von Marcus Schmahl | 4,7 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 9 Minuten
Angecheckt: Korg drumlogue Desktop Drum Machine und Synthesizer

Angecheckt: Korg drumlogue Desktop Drum Machine und Synthesizer  ·  Quelle: Marcus Schmahl

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Der Hardware-Hersteller Korg veröffentlicht mit der drumlogue Desktop-Drummachine endlich den zur virtuellen NAMM Show 2021 angekündigten elfstimmigen Drum-Computer inklusive Synthesizer. Wir durften die kleine dreifach hybride Groove-Box vorab in unserem Studio anchecken. Um es vorweg zu nehmen: Die Kiste steckt voller Überraschungen, bietet fetten Sound und groovt und groovt und groovt. Dazu kommt das „logue“-Gimmick!

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Korg drumlogue Desktop-Drum-Computer und mehr!

Korg hatte einen Prototypen der drumlogue Drummachine in 2021 zur NAMM Show vorgestellt. Hier wurde mittels eines kurzen Videos die Benutzeroberfläche gezeigt sowie ein wenig über die Klangerzeugung gesprochen. Und das klang damals schon recht interessant. Denn, wie der Name schon vermuten lässt, steckt das Anhängsel „logue“ in der Produktbezeichnung. Und das kennen versierte Korg User aus dem Prologue, Minilogue XD oder NTS-1. Denn dahinter verbirgt sich ein freier „Slot“, der mit hierfür entwickelten Plugins, Drittanbieter-Klangerzeugung oder neuen Effekten bespielt werden kann.

Und das klingt natürlich nach Sounddesign par excellence! Zumindest hier in dem Bereich „Drums“. Gepaart mit einer Analog-Engine für Bassdrum, Snare, Low-Tom und High-Tom sowie einer Digital-Sektion mit sechs Sample Engines und einem integrierten Synthesizer steht euch die elektronische Schlagzeugwelt komplett offen.

Draufsicht

Draufsicht

Genau das musste ich mir einmal genauer anschauen und habe diese Hardware für mein Studio und dieses Angecheckt beim Vertrieb geordert. Denn genau heute ist es soweit und ihr könnt die Groove-Maschine ab sofort bestellen.

Ausgepackt und inspiziert

In der gelieferten Kiste befindet sich, neben der Hardware Drummachine, ein Netzteil zur Stromversorgung des Geräts und ein Quick-Start-Guide zur schnellen Einführung der Bedienung des Geräts in mehreren Sprachen. Ein ausführliches PDF-Handbuch erhält man, wie heutzutage üblich, per Download auf der Internetseite von Korg. Mit einer Größe von 318 x 190 x 60 mm (B x T x H) passt die schwarz-glänzende Hardware sehr schön auf jeden Studiotisch und zwischen andere Geräte. Das geringe Gewicht verdankt das Gerät dem Aluminiumgehäuse inklusive schwarzlackierten Holzseitenteilen. Auf der Rückseite könnt ihr die Drummachine mit eurem Studio, anderer Hardware und Strom verbinden.

Edle Holzseitenteile und Aluminum-Case

Edle Holzseitenteile und Aluminum-Case

Dort findet ihr einen Betriebsschalter, Kopfhöreranschluss, zwei Monoausgänge (L & R), vier Einzelausgänge (mono), Audioeingang, Sync-Ein- und Ausgang, MIDI-In, -Out, USB-B Port, USB-A-Port sowie der Anschluss für das Netzteil. Das Gehäuse besitzt an der Unterseite vier Gummifüße und steht somit absolut ruckelfrei und fest auf meinem Tisch. Auf der leicht angeschrägten Bedienoberfläche sitzen 15 Drehregler für die Einstellungen der Sounds, vier Endlosregler für das Menü, elf kleine Drehregler (Lautstärke der einzelnen Klänge), ein mit LED-Hintergrundlicht bestückter Drehregler für das Tempo, 20 mehrfachbelegte Buttons für Funktionen und 16 weitere mehrfachbelegte Buttons für den Step-Sequencer.

