DAWless-Setups für Singer und Songwriter: Musik machen ohne DAW und Computer
DAWless – Nachdem wir uns bereits angeschaut haben, wie elektronische Musik ohne Rechner und DAW funktionieren kann, beschäftigen wir uns heute damit, wie ein Singer/Songwriter-Setup aussieht. Ein paar Anregungen für Setups, bei denen du dich voll auf die Performance konzentrieren kannst und nicht vor dem Bildschirm sitzt.
Das Wichtigste in Kürze
- „DAWless“ bedeutet, dass beim Musikmachen kein Computer oder eine Digital Audio Workstation (kurz „DAW“) zum Einsatz kommt.
- Ziel ist es, sich stärker auf Instrumente, die Performance und den kreativen Flow zu konzentrieren.
- Praktisches Gear für Singer und Songwriter DAWless-Setups sind neben Mikrofonen speziell Recorder, Looper und gerne auch Grooveboxen, Sampler und Keyboards
- Mischpulte oder Mehrspur-Recorder erweitern das Setup und ermöglichen das Recording und Mixing ohne Rechner.
- DAWless-Setups eignen sich besonders für Live-Performance, Jamming und kreatives Arbeiten ohne Bildschirm.
- So ein Setup lässt sich beliebig erweitern und individuell an den eigenen Workflow anpassen.
Inhalt:
DAWless: Singer und Songwriter ohne Rechner und DAW
Um es nochmal ganz deutlich zu machen: Eine DAW ist super und heutzutage das ultimative Studiowerkzeug. Selbst wenn du nur mit der Akustikgitarre unterwegs bist und im Studio mal ein paar Songs so richtig gut aufnehmen willst, kommen dabei mit Sicherheit ein Rechner und Software zum Einsatz. Das ist aber nicht zwingend nötig, wenn es darum geht, Songideen zu entwickeln oder eine Live-Performance zu spielen.
Und es ist auch kein Problem, komplette Songs mit mehreren Spuren ohne DAW aufnehmen, um diese dann zu einem späteren Zeitpunkt richtig abzumischen. Wenn du mit dem hier vorgestellten Equipment vertraut bist, kannst du damit durchaus Ergebnisse erzielen, die sich nicht verstecken müssen.
Los geht’s – hoffentlich kannst du mit den Tipps etwas anfangen. Ach ja, dass du bereits ein Mikrofon besitzt, setzen wir mal voraus. Hier bei uns findest du jedenfalls viele Infos und News zu Mikrofonen.
Mit einem Mobil-Recorder kannst du überall eine Aufnahme starten
Fangen wir ganz klein an. Du spielst ein akustisches Instrument und/oder singst. Und dann hast du plötzlich die Idee für eine Melodie, ein paar Akkordfolgen oder eine Textzeile. Und die willst du natürlich so schnell wie möglich festhalten. Praktisch, dass du mit dem Smartphone immer eine Art Aufnahmegerät dabei hast – da geht aber mehr!
Für solche Momente sind sogenannte Field-Recorder superpraktisch und da gibt es einige interessante Geräte. Zum Beispiel solche, die Mehrspuraufnahmen erlauben oder nützliche Funktionen wie einen integrierten Tuner anbieten. Außerdem sind viele Modelle sehr kompakt und passen teilweise sogar in die Hosentasche. Und das Wichtigste ist natürlich die gegenüber einem Handy überlegene Qualität der eingebauten Mikrofone. Zudem ist es bei ganz vielen Modellen auch möglich, professionelle Mikrofone anzuschließen.
Sehr interessant sind auch mobile Multitrack-Recorder wie Zoom R12*. Dieses kompakte Gerät kombiniert die wichtigsten Funktionen zum Aufnehmen und Mischen eines Songs. Zwei Aufnahme- und acht Wiedergabespuren, 3-Band-EQ, integrierte Effekte und sogar ein rudimentärer Drum-Sampler sowie ein Synthesizer mit 18 Sounds stecken hier drin. Aufnahmen lassen sich direkt auf microSDHC- und microSDXC-Karten vornehmen. Und R12 kann sogar mobil über Batterien betrieben werden!
