von  Gastautor  | |  Lesezeit: 15 Min | Unsere Wertung: 5,0 / 5,0
ASM Leviasynth

ASM Leviasynth  ·  Quelle: ASM

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Wann ist ein FM-Synthesizer mehr als ein FM-Synthesizer? Wenn er ein Leviasynth ist! Der zweite große Synthesizer von ASM ist eine Liebeserklärung an Algorithmen, aber auf eine ganz eigene Art und Weise.

Hinweis: Dieser Test von Rob Puricelli erschien im Original in englischer Sprache auf gearnews.com. Übersetzung: Lasse Eilers.

Das Wichtigste in Kürze

  • Flexible algorithmische Synthese, die weit über traditionelle FM-Synthese hinausgeht
  • Charakteristischer ASM-Workflow
  • Farbiger Touchscreen, aber trotzdem jede Menge Regler und Tasten
  • Vielseitige analoge und digitale Filter
  • Sehr flexible Modulationsmöglichkeiten
  • Die ganze Ausdruckskraft, die man von den Machern des Hydrasynth erwartet

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Woher kommt der Leviasynth?

Vielleicht erinnerst du dich noch: Vor einiger Zeit glaubten ein paar Internet-Detektive, den neuen ASM-Synthesizer entdeckt zu haben: Sie hatten die Website des Patentamts durchforstet und festgestellt, dass ASM sich den Namen „Leviasynth” gesichert hatte. Umgehend spielte Glen Darcey, der CEO von ASM, die Sache auf ziemlich coole Weise herunter. Wie sich herausstellte, war vielleicht doch mehr dran, als er damals zugab.

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ASM Leviasynth Keyboard
ASM Leviasynth Keyboard · Quelle: ASM

Damals sagte Glen, man habe sich lediglich einen Namen gesichert, den man möglicherweise gerne verwenden würde – deshalb hätte man dafür gesorgt, dass niemand anderes ihn bekommt. Das war natürlich nicht gelogen. Was Glen jedoch verschwieg: Natürlich bastelte ASM bereits an einem neuen Synthesizer. Und natürlich war es das gute Recht des Herstellers, die Gerüchteküche nicht zu heiß kochen zu lassen.

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Als ich 2025 eine Anfrage von Glen erhielt, ob ich Interesse hätte, etwas Neues zu testen, war ich jedenfalls ziemlich überrascht. Noch bevor wir die Details klärten, erfuhr ich etwas über die Hintergründe. Denn das, was heute als Leviasynth vor mir steht, ist nicht das, womit alles begann – ganz und gar nicht.

Die Entwicklung des Leviasynth war langwierig und mühsam. Glen wollte schon immer einen FM-Synthesizer bauen, aber keinen DX7-Klon oder eine Hommage daran. Er sah die Dinge anders und wollte viel mehr daraus machen. Glens Vision wurde vom ASM-Team unter der Leitung von Dominic Au aufgegriffen, und sie verbrachten drei Jahre damit, die Spezifikationen und Details auszuarbeiten.

ASM Leviasynth Keyboard
ASM Leviasynth Keyboard · Quelle: ASM

Nachdem einige große Hindernisse überwunden waren, steht das Ergebnis nun vor uns. Ein weiterer unverblümt digitaler Synthesizer von großer Tiefe und mit einer Fülle von Überraschungen, die zum Erkunden und Spielen einladen – egal ob du dich für Sounddesign, Performance oder Songwriting interessierst. Um das Fazit schon ein bisschen vorwegzunehmen: Der Leviasynth ist rundum ein großartiger Synthesizer.

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Was ist der Leviasynth?

Gleich vorab: Der Leviasynth ist unglaublich mächtig. Nicht in seiner physischen Größe, sondern in der schieren Tiefe seiner Möglichkeiten. Ich möchte das klarstellen, weil ich unmöglich alles, was man mit diesem Synthesizer machen kann, in diesem Test werde vermitteln können. Dieser Synthesizer macht seinem Namen alle Ehre. Und vielleicht ist das auch gut so, denn „Behemoth“ klingt einfach nicht so gut!

