ihr möchtet doch eure Produkte, egal ob Soft- oder Hardware, an potentielle Kunden und Kundinnen verkaufen? Und die müsst ihr für diesen Zweck irgendwie erreichen. Aber manchmal legt ihr euch dabei selber Steine in den Weg. Das muss doch nicht sein! Weil es anscheinend noch niemand bisher gemacht hat, wollen wir hier mal ein paar grundlegende Tipps geben, mit denen ihr eurer Marketing verbessert und hoffentlich den Umsatz steigert. Denn ihr habt hart an euren Produkten gearbeitet und das soll sich doch auch bezahlt machen. Vielleicht fühlt ihr euch ja an einigen Stellen angesprochen.

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Liebe Hersteller, so verbessert ihr eurer Marketing

Unsere Redaktion ist jeden Tag unermüdlich damit beschäftigt, über neue und interessante Produkte aus der Welt der Musik zu berichten. Egal ob es sich dabei um die Themen Gitarre und Bass, Recording, Tech, Live- und DJ-Gear oder Synthesizer handelt – wir versuchen, daran interessierte Menschen auf dem Laufenden zu halten. Dafür durchforsten wir permanent das Internet, telefonieren und chatten mit Leuten aus der Branche, schauen Videos oder Streams an und lesen die nonstop eintreffenden News- und Promo-Emails.

Und dabei fallen uns natürlich immer wieder ein paar Sachen auf, die nicht nur bei unserer Arbeit nervig sind, sondern bestimmt auch nicht immer optimal für die einzelnen Firmen und Unternehmen. Und es wird Zeit, das endlich mal anzusprechen – in der Hoffnung, dass es einige von euch Herstellern lesen.

Hier ein paar grundlegende Tipps, die ihr aus unserer Sicht (ich spreche da für die Redaktion) einfach mal besser machen solltet. Nicht zwingend für uns, sondern für euch!

Vernünftige Produktbilder

Vielleicht haben es einige noch nicht mitbekommen, aber das Internet hat sich verändert. Das gilt nicht nur für das Design, sondern auch die Geschwindigkeit der Datenübertragung. Die Zeiten von Modems sind vorbei! Daher sollte es kein Problem sein, auf euren Websites Produktbilder unterzubringen, die groß genug sind, um sie auf Blogs oder gar im Print ohne viel Stress zu benutzen.

Ein Beispiel: Unsere Bilder in Artikeln sind 1540 Pixel breit und 850 Pixel hoch. Und auch bei vielen anderen Blogs werden vergleichbare Bildgrößen verwendet. Warum zum Teufel sind bei einigen Herstellern die Produktbilder in einer Auflösung, die teilweise nicht mal halb so groß ist? Oder wollt ihr einfach, dass die Bilder auf den News-Blogs so schlecht wie möglich aussehen?

Ihr müsst ja nicht unbedingt jedes Bild auf der Website in der größtmöglichen Auflösung haben. Denn natürlich verbrauchen die etwas mehr Speicherplatz. Ein zusätzlicher Link unter dem eigentlichen Bild könnte ja ein Hi-Res-Bild öffnen. Zur Not tut es auch ein einziges hochauflösendes Bild. Denkt bitte mal darüber nach!

Und wenn ihr Bilder verwendet, dann macht sie bitte auch zugänglich! Warum verweigern einige Anbieter auf ihren Websites das Speichern von Bildern? Kurzer Hinweis: Wir kriegen sie trotzdem – es ist nur aufwendiger. Noch unsinniger ist es, Produktbilder nur auf Anfrage herauszurücken. Wer über neue Produkte schreibt, wird euch nur dafür hassen.

Es gibt natürlich durchaus einige Firmen, die in dieser Hinsicht auch absolut vorbildlich sind. Direkt zur Veröffentlichung gibt es schöne Bilder, die in ausreichender Auflösung ohne Probleme auf der Website verfügbar sind. Und die haben idealerweise sogar einen transparenten Hintergrund, der in den verwendeten PNGs erhalten bleibt. Top!

Im Vergleich dazu gibt es einige Hersteller richtig teurer Hardware, bei denen lieblos gemachte Fotos in 300 x 300 Pixel vorliegen. Als ob es die Weisheit geben würde: „Je teurer das Produkt, desto schlechter die Bilder“. Wie gesagt, das trifft natürlich nicht auf alle zu. Aber möglicherweise fühlt ihr euch ja angesprochen und versteht jetzt, warum über eure Produkte nicht so viel berichtet wurde.

