von  Marcus Schmahl  | |  Lesezeit: 10 Min
iZotope RX 12: Stems und Realtime-Tools verändern Audio Repair im Studio – Angecheckt!

iZotope RX 12: Stems und Realtime-Tools verändern Audio Repair im Studio – Angecheckt!  ·  Quelle: iZotope

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Audio-Probleme kommen immer im falschen Moment. Rauschen auf Vocals, Bleed im Recording oder ein Mix, der sich nicht mehr sauber trennen lässt. Genau hier setzt RX 12 an. Mit RX 12 erweitert iZotope seine bekannte Editing- und Audio-Repair-Umgebung um Stem-basierte Bearbeitung und Machine-Learning-Workflows. Besonders spannend: RX 12 zerlegt komplexe Mixe in Stems und macht sie wieder gezielt bearbeitbar. In diesem Test lag der Fokus vor allem auf RX 12 Standard, da sich dort viele der neuen Funktionen für Producer vereinen. Angecheckt!

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RX 12 – Das Wichtigste in Kürze: Diese Features verändern euren Workflow

iZotope RX 12 bringt einige spannende Ideen für moderne Audio-Workflows. Die wichtigsten Punkte habe ich euch hier kurz zusammengefasst.

  • Audio-Editing- und Audio-Repair-Suite mit über 50 Modulen
  • neue Stem-basierte Bearbeitung mit Stems View
  • Scene Rebalance für Trennung von Dialog, Musik und Effekten (Advanced)
  • Music Rebalance jetzt auch als Realtime Plugin
  • neu aufgebautes De-bleed mit Machine Learning und zusätzliches Realtime Plugin
  • überarbeitetes Breath Control für Vocal- und Dialogbearbeitung
  • verbessertes Dialogue Isolate mit neuen Neural Nets
  • neues Trim Silence für automatisches Entfernen von Pausen (Advanced)
  • überarbeitete Oberfläche mit größerem Spektrogramm und Modulsuche
  • verfügbar als Elements, Standard und Advanced

iZotope RX 12 im Studio: Vom Repair-Tool zur Editing-Umgebung

Seit Jahren gehört RX zu den bekanntesten Lösungen für Audio-Repair und detailliertes Editing. Mit RX 12 verschiebt sich der Fokus jedoch spürbar.

Anstatt sich ausschließlich auf einzelne Reparatur-Tools zu konzentrieren, entwickelt sich RX zunehmend zu einer Umgebung, in der ihr komplette Mixe bearbeiten könnt. Dabei stehen stem-basierte Workflows und Machine Learning im Mittelpunkt.

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iZotope RX 12 Standard
iZotope RX 12 Standard
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In diesem Test habe ich bewusst die Standard-Version von RX 12 getestet. Diese Version deckt einen großen Teil der neuen Features ab, die für Producer und Studio-Workflows relevant sind, ohne direkt in den reinen Pro- und Postproduktionsbereich der Advanced-Version abzudriften.

RX 12 Standard
RX 12 Standard · Quelle: iZotope

Stems View: Warum RX 12 euren Mix plötzlich wieder öffnet

Mit Stems View führt RX 12 eine neue und sehr interessante Funktion ein, die in der Praxis sofort heraussticht. Audiomaterial lässt sich mithilfe von Modulen wie Music Rebalance oder Dialogue Isolate in einzelne Bestandteile aufteilen. Der Effekt ist sofort hörbar. Diese werden anschließend als separate Spuren dargestellt und ihr könnt diese dann individuell bearbeiten.

Dabei ist nicht nur die Trennung der Stems selbst entscheidend, sondern auch der anschließende Workflow. Ihr könnt die gesamte RX-Toolchain direkt auf einzelne Stems anwenden, Probleme gezielt isolieren und anschließend alles wieder zusammenführen.

Das verändert den Workflow spürbar und macht den Umgang mit fertigen Mixes deutlich flexibler. Dinge, die vorher kaum einfach zu bearbeiten waren, lassen sich plötzlich gezielt editieren.

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Music Rebalance: Direkt in den Mix eingreifen – jetzt auch in Realtime

Ein weiterer zentraler Bestandteil ist Music Rebalance. Mithilfe dieses Moduls könnt ihr einzelne Elemente wie Vocals, Bass oder Percussion in einem Mix gezielt anpassen. Neu in RX 12: Music Rebalance steht zusätzlich als Realtime-Plugin zur Verfügung. Das war längst überfällig. Das bedeutet, dass Eingriffe nicht mehr nur offline, sondern direkt im DAW-Kontext möglich sind.

Stems und Rebalance in RX 12
Stems und Rebalance in RX 12 · Quelle: iZotope

Für Produzenten eröffnen sich dadurch interessante Möglichkeiten. So können bestehende Mixe direkt angepasst, Vocals isoliert oder Instrumentals erzeugt werden, ohne dass Zugriff auf die originalen Spuren erforderlich ist.

