Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Gibson-Mesa-Boogie-Acquisition

 ·  Quelle: Gibson

Ich habe es erst für einen Aprilscherz gehalten. Aber es ist noch Januar. Also: Es stimmt. Gibson hat Mesa Boogie gekauft. Hier erfährst du, was sich nun ändert und was nicht.

Gibson kauft Mesa Boogie

Mein Herz weiß noch nicht so recht, ob es lachen oder weinen soll, wenn es daran denkt, dass Mesa Boogie nun zu den Gibson Brands gehört. Aber dann schaltet sich mein Verstand ein und meint: „Hey, Gibson macht in letzter Zeit sehr viel richtig. Und hatte auch mal coole Amps. Und überhaupt: Mesa Boogie wird unter neuem Schirmherren wohl kaum anfangen, schlechtere Amps zu bauen. Oder?“

Mesa Boogie wurde vor etwas mehr als 50 Jahren von Randall Smith gegründet und im Rock und Metal ist die Marke auf etlichen Bühnen zu sehen. Zu Recht. Es sind tolle Amps. Auch, wenn sie hierzulande etwas teuer sind. Und dieser ominöse Randall Smith hört auch nicht auf, sondern wird direkt Master Designer der Mesa Boogie Amps bei Gibson bleiben.

At Gibson we are all about leveraging our iconic past and leaning into the innovative future, a quest that started over 100 years ago with our founder Orville Gibson,” says James ‘’JC’ Curleigh, President & CEO of Gibson Brands. “Today this quest continues with the addition of Mesa Boogie into the Gibson Brands family, along with the visionary leadership of Randy Smith and his Team who, for the past 50 years, have created an iconic and innovative brand that has stood the test of time. This is a perfect partnership based on our collective professional experiences and passion for sound”.

Das wird anders – und das nicht

Hand aufs Herz: Es ändert sich erst einmal für Fans von Gibson und Mesa Boogie nichts. Randall Smith wird weiter Amps unter dem Label Mesa Boogie entwickeln. Röhrenamps, versteht sich. Aber er wird vermutlich (sehr sicher) auch Amps für/von Gibson im Custom Shop entwickeln. Früher hatte die Marke ja ein paar Amps im Angebot.

Randy Smith meint selbst dazu:

I’m 75 years-old and still at work every day. This is my art and many of our crew have worked along my side for 30 to 40 years. As we witnessed JC and Cesar transform Gibson, we saw kindred spirits sharing common values and a fierce dedication to quality. Today, Gibson’s guitars are the best-ever and when they asked if we’d like to become Gibson’s Custom Shop for Amplifiers, we envisioned a perfect collaboration that would expand our outreach while preserving our legacy beyond my time. Gibson realizes the unique value of what we’ve all built together and this next chapter in the Mesa/Boogie story is a continuation of that dream. I am so fortunate for this partnership with the new Gibson after 50 years of doing what I love. It’s been the ride of my life . . . and it ain’t over yet!”

Ich denke, für Gibson war das ein sehr kluger Schachzug. Jetzt gibt es richtig gute Amps im eigenen Kader. Und auch Mesa Boogie wird damit sicher eine solide Finanzierung für neue Produkte bekommen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Belegschaft nicht wie bei anderen Firmenübernahmen komplett auf die Straße gesetzt wird. Dafür ist Gibson aber (zumindest mir) nicht bekannt.

Sollten wir mehr erfahren, liest du es hier.

Mehr Infos

18 Antworten zu “Gibson kauft Mesa Boogie!”

  1. Eddie sagt:

    Ich finde die beiden Firmen passen nicht zusammen.
    Mesa/Boogie war immer innovativ und fast alle Neuentwicklungen waren erfolgreich. Gibson ist das pure Gegenteil, ohne die guten alten Designs wären die längst weg vom Markt. Die neuen Designs sind fast alles Fehlschläge, kein Mensch will das Zeug. Der gute Randall braucht ein Nachfolger, den er offensichtlich nicht gefunden hat und jetzt geht der Laden an Gibson. Eine Epoche geht auch hier zu Ende.

    • claudius sagt:

      Valider Punkt. Allerdings vereint Gibson neben eigener Versuche in der Vergangenheit einige Marken unter sich, die teils auch Innovation mitbringen oder zumindest sich am neueren Markt orientieren.