Die Anschlüsse

Die Anschlüsse

Los geht’s – Sound an!

Oben rechts sitzt ein kleines, aber sehr gut sichtbares OLED-Display. Dort werden euch nach dem Einschalten Parameterwerte, Menüstruktur, ausgewählte Presets und die aktuelle Sequenz (also das Pattern) angezeigt. Die Regler lassen sich mit einem angenehmen Widerstand leicht drehen und über die Buttons könnt ihr die Funktionen der Hardware sehr genau und ohne Probleme bedienen und programmieren. Eine Shift-Taste bringt fast alle Buttons sowie einige Regler in eine zweite Ebene an Funktionen. Daran muss man sich erst gewöhnen und viel üben, denn hier kann man nochmals mehr ins Geschehen eingreifen, aber auch ziemlich schnell den Groove zerstören.

Sequencing mit OLED

Sequencing mit OLED

Nach dem Initialisieren (mit nur einem Klick) eines Presets (Sounds, Pattern, Effekte) wage ich mich an das Sounddesign. Und das macht richtig Spaß. Schnell eine Sequenz für verschiedene Sounds eingetriggert und an den Reglern gedreht. Das klappt sehr gut und die wichtigen Parameter lassen sich schnell einstellen. Möchte man tiefer in den Klang eingreifen, könnt ihr über die „Page“-Taster weitere Seiten auf dem Display darstellen lassen. Die darunter liegenden Endlosregler steuern die Parameter. Jeder Sound hat verschiedene passende Funktionen.

Die ersten vier Sounds sind analog (Kick-Drum, Snare-Drum, Low- und High-Tom) und enthalten dementsprechende Parameter zum Steuern der analogen Schaltungen – der Rest digital bzw. Sample-basiert (oder ein „logue“-Plugin, siehe unten) und wird berechnet. Im digitalen Bereich könnt ihr in jedem Sound-Slot verschiedene Samples auswählen. Jeder einzelne Klang verfügt über einen separaten Lautstärkeregler (der eingestellte Wert wird aber mit jedem Preset abgespeichert). Durch das integrierte Drive und Bit-Reducing ergeben sich gerade bei Drum-Sounds extrem coole neue Sounds. Das macht Spaß!

Die Live-Regler für den direkten Zugriff

Die Live-Regler für den direkten Zugriff

Bedienung, Klang und Kreativität

„Drauflos jammen“, Patterns programmieren oder einfach nur einzelne Drum-Sounds für euer neues Musikprojekt erstellen, das funktioniert mit der Kiste sehr gut und einfach. Belohnt wird man mit knallenden Kicks, Toms, Claps und HiHats, aber auch coolen Synthesizer Stabs und Chords. Es gibt hier tatsächlich wenig Grenzen. Das könnt ihr an den vorprogrammierten Presets hören. Denn diese bilden Grooves etlicher Musikgenres ab (siehe Video unten im Artikel). Korg drumlogue ist nicht nur eine kleine Drummachine, sondern vielmehr ein Instrument, das man im Verbund im Studio oder alleine zum Erstellen eines Songs nutzen kann. All-in-one nämlich.

Trigger Buttons und LEDs

Trigger-Buttons und LEDs

Die Oberfläche ist selbsterklärend. Und das sogar für Einsteiger, die noch nie mit einem Drum-Computer gearbeitet haben. Sogar die Manüstruktur ist sehr einfach und logisch aufgebaut, dass ein langes Suchen einer Funktion hier entfällt. So soll das auch sein. Natürlich ist es möglich, tiefer in das Geschehen einzugreifen. Hierfür stehen euch mehrere Seiten eines Parameter-Menüs zur Verfügung, die die verschiedensten Unterfunktionen für Sounddesign und Sequenz-Erstellung zeigen. Aber gehen wir jetzt erst einmal einen Schritt weiter und widmen und dem eigentlichen Motto des Tages: Beat-Making, Grooves bauen, Sequenzen einspielen oder doch lieber eintriggern?