Eindeutiger Produktname

Einige werden jetzt lachen, aber das kriegen so einige Hersteller nicht richtig auf die Kette. Das passiert leider zu häufig und ich muss gestehen, dass es auch einige Händler gibt, die es mit den Produktnamen nicht ganz so ernst nehmen. Das führt dann manchmal zu der Diskussion, wie ein Produkt denn jetzt eigentlich genau heißt.

Ich will da jetzt mal nicht so pingelig sein und Sachen wie Leerzeichen oder Bindestriche außer Acht lassen. Aber fast zwei unterschiedliche Bezeichnungen für ein- und demselben Produkt sehen schon etwas komisch aus. Ein bisschen mehr Konsistenz bitte!

Ordentliche Produktbeschreibung

Eine ordentliche Produktbeschreibung ist Gold wert. Nicht nur für eure Kunden/Kundinnen, sondern auch für alle, die über die Neuheit berichten wollen. Macht diese am besten so, dass alle verstehen, worum es überhaupt geht. Und dabei bitte nicht vergessen: Nicht alle potentiellen User sind Nerds oder Esoteriker. Macht es also bitte verständlich und übertreibt es nicht mit dem „Mojo“.

Denkt bitte auch daran, dass nicht alle die Lust und Zeit haben, um ganze Romane zu lesen. Wenn ihr eine halbwegs ordentliche Produktbeschreibung hinbekommen habt, könnt ihr den Text gleich für eine E-Mail benutzen und ein paar News-Websites zuschicken. Und das möglichst zeitnah zur Veröffentlichung bitte!

Erstellt ein Video

Ein Video ist eigentlich Pflicht. Die Menschen lieben einfach Videos. Im Prinzip muss das gar nicht aufwendig sein, wichtig ist nur, dass es etwas zum Teilen gibt. Über die Tools dafür verfügt prinzipiell jeder Mensch, ihr müsst also eigentlich nur machen.

Die Audioqualität muss aber auf jeden Fall stimmen, bei dem neusten Vintage-Kompressor-Plug-in macht ihr nämlich keine gute Figur, wenn der Sound dessen nicht würdig ist. Klingt eigentlich auch logisch, aber ich habe schon oft genug unter Videos gelesen oder selbst gehört, wie schlecht manchmal die Tonqualität ist. Das geht gar nicht!

Fazit

Die hier vorgestellten Tipps sind nun wirklich kein Geheimwissen, aber wenn ihr diese etwas befolgt, macht ihr mit Sicherheit einen Fortschritt. Speziell den Absatz über die Produktbilder solltet ihr zu Herzen nehmen. Wir von Gearnews freuen uns auf jeden Fall immer über tolle Neuheiten und berichten gerne darüber!

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21 Antworten zu “Liebe Hersteller, so verbessert ihr eurer Marketing!”

  1. Peter sagt:

    Stichwort Video: Bitte „konkrete“ Produkt-Videos, in denen man sofort sieht, was das Produkt kann, z.B. wie ein Plugin den Sound verändert.

    Leider schwirren auch zahlreiche Teaser-Videos durch’s Netz, die ein neues Plugin in 3D gerendert umherwirbeln und irgendeinen Stocksong dazu spielen, der nichts mit dem Plugin zu tun hat. Vollkommen nutzlos, sorry!

  2. Benny Lava sagt:

    Und wenn es ein Plugin ist, macht keine 3D-Produktfotos, die aussehen, als wäre es Hardware.
    Wenn Plugin, dann will ich auch eich sehen, dass es ein Plugin ist.

