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XMG 15 DJ – das Über-Laptop für DJs und Producer?

XMG 15 DJ – das Über-Laptop für DJs und Producer?  ·  Quelle: youtube/XMG

XMG 15 DJ – das Über-Laptop für DJs und Producer?

XMG 15 DJ – das Über-Laptop für DJs und Producer?  ·  Quelle: youtube/XMG

XMG 15 DJ – das Über-Laptop für DJs und Producer?

XMG 15 DJ – das Über-Laptop für DJs und Producer?  ·  Quelle: youtube/XMG

Schaut man sich in der professionellen DJ- und Musiker-Szene um, sind Apple-Produkte omnipräsent. iMac, Mac Minis, iPads und in DJ-Kreisen ist das MacBook wohl das am meisten verbreitetste Auflege-Tool, mal abgesehen vom USB-Stick. Okay, das mag sicher auch daran liegen, dass eben nur ein Hersteller Apple-Notebooks herstellt, nämlich Apple selbst und nicht Dutzende Dritthersteller wie im Windows Lager. Aber ein geschlossener Kosmos soll ja auch Vorteile bieten und nicht umsonst ranken MacBooks hoch in den Bestenlisten und sind in Studios und auf der Bühne allgegenwärtig.

Nun schickt sich der Laptop-Hersteller Schenker aus Leipzig mit dem XMG DJ 15 an, die DJ MacBooks in die Schranken zu weisen. Und das nicht nur in Sachen Performance und preiswerter Aufrüstbarkeit, sondern auch in puncto Audiolatenz, OS-Optimierung und Schnittstellenvielfalt

Schenker Audio Editions

Manch einer wird vielleicht schon auf die Schenker Audio Editions gestoßen sein, die in enger Zusammenarbeit mit DJs und Musikproduzenten entwickelt wurden und ein laut Hersteller „speziell für Audioanwendungen optimierte Version von Microsoft Windows Professional“ installiert haben: schlank und völlig blähfrei.

Obendrein werden die Systeme ständig mit taufrischer DJ-Software, DAWs und Hardware getestet. Sehr gut. Viele Leser kennen ja bereits das alljährliche Prozedere: „ bitte nicht auf MacOS xxx updaten, es gibt noch Kompatibilitätsprobleme“. Sind sie also vorbei, die DJ-Zeiten der hohen Latenzen, Dropouts und DPC-Spikes? Was den XMG DJ 15 angeht, scheint es so.

XMG DJ 15

Das XMG DJ 15 DJ wurde speziell für die Anforderungen von DJs optimiert. Ausgerüstet mit einem 15,6 Zoll Display, Intel-Prozessoren der 10. Generation, 4x USB, LAN, WIFI, Bluetooth, Card-Reader, HDMI nebst Mini DisplayPort und optionalem CPU, RAM und SSD-Upgrade, scheint alles an Bord, um seine Lieblings-DJ-Software bis aufs äußerste zu knechten und genug Audio-Tools, Mixer und Controllerism-Werkzeuge anzudocken. Miniklinken I/Os gibt’s natürlich auch noch.

Made to create: silber oder rot?

Bei der Farbe darf man sich zwischen silber und rot entscheiden. Schenker hat für die Audio-Serie ein „Made to Create“ Label ausgerufen, was bedeutet, dass die Laptops unter anderem mit diversen DJ-Controllern und Mischpulten, auf denen Serato, Traktor, Rekordbox und Virtual DJ läuft, getestet wurden.

Drops ohne Droputs? Kling gut

Wie oft habe ich mich auch schon darüber geärgert, dass mein MBP 2014 nur 2 USB-Anschlüsse hat. Ist das Mischpult mit DVS-Interface angeschlossen, reicht es schon nicht mehr für einen Add-on-Controller und die SSD oder den Stick mit den Tracks, ohne ein Hub zu verwenden, ganz zu schweigen von CDJs oder Prime-SC5000/6000ern mit Serato usw. Same same mit Maschine, Interface, MIDI-Keyboard und Projektplatte etc.

Ja, die neuen MacBooks bringen 4x USB-C mit, aber kaum eine DJ- oder Controller-Hardware in meinem Studio hat das, Adapter sind also obligatorisch, nervt auch manchmal. Ganz zu schweigen vom Preis eines gut bestückten neuen 16-Zöllers aus dem Hause Apple.

Hier ist das Schenker für meinen Geschmack schon etwas im Vorteil, bietet es doch zum günstigen Preis viel Speicher und 2x USB 3.2, dazu 1x USB 2.0 und noch einen USB-C/Thunderbolt 3 Combo-Port. Da lässt sich reichlich Equipment andocken.

