von Julian Schmauch | Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten
Die besten Bandcamp Alternativen: Faire Indie-Musik-Plattformen für alle

Die besten Bandcamp Alternativen: Faire Indie-Musik-Plattformen für alle  ·  Quelle: Songtradr / brennoch,pnghut / Gearnews

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Musikvertrieb zu fairen Konditionen scheint nicht leicht zu sein. Wir haben die besten Bandcamp Alternativen gesammelt, um den Überblick für andere Musikvertriebe außerhalb des Spotify-/Deezer-Kosmos zu behalten.

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Warum überhaupt Bandcamp Alternativen?

Wer es nicht mitbekommen hat: Bei Bandcamp, DEM Indie-Darling unter den Musikplattformen, rumort es kräftig. Erst übernahm Spielegigant Epic die Website, dann kaum ein Jahr später wurde Bandcamp weitergereicht an SongTradr. Und so sehr man versichert, dass trotz Übernahme und Kündigung vieler Mitarbeiter alles beim Alten bleibe: So ganz möchte man als Independent-Band der Plattform auf lange Sicht vielleicht nicht vertrauen.

Bandcamp Website
Bandcamp Website · Quelle: Bandcamp

Dazu ist es für alle die, denen häufiges Touren nicht möglich ist und die von den Streaming-Einnahmen von Spotify und Co. nicht allein leben können, allein aus Sicherheitsgründen besser auf mehr als ein Independent-Pferd zu setzen. Denn so sehr sich Bandcamp in den letzten Jahren zur wichtigsten und in großen Teilen auch fairsten Plattform gemausert hat, auch ohne die unsichere Zukunft durch die Übernahme ist es wichtig, sich ein Bild von den Bandcamp Alternativen zu machen.

Was sollten Bandcamp Alternativen mitbringen?

Bandcamp ist eine Website für Bands zum Vertrieb von Musik, aber kein Musik-Streaming-Dienst wie Spotify. Zwar gibt es auch hier Möglichkeiten, die gekaufte Musik über den Player in der App zu hören, aber hauptsächlich geht es beim Verkauf von Musik um MP3- und WAV-Dateien.

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Dazu bietet Bandcamp umfangreiche Möglichkeiten Merch (T-Shirts, Poster und mehr) und auch Vinyl und CDs über das eigene Profil zu vertreiben. Dazu war es bisher bei Bandcamp so, dass das Ganze zu sehr fairen Konditionen passierte. Denn zwischen 80 und 85 Prozent jedes Verkaufs geht direkt an den Künstler.

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Dazu hat die Plattform die beliebten Bandcamp Fridays eingeführt. Hier verzichtet man auf den eigenen Anteil (nur die Gebühren an PayPal und Co. und die Versandkosten fallen an). Bandcamp Alternativen sollten also ähnliche Modelle und Möglichkeiten bieten.

FanCircles – mehr Fan-Club als Musikvertrieb

Mit Bandcamp vertreibt man Musik, mit FanCircles organisiert man seinen persönlichen Fan-Club. Nicht nur Musik und Merch kann man als Band auf der Seite vertreiben. Dazu kann man seinen Fan exklusiv Zugang zu Ticketverkäufen bieten, Livestreams organisieren und Behind-The-Scenes-Videos teilen.

Bandcamp Alternativen: FanCircles
Bandcamp Alternativen: FanCircles · Quelle: FanCircles

Acts wie UB40, Culture Club und The Alarm sind bereits mit von der Partie. Und eure Fans brauchen nur die kostenlose App (für iOS und Android). Allerdings hat das Ganze seinen Preis. Denn es geht bei 249,- Euro pro Monat für eine Band los.

Artcore – die beste der Bandcamp-Alternativen für Dance-Music

Nicht selten taucht Artore auf, wenn man nach Bandcamp Alternativen sucht. Was die Website für Bands anbietet, liegt irgendwo zwischen Beatport und Bandcamp. Denn der Fokus liegt auf elektronischer Musik.

Artcore für Dance Music
Artcore für Dance Music · Quelle: Artcore

Dazu gibt es Previews in hoher Qualität, umfangreiche Metadaten für jeden Track (inklusive BpM und automatischer Tonarterkennung), einen Streaming-Player und die Möglichkeit, eigene Preise für die Tracks festzulegen. Was noch gänzlich fehlt, aber laut Ankündigung bald kommt: Merch-Verkauf. Was es aber gibt, ist wie Bandcamp Daily ein Blog, der jeden Tag neue Musik aus der Community präsentiert.