  3. claudius sagt:

    Oder Videos für Effektpedale, die über über einen Billo-Brüllwürfel mit Handymikro in Szene gesetzt werden und mehr Raum und Saitenanschlag als Effekt drauf ist… Aber das Pedal 200€+ kostet. Das gleiche für teure E-Gitarren oder Amps …

    Und in Sachen Sicherheit: Wieso haben Websiten für Gitarren im fünfstelligen Preissegment keine (sogar kostenlos verfügbaren) SSL-Zertifikate und jeder halbwegs aktuelle Browser meckert und braucht für die Seite eine Ausnahmeregelung? Gelle, Gitarrengigant mit F im Namen…

    Schön wäre zudem, wenn der Vertrieb und die Firma nicht mehrfach und zeitlich teils Wochen versetzt Newsmeldungen rausgeben…

  4. dr-w sagt:

    was mich unfassbar nervt ist die newsletter politik von vielen.
    kein mensch braucht sich taeglich wiederholende newsletter mit der gleichen information.

    und noch schlimmer sind sonderaktionen, die erst 50 mal angekuendigt werden, dann wird das ende 20 mal angekuendigt, dann bekommt man mehrere tage lang mehrere newsletter pro tag dass wirklich in echt und ungelogen das ende der sonderaktion ist. und dann bekommt man 50 newsletter dass die sonderaktion verlaengert wurde um 4 wochen.

    da kommt man sich massivst verarscht vor!

    ich wuerde mir NEWSletter wuenschen – halt mit news. und nicht herz- und ideenloser massenSPAM wo wir user wie brainless monkeys behandelt werden.

    please, pretty pretty PLEASE!

  5. Tai sagt:

    „in der Hoffnung, dass es einige von euch Herstellern lesen“

    Da liegt doch der Hase im Pfeffer. Ich darf nicht vergessen, dass einige der Hersteööer noch immer über das Medium „Inder Nett“ beleidigt sind und die Vertriebswege und Präsentation lieber selbst bestimmen würden. Niemand holt sich mehr Hochglanzprospekte im Musikladen ab.

  6. Level 22 sagt:

    Marketing beginnt beim Produkt selbst. Bitte weniger frustrierenden Kram für den Elektro-Schrott produzieren. Auch bei Hardware nachhaltig Produkt-Updates liefern. Wenn diese echte Erweiterungen bieten, dürfen sie auch etwas kosten. Gute Beispiele: Elektron, Akai oder mein HP-Laptop …

    • T sagt:

      Mein Elektron analog Tour MK2 und rytm MK2 liefen 1 Jahr ohne Probleme, seit dem letzten Update sind beide unbenutzbar. Dieses Update ist nun 7 Monate her und die Antworten die ich von Elektron bekomme sind unter aller Sau. Seit der Aktion bin ich was Elektron angeht leider etwas befangen und muss das zu gegebener Stelle auch immer Mal wieder loswerden.

      • T sagt:

        P.S. seit dem stehen 3000€ bei mir Zuhause unbenutzbar Rum. Ob Einzelfall(e?!) oder nicht ist mir in dem Moment egal.

        Mit AKAI habe ich dagegen sehr positive Erfahrungen gemacht, Produkt-sowie Update Politik.

  7. Sascha sagt:

    was auch nett wäre, wenn erhältliche Produkte, die auch schon bestellbar im Shop = bei den Händlern in Deutschland sind, hier z.B. Gitarren, auch auf den Hersteller Webseiten zu sehen wären, um ein paar Infos dazu zu erhalten

  8. Vanessa sagt:

    Persönlich finde ich die angeblichen Leaks am nervigsten. Man sollte es einfach Preview nennen, wir arbeiten an Produkt X Y oder kurz vor dem VÖ Datum bekannt geben.

    • Benny Lava sagt:

      Zumal es kein Leak ist, wenn es vom Hersteller selbst kommt.
      Auch die „Ausversehen“ schon im Onlineshop schon sichbaren Produkte.

      Vielleicht sollte Gearnews auch aufhören, es Leak zu nennen.

  9. Mario sagt:

    Uff, dass nenne ich einen spannenden Artikel! Jungs, da geht noch mehr. Das Thema hat so viel Potenzial. Das schreit doch nach einer Artikelreihe… Wie sieht’s zum Beispiel mit ausdrücklich „positiven Beispielen“ aus? Welche Firmen machen es derzeitig wirklich gut? Ehre, wem Ehre gebührt! Das würde mich sehr interessieren. Vielleicht kann man mit diesen „positiven Firmen“ auch gezielte Interviews führen und die Verantwortlichen für diese hervorragende Arbeit kennenlernen.

    Tolle Idee, Männer!

    • Benny Lava sagt:

      Tolle Idee.

