Raumsonde Voyager 1

Raumsonde Voyager 1 in einer Illustration  ·  Quelle: NASA/JPL-Caltech

The Sounds of the Earth

The Sounds of the Earth  ·  Quelle: NASA

Es ist seit über 40 Jahren unterwegs und hat die anvisierte Zuhörerschaft noch gar nicht erreicht: Das spacigste Mixtape ist in Wahrheit eine goldene Schallplatte und befindet sich an Bord der Raumsonde Voyager 1.

Die Firma ROLI erinnerte diese Tage an dieses Objekt, das eingefleischte Weltraumexperten sicher kennen, aber das auch für Musiker sehr interessant ist. An Bord der am 5. September 1977 gestarteten Raumsonde Voyager 1 gibt es nicht nur zehn Messinstrumente – von denen immerhin noch vier funktionieren –, sondern auch eine Art Grußbotschaft in Form einer goldenen Schallplatte.

The Sounds of Earth

Auf diesem Medium sind aber nicht nur gesprochene Grußbotschaften, Klänge und sogar 115 analog codierte Fotos enthalten, sondern auch 90 Minuten Musik. Schon interessant, was man damals bei der NASA so dachte, dass es unseren Planeten repräsentieren würde. Der Hit-Garant der Barockzeit, ein gewisser Herr Bach, schaffte es gleich mehrfach in die Playlist. Ebenso sein Pendant aus der Klassik, Ludwig van Beethoven. Mozart? Ja, auch einmal drauf. Dazu noch ein paar weitere Klassiker und Weltmusik von peruanischen Panflöten bis hin zu indischem Raga.

Moderne Musik? Hm, von der 1977er Disco-Welle und den Bee Gees war die NASA offensichtlich nicht so angetan. Mit hysterischen Klängen der Beatles oder gar ordentlich krachender Rockmusik wollten die Wissenschaftler die vielleicht gerade neu gefundenen Freunde unserer Spezies offensichtlich auch nicht direkt überfordern. Immerhin schaffte es eins der berühmtesten Gitarren-Licks des Rock’n’Roll auf das Mixtape, das die Menschheit vorstellen soll: Johnny B. Goode, selbstverständlich vorgetragen von Chuck Berry himself.

Nennen wir es mal eine „interessante“ Auswahl, offensichtlich geprägt vom Geschmack älterer Wissenschaftler. Überzeugt von sich waren die Leute von der NASA ja. Eine goldenen Platte gibt’s in den USA  nämlich erst für 500.000 verkaufte Alben, nicht nur für eins – und das hier ist ja auch noch ein Geschenk!

Wo ist das Abspielgerät?

Jetzt müssen die Aliens, wenn sie denn eines Tages die Voyager 1 entdecken, nur noch einen Plattenspieler bauen. Eine Anleitung, was wo auf der Platte drauf ist, haben wir jedenfalls mitgeliefert. Hoffentlich befindet sich diese Spezies dann nicht gerade im CD-Zeitalter und kann mit einer alten Langrille auch was anfangen!

Klingt aber alles jedenfalls freundlicher als die Vision, die die Macher von „Raumschiff Enterprise“ im ersten „Star Trek“-Kinofilm 1979 hatten: Da kam (die zum Glück nie tatsächlich gestartete) Voyager 6 nämlich auf der Suche nach ihrem Schöpfer zurück zur Erde und stellte allerhand Unsinn an – bis uns Kirk, Spock & Co. selbstverständlich retteten (oder muss es heißen: gerettet haben werden?).

Wer mehr über  das spacigste Mixtape erfahren möchte, kann das bei der NASA tun. Dort gibt’s nicht nur die komplette Playlist, sondern auch viel zur Entstehungsgeschichte der Platte mit vielen Bildern. Auch die Anleitung ist dort abgebildet,sodass sich jeder selbst ein Bild davon machen kann, wie schlau ET & Co denn nun sein müssen, damit es mit der Kontaktaufnahme klappt.

Übrigens: So richtig weit weg von der Erde ist Voyager 1 bisher noch nicht. Es fehlen noch über 4 Stunden zum ersten Tag eines Lichtjahres. Und in so kurzer Entfernung haben Erdenwissenschaftler bisher kein weiteres Leben entdeckt. Das Wort „intelligent“ spar ich mir hier mal, das ist ja schon auf unserem Planeten relativ. Es bleibt also noch viel, viel Zeit, bis wir vielleicht mal eine Antwort auf unser Mixtape bekommen.

Schade eigentlich, ich hätte gerne mal Musik von einem anderen Planeten gehört.

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3 Kommentare auf "Das spacigste Mixtape – in Gold und von der NASA!"

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Wenn ich mich recht erinnere dann haben die Manager von den Beatles verhindert das deren Musik mit dabei ist, die wollten Geld dafür haben. Ich habe diese Aussage nicht überprüft. Vielleicht weiss das jemand genauer.

Die aktuelle Position.
https://voyager.jpl.nasa.gov

Diese Sonde koennte sich als der groesste Fehler der Menschheitsgeschichte erweisen, immerhin verraet sie die Position der Erde in der Milchstrasse. Wer die Three Body Problem Triologie gelesen hat, weiss was ich meine. Das darin beschriebene Szenario ist so wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie jedes andere.

Vielleicht kriegen Wir ja wirklich irgendwann Besuch von Aliens,
die nach den neuesten Scheiben fragen ^^