Der als Keyboard und als Desktop-Version erhältliche Leviasynth ist ein hybrider algorithmischer Synthesizer. Bei dem Wort „algorithmisch” denkst du vielleicht an FM. Wenn ja, lass diesen Gedanken vorerst beiseite, während wir mit den Zahlen fortfahren. Es handelt sich um einen 16-stimmigen Synthesizer mit 8 Oszillatoren pro Stimme. Jeder Oszillator verfügt über mehr als 300 Schwingungsformen, sieben verschiedene Oszillatormodi und seine eigene Amplituden-Hüllkurve. Mehr dazu später.

Der Leviasynth verfügt über einen Single- und einen Multi-Modus, sodass neben einzelnen Patches auch Splits und Layer möglich sind. Im Gegensatz zum Hydrasynth braucht man dafür also keine „Deluxe“-Version. Der Multi-Modus teilt die 16-stimmige Polyphonie in zwei Gruppen zu je acht Stimmen auf und kann sehr beeindruckende Klänge liefern. Mit einem Balance-Regler erstellst du die perfekte Mischung.

ASM Leviasynth Keyboard
ASM Leviasynth Keyboard · Quelle: ASM

Außerdem gibt es je fünf gemeinsame Hüllkurven und LFOs. Alle diese Elemente können über die Modulationsmatrix mit 32 Slots frei geroutet werden. Und dann sind da noch die Filter. An erster Stelle steht ein Digitalfilter, das dem des mittlerweile legendären Hydrasynth sehr ähnlich ist und 18 verschiedene Filtermodelle bietet. Hinzu kommt ein analoges Tiefpassfilter, das zur Selbstoszillation fähig ist und über eine Pre-Drive-Sättigung verfügt.

Was die Effekte angeht, verfügt der Leviasynth über zwei Master-Effekte und zwei Insert-Effekte, die mit verschiedenen Effektmodulen bestückt werden können, darunter Chorus, Flanger, Rotary, Phaser, Lo-Fi, Tremolo, EQ, Kompressor und Distortion. Die Insert-Effekte werden entweder vor oder nach dem Delay und dem Reverb platziert, wobei auch für Letztere jeweils mehrere Typen zur Auswahl stehen.

Während der Hydrasynth nur über einen (allerdings sehr ordentlichen) Arpeggiator verfügte, bietet der Leviasynth diesen und noch mehr in Form eines 3-Spur-Sequencers, der sowohl Noten- als auch Makro-Automation beherrscht. Der Arpeggiator verfügt außerdem über eine neue Entropie-Funktion für zusätzliche Echtzeit-Spielereien mit Wahrscheinlichkeit.

ASM Leviasynth Keyboard
ASM Leviasynth Keyboard · Quelle: ASM

Preis und Verfügbarkeit

Du kannst den ASM Leviasynth ab sofort bei Thomann bestellen. Die Keyboard-Version* kostet 3.299,00 €, während das Desktop-Modul* für 2.399,00 € erhältlich ist. Beide werden in Kürze lieferbar sein.

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ASM Leviasynth Keyboard
ASM Leviasynth Keyboard
ASM Leviasynth Desktop
ASM Leviasynth Desktop

Bedienelemente und Anschlüsse

Wer bereits Erfahrung mit dem Hydrasynth hat, fühlt sich beim Leviasynth sofort wie zu Hause. Mir gefällt sehr, wie ASM hier auf Kontinuität gesetzt hat. Jedoch muss man kein Sherlock Holmes sein, um den Hauptunterschied zu erkennen: Im Gegensatz zum Hydrasynth verfügt der Leviasynth über einen 4,3 Zoll großen Farb-Touchscreen.