      Und einfach den Link zu diesem Artikel an die Hersteller schicken.
      Die Emails habt ihr ja aus den Produktankündigungen.

  10. stephan sagt:

    Was das Bildmaterial betrifft, kämpfe ich hin und wieder mit dem Gegenteil: Da gibt es einen Gitarrenhersteller, der regelmäßig 1,8 GB große ZIP-Dateien zur Verfügung stellt, gefüllt mit rund 200 Bilder und keins ist eindeutig als „Hero Shot“ beschriftet. Etliche gedoppelte Perspektiven… mal ist der 1. Tuner der Kopfplatte scharf, mal der 3. und mal ist gar nichts im Fokus, weil der „Photograph“ so ein tolles Objektiv mit 0,8er Blende hat. Jede Datei ist 20MB groß, alles muss nachträglich komprimiert oder zugeschnitten werden. Yay. :oP

    Oder: Ein Hersteller veröffentlicht 43 Produkte auf einen Schlag, anstatt sie schön über das Jahr zu verteilen und eine bessere Coverage zu erhalten. Scheint denen völlig egal zu sein.

  11. Insider sagt:

    Ok, dann berichte ich mal von der anderen Seite…

    Als deutscher Vertrieb für internationale Hersteller hat man es auch nicht immer leicht. Da kann man den Kollegen im US-Marketing noch so oft erklären, dass es nichts bringt, über ungelegte Eier zu gackern. Trotzdem hauen sie eine halbgare englische Pressemitteilung raus, weil die Produktvorstellung unbedingt noch ins Quartal gepresst werden soll und man den eigenen Chefs die News in der Presse als eigene Arbeitsleistung verkaufen muss. Aber lieferbar ist das Produkt erst (mit viel Glück – so der Chinese will) ein Vierteljahr später. Bis dahin interessiert sich natürlich niemand mehr für die „News“ dass das Produkt jetzt auch mal in Deutschland auf Lager ist.

    Esoterische Produktbeschreibungen… Sehr oft werden Produkte nicht entwickelt, weil Kunden das wollen, sondern, weil irgendjemand eine fixe Idee hat. Natürlich wird sich vorher auch nicht bei den Vertrieben vor Ort erkundigt, ob bei der angepeilten Zielgruppe überhaupt ein Markt und eine Nachfrage dafür existiert. Nicht selten werden fantasievolle Zielgruppen und Produktbedürfnisse erst ausgedacht, die es in der Realität nicht gibt. Ergebnis: Keiner kaufts und das tolle neue Produkt liegt wie Blei in den Regalen. Wenn mans dann blumig beschreibt, merkt vielleicht keiner, dass es niemand braucht…

    Zum Thema Produktzyklen… Nicht selten gibt es nur deshalb ein neues Produkt, weil der Preis vom Vorgänger total im Eimer ist. Schuld daran: Internet-Händler, die sich mit automatisierten Algorithmen ständig im Preis unterbieten, bis niemand mehr etwas verdient. Da wird nur um den Marktanteil gekämpft, während der normale Musikhändler „um die Ecke“ schon längst kapituliert hat, weil er sonst bei jedem verkauften Artikel drauflegen müsste. Natürlich möchten wir als Kunden sparen. Aber wenn Preise innerhalb kurzer Zeit um ein Drittel runtergehen oder sogar schon zum Verkaufsstart deutlich unter UVP gelistet werden, dann leidet nicht nur die Händlermarge sondern auch die Innovation.

    Tolle Produktvideos wären wünschenswert. Eigentlich fast immer sind Produktneuheiten jedoch mit ganz heißer Nadel gestrickt und es existiert noch gar kein Prototyp, der kameratauglich wäre. Oder die Firmware klemmt noch und existiert nur als Demo. Klar hat das bei der PRS SE gerade super geklappt, 27 Influencer rechtzeitig mit Klampfen zu bemustern, damit YouTube total glaubwürdig mit Videos geflutet wird. Aber das ist leider die Ausnahme. Die Regel ist eher „von der Hand in den Mund“. Da ist man froh, wenn man überhaupt rechtzeitig erfährt, was sich die Hersteller wieder Schönes ausgedacht haben.

    Abgesehen davon lieben wir doch alle unseren Job, das Spiel, den Markt (mehr oder weniger) und unser G.A.S…. ;)

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