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Danke Brexit! Ab sofort müssen EU-Musiker in ein Visum investieren

Danke Brexit! Ab sofort müssen EU-Musiker in ein Visum investieren  ·  Quelle: Public Domain

Eigentlich war es mit dem Brexit abzusehen, aber es hätte doch irgendwie auch anders vereinbart werden können. Denn jetzt müssen wir Musiker, um in Großbritannien auftreten zu können, ab Januar 2021 ein „Tier 5“ Visum beantragen. Und das kostet natürlich Geld. Die englische Kulturlandschaft ist nicht begeistert. Denn das hat sicherlich extreme Auswirkungen auf den UK-Künstlermarkt.

Ein Visum kostet eben Geld

Und genau das ist es, was am Ende der Künstler oder die Zuschauer zu spüren bekommen. Höhere Eintrittspreise, niedrigere Gagen und dazu der Mehraufwand für Veranstalter, wie Papierkram, und der Gang zum Amt. Ob sich das lohnen wird, ist fraglich. Ob die nächste England-Tour stattfinden wird – ich denke eher nicht! Obwohl sich eine komplette Tour vielleicht doch lohnen wird. Denn das verlangte Arbeitsvisum ist zwischen 12 und 24 Monaten gültig.

Nach dem „No-deal“ Brexit war es klar: es ist ein „Tier 5“ Arbeitsvisum für alle auftretenden Künstler erforderlich. Das kostet für diesen Zeitraum bis zu 244 Britische Pfund. Für eine komplette Band bedeutet das einen ziemlichen Batzen Geld. Und das muss der oder die Künstler natürlich vor dem Gig auf den Tisch legen. Aber für nur einen Auftritt im Land des „Fish & Chips“? Natürlich ist dieses „Problem“ auch schon immer für USA-Einsätze bekannt. Auch hier wurden die Visa-Kosten in letzter Zeit nochmals erheblich angehoben. Das erschwert den Musikschaffenden ein Spielen im Land der großen Freiheiten.

Die Wahrscheinlichkeit, bei unserer Nähe zu Großbritannien ein Engagement zu bekommen, ist sicherlich recht hoch. Deswegen wird dieses Vorgehen auf jeden Fall eine weitere Barriere zwischen England und der EU aufbauen. Zumindest für kleinere Bands, Acts und DJs. Denn diese werden sich demnächst gut überlegen, ob sie ihre Gage in den Staat investieren wollen. Für große bekannte Bands stellt das Visum dagegen sicherlich keine Probleme dar.

Ich denke, dass bis zum angesagten Termin eine Schwämme an Musikern die englische Insel noch ohne Visum belagern wird. Danach kommt die Flaute. Ist das im Sinne der Kultur? Was meint ihr?

Update: Und tatsächlich gibt es schon eine Petition auch change.org, die sich mit der (möglicherweise) zukünftigen Problematik der britischen Musiker auseinandersetzt. Die Forderung: Ein Musiker-Pass, der mindestens zwei Jahre gültig ist, möglichst günstig oder idealerweise kostenlos ist, alle EU-Mitgliedstaaten abdeckt und auch die Crew berücksichtigt. Vielleicht wäre ein vergleichbarer Pass für im Rest von Europa lebende Musiker auch eine gute Lösung!

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vermeintlicher QuerdenkerDirk B.BenWOKNis Recent comment authors
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Kurt
Gast

Sorry, aber das ist alles komplett irreführend was hier steht. Ja, für die USA kostet ein solches B1/B2 Visum jetzt schon viel Geld – gilt aber auch für 5 oder 10 Jahre, und in diesem Zeitraum kann man beliebig oft einreisen. Ausserdem gibt es für Künstler, die in den USA auftreten wollen, eigene Visa-Kategorien, die teilweise unbegrenzte Aufenthaltsrechte einräumen. Genauso wird es auch in UK sein.

Also reine Propaganda, „marcus“. Wenn du aus politischen Gründen ein Problem mit dem Brexist hast, behalte das für dich, hier gehts um Musik und nicht um deine persönliche politische Einstellung.

SENSOR
Gast

Das Visum für die USA gilt nicht für 5 oder 10 Jahre sondern wird vom Sachbearbeiter nach eigenen ermessen ausgestellt. Wenn es dumm läuft bekommst du dein Visum nur für ein paar monate wenn du Glück hast für ein paar Jahre. Hat auch was damit zu tun wie viele zukünftige Gigs du nachweißen kannst usw.