Im Detail: Warum kleine Tools plötzlich den größten Unterschied machen

Zwei überarbeitete Module zeigen, wie präzise RX 12 im Detail arbeitet. De-bleed wurde komplett neu aufgebaut und nutzt Machine Learning, um Übersprechen zwischen Signalen zu reduzieren. Typische Probleme wie Kopfhörer-Bleed oder Übersprechen in Multi-Mic-Setups lassen sich damit gezielt angehen. Zusätzlich gibt es ein De-bleed Realtime Plugin, das direkt im DAW-Kontext arbeitet. Darauf haben viele User gewartet.

Breath Control wurde ebenfalls überarbeitet und erkennt sowie reduziert Atemgeräusche in Vocals und Sprache. Das spart Zeit bei manuellen Gain-Edits und sorgt für saubere Ergebnisse.

Dialogue Isolate: Warum RX 12 auch für Vocals extrem spannend wird

Dialogue Isolate gehört zu den wichtigsten Modulen im RX-Ökosystem und wurde ebenfalls verbessert. Gerade bei Sprachaufnahmen ist die Nachbearbeitung oft ein Zeitfresser. Genau hier reduziert RX 12 Advanced den Aufwand deutlich.

Dialogue Isolate der Advance-Version
Dialogue Isolate der Advance-Version · Quelle: iZotope

Mit neuen Neural Nets arbeitet das Modul jetzt noch präziser bei der Entfernung von Rauschen und Raumanteilen. Der Fokus liegt zwar auf Sprache und Dialog, aber auch für Vocal-Spuren im Musikbereich wird das Tool sofort relevant. Gerade bei problematischen Aufnahmen kann Dialogue Isolate entscheidend sein, um Material überhaupt im Nachhinein nutzbar zu machen.

Standard vs. Advanced vs. Elements: Welche Version wirklich Sinn ergibt

RX 12 ist in drei Versionen erhältlich, die sich deutlich unterscheiden.

RX 12 Standard bietet einen breiten Funktionsumfang für Audio Repair, Editing und Stem-basierte Workflows. Hier findet ihr Stems View, Music Rebalance, Dialogue Isolate, De-bleed, Breath Control und viele weitere Tools.

RX 12 Advanced erweitert das Ganze um Funktionen für Post Production und professionelle Workflows. Dazu gehören Scene Rebalance, Trim Silence, Multichannel Processing, Ambience Match, De-rustle, De-wind und weitere spezialisierte Tools.

RX 12 Elements bildet den Einstieg und enthält nur eine reduzierte Auswahl an Modulen wie De-click, De-clip, De-hum, De-reverb, Repair Assistant und Voice De-noise.

Die Wahl hängt stark vom Einsatzbereich ab. Für Producer und kleinere Studios wirkt Standard als sinnvoller Sweet Spot, während Advanced klar auf größere Post-Production-Setups abzielt.

Praxistest: So schlägt sich die neue Version im echten Studio-Alltag

Auf dem Papier klingt RX 12 stark. Im Studio zeigt sich, was wirklich dahinter steckt. Also habe ich mir angesehen, wie sich die wichtigsten Tools in typischen Produktionssituationen einsetzen lassen.

In modernen Produktionen entstehen viele Probleme im Detailbereich. Genau hier zeigt RX 12, wie schnell sich komplexe Aufgaben lösen lassen.

Vocals reinigen und kontrollieren

Bei Vocals wird schnell klar, wie effektiv RX 12 arbeitet. Mit Dialogue Isolate und Breath Control lassen sich typische Probleme wie Rauschen, Raumanteile oder Atemgeräusche gezielt reduzieren.

Statt mehrere Plugins zu kombinieren oder manuell zu bearbeiten, lassen sich viele Aufgaben direkt in einem Tool erledigen. Das spart Zeit und sorgt für konsistente Ergebnisse.

Stems aus fertigen Mixes bearbeiten: Warum RX 12 hier wirklich einen Unterschied macht

Ein besonders spannender Bereich ist die Arbeit mit bestehenden Mixes. Genau hier zeigt RX 12, wie weit sich Audio Repair mittlerweile entwickelt hat.

Über Stems View in Kombination mit Music Rebalance lassen sich fertige Tracks in ihre Bestandteile zerlegen. Vocals, Drums, Bass oder harmonische Elemente werden dabei nicht perfekt isoliert, aber erstaunlich sauber getrennt. Und genau das reicht in der Praxis oft völlig aus, um gezielt einzugreifen.

Im Studio ergeben sich daraus ganz konkrete Anwendungen. Ihr könnt zum Beispiel die Lautstärke von Vocals in einem fertigen Mix leicht anheben, ohne den Rest des Tracks anzufassen. Oder ihr reduziert die Lautstärke störender Hi-Hats, die im Master zu präsent sind. Auch Bass-Anteile lassen sich nachträglich kontrollieren, wenn ein Track im Low-End nicht richtig funktioniert.

Remixe und Edits: Warum die neue Funktion plötzlich sehr viel Zeit spart

Genau hier wird RX 12 besonders spannend. Statt auf schlecht vorbereitete Stems angewiesen zu sein oder komplett von vorne zu beginnen, könnt ihr direkt mit dem vorhandenen Material arbeiten. Einzelne Elemente lassen sich isolieren, neu bearbeiten und anschließend wieder in einen neuen Kontext setzen. Das spart Zeit und eröffnet gleichzeitig kreative Möglichkeiten, die vorher nur mit großem Aufwand erreichbar waren.