ASM Leviasynth
Der Leviasynth hat einen farbigen Touchscreen · Quelle: ASM

Dieser Touchscreen ersetzt das Hydrasynth-Bedienkonzept mit mehreren Mini-OLED-Displays mit dedizierten Drehreglern und Tasten. Aber dank einer weiteren cleveren Maßnahme funktioniert alles ziemlich genau wie zuvor. Während die Drehregler erhalten bleiben, sind die Tasten nun Touch-Bereiche auf dem Display, die sich dynamisch anpassen. Der größere Bildschirm liefert jedoch viel mehr Feedback und Informationen.

ASM Leviasynth Desktop
ASM Leviasynth Desktop · Quelle: ASM

Zu beiden Seiten dieses Master-Control-Bereichs entspricht alles weitgehend dem Hydrasynth. Da es sich um einen algorithmischen Synthesizer handelt, gibt es einen Algorithmus-Wahlschalter mit einer Ziffernanzeige darüber. Rechts davon befinden sich die Filter-Bedienelemente und ein Bereich zur Steuerung der Oszillator-Hüllkurven (Level und Bias). Der darunter angeordnete Modulauswahlbereich ist ebenfalls vertraut, abgesehen von einigen offensichtlichen Unterschieden wegen der unterschiedlichen Oszillatorstruktur.

Die Tastatur mit 61 Tasten, die natürlich mit polyphonem Aftertouch ausgestattet ist, ist eine angenehm spielbare Synthesizer-Tastatur. Darüber befindet sich beim Tastaturmodell ein Ribbon-Controller. Die Pitch- und Mod-Räder verfügen jeweils über einen nützlichen Hebel. Und ja, auch die als Miniklinkenbuchsen ausgeführten CV/Gate-Anschlüsse sind vorhanden und funktionieren einwandfrei.

ASM Leviasynth Desktop
ASM Leviasynth Desktop · Quelle: ASM

Auf der Rückseite findet man neben dem Netzteilanschluss eine USB-Buchse (Typ B), MIDI In/Out/Thru, Anschlüsse für Sustain- und Expression-Pedale sowie ein Stereo-Ausgangspaar. Für Kopfhörer gibt es je eine 3,5-mm- und eine 6,3-mm-Buchse an der Vorderseite und eine unabhängige Lautstärkeregelung. Wie schon beim Hydrasynth macht das Gehäuse aus massivem Metall einen sehr stabilen Eindruck und sollte den Strapazen des Studio- und Bühnenalltags lange standhalten.

Erwähnenswert ist auch, dass die Drehregler für den Arpeggiator und die Oszillator-Hüllkurven berührungsempfindlich sind, d. h. du kannst einfach auf die Metalloberfläche tippen und die Einstellung für diesen bestimmten Regler wird auf dem Display angezeigt. Das ist eine großartige Funktion, die unter anderem auch von Controllern von Arturia und Native Instruments bekannt ist. Andere Drehregler verfügen über LED-Ringe oder schwarze Markierungen, um ihre Position anzuzeigen.

Leviasynth Desktop

Zum Test stand mir die Keyboard-Version des Leviasynth zur Verfügung; dieser Text basiert daher ausschließlich darauf. Abgesehen von der Tastatur, dem Ribbon-Controller sowie den Pitch- und Mod-Wheels ist das Desktop-Gerät aber intern identisch und verfügt über 16 PolyTouch-Pads, acht weniger als beim Hydrasynth Desktop.

ASM Leviasynth Desktop
ASM Leviasynth Desktop · Quelle: ASM

Algorithmen und Oszillatoren

Kommen wir zum Herzstück des Leviasynth, den Algorithmen. Beim Stichwort „Algorithmen“ denkt jeder Synthesizer-Fan natürlich sofort an die Yamaha DX-Familie. Yamahas Umsetzung der FM-Synthese (bei der es sich bekanntlich eigentlich um lineare Phasenmodulation handelte) basierte auf Algorithmen, in denen jeder Operator an einer bestimmten Position platziert war, um das Ganze überschaubar zu halten.

Im Fall des DX7 waren es sechs Operatoren, die jeweils einen Sinusoszillator, einen Hüllkurvengenerator und einen VCA enthielten und entweder als Audio- oder Modulationsquelle genutzt werden konnten.

