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Ernie Ball String Theory

 ·  Quelle: Ernie Ball

Ich bin riesiger Fan von musikalischer Trivia! Kleine und große Anekdoten, die sich hinter Songs, Alben, Bands, Kollaborationen etc. verbergen. Oft gehen diese im Alltag von Rig Rundowns unter. Zum Glück gibt es für jemanden wie mich die stetig wachsende Bibliothek der Ernie Ball String Theory.

Ernie Ball String Theory

In der YouTube-Reihe Ernie Ball String Theory werden bekannte Gitarristen und Bassisten portraitiert. Anders, als man vermuten würde, wird hier nicht mit dem Vorschlaghammer die Werbesendung eingeläutet. (Spoiler: Die meisten Spieler haben die Saiten am Anfang vor allen Dingen auf Grund des Artworks gekauft.) Vielmehr wird auf die Geschichten der Künstler eingegangen, von denen es wirklich zahlreiche Hörenswerte gibt. Außerdem gewinnen wir Einblicke in ihre Studios, Denkweisen und natürlich auch das Equipment. Da stehen schon mal einige Schätze in der Ecke.

Hier also meine ganz subjektiven Top 7 Videos der Ernie Ball String Theory:

 

Jim Adkins (Jimmy Eat World)

Die amerikanische Rockband Jimmy Eat World mit ihrem sympathische Frontmann hatte ihren großen Durchbruch 2001 mit einer meiner Lieblingsplatten, Bleed American. In seinem Portrait erzählt Sänger und Gitarrist Jim Adkins über seine Anfänge: Der Wunsch, Gitarre spielen zu wollen, kam durch die Musikvideos auf MTV. Songs wie „Rock You Like A Hurricane“ (Scorpions) oder „Foolin“ (Def Leppard) standen hoch im Kurs. Ich konnte aus dem Video einige interessante Gedanken zum Thema Songwriting mitnehmen. Beispielsweise, dass man eine Idee nicht gleich verwerfen, sondern sie möglichst weit entwickeln soll und erst dann urteilt.

 

Justin Chancellor (TOOL)

I’ve never been a great talker“. Und so gibt es leider auch verschwindend wenig Interviews mit dem einmaligen Bassisten der Alternative-Prog-Metal-Band TOOL. Um so glücklicher bin ich, dass Ernie Ball diesen eindrucksvollen Kurzfilm mit Justin gedreht hat, der wohl jeden Fan erfreuen dürfte. Seine frühen Einflüssen beschreibt er im Video. Ich hätte die aufgezählten Namen wohl nicht unbedingt erwartet. Nach Schulschluss legte er jeden Tag die LPs seiner Eltern auf: John Denver, Cat Stevens, Buddy Hollie und … ABBA. :o)
Die Lektion für aufstrebende Künstler: „It’s important to be yourself.“ Es bringt nichts, andere zu kopieren.

 

Steve Stevens (Billy Idol)

Billy Idols Gitarrist hat seine Saiten früher in einem Headshop gekauft, in dem es sonst nur Kifferzubehör gab. Irgendwie schienen die Ernie Balls mit ihrem Design da reinzupassen. Seiner Meinung nach leben wir aktuell in einer guten Zeit, um Gitarrist zu sein. Er hat miterlebt, als das exzessive Shredding der 80er vom Grunge abgelöst wurde. Da gab es wahnsinnig gute Gitarristen, die plötzlich im Flannelhemd gekleidet so taten, als könnten sie nicht richtig spielen. „Everybody kind of dumbed down.“ Als Nirvana groß waren, galt es als peinlich, wenn man gut spielen konnte.

 

Mike Dirnt (Green Day)

Auch wenn mir der harte Mainstream-Einschlag nicht so sehr wie die früheren Green Day gefallen, so bin ich nach wie vor großer Fan von Bassist Mike Dirnt und seinen äußerst melodiösen Basslines. „Finding your Song within the song.“ So beschreibt er sein Bassspiel und es ergibt totalen Sinn. Wie man erfolgreich wird? „Play anywhere and everwhere!“ So haben Green Day vom Schultanz über den Hinterhof bis zum Wohnzimmer alles mitgenommen, was sich anbot.

 

Paul Stanley (Kiss)

Was für ein Sound: Les Paul an Marshall, fette Saiten und ordentlich reinlangen. Sonst nichts. Von Gene Simmons kann man halten, was man will, aber Paul Stanley ist eine coole Socke! Für den Kiss-Gitarristen war die Gitarre schon immer die Grundlage von Rock ’n‘ Roll. Allerdings überspringen viele Gitarreros den Schritt, erstmal richtig Rhythmus zu spielen. Sie denken, es wäre wichtiger, Soli zu üben. „I think you can spend a lifetime working on your rhythm.“ Amen! Paul kann sich noch gut daran erinnern, dass er immer nur eine Saite einzeln gekauft hat, weil er sich kein ganzes Paket leisten konnte. Das muss sehr lang her sein. ;) Über Songwriting im Allgemeinen sagt er: „If a song can’t be played on a single instrument, it’s not a good song.“ Sehr gute Aussage!

 

Johnny Marr (The Smiths)

It’s not about being famous. Never was.“ Es gibt viele Rockstars, denen ich diesen Satz nicht abnehmen würde. Doch The Smiths-Gitarrist Johnny Marr mit seiner bescheidene Art würde ich fast alles glauben. Als er noch nicht alt genug war, um gegen Bezahlung angestellt zu werden, hat er sich in einem Gitarrenladen durch kleine Erledigungen wie Zigaretten & Sandwiches kaufen Picks, Capos und Saiten verdient. Für ihn klangen die Gitarren-Ikonen der 60er und 70er zu Macho-mäßig und kitschig. Statt zu riffen, wollte er Akkorde als „neue Riffs“ etablieren. Kein Wunder also, dass er so ganz anders klingt. Die Entscheidung, eine Rickenbacker zu spielen, hat damals sofort sein Songwriting verbessert. Weil diese Gitarre nicht so einfach zu spielen ist und ihn limitierte, kam er auf neue Ideen.

 

Steve Vai

Du liebe Zeit, hat der Mann viele Gitarren und Amps! Ich kannte den Gitarrengott lediglich von seinen übertriebenen Liveshows und muss zugeben, dass er mir nach diesem Video überraschend sympathisch geworden ist. Nicht zuletzt, weil er eine Lanze für Kurt Cobain bricht. Dieser sei vielleicht nicht virtuos, aber sehr effektiv gewesen. Versucht mal so zu spielen wie er. „It’s not that easy!“ Oder über Billy Joe Armstrong (Green Day): „Every note in every Chord pops. It’s like an orchestra.“ Eine seiner unterhaltsamen Anekdoten beschreibt, wie Steve mit seinem ersten Paket Saiten zu Joe Satriani ging. Der zeigte ihm anschließend, wie man diese aufzieht. Vielleicht gehe ich im September auf dem Guitar Summit 2019 einfach zu Billy Sheehan und lasse mir das erklären. ;o)

Kanntet ihr die Ernie Ball String Theorie-Reihe schon? Wenn ja, welche sind eure Lieblingsepisoden? Habt ihr noch mehr Tipps für mich, wie ich an ähnlichen Stoff gelangen könnte? Postet eure Empfehlungen gern in die Kommentare!

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Kannte ich nicht … Danke für den Tipp.