Natürlich gibt es Grenzen. Die Trennung funktioniert nicht wie bei echten Multitracks und kann je nach Material hörbare Artefakte erzeugen (bei komplexen Signalen oder stark komprimierten Mixes). Genau hier entscheidet sich, wie gut ihr mit dem Material arbeitet. Kleine, gezielte Eingriffe liefern oft die besten Ergebnisse, während extreme Einstellungen schnell unnatürlich wirken.

Im Zusammenspiel mit den anderen RX-Modulen entsteht jedoch ein sehr flexibler Workflow. Ihr könnt ein Problem zunächst im Stem isolieren, anschließend mit Tools wie De-noise oder EQ gezielt bearbeiten und danach wieder in den Gesamtmix zurückführen. Genau dieser Ablauf macht RX 12 so interessant, weil er euch Zugriff auf Material gibt, das vorher praktisch „fest“ war.

Unterm Strich wird klar: RX 12 ersetzt keine echten Stems, aber es bringt euch in vielen Situationen erstaunlich nah heran. Und genau das reicht im Kontext oft, um einen Mix zu retten, zu verbessern oder komplett neu zu denken.

Podcasts und Sprachaufnahmen optimieren

Auch im Bereich Sprache zeigt RX 12 seine Stärken. Mit Tools wie Trim Silence (Advanced), De-click oder Voice De-noise lassen sich längere Aufnahmen schnell bearbeiten. Pausen werden automatisch erkannt und entfernt, Störgeräusche reduziert. Gerade bei Podcasts oder Interviews kann das den Workflow deutlich beschleunigen.

RX 12 Audio Repair als Plugin
RX 12 Audio Repair als Plugin · Quelle: iZotope

Typische Einsatzgebiete für Musikproduzenten

  • Vocal-Editing und Cleanup
  • Bearbeitung fertiger Mixes
  • Remix-Vorbereitung
  • Sample-Reparatur
  • Sprachaufnahmen optimieren

Fazit: Vom Repair-Tool zum echten Mixing-Helfer

RX 12 verschiebt die Rolle von Audio Repair deutlich nach vorne. Statt nur Probleme zu lösen, greift das Tool aktiv in euren Produktionsprozess ein. Genau das macht es im Studioalltag relevant.

Stem-basierte Workflows, Realtime Plugins und verbesserte Machine-Learning-Tools machen den Umgang mit komplexem Audiomaterial deutlich flexibler. Besonders RX 12 Standard bietet dabei einen breiten Funktionsumfang, der für viele Studio-Anwendungen ausreicht.

Personal Take

RX war für viele lange ein klassisches „Problem-Tool“. Man öffnet es, wenn etwas nicht stimmt. Mit RX 12 fühlt sich das anders an. Viele Funktionen greifen direkt in euren kreativen Workflow ein und machen das Tool deutlich spannender für Producer im Alltag.

Gerade die Kombination aus Stems View und Realtime-Funktionen sorgt dafür, dass RX 12 nicht nur repariert, sondern aktiv Teil des Produktionsprozesses wird.

Preise und Verfügbarkeit

iZotope RX 12 gibt es ab sofort in den Versionen Elements, Standard und Advanced hier bei Thomann* ab 105,00 Euro. Die Software könnt ihr ebenso als Upgrade, vergünstigt als EDU und in verschiedenen iZotope-Bundles kaufen.

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iZotope RX 12 (verschiedene Versionen)
iZotope RX 12 (verschiedene Versionen)
Viele Profis nutzen im Studio RX für's Editing
Viele Profis nutzen im Studio RX für’s Editing · Quelle: iZotope

Die Software läuft auf macOS und Windows und einzelne Module stehen ebenso als VST3-, AU– und AAX-Plugins zur Verfügung. Eine kostenlose Demoversion ist ebenso verfügbar.

Pro und Kontra

Pro

  • sehr umfangreiche Audio-Repair-Tools
  • neue Stem-basierte Workflows
  • Realtime Plugins für schnellere Bearbeitung
  • starke Machine-Learning-Unterstützung
  • vielseitig einsetzbar

Kontra

  • Advanced-Version deutlich teurer
  • einige Funktionen nur in höheren Versionen verfügbar

FAQ

Was ist iZotope RX 12?

Eine Audio-Editing- und Audio-Repair-Suite mit über 50 Modulen.

Was bringt Stems View?

Es ermöglicht die Bearbeitung einzelner Elemente innerhalb eines Mixes.

Welche Version ist sinnvoll?

Elements ist eher für Einsteiger zum Schnuppern, Standard deckt eigentlich fast alle interessanten Anwendungen ab, Advanced richtet sich an Post Production und Profis.

Kann RX 12 in DAWs genutzt werden?

Ja, über Plugin-Formate wie VST3, AU und AAX.

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