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TimeStretch Player GUI Browser Screenshot

Nach gefühlt einer Sekunde ist die Oberfläche verstanden  ·  Quelle: Screenshot Gearnews / Claudius

Der schweizer Programmierer Jonas Wagner hat vor geraumer Zeit den TimeStretcher Player entwickelt und stellt ihn der Welt kostenlos zur Verfügung. Mit dem letzten Update werden die Daten nicht mehr ins Internet hochgeladen, sondern komplett offline im Browser bearbeitet und man kann die bearbeiteten Audiodaten speichern.

Die Bedienung ist denkbar einfach: Man lädt eine Audiodatei rein, stellt ggf. einen Loop-Bereich ein und dreht an einem der drei Regler für Stretch (Zeitfaktor), Pitch (Semitones) und Tune (Cent). Hat man eine gute Einstellung gefunden, kann man es wieder „herunterladen“. Extremeinstellungen sind eher speziell, klingen aber dennoch brauchbar. Mit dem Pitchregler bekommt man auch in Sekunden einen EDM-Gesang in die richtige Stimmung. ;)

Man benötigt für den TimeStretch Player allerdings einen aktuellen Browser, der Entwickler empfiehlt Mozilla Firefox oder Google Chrome. Ich habe es auch mit dem Ur-Chrome Chromium zuverlässig hinbekommen. Internet Explorer, Safari und Edge werden nicht offiziell unterstützt, könnten aber funktionieren.

Im Hintergrund arbeitet das Open Source Linux Programm Play it Slowly, das aus der gleichen Feder stammt, aber nur mit GNU/Linux funktioniert und wiederum auf der Phase Vocoder Technik aufbaut. Nun dürfen eben alle mitmachen. Die unterstützten Dateitypen werden übrigens vom Browser vorgegeben – da fährt man meiner Erfahrung nach mit dem Firefox am besten. Exportiert wird immer als Wave-Datei. Ich würde mir noch eine Tempofunktion mit BPM wünschen: Liedtempo eingeben und per Eingabefeld auf eine andere Geschwindigkeit ändern. Aber das ist schon wieder „Gemecker“ auf sehr hohem Niveau.

Ist schon beachtlich, was heute alles ohne extra Software möglich ist. Und vor  allem wie bei dem TimeStretch Player im Browser, den jeder hat und ohne eine Datei ins Netz zu schicken. Die Online-DAWs werden auch immer zahlreicher – mal sehen, wann die erste den Durchbruch schafft, denn dann werden derlei Tools erst richtig relevant. Aktuell ist es „nur“ ein zusätzlicher Helfer, der auch vom Handy erreichbar ist. Ob der TimeStretch Player bzw. Play it Slow auch irgendwann als Plug-in für die DAWs geschrieben wird?

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