Synthesizer-Videos der Woche: Vulkane, Wavetables und Sowjet-Synths
Was gäbe es am Wochenende Schöneres, als es sich gemütlich zu machen und Synthesizer-Videos zu schauen? Hier sind meine Tipps der Woche – vom großartigen Genki Katla bis zu seltenen Schätzchen aus der Sowjetunion.
Synthesizer-Videos der Woche
Winterdagen und der Genki Katla: Ein Synthesizer wie ein Filmsoundtrack

Schon lange hat mich eine Serie von Synthesizer-Videos nicht mehr so in den Bann gezogen wie die vier kurzen Demos, die Winterdagen bisher vom wunderbaren Genki Instruments Katla veröffentlicht hat. Ich fand den Katla schon vorher ziemlich spannend, aber jetzt bin ich restlos begeistert. Was für ein organisches, lebendiges, musikalisches Instrument!
Der Katla wurde bekanntlich von den Vulkanlandschaften Islands inspiriert; sogar die Seitenteile und Potikappen sind aus Lavagestein. Und was man auf den ersten Blick als Marketing-Gag abtun könnte, stimmt tatsächlich: Irgendwie ist es den Entwicklern gelungen, einen Synthesizer zu bauen, der sich wie ein Fotoalbum voller Vulkane, Lavaströme, Geysire und heißer Quellen anhört. Der Sound lebt, atmet, pulsiert und fließt auf eine Art und Weise, die ich bisher bei kaum einem anderen Synthesizer gehört habe. Dass mit Winterdagen jemand an den Reglern sitzt, der ganz offensichtlich weiß, was er tut, trägt natürlich einen großen Teil dazu bei.
Spätestens seit diesen Demos steht der Genki Instruments Katla ganz oben auf meiner persönlichen Wunschliste und hat dort vielleicht sogar den ebenso großartigen 3rd Wave verdrängt. Leider ist er auch fast ebenso teuer: Den Katla gibt es direkt beim Hersteller für 4.990,- €.
Alex Ball erklärt die Vorzüge der Wavetable-Synthese

Apropos 3rd Wave: Mein Lieblings-Synth-YouTuber Alex Ball geht in einem seiner neuesten Synthesizer-Videos einer Frage nach, die wohl kaum jemand besser beantworten könnte als er. Denn von allen beliebten „Synthfluencern“ liefert er regelmäßig die fettesten, musikalischsten und oft auch lustigsten Demo-Tracks ab.
Wie setzt man Wavetable-Synthesizer musikalisch sinnvoll ein? Welche musikalischen Möglichkeiten ergeben sich durch die speziellen Merkmale der Wavetable-Synthese? Was können Wavetable-Synthesizer, was andere nicht können, und für welche musikalischen Aufgaben eignen sich deshalb besonders gut?
Um diese Fragen zu beantworten, hat Alex sich den 3rd Wave 8M geschnappt und zeigt an fünf Beispielen, was Wavetable-Synths besonders gut machen – von Pads voller Bewegung, die trotzdem den Mix nicht zermatschen, über komplexe Drum-Sounds bis hin zu warmen, sanften Flächen, die dann nahtlos in klare, helle, strahlende Timbres übergehen, wie sie nur digitale Synthesizer liefern können.
Die drei Varianten des Groove Synthesis 3rd Wave gibt es bei Thomann*.
Eine Übersicht der besten Wavetable-Synthesizer findest du hier.
Synthesizer aus der Sowjetunion: von Opus bis Polivoks
Beim Stichwort „Synthesizer aus der Sowjetunion“ denken die meisten wahrscheinlich sofort an den Formanta Polivoks. Und natürlich darf der wohl berühmteste Ostblock-Synthesizer in Synthesizer-Videos zum Thema nicht fehlen. Aber in der beeindruckenden Sammlung von Marko Ettlich alias RetroSound finden sich noch mehrere andere seltene Schätzchen von jenseits des Eisernen Vorhangs. Neben dem Polivoks hat er auch einen Rodina Alisa 1377, einen Elektronika EM-26 und einen RMIF Opus am Start. Eine schöne Retrospektive sowjetischer Synthesizer-Geschichte mit reichlich 80er-Vibes!
Da sind doch gleich noch mehrere Instrumente dabei, die man so gut wie nie auf dem Gebrauchtmarkt findet und die wir uns deshalb als Plugins wünschen würden! Vielleicht lässt Cherry Audio auf Atomika (hier bei Thomann*) ja noch weitere Ostblock-Klassiker folgen?
*Hinweis: Dieser Artikel zu den Synthesizer-Videos der Woche enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