Sequencer, Effekte und das gewisse Etwas

Der Sequencer ist sehr einfach und intuitiv angelegt. Über 16 Trigger-Pads könnt ihr entweder euren Groove live einspielen und aufnehmen oder per Step-Sequencer x0x-mäßig eingeben. Bis zu 64 Schritte sind möglich bei variablem Tempo, Swing und Groove. Sogar komplexe Polyrhythmen lassen sich programmieren. Weitere Hilfsmittel wie Zufallsgenerator für verschiedene Bereiche, Step-Wahrscheinlichkeit, alternativen Trigger-Mustern je Step, Mikro-Versatz, Groove-Muster, Choke Groups und mehr erzeugen lebendige Beats mit extrem viel Abwechslung.

Display ist scharf von allen Seiten

Display ist scharf von allen Seiten

Ganze Songs oder Live-Backings könnt ihr über Chain erreichen. Hiermit lassen sich verschiedene Pattern-Sequenzen anlegen, die in dieser Reihenfolge abgefeuert werden. Spannend ist die Motion-Abteilung. Das kennen versierte Elektron-Verfechter sicher schon als Parameter-Locks. Es lassen sich auch in dieser Maschine pro Step Werte verschiedener Parameter aller Funktionen aufzeichnen, um eine Art Automation zu erzeugen.

Ohne Effekte geht es nicht in einer solchen umfangreich ausgestatteten Kiste. Obligatorisch findet ihr hier Reverb und Delay. Und das mit vielen Einstellmöglichkeiten (pro Effekt 24 Parameter). Ihr könnt jeden Kanal per Send zu den Effekten schicken. Am Ende sitzt der Master-Kanal, der mit Mix und Finalisierungseffekten ausgestattet wurde (Equalizer, Boost, Compressor).

Warum eigentlich „logue“?

So richtig kreativ wird es erst mit der offenen „logue“-Schnittstelle, die Korg dem Drum-Computer spendiert hat. Denn hier könnt ihr neue Synthesizer-Sounds mit allem, was dazugehört (LFO, Filter, Hüllkurvengeneratoren, etc.), hinzufügen, abgefahrene Drum-Synthesizer einbauen und sogar die Effektsektion mit neuen Effekten erweitern. Und das von Drittherstellern, die solche Plugins mit der kostenlosen Korg logue-SDK entwickeln dürfen.

Mitgeliefert und schon installiert ist das Plugin Nano (ein virtuell-analoger Synthesizer mit zwei Oszillatoren, Ringmodulation, vierpoligem Filter, Hüllkurvengeneratoren und LFO) von dem Entwickler Sinevibes. Leider hatte ich während der Testphase noch keine Software zur Hand, um Sample-Transfer/Import (auf 32 MB begrenzter Speicher) und auch andere „logue“ Plugins zu testen. Aber ich kenne die Möglichkeiten aus dem minilogue XD und damit lässt sich wirklich sehr viel anstellen!

Tolle Verarbeitung

Tolle Verarbeitung

Fazit

Die Drum-Machine drumlogue von Korg ist für mich ein wirklich ausgereifter und vielseitiger Drum-Computer und Synthesizer, der auf jeden Fall den Vergleich mit weitaus teureren Mitbewerbern standhalten kann (z. B. Elektron Rytm). Und das nicht nur wegen der Funktionen und Möglichkeiten, sondern auch dem sehr präsenten Sound, der sich im Gesamtkontext sehr gut durchsetzen kann. Einen Punkt finde ich schade (oder ich habe die Funktion nicht finden können): Es fehlt mir für eine Live-Performance ein Solo-Button (oder Funktion), um einzelne Sounds mit einem Klick alleine abspielen zu lassen. Das ist für Break-Downs in einer Live-Performance wichtig. Aber das ist nur eine Kleinigkeit neben den vielen positiven Dingen, die der Entwickler vielleicht sogar über ein Firmware-Update nachreichen könnte. Die mitgelieferten Presets (128 Programme und 128 Drum-Kits (je 64 ab Werk)) zeigen sehr gut, was die Maschine kann. Für mich ist drumlogue mehr als ein tolles „Add-on“ für kleine und große Studios sowie ein toller Begleiter für Live-Performer und Bühnenmusiker.

