Stimme als Instrument: 3x Gear für neue Sounds – Perfect Match
Für unsere Serie Perfect Match denken wir uns immer wieder neue Ideen aus, bei denen ein aufeinander abgestimmtes Trio von Instrumenten, Equipment wie Effekte oder auch Software im Zentrum steht. Heute geht es um dieses Thema: Wie lässt sich die Stimme als Instrument benutzen, um damit vielleicht sogar einen kompletten Track zu erstellen?
Inhalt:
Stimme als Instrument – ein paar Gedanken
Die Idee „Stimme als Instrument“ bietet viel Spielraum, denn es gibt so viele Ansätze, um Vocals in neue Sounds zu verwandeln. Beatboxer erzeugen beispielsweise primär mit einem Mikrofon die unglaublichsten Sounds, andere arbeiten mit ausgesuchten Effekten oder Plugin-Ketten in der DAW.
Ein weiterer denkbarer Ansatz ist es, mit der Stimme MIDI-Daten zu erzeugen und diese dann für die Steuerung von Synthesizern oder anderen Klangerzeugern zu nutzen. Und mit dem Einzug von künstlicher Intelligenz und Technik wie Machine Learning können Vocals in alle nur denkbaren Sounds und Instrumente transformiert werden.
Du siehst, dass es viele Möglichkeiten gibt, die Stimme als Instrument zu nutzen und Vocals zu neuen Sounds zu machen. Dazu kommen Gerätschaften wie Talkboxen oder Vocoder, die es als Hardware oder Plugins gibt. Zudem sind jede Menge spezielle Effekte für Vocal-Processing erhältlich.
In diesem Perfect Match wollen wir das Thema etwas anders angehen und stellen ein Setup zusammen, bei dem Hardware im Vordergrund steht, die für sich bereits genug Potential bildet, um damit komplette Tracks zu erzeugen. Und dabei denken wir auch an Leute, die nicht unbedingt solche unglaublichen Vocal-Künstler sind wie der Beatboxer D-low, der uns mit diesem Video auf das Thema einstimmt:
Ein Mikrofon als Basis für das Setup
Logisch – wenn du deine Stimme als Instrument verwenden willst, brauchst du ein Mikrofon. Für Beatboxer oder Artists wie Michael Winslow (bekannt durch „Police Academy“) reicht ein Mikrofon im Prinzip aus, um eine riesige Bandbreite von Sounds mit der Stimme einzufangen. Aber ohne Mikro geht es einfach nicht! Und genau deshalb fangen wir auch damit an.
Da gibt es natürlich eine riesige Auswahl und sogar noch verschiedene Mikrofonarten. Jemand wie Timbaland benutzt zum Beispiel das Studio-Kondensator-Mikrofon Neumann U87 AI* für seine mit der Stimme erzeugten Sounds – für ein kleines Studio-Setup ist so ein Modell aber mit Sicherheit etwas überambitioniert.
Statt eines empfindlichen Kondensator-Mikrofons empfehlen wir ein dynamisches Mikrofon, das einfacher in der Handhabung ist und preislich auch deutlich ansprechender ausfällt.
Shure SM58 wurde ursprünglich als „Studio Mic“ entwickelt, hat sich über die Jahre aber als eines der beliebtesten Live-Mikrofone etabliert.
Für das Vorhaben, deine Stimme als Instrument zu nutzen, bringt das SM58 genau die richtigen Eigenschaften mit. Es reagiert zum Beispiel nicht so empfindlich wie ein Kondensator-Mikrofon und kann bei deinen Vocal-Performances bequem in der Hand gehalten werden.
Es ist auch einfacher, hier mit dem sogenannten Nahbesprechungseffekt zu experimentieren. Je näher du an das Mikrofon herangehst, desto bassbetonter und „intimer“ wird deine Stimme. Im Vergleich zu Kondensator-Mikrofonen übersteuerst du dabei nicht so schnell – das SM58 ist zudem dafür bekannt, dass es auch sehr laute Quellen gut verarbeitet.
Ein weiterer Vorteil: Dynamische Mikrofone wie das Shure SM58 benötigen keine Phantom-Spannung für den Betrieb und lassen sich deshalb einfacher in viele Setups integrieren.

Kurz gesagt: Das SM58 eignet sich sehr gut für diese Art von Vocal-Experimente und bietet ein astreines Preis-Leistungs-Verhältnis. Bis zum 31. Mai 2026 bekommst du beim Kauf sogar einen K&M 210/30 Mikrofonständer kostenlos dazu – hier bei Thomann*.
Als Alternativen kommen durchaus viele weitere Mikrofone in Betracht. Ein guter Tipp ist zum Beispiel das ebenfalls dynamische Shure SM7B*, das bei Sprach- und Gesangsaufnahmen sehr überzeugt und im Broadcast- und Podcast-Bereich quasi zum Standard gehört. Vielleicht besitzt du ja sogar schon ein geeignetes Mikrofon, das du bereits gut kennst und mit dem du dich wohlfühlst. Ansonsten kannst du hier bei Thomann* einfach mal stöbern.
Elektron Tonverk als kreatives Zentrum
Einige haben das Talent, nur die Stimme alleine zum Instrument zu machen. Aber nicht alle haben das Zeug zum Beatboxer und wollen mit Vocals vielleicht auch ein bisschen mehr experimentieren. Zum Beispiel verschiedene Sounds miteinander layern oder mit einer eingesungenen Note Harmonien erzeugen. Das weitere Bearbeiten der Vocal-Sounds ist ebenfalls denkbar. Und es wäre doch auch cool, das alles zusammen als Basis für komplette Stücke zu benutzen, die sich zusätzlich mit „richtigen“ Instrumenten ergänzen lassen.