Auch die Netzwerkschnittstelle und die beiden (!) Monitorausgänge könnten gerade für VJs ein Kaufanreiz sein, denn so können sie den Output direkt am Notebook deklarieren, beispielsweise für Serato Video oder für Virtual DJ oder Lightshows via LAN syncen. Aber die Performance steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier…

XMG DJ 15 Ausstattung und Preise

Und was kostet das Ganze? Los geht’s mit folgender Grundausstattung für knapp unter 1200 Euro

  • Core i5 10210U 1,6 – 4,2 GHz (4 Core / 8 Threads)
  • 1 TB Samsung EVO
  • WiFi  & BT5
  • Win 10 Pro (optimiert)

24 Monate Gewährleistung mit 6 Monaten Quick-Pickup gibt’s on top. 1,6 Kilo wiegt das Ding, kein Showstopper also.

Update Möglichkeiten

  • das i7-Update (10510U  @1,8 – 4,9 GHz) kostet entspannte 112 Euro,  bei Apple gibt es den Standard-mäßig im 16-Zoll-Notebook
  • das RAM-Update auf 1 8 GB kostet 39,- Hierfür nimmt Apple sportliche 250 Euro.
  • die 2 TB Variante käme mit einer Samsung 860 Evo 89 Euro teurer, mit der 970 Evo wären es 244 Euro, Apple liegt bei knapp 500 Tacken)
  • für alternatives Intel Wifi 6 wären noch mal 5 Euro zu zahlen

In der Top-Ausstattung wären dann für das XMG DJ 15 vergleichsweise schlappe 1582 Euro hinzulegen. Ein i7-Macbook mit 2 Terrabyte kostet 3361 Euro . Der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, denn zum einen sind die aktuellen MBP mit Generation 9 CPUs ausgestattet, dafür gibt’s aber eine dediziere Radeon Grafik, andere Flashdrives usw. 1:1 kann man das nicht vergleichen. Und bevor jetzt ein Windows versus Mac Bashing losgeht: Ist schon klar, dass nicht jeder seine seit Jahren angestammte Hardware-Software-Umgebung wechseln möchte oder wird, aber wer über einen Einstieg in  die Materie nachdenkt, sollte auch die Preise und Plattformen ins Auge fassen dürfen.

Feuer frei!

Also wie läuft das Teil in Action? Schaut man sich das nachstehende Video an, scheint dass  XMG DJ 15 ziemlich performant zu sein. Und möchte man den ausgewiesenen Performance-Daten und gelieferten Messungen glauben schenken, läuft nicht nur die DJ-Software geschmeidig auf dem Notebook, sondern gleich mehrere Apps. Das klingt in der Tat ziemlich spannend.

Weitere Informationen

XGM Produktseite

Video

5 Antworten zu “XMG DJ 15 – der Über-Laptop für DJs und Producer?”

  1. Dj Clubsclosed sagt:

    Djs sind aktuell arbeitslos und sollen sich nun deshalb ein Laptop zum Premiumpreis gönnen… Ästhetik kann nicht mit Apple, Razer, Dell und sogar Hp mithalten. Dj Software hat geringe Anforderungen. Trackpad ist winzig.
    Kollegen legen exzellent mit 10 Jahre alten Geräten jedes Wochenende auf.
    Marketing versucht es meiner Meinung nach bei der falschen Zielgruppe.
    Sollen es bei Vjs probieren.

  2. Raydel Castro sagt:

    MacBooks sind eh für Hipster-Schwuffies! Sowas wurde früher (ach ja, man muss ja ‚Modern‘ sein) von der Bühne gezogen! Acer, Fujitsu, Dell, etc. alles preis- und leistungsbewusster!

  3. jl1968 sagt:

    producer oder dj… da sind die Grenzen ja nun schon lange fließend. für reines dejaying ist natürlich nicht soooo viel Power nötig. vor allem wenn überwiegend Samples, stems oder loops abgefeuert werden. doch je mehr ein echtes livesetup gesteuert werden soll und Softsynths und effekte berechnet werden desto weniger ist das eigentlich ganz gute dj laptop geeignet. ich würde dem „made to create laptop“ mal mit nem kräftigen cubase oder ableton live Projekt auf den Zahn fühlen. made to auflegen ja klar… aber mit der cpu/ram made to produce…? naja…Das schreibe ich übrigens nicht weil Äpfel mein Lieblingsgemüse sind. im Gegenteil! zeit das mal ein bekannter Hersteller apfelloses audio als Produktlinie etablieren will. ich finde der interessante Teil ist daher die für dieses Produkt vorgenommene professionelle Optimierung von Windows.

  4. Kerl sagt:

    Mein Macbook Pro aus dem Jahre 2012 macht immer noch nen wunderbaren DJ-Job mit Ableton Live 10 und wirklich wichtig: Einem uralten Echoaudio Audiointerface über Firewire betrieben. Das Ding hat ne Wucht und nen Saft – kannst bei neuen Geräten suchen. ;-) Never change a running system.

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