Kurt
Gast

Das ist überhaupt nicht wahr. Das B1/B2 Visum für die USA wird entweder für 5 oder 10 Jahre ausgestellt. Der jeweilige Grenzbeamte am Flughafen bei der Einreise entscheidet bei jeder Einreise dann, wie lange man jeweils bleiben kann, meistens 3-6 Monate, wenn man öfter einreist dann zwischen 2 und 4 Wochen. Und das ist ja auch der Sinn des B1/B2 Visums.

SENSOR
Gast

Ich habe übersehen das du ein B1/B2 Visum meinst was aber am Thema vorbei geht da ein DJ mit dem Visa kein Geld verdienen darf.
Ein B1/B2 Visum bringt einem DJ nix und muss hier eigentlich auch nicht thematisiert werden.
Damit man Geld in den USA verdienen kann braucht man ein Arbeitsvisum und genau um das Thema Arbeitsvisa geht es hier in dem Artikel.
B2 Visa sind Business Visa für meetings usw.

Paolo der schöne
Gast

Lieber Kurt, ich kenne dich zwar nicht persönlich aber deiner Wortwahl nach ist es nicht schwer dich politisch einzuordnen. Zeig uns doch gerne mal auf wo die Vorzüge eines Zerfalls der EU liegen. Ist es der Nationalismus der dicht turnt oder die die Biegung der Banane die dich abturnt? Was ist an der geäußerten Kritik „Propaganda?

vermeintlicher Querdenker
Gast
vermeintlicher Querdenker

EU ist nicht Europa und eine EU kritische Haltung, welche dieses zum Teil unüberschaubare politische Konstrukt etwas hinterfragt ist auch nicht per se schlecht. Außerdem sollten wir in der BRD generell andere Länder in ihren Volksentscheiden mehr respektieren & uns auch sowieso nicht immer so dolle einmischen bei dem, was de andren so machen. Muss sich der Deutsche denn nur immer & ständig mit seiner Moral im Rechte wiegen?

Paolo der schöne
Gast

@vermeintlicher Querdenker
Was hat das denn jetzt mit Deutscher Moral und einmischen zu tun? Weist du überhaupt wo deine Mitmenschen hier herkommen? Als Künstler der Welt- oder Europaweit arbeitet sollte man sich unabhängig seiner Herkunft bei solchen Dingen einmischen. Davon lebt Demokratie.

vermeintlicher Querdenker
Gast
vermeintlicher Querdenker

Danke für die Antwort, Klar gehört das zur Demokratie, hat ja auch niemand behauptet, dass es nicht so wäre. Aber ich fand deine ganze Art, wie du hier schreibst, einfach ziemlich verurteilend und sprachlich irgendiwie nicht gut. Klingt halt so nach dem Motto “ Der hat eine andere Ansicht als die auf den ersten Blick moralisch korrekt-gängige, da muss ich gleich mal ordentlich sprachlich autoritär meine, im idealfall weltallumfassende, Ansicht preisgeben.“ Z.B. „Lieber Kurt, ich kenne dich zwar nicht persönlich aber deiner Wortwahl nach ist es nicht schwer dich politisch einzuordnen. Zeig uns doch gerne mal auf wo die Vorzüge… Read more »

Paolo der schöne
Gast

@vermeintlicher Zu 1/2 Wer A sagt sagt in der Regel auch B. Wer inflationär mit dem begriff Propaganda um sich wirft sagt in der Regel auch „scheiß EU….“. Das ist einfach eine Erfahrung die ich gemacht habe. Zu 3 Es war nicht suggestiv oder subtil gemeint sondern ganz offen und provokant. Zu deiner letzten Frage bezüglich der Mitmenschen. Es geht mir darum das es bereits viele Menschen gibt die sich als EU-oder Welt-Bürger sehen und zum Teil hier in Deutschland leben. Ich fand deine Ausführungen doch etwas deutschlastig. „Wir Deutschen sollten uns nicht immer….“ Sowas ist im Europäischen Kontext unpassend… Read more »

Kurt
Gast

Propaganda ist es dadurch, dass es unwahr ist.

Benny Lava
Gast

Dann brauchen englische Künstler ab sofort wohl auch ein Arbeitsvisum, oder?