Viele denken dabei vielleicht an Looper, aber wir wollen noch einen Schritt weiter gehen. Ein Sampler wie Elektron Tonverk funktioniert in diesem Setup nämlich wie ein kreatives Kontrollzentrum. Du kannst hiermit direkt Mikrofon-Sounds sampeln, diese mit Effekten weiter bearbeiten, über Resampling daraus komplett neue Sounds erzeugen und mit diesem Material dann vollständige Tracks arrangieren.
Im Vergleich zu Samplern wie dem ebenfalls von Elektron stammenden Digitakt II bietet Tonverk mehr Optionen für die Manipulation und Neubearbeitung der Samples. Die Effekt-Sektion fällt hier nämlich sehr üppig aus und bietet mit FX wie Chrono Pitch, Grainer oder Frequency Warper extrem coole Tools, um Vocals in Instrumente zu verwandeln und mit diesen Melodien, Texturen und Harmonien zu spielen.
Es ist sogar möglich, Samples in Wavetables zu verwandeln – eine weitere Methode, um hier deine Stimme als Instrument zu benutzen. Ein Highlight ist der Sequencer, der mit seinen umfangreichen Funktionen aus Vocal-Snippets ganz schnell lebendige Grooves macht. Im Gesampaket eröffnet Tonverk endlos viele kreative Möglichkeiten – natürlich nicht nur für das Sampling deiner Stimme!
Vocal-Akrobaten können natürlich auch „einfachere“ Sampler verwenden, Tonverk ist in Bezug auf das kreative Bearbeiten von Samples im Augenblick aber ganz weit vorne. Und mit Sicherheit kommen da bestimmt noch einige Updates, die das Potential erweitern. Elektron Tonverk bekommst du hier bei Thomann*.
Ein Vocal-Processor als Schnittstelle zwischen Mikrofon und Sampler
Wenn du deine Stimme als Instrument benutzen willst, ist der Einsatz eines Vocal-Processors naheliegend. Diese Hardware vereint gleich mehrere Aufgaben: Zunächst lässt sich hier nämlich das Mikrofon direkt anschließen, verstärken und in der Lautstärke regeln. Zudem bekommst du aber eine Reihe von Effekten, um damit den Sound zu manipulieren.
Neben typischen Effekten wie Delay, Reverb oder Chorus sollten aber auch ein paar dabei sein, die etwas mehr aus deiner Stimme herausholen und diese kreativ bearbeiten. Ein weiterer Schwerpunkt sollte auf der Möglichkeit für automatisches Tuning liegen, denn so triffst du eventuell leichter die richtigen Töne, um diese später als Sample weiter zu verarbeiten. Denn es geht ja um den Gedanken, deine Stimme als Instrument zu benutzen und zum Beispiel eingesungene Sounds melodisch mit dem Sampler spielen zu können.
Zoom V3 erfüllt diese Eigenschaften und funktioniert sogar als USB-Audiointerface – zudem ist dieser Vocal-Processor auch livetauglich. Neben Standards wie Delay, Reverb und Kompressor stecken hier auch FX wie Harmony, Vocoder, Robot, Telephone, Beat Box oder Talkbox drin. Außerdem kannst du hiermit die Tonhöhe automatisch auf eine gewählte Tonart korrigieren oder sogar Harmonien erzeugen. Die Enhance-Funktion optimiert bei Bedarf das Mikrofonsignal.
Hier bei Thomann* bekommst du den Vocal-Processor. Wenn du noch mehr kreative Optionen für die Stimmverfremdung suchst, ist Roland VT-4* eine sehr interessante Alternative. Einige weitere Vocal-Effekte findest du hier bei Thomann*.
Kabel solltest du ebenfalls nicht vergessen! Für den Anschluss des Mikrofons brauchst du ein Mikrofonkabel* und für die Verbindung zum Sampler sind Klinkenkabel wie von Snake* erforderlich.
Fazit: Warum dieses Trio ein Perfect Match ist
Die Stimme als Instrument benutzen – darunter kann man sich viel vorstellen. Wir stellen hier ein Setup vor, das abseits von DAW, Looper, Vocoder oder Plugins funktioniert und aus deiner Stimme das Fundament für komplette Tracks macht.
Dafür brauchst du nicht viel: Ein dynamisches Mikrofon wie das Shure SM58 eignet sich super für angehende Vocal-Experimente. Nicht nur für Gesang und Sprechaufnahmen, sondern ebenso für alle möglichen Sounds, die du mit deiner Stimme erzeugst.
Das Mikrofon wird an einem Vocal-Processor wie Zoom V3 angeschlossen, der nicht nur als Mikrofonverstärker funktioniert, sondern auch einige Effekte für die Stimmbearbeitung bietet. Dabei sind auch die Optionen für automatisches Tuning praktisch, um genau gestimmte Samples aus den Vocals zu erzeugen (falls du nicht besonders geübt bist).
Der Vocal-Processor wird direkt mit einem Sampler wie Elektron Tonverk verbunden, der ein regelrechtes „Powerhouse“ für kreatives Sampling ist. Hiermit bearbeitest du deine Vocal-Samples zusätzlich und erzeugst daraus Instrumente für Drums, Melodien, Leads, Bass und alles, was dir sonst so in den Sinn kommt. Mit dem Sampler arrangierst du aus deinen aufgenommen Sounds komplette Tracks, die sich natürlich auch jederzeit mit „echten“ Instrumenten ergänzen lassen.
Ein Perfect Match – nicht nur für Vocal-Akrobaten!
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