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Preise und Spezifikationen zu Korg drumlogue Desktop

Die Korg drumlogue Desktop-Drum-Machine bekommt ihr hier bei Thomann.de (Affiliate) zum Preis von 599,00 Euro. In dem Paket enthalten ist die eigentliche Hardware mit einer Größe von 318 mm x 190 mm x 60 mm (B x T x H), ein Quick-Start-Guide sowie ein externes Netzteil zur Stromversorgung.

Korg Drumlogue

Korg Drumlogue

Der USB-Anschluss zur Kommunikation mit dem Computer befindet sich neben dem Netzteileingang als USB-Typ-B und ein USB-Typ-A zum Anschließen von externen Controllern oder anderen Devices hinten am Gerät. Dazu kommen ein MIDI-In, MIDI-Out, Sync-In/Out (Miniklinke), ein Audioeingang (Miniklinke), vier Einzelausgänge, zwei Ausgänge für Stereo-L/R (jeweils große Monoklinke) und ein Kopfhöreranschluss (große Stereoklinke). Etliche Presets und Sequenzen sind in der Hardware gespeichert, aber ihr könnt natürlich auch eigene Sounds und Sequenzen dort ablegen.

Mehr Infos zu Korg und der Hardware

Videos zu der Drum Machine von Korg

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Bildquellen:
  • Draufsicht: Marcus Schmahl
  • Edle Holzseitenteile und Aluminum-Case: Marcus Schmahl
  • Die Anschlüsse: Marcus Schmahl
  • Sequencing mit OLED: Marcus Schmahl
  • Die Live-Regler für den direkten Zugriff: Marcus Schmahl
  • Trigger Buttons und LEDs: Marcus Schmahl
  • Display ist scharf von allen Seiten: Marcus Schmahl
  • Tolle Verarbeitung: Marcus Schmahl
Angecheckt: Korg drumlogue Desktop Drum Machine und Synthesizer

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9 Antworten zu “Angecheckt: Korg drumlogue Desktop-Drummachine und Synthesizer”

    Falk sagt:
    2

    Klasse Demo ohne Gelaber. Preis Leistung scheint mir hier um einiges besser zu sein, als beim überteuerten Syntakt.

    egotape sagt:
    0

    Auf der Korg Seite gibt es (noch?) kein Handbuch zum runterladen – schade – 1. Ich schau immer erstmal ins Handbuch rein
    2. In einem Store ausgiebig testen
    3. Nacht drüber schlafen (hat Oma immer gesagt :)
    4. Kaufen oder lassen…

    Niemand sagt:
    5

    „Die Korg drumlogue Desktop-Drum-Machine bekommt ihr…“
    … bei der aktuellen Liefersituation womöglich nicht mal als Weihnachtsgeschenk.

    Marco 🤣👍🎶🎶 sagt:
    2

    Während dessen Behringer noch nicht fertig ist mit der Entwicklung ihrer neuen Ankündigungen kann man entweder sich mit 606 808 oder 909 die Zeit vertreiben oder den kleinen Korg hier. Ich finde aber grundsätzlich sollte man mehr Musik machen anstatt ständig den Markt beobachten, denn sonst ist es klar dass GAS damit entsteht und gefördert wird. Also lieber zurück zur Musik und mehr Konzentration auf das wesentliche. Korg kann mich persönlich nicht befruchten. Ich bin altmodisch und bleibe bei dem was ich habe.

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