    • BonedoLeser sagt:

      Ich kann da nicht ganz so zustimmen. Gibson hat versucht unter der eigenen Marke innovative Modelle zu bauen, die sind aber vom Kunden nicht angenommen wurden. Jetzt konzentriert sich Gibson auf seine traditionellen Modell und überlässt die innovativeren Sachen Kramer und Steinberg. Bei Fender habe ich gerade nochmal geschaut und da auch keine innovativen Modelle gefunden.
      Und das finde ich auch durchaus OK.
      Wenn ich eine Paula oder Strat oder einen Preci haben will, gucke ich halt bei G oder F.
      Wenn ich was innovatives haben will dann bei Ibanez Workshop, Strandberg oder Dingwall.

      Und bei Amps sehe ich es ähnlich.
      Wenn ich einen Rectifier haben will dann suche ich bei Mesa. Wenn ich was innovatives haben will dann eher bei Revv.

      • Eddie sagt:

        ja ja Fender, schau mal was die Genz Benz gemacht haben

        • BonedoLeser sagt:

          Ja, genau.
          Genz Benz würde ich jetzt als innovativ mit ihren Bass-Lautsprechern bezeichnen. Während der Fender mit der Rumble-Serie doch eher den guten alten Rock’n’Roll bedient.
          Und in meinen Augen ist das durchaus akzeptabel das so zu trennen und sich auch den Kunden, die jeweils etwas anderes wollen, als zwei verschiedene Marken zu präsentieren.
          Ich finde es nur schade, dass Fender SWR und noch viel früher SUNN abgewickelt hat.

  2. Christoph Kaiser sagt:

    Oh je, die „Marktphilosophen“………

  3. Invictus sagt:

    Fender hat auch etliche Firmen aufgekauft:
    – Bigsby
    – Charvel
    – Gretsch
    – Guild
    – Jackson
    – Squier
    – etc.
    Wo bleibt der Aufschrei der Gitarristen? Bislang nichts passiert.

    Mesa Boogie wird in Bereiche Konstruktion, Entwicklung, Produktion weiterhin von Gibson unabhängig sein. In Sache Finanzen und Vertrieb wird Gibson wohl übernehmen.
    Volkswagen besitz auch mehrere Automarken wie Seat, Skoda, Audi, Porsche, Lamborghini etc. und alle Tochterunternehmen können unabhängig von VW auf eigene Firmenphilosophie setzen.

  4. DrSax sagt:

    Das Fender die nicht gekauft hat. Waren die ersten Boogies nicht frisierte Fender Amps

  5. Dieter Gehweiler sagt:

    Wenn Mesa/Boogie immer innovativ und fast alle Neuentwicklungen erfolgreich waren warum kommt dann das Unternehmen untern Hammer. Auch der Gigant Gibson stand 2018 kurz vor der Insolvenz. Wo er aufgrund längeren sinkenden Verkäufen im Gitarrensegment um sein Dasein zittern musste. Gigantische Schulden von 375 Millionen US-Dollar erdrrückten den Gitarrenherstellers damals fast.
    Zwischenzeitlich gibt es unzählige gute Gitarren- und Amphersteller. Ferner sind wir in einer Zeit angelangt, wo technische Weiterentwicklungen einen Röhrenamp fast schon überflüssig machen. Ich könnte mit vielen wetten, dass sie bei verbundenen Augen die Soundergebnisse zwischen echten Amp und der Nachbildung durch Processor gesteuerten Multi Effektboards nicht mehr auseinander halten können.
    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Amp- und einige der Gitarren Urgesteine der Moderne weichen müssen und eine handvoll der Kult Exemplare übrig bleiben werden.
    Auf großen Bühnen werden sie vielleicht noch etwas länger verbleiben. Aber welche Musiker von kleinen Bands, die ihr Equipment selber transportieren und aufbauen müssen schleppen noch riesige Boxen und Amps hinter sich her. In der heutigen Zeit spielt ja auch kaum noch einer auf einer richtig alten Hammondorgel, Leslie oder schleift sein Instrument durch ein uralt Bandecho-Gerät.
    Die Musik ist einfach im Wandel.

  6. Michi sagt:

    Werden jetzt als nächstes Amp-Schmieden verklagt…?

  7. Atax sagt:

    Ich weis nicht so recht, Mesa Boogie in den Händen von so einem Fuddelladen wie Gibson? Da werden die Amps wohl noch ein Stück teurer werden, ist ja schließlich Gibson, oder? Und für sowas zahlt man doch gerne einen Aufpreis, oder ? So Mondpreise wie bei ihren Les Pauls und SG’s? Wie gut, dass ich mir kein MB kaufen will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.