Elektron Model:Cycles wird zum Sampler, dazu Zona Controller und ein DIY OB-X
Controller, Gesten und ein FM-Synthesizer, der plötzlich zum Sampler wird
Auf der Suche nach dem Neuen. Heute gibt es einen vielfältigen und sehr wandelbaren XY-Controller von Intech, der in verschiedene Betriebsarten versetzt werden kann, außerdem einen sehr schönen selbst gebauten Oberheim OB-X und eine Erweiterung für die FM-Groovebox Elektron Model:Cycles, die Sampling und Slicing einbringt. Die Welt der KI erlaubt eine Menge an Re-Engineering-Arbeit, ohne dass die Updates für eine neue Firmware unbedingt „KI-generiert“ sein müssen.
Sampling, Controller und ein DIY OB-X
Intech Zona: wandelbarer XY-Controller
Bei den wandelbaren Controllern von Intech gab es inzwischen einen Nachwuchs. Etwas unbemerkt gab es schon länger eine ganze Serie modularer Controller-Elemente, die man frei konfigurieren kann. Mal mit Potis, mal mit Fadern oder Kombinationen. Ähnlich wie etwa die Roli Blocks ist auch dieses nicht gleichförmig oder generisch, es ist ein neues „Modul“ unter den Controllern von Intech: das Zona.
Es erlaubt, mehrere Berührungen gleichzeitig zu registrieren, genannt Multitouch, und bietet vier Betriebsarten: XY-MIDI-Control-Feld, Touch-Faderbank (Balken), Trackpad mit Gesten und „Starfield„. Es ist somit äußerst wandelbar im Vergleich zu ähnlichen Angeboten und Teil eines freien eigenen Systems, das auch mehrere Zona-Module akzeptiert. Das Gerät ist somit nicht „nur Kaoss Pad“ oder „2D-Feld“, sondern auch Faderbox und erlaubt, nicht nur einen Parameter zu steuern, was gerade bei Synths oder Lautstärkesteuerungen notwendig ist.

Mit der „Faderbank“ lassen sich DAWs jeweils vierkanalig steuern, aber auch frei konfigurieren. Das erinnert sogar an eine „kleine Version“ des Erae Touch. Die Editor-App namens Hangar kann freie Oberflächen definieren, wie etwa mehrere XY-Pad-Felder. Sicher gab es bereits ähnliche Angebote, meist aber deutlich teurer oder nur in Teilen. Zona soll für 199 Dollar starten und später teurer werden. Dann wird der Preis 239 Dollar betragen.
Bestellen kann man Zona jetzt (seit 2. Oktober), die Auslieferung erfolgt am 1. November 2026.
Oberheim OB-X als DIY-Synthesizer: CrowBX
Wer einen Oberheim OB-X haben will, kann sicherlich einen Clone käuflich erwarten. Dennoch gibt es hier und da hochwertige Clones. Das ist The CrowBX.
Das Projekt wurde 2017 gestartet, also vor dem Oberheim OB-X8 und UB-Xa, der allerdings kein X, sondern ein Xa ist. Der X ist grundlegend diskreter, also ohne Curtis, während der Xa bereits auf ihnen basierte. Auch wenn der Klang des Xa legendär ist, so ist der X noch ein wenig puristischer, was man sogar in diesem Video hören kann.
Man kann jeweils mit Zwei-Stimmen-Karten beliebige Varianten mit bis zu acht Stimmen aufbauen.
Das Original wurde nur zwei Jahre gebaut, um danach modernisiert zu werden. Interessant ist, dass der einzige Curtis-Chip im OB-X ein Hüllkurvengenerator ist, genau genommen zwei pro Stimme. Das ist eigentlich recht witzig, da ausgerechnet Hüllkurven schon früh mit 8-Bit-Prozessoren erzeugt werden konnten.
- Eine schöne Geschichte und Hintergründe findest du auf der CrowBX-Website.
- Dies ist ein wirklich gut klingender Synthesizer mit Speicher und Display.
- Hier ist die Hub-Site mit mehr über den Nachbau.
Hier ein Video des ersten CrowBX.
Elektron Model:Cycles wird zum Sampler
Na sowas, man kann dem FM-Synthesizer Elektron Model:Cycles das Sampling beibringen. Die einfache Oberfläche ist sogar in der Lage, die Wellenform anzuzeigen, und du kannst deine eigenen Samples über Transfer direkt laden. Der Trick ist eine neue wandelbare Firmware. Diese Welle neuer interessanter Neu-Widmungen lässt auch ältere kleine Instrumente mit ganz neuen Möglichkeiten aufwachen und fast wie ein neues Instrument nutzen.
Der Sampler ist die siebte „Machine“, die zusätzlich zu Elektrons unterschiedlichen Oszillator-Modellen angeboten wird. Pro Pattern können unterschiedliche Samples verwendet werden. Auch die Abspielmodi wurden erweitert. Das sind nun: One Shot, Loop, Slice, Granular, Stretch (Time-Stretch), Pluck (Karplus-Strong) und Wave (Wavetable). Außerdem kann ein Sample in Slices aufgeteilt werden. Die Slices können zudem über Nulldurchgänge automatisch aufgeteilt und editiert werden.

Insgesamt kann auch intern im Elektron Model:Cycles ein Resampling gestartet werden. Das interne USB ist dabei sogar ebenfalls nutzbar. Die Samples können auch stereo sein. Das Sample selbst kann über Beat-Repeat auf dem Tempo-Step-System als „Roll/Ratchet“ verwendet werden. Außerdem sind noch einfache, aber nützliche Master-Effekte dazugekommen (drive, crush, rate, pump, filter, ring mod, noise riser, gate, tape stop, vinyl, flanger).
Alle Machines des Elektron Model:Cycles bekommen Attack, Filter und Resonanz und sogenannte „Slide Trigs“ hinzu, die alle unterschiedlichen Parameter in den neuen Wert überblenden können. Das erinnert nur des Namens wegen an die 303-Slides, denn hier sind es „beliebige Synthesizer-Parameter“. Die Samples kommen über Elektrons Transfer in den Model:Cycles. Das kostet nichts und ist sehr bequem.
Interessant, wie wandelbar die nun schon fast etwas betagte Elektron Model:Cycles Hardware ist, wo man bisher dachte, dass Sampling niemals funktionieren würde. Das passt auch zum aktuellen Boom rund um Custom Firmware für Synthesizer, die älteren Instrumenten plötzlich ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Das wirft auch ein anderes Licht auf andere Geräte, bei denen man sich Samples wünschte. Offensichtlich ist das auch da machbar, wo nichts Entsprechendes vorgesehen ist.
- Mehr zum Elektron Model:Cycles-Mod findest du auf der GitHub-Website, wo auch der Download zu finden ist.
*Hinweis: Dieser Artikel über „Elektron Model:Cycles wird zum Sampler, dazu Zona Controller und ein DIY OB-X“ enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!