Im Prinzip handelt es sich hierbei schon um eine Mischung aus Mobil-Recorder und Mischpult – in dem Sinne also ein kompaktes Studio für ein DAWless-Setup.
Ein Mischpult ist für DAWless-Setups sehr praktisch – speziell, wenn du damit auch aufnehmen kannst
Bevor Rechner und DAWs die Recording-Welt eroberten, waren Mehrspur-Recorder sehr populär. Vielleicht kannst du dich sogar noch gut an Gerätschaften wie Portastudio und Co. erinnern, die zuerst mit Kassetten und dann Harddisks bestückt waren. Wenn du auf Retro stehst, kannst du dich gerne damit beschäftigen.
Heute gibt es aber komfortablere Lösungen, wie du bereits gesehen hast. Kleinmischpulte sind eine weiter interessante Option. Die sind nämlich in einigen Fällen mit einer Recording-Option (meistens für SD- und andere Karten) bestückt oder verfügen über ein internes Audiointerface mit USB-Anschluss.
Wenn du keinen Computer besitzt oder bewusst DAWless Musik machen willst, solltest du auf eine interne Recording-Möglichkeit achten. Mit Sicherheit besitzt du aber einen Rechner – in diesem Fall ist ein integriertes Audiointerface ebenfalls ganz praktisch. So kannst du nämlich jederzeit mal eine schnelle Aufnahme machen, dafür reicht ja schon eine kostenlose Software wie Audacity.
Wie auch immer, selbst für ein kleines Setup kommst du vermutlich nicht um einen Mixer herum. Gut, dass es mittlerweile so eine schöne Auswahl gibt. Sowohl Presonus StudioLive AR8c* als auch Zoom LiveTrak L-8* bieten einen SD-Karten-Slot und gleichzeitig ein mehrkanaliges Audiointerface. Größere Lösungen wie LiveTrak L12next* bieten schon schon so viel Leistung, dass du deine Band mit einem DAWless-Setup ausrüstest – das gilt ebenso für den Tascam Model 12* Mischer.
Soundcraft Notepad-12FX* bietet für wenig Geld zwölf Kanäle, eingebaute Effekte von Lexicon und ein integriertes USB-Audiointerface. Mackie bietet mit dem ProFX10v3+* ein recht günstiges Mischpult an, das mit zehn Kanälen, integrierten Effekten, einem Audiointerface und Bluetooth ausgestattet ist.
Looper bringen Schwung in die Performance und eigenen sich auch zum Entwickeln von Ideen
Jetzt wird es kreativ! Einen Looper kannst du bei der Entwicklungvon Ideen und bei der Performance super gebrauchen, deshalb passt so ein Teil gut in ein DAWless-Setup für Singer und Songwriter. Die Auswahl ist riesig, viele der Geräte richten sich in erster Linie an Leute, die Gitarre oder Bass spielen – eignen sich aber meist auch für Gesang und andere Instrumente.
Zu den wohl beliebtesten Loopern gehört ohne Frage Boss RC-505 MKII* mit fünf Stereospuren, einer schönen Effekt-Sektion und einer Aufnahmezeit von sagenhaften 13 Stunden. TC-Helicon richtet sich mit VoiceLive 3 Extreme* an Vocal-Performer und kombiniert Looper-Features mit Vocoder-, Vocal- und Gitarren-Effekten. Das etwas günstigere Play Acoustic* Pedal konzentriert sich auf akustische Gitarren und Stimmen.
Rhythmen aus Drummachine und Sampler – oder auch komplette Songs
Wenn ein paar Grooves gefragt sind, kannst du eine Groovenox oder Drum-Machine gut gebrauchen – auch ein DAWless-Setup mit dem Schwerpunkt Songwriting und Performance profitiert von einer „Rhythmus-Maschine“.