In einem Algorithmus wird jeder Operator als Carrier (also als Operator, dessen Ausgang direkt mit dem Audio-Signalweg verbunden ist) oder Modulator (Operator, dessen Ausgang mit dem Eingang eines anderen Operators verbunden ist) definiert. Die 32 Algorithmen des DX7 boten dem Benutzer eine Auswahl der nützlichsten Operator-Kombinationen, mit denen sich eine große Bandbreite an Klängen erzeugen ließ.

ASM Leviasynth
Mit bis zu acht Oszillatoren ist der Leviasynth unglaublich vielschichtig · Quelle: ASM

Ist der Leviasynth nun also ein FM-Synthesizer? Ja, im Kern ist er das. Da es aber fast keine Einschränkungen bei der Konfiguration der acht Oszillatoren gibt und fast fünfmal so viele voreingestellte Algorithmen zur Auswahl stehen wie beim DX7, ist er weitaus leistungsfähiger. Du kannst sogar deinen eigenen benutzerdefinierten Algorithmus pro Patch erstellen!

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen den Oszillatoren des Leviasynth und einem typischen FM-Operator ist jedoch die Tatsache, dass sie über Modi verfügen. Das bedeutet, dass du pro Oszillator aus sieben Modulationsarten wählen kannst. Dies eröffnet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Klanggestaltung. Zur Auswahl stehen Phasenmodulation, Frequenzmodulation, Pulsweitenmodulation, HTE-Sync (Oszillatorsynchronisation) und drei Arten von Phasenverzerrung (Square/Saw/Saw Pulse).

ASM Leviasynth Test
Desktop und Keyboard · Quelle: ASM

Innerhalb jedes dieser Modi gibt es wiederum zahlreiche Einstellmöglichkeiten. Und wenn man sich klarmacht, dass diese Modi pro Oszillator auf jede der über 300 Schwingungsformen losgelassen werden können und jeder Oszillator neben den gemeinsamen EG auch über einen eigenen Hüllkurvengenerator verfügt, wird langsam deutlich, wie mächtig dieser Synthesizer ist.

Noch etwas: Der Leviasynth bietet Algorithmus-Morphing. Richtig gehört: Innerhalb eines einzelnen Patches kannst du im Zeitverlauf zwischen verschiedenen Algorithmen morphen. Bis zu acht verschiedene Algorithmen lassen sich auswählen und dann manuell oder per LFO, Hüllkurve oder Makro überblenden. Und wenn du einen Punkt zwischen zwei Algorithmen findest, der dir gefällt, kannst du das Ganze einfach als neuen Sound abspeichern.

ASM Leviasynth
Leviasynth Desktop

Wie klingt der ASM Leviasynth?

An dieser Stelle könnte ich abschweifen und mich mit den Feinheiten der Programmierung des Leviasynth beschäftigen. Allerdings maße ich mir nicht an zu behaupten, dass ich den Synthesizer schon gut genug beherrsche, um wirklich auf jedes Detail einzugehen, und vielleicht würde es auch den Rahmen sprengen. Deshalb kommt hier einfach der erste Eindruck, den ich in den ersten Monaten vom Leviasynth gewinnen konnte.

Als ich mich durch die Presets arbeitete, von denen es 512 im Single-Modus und 256 im Multi-Modus gibt, war ich zunächst überrascht, wie „analog“ der Synthesizer klingt. Ich hatte eine Art „FM auf Steroiden“ erwartet. Aber der Leviasynth kann noch so viel mehr. Klar, klassische FM-Sounds sind natürlich realisierbar. Den Leviasynth darauf zu reduzieren, wäre aber ein großer Fehler und man würde einiges verpassen.

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Der Begriff „hybrid“ wird in der Welt der Synthesizer häufig verwendet und manchmal bekommt man den Eindruck, als solle damit entschuldigt werden, dass das Gerät zwar alles kann, aber nichts richtig. Nicht so beim Leviasynth: Hier bedeutet „hybrid“ definitiv das Beste aus beiden Welten.