Patreon – Fans abonnieren Bands

Patreon ist schon ein alter Hase im Geschäft. Die Plattform wird von Bands, YouTubern und vielen anderen Kreativen mit teilweise großem Erfolg genutzt. Hier ist das Bezahlmodell ein gänzlich anderes, als bei den anderen Bandcamp Alternativen.

Bandcamp Alternativen: Patreon
Bandcamp Alternativen: Patreon · Quelle: Patreon

Denn eure Fans können euch in mehreren Stufen abonnieren. Das hat Vor- und Nachteile. Als Vorteil hat man so ein regelmäßiges Einkommen und ist auf Merch-Verkauf oder Touren nicht unbedingt angewiesen. Aber der Charakter jedes Abonnements ist eben auch die regelmäßige Lieferung – viele auf Patreon bieten regelmäßige Livestreams, exklusive Songs oder Behind-The-Scenes-Videos und andere Goodies. Um seine Abonnenten zu halten, muss man monatlich liefern.

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Musik-Streamingdienste als Bandcamp-Alternativen

Wenn Bandcamp den Bach runtergeht, warum nicht gleich Spotify, Apple Music, Deezer oder Tidal nutzen? Was es da aber monatlich braucht, um ein ähnliches Einkommen zu erreichen, darüber ist schon lang und breit geschrieben worden. Immerhin bietet zumindest Spotify auch Möglichkeiten, Merch über das Artist-Profil zu verkaufen oder Konzerte anzukündigen.

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Ein grundsätzliches Problem für diese Bandcamp-Alternativen ist aber, dass es immer einen Distributor wie Distrokid oder Tunecore braucht. Der direkte Upload auf die Musikstreamingdienste ist nicht möglich, Dazu muss man Artist-Profile bei Spotify, Apple Music, Amazon Music, Deezer und Tidal (um nur die fünf größten Musikstreamer zu nennen) alle separat pflegen und befüllen.

Weitere Bandcamp Alternativen: Sellfy, AmpWall, Formaviva und eigener Newsletter

Um den Rahmen nicht komplett zu sprengen, haben wir hier in Kurzform noch einige weitere Bandcamp-Alternativen für euch. Sellfy positioniert sich zunehmend als Alternative, wo der Fokus auf dem Auf- und Ausbau eines eigenen Shop-Systems liegt. Anders als bei Bandcamp kostet die Nutzung der Plattform monatlich 19,- Dollar, dafür gibt es keine Umsatzbesteligung.

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Ein kleiner Buzz baut sich auf um die kommende Platform AmpWall. Diese ist noch im Aufbau und soll erst im Sommer 2024 starten. Der Fokus liegt hier anscheinend ganz klar auf Musik, Merch und Independent Artists. Dazu soll die Plattform als gemeinützige Körperschaft eingetragen und damit nicht gewinnorientiert sein – klingt definitiv interessant.

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Und Formaviva präsentiert sich gleich dreifach als Alternative: für Bandcamp, Soundcloud UND Mixcloud. Hi-Res-Player auf der Website, eingebauter Merch-Vetrieb, kostenlose Mitgliedschaft – auch eine mobile App scheinen bald zu kommen. Der Fokus liegt hier aber explizit auf elektronischer Musik.

Und zu guter Letzt ist der gute alte Newsletter mit Links zum eigenen Online-Shop definitiv eine Erwähnung wert als Bandcamp Alternative. Zwar fehlt einem hier die Reichweite eines Bandcamp-Universums. Aber alle Fans, die euren Newsletter abonniert haben, sind sehr wahrscheinlich auch am Erwerb von Merch und Musikmedien interessiert.

Fazit zu Bandcamp-Alternativen

Was Bandcamp hier geschaffen hat, was faire Vergütung und Verdienstmöglichkeiten für Bands betrifft, ist bisher unerreicht. Alle Bandcamp-Alternativen auf unserer Liste bieten immer nur in Teilen das, was die Indieplattform zusammenfasst. Bleibt also zu hoffen, dass es noch eine Weile so weitergeht!

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