Rolf.Jo.Maier
Gast

Visum hin oder her, Tatsache ist dass die Briten eine relative politisch-gesellschaftliche Eigenständigkeit erreicht haben. Das ist für meine Begriffe völlig in Ordnung. Vor der EU, also vor 1992 hatten wir die selben Voraussetzungen denn es gab nur die Handelsunion EG vormals EWG. Künstler aus den verschiedenen Staaten, eine EU im politischen Sinne war noch in weiter ferne , brauchten ein Visa wie Touristen um ihrem Job nachgehen zu können. Der politische Moloch EU ist für mein dafürhalten eine Tod-Geburt denn außer immensen Kosten und einer Pseudo-Gemeinschaftswährung die uns aktuell die Null-Zins- und Straf-Zins-Politik beschert hat sind die typischen Symptome… Read more »

Joachim Müller
Gast
Joachim Müller

Langsam hab ich das Gefühl, dass das Schiff eine leichte rechte Schlagseite bekommt. Es gibt in Deutschland sehr viele Musiker, die international tätig sind. Somit sind die verbunden Mehrkosten durch den Brexit einfach ärgerlich. Sicherlich reicht Ihnen, Herr Maier, der Akkordeon-Auftritt beim der Geburtstagsfeier im Höcke-Sportlerheim, aber andere Musiker spielen doch etwas weiter. Und wer von den Gagen leben muss, dem schmerzen solche unsinnige Mehrkosten. Und mal ganz ehrlich, Deutschland ging es seit EU-Beitritt noch nie so gut. Klar…..Ihnen geht es seit dem viel schlechter. Abgesehen von Herrn Maier’s Benachteiligungen, hat die EU unseren Status des Export-Weltmeisters um ein vielfache… Read more »

Rolf.Jo.Maier
Gast

Schön für Sie dass Sie von der im Jahre 1992 gegründeten EU die die bis dahin gut funktionierende Wirtschaftsunion genannt EG abgelöst wurde so begeistert sind. Aus meiner Sicht der Dinge war es bis zu diesem Zeitpunkt eine solider Basis funktionierende auf wirtschaftlicher Basis funktionierende Staaten-Gemeinschaft mit den jeweiligen nationalen Währungen. Nicht vergessen sollte man dabei dass die BRD mit ihrer starken DM-Währung die Stabilität dieses Wirtschaftssystems überproportional stützte. Auch zu diesen Zeiten gab es einen regen uneingeschränkten Waren-Austausch. Was es nicht gab und was ich als sehr positiv empfunden habe war, dass es keine politische Bevormundung seitens dieser EG… Read more »

WOK
Gast

Also außerhalb der EU wird man wohl für jedes Land ein kostenpflichtiges Arbeitsvisum benötigen, um dort einreisen und Geld verdienen zu können.
Und innerhalb Europas war es vor der EU auch so.
Und Hand aufs Herz; wieviele Musiker hier sind denn bisher wirklich durch Europa/England getourt ?

vermeintlicher Querdenker
Gast
vermeintlicher Querdenker

Naja die USA ist ja auch völlig innerlich zerissen und ein Macht Konstrukt, wie die ganze Welt. Das kommt davon, wenn Mensch seine Gesellschaften u.a. auf Gewalt (in Folge der eigenen Angst, moralischen Überzeugungen, mangelder Demut, Gier, usw. ) aufbaut,. Das war doch die letzten 2000 Jahre schon alles überall so zerissen, mal mehr, mal weniger…. Wir leben wohl in ner komischen Zeit einfach. Ich weiss es doch auch nicht mehr :D

Aber ein interessanter Lesetipp zum Thema Staatenkonstrukt, speziell USA:

Lysander Spooner – „No treason“

Nis
Gast

Heuelsuse, unglaublich!
Wo ist das ein „Batzen“
Steuerlich absetzbar.
Fahrt als Touris, leit euch euren Scheiß da zusammen, kontacke sind ja da wenn ihr schon angefragt werdet.
Außerdem ist die EU das beleidigte Kind und stellt sich Stur.
Ihr seit mir so ein paar Merkel Wähler.

Ben
Gast

Ist natürlich richtig was oben im Bericht steht. So wird es hier in der britischen Presse berichtet. Und genug britische wie auch EU Bands sind nicht erfreut. Insbesondere trifft es „kleinere“ Bands. Punk/Metalbands touren hier aus der EU im Do it yourself Modus und können auch nicht die erforderlichen 1000 Pfund Ersparnisse bei der Einreise vorweisen. Das international erfolgreiche Bands damit kein Problem haben sei dahingestellt. Für Undergroundbands wird es mehr als schwer.

Larifari
Gast

Noch nie so viele Kommentare hier auf Gearnews gesehen…ausgenommen es gibt was zu gewinnen….

Dirk B.
Editor

oder es geht um Behringer ;)

Larifari
Gast

Endgegner: Behringer Gewinnspiel