Die berühmte TR-808 von Roland war schon bei Künstlern wie Marvin Gaye hoch angesehen, die Mondpreise für das Original musst du aber nicht bezahlen. Mit dem Behringer RD-8* Nachbau kommst du für unter 250 Euro weg. Keine Emulation der 808, aber dafür ziemlich günstig ist Korg Volca Drum*.
Roland verfrachtet die Sounds sämtlicher berühmten Drumcomputer aus der reichhaltigen Firmengeschichte in den kompakten Roland TR-6S*. Bei dieser kleinen Drum-Machine kannst du sogar eigene Samples importieren und außerdem mit einer FM-Engine arbeiten.
In DAWless-Setups für Singer und Songwriter passen auch sehr gut moderne Sampler. Damit kannst du nicht nur ein paar Beats zum Jammen erstellen, sondern im Prinzip auch komplette Songs kreieren – komplett ohne Computer.
Mittlerweile gibt es da einige coole Modelle zu entdecken, viele davon eignen sich sogar für den mobilen Einsatz – sehr praktisch, wenn du mal einen spontanen Gig spielen willst. In diesem Artikel findest du ein paar Empfehlungen zu mobilen Grooveboxen und Samplern.
Noch professioneller ist ein Sampler wie AKAI Professional MPC Live III*, der dir im Prinzip eine komplette Standalone-Produktionsumgebung (sogar mit einem eingebauten Mikrofon) bietet und nicht mehr viele Wünsche offenlässt. In unserem Kurztest liest du alles über die MPC Live III, die wohlgemerkt ebenfalls für den mobilen Betrieb geeignet ist und die es jetzt sogar in einer neuen Retro-Edition gibt.
Wer sich für den „DAWless-Weg“ entschieden hat, denkt bei so viel Funktionsumfang aber vielleicht doch zu sehr an eine DAW, auch wenn du hier nicht mit die ganze Zeit mit einer Maus herumhantieren musst. Und genau das macht ja manchmal schon den feinen Unterschied aus. In diesem Sinne ist auch MPC Key 37* sehr spannend, weil du hier neben den typischen MPC-Pads auch 37 halbgewichtete Tasten bekommst, die sich anschlagdynamisch und mit Aftertouch spielen lassen. Eine sehr schöne Hardware für Songwriting, Jams und Live-Performance!
Keyboards und Sequencer erweitern dein DAWless-Setup

Mit dem oben genannten Equipment kannst du schon sehr gut Songideen entwickeln, diese ausarbeiten, mit Grooves unterlegen und performen. Ein zusätzlicher Klangerzeuger bringt natürlich noch mehr Schwung in die Sache. Vielleicht bist du da bereits mit ein paar Sachen ausgerüstet, ansonsten findest du in unserer Synthesizer-Rubrik ja ohne Ende interessante Instrumente.
Als eine passende Ergänzung für ein DAWless-Setup bietet sich auch immer ein MIDI-Keyboard an. Denn damit kannst du jederzeit externe Hardware wie Synthesizer spielen oder dies auch mit einem der gerade gezeigten Sampler kombinieren. Neben einem USB-Anschluss sollte im Idealfall weiterhin ein klassischer MIDI-Ausgang an dem Keyboard sein – so bist du für die meisten Gerätschaften gewappnet. Masterkeyboards wie die KeyStep-Serie* von Arturia bietet genau das und verfügen selbst in der kleinen Version über praktische Zugaben wie Sync-Anschlüsse und Features wie Sustain-Pedaleingang, polyphonen Step-Sequencer, Arpeggiator sowie Akkord- und Skalen-Funktionen.
