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Master Builder Paul Waller  ·  Quelle: Fender

Mal ehrlich, ich habe den allergrößten Respekt vor den Beatles, ihren Fans und George Harrison. Trotzdem würde ich mir die neue George Harrison Rocky Strat niemals zulegen. Allerdings muss ich zugeben, dass Master Builder Paul Waller einen exzellenten Job für Fenders Custom Shop gemacht hat!

Custom Shop-Herausforderungen

Als Master Builder im Fender Custrom Shop hat man es nicht leicht. Mal darfst du eine Gitarre aus Kohlefaser im Sportwagen-Design erträumen oder eine vom Fabergé-Ei inspirierte Krönungsgitarre im Wert von 560.000 US-Dollar umsetzen. Und dann wiederum sollst du eine nicht gerade günstige Telecaster nur mit Grundierung versehen. Oder, wie hier, ein wild bemaltes Unikat (mit längst nicht mehr erhältlichen Farben) so authentisch wie möglich reproduzieren. Der Druck ist groß, schließlich geht es um das Instrument eines ehemaligen Beatle!

George Harrison Rocky Strat

Wir schreiben das Jahr 1965. Als die Sessions für das Help!-Album begannen, schickten George Harrison und John Lennon ihren Roadie los, um für jeden von ihnen eine Stratocaster zu besorgen. Dieser kehrte mit einem Paar Gitarren in Sonic Blue zurück, was man noch heute auf der Rückseite sehen kann. George nannte seine 1961er Strat „Rocky„. 1967 war es total angesagt, alle möglichen Gegenstände mit Farben zu bemalen. Also entschied er sich dazu, Rocky mit fluoreszierender Dayglo-Farbe zu bemalen, die damals eine brandneu Sache war.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Man mag von der Bemalung halten was man will, doch eins ist klar: Die originalgetreue Reproduktion dürfte ein ziemlicher Albtraum gewesen sein. Allein die 17 verschiedenen Farben sind heutzutage nur sehr schwer erhältlich. Schaut euch mal die Farbtupfer auf der Kopfplatte an! Die Komplexität der Farbgebung ließ diese Aufgabe zu einem der schwierigsten Unterfangen werden, die Paul Weller in seinen 17 Jahren beim Custom Shop umsetzen durfte.

Natürlich wurden auch das Halsprofil, die Tonabnehmer und Elektronik genauestens analysiert. Für die Pickups wurde sogar Abigail Ybarra aus ihrem wohlverdienten Ruhestand gerufen. Sie wickelte für Fender zu der Zeit, als George Harrisons Stratocaster produziert wurde. Näher werdet ihr an dieses einzigartige Instrument nie wieder rankommen.

Preis

Ich hatte es bereits in der Überschrift erwähnt. Die George Harrison Rocky Strat von Fender wurde auf 26549 Euro datiert. Uff. Der Straßenpreis könnte vielleicht noch minimal darunter liegen. Doch immerhin kann ich hier die enorme Arbeit besser nachvollziehen, als beim Phil Lynott Signature Precision Bass für 13.449 Euro in langweiligem Schwarz.

Weitere Informationen

Video

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4 Antworten zu “Fender George Harrison Rocky Strat: Nur 26549 Euro!”

  1. el-folie sagt:

    Geile Verarsche für 26549 $!

    Warum? Guckt Euch das Video vom Original an:

    Schon die ersten Bilder vom Headstock zeigen lupenrein andere Muster und anders zusammengesetzte Punte als das „Masters Builder“ Dingsbums! Ich lach mich kaputt, das sieht man doch sofort. Jeder Kunstmaler oder Restaurator könnte das besser, weil er/sie es muss.

    Krass! Und ich dachte immer, die Customshop Signature Gitarren sind exakte Kopien der Originale. Welche Enttäuschung und in meinen Augen Geldschneiderei. Eine Gitarre irgendwie so ähnlich, aber im Detail komplett willkürlich zu bemalen, das kann wohl fast jeder…

    Und ich bin mega Fender-Fan!

    • Invictus sagt:

      Die Fender Custom Shop Signaturen Gitarren sind nie exakt 1 zu 1 Kopie. Selbst die berühmte Rory Gallagher Signatur-Stratocaster sind nie identisch. Sammler haben das nie gestört. Die kaufen reihenweise Fender Custom Shop „Master Built“ Gitarren und Gibson Les Paul „Murphy-Burst“ und schmücken ihr extra Eingerichtes Raum fürs “Nur Angucken und Spielen-Verboten“. Lasst das nicht unser Problem sein. Das nennt man freie Marktwirtschaft. Es wird immer solche überteuerte Master Built -Signaturen Gitarren geben, solange die Nachfrage da ist. Sonst käme Fender nie auf diese Idee ;)

      • el-folie sagt:

        Okay – erstaunlich… Ich hatte vor Jahren mal ein youtube Video gesehen, da ging es auch um eine neue Signature Gitarre und der Signature-Star sagte in die Kamera, er könne den Nachbau nicht vom Original unterscheiden, sogar in Gewict, Maserung und kleinsten Beschädigungen, die angeblich liebevoll bis ins Detail nachgearbeitet worden seien – ich kann mich bloß an den Namen nicht mehr erinnern. Jedenfalls dachte ich dann, das muss ja dann the real deal sein…

        Käme mir aber mit dem aktuellen Wissen nie in den Sinn, eine Signature zu kaufen, selbst real vintage ist ja in diesem Fall günstiger, so ab 4-5k aufwärts.

  2. Arvin sagt:

    Ich frage mich ja schon länger wer zum Teufel überhaupt soviel Kohle für diese nachgemachten oder sonstwie Custom-geshop-ten Gitarren ausgibt. Für ein Original Vintage Instrument meinetwegen, aber für diese gefakten Originale ?

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