ASM Leviasynth
Das analoge Filter ist eine echte Bereicherung · Quelle: ASM

Mit der Fülle an Möglichkeiten, die die Oszillatoreinstellungen, Modi und Algorithmen bieten, erzeugt er nicht nur alles, wofür die digitale FM-Synthese geschätzt wird, sondern liefert mühelos auch große, warme, weiche, cremige und fast analoge Klänge. Und natürlich gibt es auch noch alles dazwischen!

Die Kombination aus präzisen digitalen Filtern und warmen, dichten Analogfiltern ermöglicht es, den Sound fast chirurgisch zu formen. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich in Echtzeit an beiden schraubte und dabei Klangnuancen entdeckte, die keines der Filter allein hätte liefern können. Das Spektrum ist unglaublich breit – von purer Magie bis zu unerwarteten „happy accidents“.

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Mit den Effekten kann man dem Sound schließlich noch den letzten Schliff verleihen. Im Vergleich mit manchen anderen aktuellen Synthesizern erscheint die Auswahl vielleicht begrenzt, aber es ist wie so oft: Qualität geht vor Quantität. Dank der flexiblen Routing-Möglichkeiten lassen sich die Effekte zudem sehr dynamisch und ausdrucksstark einsetzen und ins Sounddesign einbinden.

Apropos Ausdruck: Der Leviasynth wäre kein ASM-Synthesizer, wenn er nicht außergewöhnlich ausdrucksstark wäre. Fast im Alleingang hat der Hersteller den polyphonen Aftertouch wieder ins Interesse gerückt. Der Leviasynth setzt diesen Trend fort – diesmal sogar von Beginn an mit MPE-Kompatibilität.

ASM Leviasynth Desktop
ASM Leviasynth Desktop · Quelle: ASM

Ein paar Gedanken zum Leviasynth

Während der Testphase habe ich mich lange Zeit mit einer relativ kleinen Auswahl von Sounds beschäftigt, die ich selbst erstellt hatte – einfach, weil man sich in der schieren Tiefe der Manipulationsmöglichkeiten leicht stundenlang verlieren kann.

Was den Leviasynth jedoch auszeichnet, ist seine Fähigkeit, trotz seiner Tiefgründigkeit sehr direkt und unmittelbar zu reagieren, wenn man es möchte. In beiden Fällen wird man mit einzigartigen Sounds belohnt. Zusammen mit der hochwertigen Hardware, der durchdachten Bedienung und den zahlreichen Ausdrucksmöglichkeiten ergibt das einen Synthesizer, der seinesgleichen sucht.

ASM feiert mit dem Leviasynth ein eindrucksvolles Comeback. Ja, es hat eine Weile gedauert – das viel beschworene „zweite Album“ ist ja bekanntlich immer das schwierigste. Der Leviasynth füllt die großen Fußstapfen des Hydrasynth aber nicht nur aus, sondern ergänzt sich perfekt mit ihm. Während der Testphase stand mein Hydra die meiste Zeit über meinem Leviasynth, und die beiden sind ein echtes Dream-Team.

ASM Leviasynth
Quelle: ASM

FAQ zum ASM Leviasynth

F: Wird es Deluxe- und Explorer-Versionen des Leviasynth geben?

A: Laut ASM ist dies derzeit nicht geplant. Eine Explorer-Version wäre meiner Ansicht nach zwar eine schöne Ergänzung, aber die 61-Tasten- und Desktop-Versionen reichen völlig aus.

F: Ist der Touchscreen groß genug?

A: Ehrlich gesagt wäre ein noch größerer Bildschirm vielleicht schön gewesen. In der Praxis ist er aber ausreichend groß. Auf der Hauptseite sind einige Elemente vielleicht etwas klein geraten, wie z. B. die Algorithmen. Sobald man aber direkt auf diese Funktionen zugreift, gibt es kein Problem mehr. In meinen Augen hat ASM die richtige Balance getroffen.