KeyStep 37 mk2 ist sogar zusätzlich mit CV-Ausgängen bestückt, um damit modulare Synthesizer steuern zu können. Und KeyStep Pro erweitert die Möglichkeiten sogar um einen 4-Spur-Sequencer, einen Drum-Sequencer und weitere nützliche Extras. Für ein kleines Singer/Songwriter DAWless-Setup sind die Pro-Modelle vielleicht schon etwas überdimensioniert – bei Thomann* findest du jedenfalls viele interessante Masterkeyboards für jeden Bedarf.

Einen etwas anderen Ansatz bieten Sequencer-Controller. Diese unterstützen dich ebenso beim kreativen Austoben und Performen, verzichten aber auf eine Tastatur und verfügen stattdessen über ein paar Pads und einen Lauflicht-Sequencer. Auch da kommen wir auf Arturia zurück. Der französische Hersteller legt mit BeatStep und BeatStep Pro nämlich zwei ausgezeichnete Controller vor, die MIDI-, USB-, reichlich CV/Gate- und Sync-Anschlüsse anbieten. Bei Thomann bekommst du beide Controller* sogar in unterschiedlichen Sets mit passendem Case.
Interessante Alternativen hat Korg mit SQ1* und SQ-64* in petto. Die beiden Geräte sind vielleicht nicht so sehr auf Performance ausgelegt wie die BeatSteps, stellen aber trotzdem sehr brauchbare Kreativ-Tools dar.
Kabel nicht vergessen!
Und ganz wichtig sind natürlich die passenden Kabel. Je nach Aufbau brauchst du mindestens ein oder zwei MIDI-Kabel (findest du natürlich auch bei Thomann*) und Audiokabel (eine riesige Auswahl bei Thomann*). Gerade davon solltest du immer genügend parat haben. Mit 6,3 mm Klinke bist du für die meisten Gerätschaften gewappnet, check das aber immer vorher bei den Spezifikationen!
Fazit
Für Singer und Songwriter gibt es einige interessante Optionen für ein kleines DAWless-Setup. Mit Equipment wie mobilen Recordern kannst du überall und jederzeit eine spontane Session oder Ideen einfangen. Mit kleinen Mixern oder Mehrspur-Recordern kannst du deine Songs auch ohne den Einsatz eines Computers aufnehmen und eventuell auch später am Rechner nachbearbeiten. Looper bieten tolle Möglichkeiten für kreative Performances und mit heutigen Grooveboxen und Samplern erstellst du nicht nur ein rhythmisches Fundament, sondern durchaus auch komplette Songs. Praktisch sind zudem MIDI-Keyboards und Controller, um so weitere Klangerzeuger flexibel in das Setup zu integrieren.
FAQ-Sektion
Was bedeutet DAWless?
DAWless beschreibt Musikproduktion ohne Computer und ohne klassische Recording-Software wie eine Digital Audio Workstation (kurz „DAW“) Stattdessen wird ausschließlich mit Hardware gearbeitet.
Welche Geräte brauchen Singer und Songwriter für ein DAWless Setup?
Neben den eignen Instrumenten und einem Mikrofon sind speziell targbare Recorder, kleine Mischpulte und Mehrspur-Recorder, Looper, Grooveboxen und MIDI-Keyboards oder MIDI-Controller interessant.
Kann man komplett ohne Computer einen Song aufnehmen?
Ja, dafür bieten sich besonders Mehrspur-Recorder oder Mischpulte mit einem eingebauten Recorder an. Die Aufnahmen lassen sich bei vielen Geräten sogar abmischen und mit Effekten versehen. Die Ergebnisse lassen sich exportieren und auch nachträglich bearbeiten.
Was sind die Vorteile von DAWless Musikproduktion?
Du arbeitest intuitiver, bist weniger vom Bildschirm abgelenkt und kannst Musik stärker als Performance erleben.
Gibt es Nachteile bei DAWless?
Im Vergleich zur DAW ist der Workflow oft weniger flexibel, komplexe Arrangements oder das Ausarbeiten von Details können aufwendiger sein.
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