von Dirk Behrens | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
GBSoundlab SweetPressor

GBSoundlab SweetPressor  ·  Quelle: GBSoundlab

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GBSoundlab veröffentlicht SweetPressor, ein Plug-in, dessen hybrides Design sich bei Kompressoren mit Transistor- und Röhrentechnik zu gleichen Teilen bedient. Das Beste aus zwei Welten sollt ihr damit bekommen. Die Spectre genannte Funktion kümmert sich automatisch um die Balance des Frequenzspektrums.

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GBSoundlab SweetPressor

Präzision und Transparenz kombiniert der spanische Entwickler GBSoundlab in diesem Plug-in mit klangfärbendem Charakter. Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sich SweetPressor bei zwei Kompressor-Typen. Für Genauigkeit soll die Emulation einer Transistorschaltung sorgen, für den Charakter ist die Röhrensektion in Anlehnung an Var-Mu-Kompressoren zuständig.

Abseits des hybriden Konzepts gibt es hier einige weitere interessante Ideen. So wurde hier eine Spektral-Kontrolle integriert, die passenderweise Spectre heißt. Die hat die Aufgabe, tiefe und hohe Frequenzen auszugleichen und damit für ein ausgewogenes Frequenzbild zu sorgen. Bei dem dafür vorgesehenen Regler könnt ihr aber auch selbst „Hand anlegen“ und die Balance nach eurem Gusto einstellen. Eine von fünf festen Center-Frequenzen wählt ihr dafür aus, zusätzlich lässt sich die Attack- und Release-Zeit (hier Recovery genannt) für die Frequenzbereiche Low und High getrennt einstellen.

Die Ratio koppelt das Plug-in an fünf zur Auswahl stehende Density-Werte – auch das ist nicht unbedingt gewöhnlich. Dieser Bereich sorgt in Kombination mit dem Mix-Regler für eine typische Parallelkompression und ist für das Verdichten des Audiomaterials zuständig.

Ein Limiter gehört ebenfalls zur Ausstattung. Wenn dieser nicht deaktiviert ist, schaltet ihr diesen zwischen VCA und Soft Clip um. An dieser Stelle steuert ihr auch mit einem Regler das Make-up Gain. Es gibt aber auch noch einen Output-Regler für die Lautstärke, dieser lässt sich über den Link-Button an die Kontrolle für Input koppeln. Dreht ihr also Input auf, reduziert das Plug-in dann automatisch die Ausgangslautstärke.

Mit Input steuert ihr ebenso, wie „heiß“ die Röhren-Emulation ausfällt, zusätzlich erlaubt die Trim-Kontrolle noch ein bisschen Feintuning. Die Grafik einer Röhre darf bei einem solchen Plug-in anscheinend nicht fehlen und signalisiert mit der Farbe, wie diese gerade beansprucht wird. Eine umschaltbare Pegelanzeige gibt es übrigens auch.

Ein Kompressor für Nerds?

Ich muss zugeben, dass dieses Plug-in schon etwas verwirrend aufgebaut ist und der Entwickler bei der Beschreibung nicht gerade für mehr Klarheit sorgt. Einige Begriffe am Interface sind auch nicht besonders selbsterklärend gewählt. So können wir nur vermuten, dass mit Side-Cut ein Sidechain gemeint ist. Wenn ihr also nicht zu den Menschen gehört, die sich gerne stundenlang mit einem Plug-in beschäftigen, könnte SweetPressor eine kleine Spaßbremse sein. Denn hier erschließen sich einige Features erst so richtig bei der Praxis.

Falls ihr es überhaupt bis hier durchgehalten habt, sollt ihr noch wissen, dass es ein paar Presets gibt. Und auch wenn das jetzt sehr kritisch klingt, begrüße ich durchaus neue Ansätze bei einem solchen Plug-in. Denn von dem üblichen Standard gibt es ja nun wirklich mehr als genug.

Spezifikation und Preis

GBSoundlab SweetPressor läuft als VST, VST3 und AU auf macOS (10.11 oder neuer) sowie Windows (8.1 oder neuer). Eine Anleitung gibt es in Spanisch und auf Englisch als PDF. Eine kostenlose Demoversion bezieht ihr über die Website des Herstellers. Der Preis beträgt 30 Euro.

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2 Antworten zu “GBSoundlab SweetPressor: Hybrider Kompressor mit neuen Ideen”

    Gustav Grantler sagt:
    0

    „Die Grafik einer Röhre darf bei einem solchen Plug-in anscheinend nicht fehlen…“
    Die grafische Röhre ist ja durchaus sinnvoll, wenn sie eben zur Visualisierung eingesetzt wird.
    Die Schrauben, die sich in so manchen GUI’s befinden, halte ich aber für ganz großen Blödinn, genauso wie Holzseitenteile und weiteren sinnbefreiten Unfug, der nur Platz wegnimmt.

      Dirk B. sagt:
      0

      Ist in diesem Fall tatsächlich mehr als nur Schnörkel, das visuelle Feedback könnte aber natürlich auch durch eine Pegelanzeige oder sonst wie gegeben werden. Letztendlich ist hier ja keine Röhre drin. Deshalb finde ich das ein bisschen kitschig. Bin ansonsten aber ganz bei dir was „Holz“ und „Schrauben“ betrifft.

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