F: Welche Funktionen, die der Leviasynth derzeit nicht hat, wären wünschenswert gewesen?

A: Da der Synthesizer einen Multi-Modus hat, hätte ich mir ein zusätzliches Ausgangspaar gewünscht. Auch wirkt der USB-B-Anschluss etwas aus der Zeit gefallen. Da die Datenrate ausreichend ist, macht das aber keinen großen Unterschied.

Der ASM Leviasynth ist ein leistungsstarker Hybrid-Synthesizer, der das Konzept der algorithmischen Synthese auf ein neues Niveau in Bezug auf Leistung, Flexibilität und Performance hebt. Durch eine Vielzahl von Schwingungsformen und Algorithmen, die auf verschiedenste Weisen miteinander interagieren können, deckt der Leviasynth ein sehr breites Spektrum von Sounds und Musikstilen ab.

Er ist ein präzises Sounddesign-Werkzeug, aber gleichzeitig auch unmittelbar, direkt und fesselnd. Durch das integrierte Analogfilter bietet er das Beste aus digitaler und analoger Synthese in einem soliden, gut durchdachten Paket.

ASM Leviasynth Keyboard
ASM Leviasynth Keyboard · Quelle: ASM

Fazit zum ASM Leviasynth

Als großer Fan der FM-Synthese, insbesondere der Version von Yamaha, war ich zunächst etwas skeptisch und dann restlos begeistert vom Leviasynth. Ich hatte mich gefragt, ob er vielleicht zu sehr von den Eigenheiten der FM-Synthese abweichen würde, die ich liebe – oder, noch schlimmer, sich gar nicht groß unterscheiden würde. Ich liebe zwar die digitale Synthese und bin ein großer Fan dieser Methode, schätze aber auch die analogen Aspekte, die die digitale Synthese nicht bieten kann.

Wenn es um FM und klassische FM-Synthesizer geht, hört man immer wieder, dass vielen Nutzern einfach die Filter fehlen. In den letzten Jahren haben einige Hersteller dies umgesetzt, beispielsweise KORG mit dem opsix. Der Leviasynth macht sich dieses Konzept nun mit seiner Kombination aus digitalen und analogen Filtern voll und ganz zu eigen.

Das Team von ASM hat das Beste aus beiden Welten kombiniert und einen Synthesizer gebaut, bei dem die Grenze so sehr verschwimmt, dass sie fast nicht mehr wahrnehmbar ist. Die immense klangliche Vielfalt und Flexibilität, die damit zur Verfügung steht, ist überwältigend. Algorithmus-Morphing? Klingt eigentlich logisch, aber auf diese Idee wäre ich nie gekommen!

Mit dem Hydrasynth stellte Ashun Sound Machines die Synthesizerwelt auf den Kopf. Wenn der Leviasynth nicht ganz so bahnbrechend ist, dann nur, weil er nicht das Erstlingswerk des Herstellers ist. Der Hydrasynth hat diesen Weg geebnet. Der Leviasynth ist aber viel mehr als nur eine Fortsetzung, sowohl in Bezug auf die Syntheseform als auch auf das Ausdrucksvermögen und die Verarbeitungsqualität. Man kann ihn unmöglich ignorieren. Er ist Leviathan.

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ASM Leviasynth Keyboard
ASM Leviasynth Desktop
ASM Leviasynth Desktop

Pro und Contra zum ASM Leviasynth

Pro

  • Flexible algorithmische Synthese, die weit über traditionelle FM-Synthese hinausgeht
  • Charakteristischer ASM-Workflow
  • Farbiger Touchscreen, aber trotzdem jede Menge Regler und Tasten
  • Vielseitige analoge und digitale Filter
  • Sehr flexible Modulationsmöglichkeiten
  • Die ganze Ausdruckskraft, die man von den Machern des Hydrasynth erwartet

Contra

  • Nur ein Stereoausgang

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ASM Leviasynth
Quelle: ASM

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